Schlagwort-Archiv: Spring/Summer 2017

All eyes on // Die ASOS Looks
für den Sommer 2017

21.11.2016 um 15.08 – Mode

asos

Gerüschte Röcke à la Carrie Bradshaw, den BH einfach über dem Pulli tragen wie bei unserer Laura oder gleich den fliederfarbene Ganzkörper-Look in voller Gucci-Manier ausführen? ASOS neuestes Lookbook für den Sommer 2017 treibt es provokativ auf die Spitze, vermählt vermeintlich Unvermählbares und widmet sich festentschlossen der wiederentdeckten Opulenz und dem Spaß an der Mode. Vielleicht mag der ein oder andere erneut in schallendes Gelächter verfallen, vielleicht sollten wir das Ganze aber auch einfach mit einer genüsslichen Prise Humor betrachten, mal wieder ausprobieren, statt im längst trüben Gewässer zu plätschern. Looks zusammenstellen, als wäre heute schon Karneval, auf sein tiefstes Innerstes hören und unerschrocken kombinieren – oder ganz einfach: Rumprobieren und machen, so lautet die Devise hier, die unweigerlich ansteckt.

Nach anfänglicher Verwunderung über das kommende Lookbook des virtuellen High Street Giganten, danken wir ASOS an dieser Stelle also ausdrücklich für so viel Mut, Bonbons im Kopf, fürs Verrücktsein und für die erste Ladung 2017er Inspiration. Und sollten die Gesamtlooks so gar nicht gefallen, bleibt noch immer das fein säuberlich Auseinanderklamüsern der einzelnen Kreationen. Wir jedenfalls behalten ASOS in den kommenden Monaten ganz besonders genau für euch im Auge. Es dürfte sich lohnen: weiterlesen

In the Mood for // Vorspulen, bitte!
Closed für den Sommer 2017

14.11.2016 um 14.18 – Lookbook Mode

closed

Eine Vision, so einfach, so klar in ihrer Botschaft: Man wollte Italiens erstes Denim-Label sein. C’est ça, kurz: ÇA. Genau darauf bauten Marithé und François Girbaud ihre Vision und ihre Kollektion auf und genau danach haben sie ihr Unternehmen 1976 auch benannt. Mode auf den Punkt: Sportlich, klassisch, tragbar. Soweit so gut, wäre da nicht eine niederländische Textilkette gewesen, die mit der Namensgebung so überhaupt nicht d’accord war: Der Konzern nämlich sah seine Markenrechte verletzt und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen die Zwei. Und so lag sie auf dem Tisch, die Beschwerde mit der Aktennummer 11342. Und weil man zwei Jahre lang ohne Markennamen dastand, ließ man die ersten Kollektion einfach kurzerhand unter ebenjener Nummer laufen. Bis der Fall nach zwei Jahren endlich geklärt und die Akte geschlossen wurde – und aus 11342 ganz schlicht und einfach Closed wurde.

Seit 2004 schmeißen nun Til Nadler, Gordon Giers und Hans Redlefsen den Laden, vermischen die traditionelle Closed-Philosophie mit dem Streben nach Neuem und haben aus dem kleinen französischen Label mit dem Fokus auf Denim einen Hamburger Spezialisten für Zeitlosigkeit umfunktioniert: Von der patentierten Pedal Pusher über feinste Cashmere-Stücke bis hin zu hochwertigen Lederaccessoires, Closed kann heute noch viel mehr als damals. Die Drei entschieden irgendwann, nur noch mit Menschen zu arbeiten, die sie auch mögen – und haben so mal eben ein 300 Mitarbeiter starkes Team aufgebaut, das sich mittlerweile weltweit in 48 Shops daheim fühlt. Und mit ihrem Nachhaltigkeitsversprechen und ihrem Treueschwur im Gepäck geht’s auch im Sommer 2017 unermüdlich weiter: Mit Teampower, Liebe zum Detail und Qualität – oder auch: Mit Patchwork, bestickten Blusen und der perfekten Balance aus Sportlichkeit mit hippiesken Charme.  weiterlesen

Mailand Fashion Week // 6 Tendenzen, die wir uns von Gucci für den Sommer abschauen sollten

22.09.2016 um 12.19 – Mode

gucci

Kaum eine andere Show wurde so mit Spannung herbei gesehnt wie Alessandro Micheles Präsentation für Gucci. Michele hat es in den vergangenen Saisons nicht bloß geschafft, das Traditionslabel aus Italien komplett zu entstauben, Michele hat die ganze Modebranche auch innerhalb kürzester Zeit komplett auf den Kopf gestellt: Der Spaß ist zurück, die Opulenz ist wieder gern gesehen und „geht nicht gibt’s nicht“ wird gepredigt, was das Zeug hält. Zig Nachahmer sind seither auf den Gucci-Zug aufgesprungen, haben sich von Renaissance-verliebten Kreationen inspirieren lassen, Schleifen und Rüschen an allen erdenklichen Stellen angebracht, Plissee wieder aus der Versenkung gekramt oder sind mit auf den Slipper- und Loafer-Zug aufgesprungen. Michele hat sie alle gekriegt und Bewies gestern, dass eine Kursänderung noch lange nicht in Sicht ist.

Ein bisschen düsterer wirkt sie, die Frühjahr/Sommer Kollektion für 2017, noch verschrobener als sonst und wer sich nicht auf irgendwelche Akzente aka Anhaltspunkte fixiert, der sitzt an dieser Stelle wohl bloß nur noch kopfschüttelnd vor dem PC. Ist das schon Kunst oder werden wir hier eigentlich nach Strich und Faden veräppelt? Vielleicht ist es eine Mischung aus Beidem und dieser Herr Michele testet in Mailand derweil unsere Grenzen aus. Gönnen wir ihm diesen Spaß und suchen uns doch einfach unsere kleinen, feinen Highlights aus der kommenden Kollektion heraus. 6 Tendenzen, die wir gewiss nachmachen werden: weiterlesen

Bilder des Tages // Rein ins Traumland:
Mit Stine Goya Spring/Summer 2017

21.09.2016 um 10.24 – box3 Kampagne Lookbook Mode

stine

Stine Goyas Erfolgsrezept nach all den Jahren im Business? Sie bleibt sich treu, ohne stehen zu bleiben. Läuft nicht hinterher, sondern wählt das Tempo ganz für sich allein. Während ihre dänischen Kolleg*innen schon immer eher auf Sportlichkeit, Unisex und körperferne Looks setzte, sorgte Stine Goya seit jeher für einen Hauch Zauberhaftigkeit, Zuckerwattenmomente und verspielte Weiblichkeit zwischen all der Cool Kid Attitüde. Einen anderen Pfad einzuschlagen, scheint sich auszuzahlen: Während es um Brands wie Wood Wood immer stiller wird, startet Madame Goya jetzt erst richtig durch: Nach Store Openings in ihrem heimischen Gefilden, soll demnächst der Schritt über die Landesgrenzen gewagt werden – und wir drücken alle Daumen, dass das auch klappt.

Wenn wir uns die kommende Spring/Summer Kollektion ansehen, machen wir uns allerdings keine Sorgen, dass das Projekt „Expansion“ auch nur ansatzweise scheitern könnte. „To be beautiful one must be unhurried. Personality is needed“ – Für den Sommer 2017 hat sich Stine Goya von der Socialite der 20er Jahre, Marchesa Luisa di Casati, inspirieren lassen. Von der Schönheit der Natur, der lauten Ästhetik, der Theatralik und den Straßen von Venedig. Und wie großartig das in wahr gewordenen Stoffträumen aussieht, das seht ihr hier:  weiterlesen

NYFW // So war’s: Die BOSS Womenswear S/S 2017 Show by Jason Wu

19.09.2016 um 13.02 – Mode

boss by jason wu

Als Jason Wu vor drei Jahren das Amt des Creative Directors für die Frauenlinie von BOSS übernahm, hatte er es schwer: Mit BOSS verbinden wir schließlich vor allem gut sitzende Herrenanzüge – aber Womenswear? Wu schaffte den Spagat, und entwickelte sukzessive das Bild der BOSS Frau: Von klaren, architektonischen, ja sogar strengen bis maskulinen Looks (in Anlehnung an das Anzug-Imperium) bis hin zu weichen, anschmiegsamen und vor allem femininen Silhouetten. Nach sechs Kollektionen unter Wu muss sich die Frauenlinie BOSS also keinesfalls mehr hinter den schnieken Zweiteilern der Herren verstecken, sondern steht längst für sich selbst. Genau das bewies am vergangenen Mittwoch die Runway Show zur Sommerkollektion 2017: Passgenauigkeit traf auf körperferne Schnitte, nahezu monochrome Looks in rot, blau und grün verschmolzen zu einem bunten und handbesticktem Blumenmeer und Plissee, zarte Transparenzen, sportliche Details und wohldosierte Cut-Outs sorgten für ganz viel Hier und Jetzt und für die perfekte Symbiose aus Präzession und Leichtigkeit.

Die #BOSSGirls der Stunde? Ein Match made in Heaven: Die Models und Kumpelinen Karlie Kloss und Toni Garrn sorgten für Blitzlichtgewitter, während Streetstyle-Liebling Tommy Ton die Looks der weiblichen BOSS Gäste gleich vor der Türe festhielt (dazu später mehr). Um gleich auf den „See now / Buy now“-Trend mit aufzuspringen, gab’s ganz nebenbei erwähnt die neuinterpetierte BOSS Bespoke Bag Soft gleich im Anschluss der Show online zu kaufen. Inspiriert von David Hockney’s Pool Serie kreierte Jason Wu seine bislang wohl farbenprächtigste und zugleich entspannteste Linie für das deutsche Unternehmen aus Metzingen. Und wir durften uns das Ganze hautnah und live vor Ort ansehen: weiterlesen

Copenhagen // Highlights, die jungen Wilden & Styling-Tricks, die wir uns merken sollten

16.08.2016 um 7.30 – Mode

highlights copenhagen fashion week ss17 thisisjanewayneDrei der allerbesten Shows der gerade zu Ende gegangenen Fashion Week in Kopenhagen, nämlich jene von Ganni, Baum und Pferdgarten und Henrik Vibskov, hatten wir euch bereits vergangene Woche unter die Nase gerieben, aber damit ist es bezüglich der Schönheit der dänischen Mode selbstredend noch lange nicht getan. Für das Frühjahr 2017 sollten wir uns dringend noch ein paar weitere Namen merken, Fonnesbech zum Beispiel. Aber auch der Designer-Nachwuchs sollte sich keineswegs verstecken, denn vor allem der Nest Award unter der Schirmherrschaft von Kronprinzessin Mary hat wieder jede Menge Talente hervor getan. Wir sehen dort beispielsweise Kreationen auf den Spuren von Vetements, Kleider, die Alessandro Michele begeistern würden und Looks, die an das neue Balenciaga erinnern: weiterlesen

Lala Berlin S/S 17 // „I AM JUNGLE“

11.08.2016 um 9.34 – Mode

lala berlin ss17 thisisjanewayneLeyla Piedayesh, die wir gerade erst für ein Interview trafen, ist den meisten ihrer deutschen Kollegen und Kolleginnen einen gewaltigen Schritt voraus, nicht nur wirtschaftlich betrachtet, das interessiert uns hier nur nebenbei, was wir meinen, ist vielmehr das Ausarbeiten immer wieder neuer Visionen, das niemals Stillstehen und Umdenken und Wagen. Vor zwei Saisons etwa hat die Designerin aufgehört, Berlin mit Runway Shows den Bauch zu pinseln, stattdessen gab es Installationen, Akustikkonzerte und Videokunst als Vorboten der kommenden Kollektionen. Das ist anders, das ist mutig, das ist wie Leyla selbst, nämlich auch ein bisschen schräg, aber auf die beste Art und Weise.

Und so kommt es, dass wir neuerdings unseren Blick Richtung Kopenhagen wenden müssen, sofern wir denn das modische Treiben Lala Berlins in voller Blüte zu bestaunen bedenken. Auch hier, vor den schönen Dänen und Däninnen, den mitunter treuesten Kunden des Labels, würde Leyla niemals in Mittelmäßigkeit abdriften, natürlich nicht. Kein geringeres als das pompöse „Elefanttårnet“ aka Elephant Gate diente diesmal als Show Location gleich am ersten Tag der CPH Fashion Week. Und auch im Angesicht der neuen Optik verbeugen wir uns knietief mit Knicks: weiterlesen

3 Fashion Week Highlights // William Fan,
Perret Schaad & Dorothee Schumacher

04.07.2016 um 13.41 – Mode

highlights fashion week berlin ss 17 thisisjanewayne

Jetzt sind wir fast durch mit der Berichterstattung zur Fashion Week Berlin, dabei kommen wir vor lauter unerwarteter Highlights kaum mehr mit. Wer noch immer daran festhält, in unsere Hauptstadt gäbe es nichts zu holen und kaum etwas zum Verlieben, der ist spätestens seit dieser Saison ganz schön schief gewickelt. Berlin muss und will nicht Paris sein, das ist inzwischen hoffentlich auch dem letzten Schwarzmaler klar. Verstecken sollten sich unsere Designer aber auch nicht, das Gegenteil ist der Fall. Wir wünschen uns mehr Stolz, mehr Attitüde und Hoffnung. Und mehr Lob vonseiten der Presse. Denn wer diesmal genau hingeschaut hat, kommt im kommenden Sommer wohl nicht umher, in eine Handvoll Lieblingsstücke aus dem Berliner Modekosmos zu investieren. Es muss nicht immer Acne Studios sein, oder Theory oder J.Crew – wie wäre es stattdessen zum Beispiel mit William Fan, Perret Shaad oder Dorothee Schumacher? Na bitte: weiterlesen

Marina Hoermanseder S/S 17
– Schmetterlingskinder.

02.07.2016 um 3.31 – Mode

marina hoermanseder ss17 thisisjanewayne

Im Gegensatz zu Sarah habe ich Marina Hoermanseder bisher wie ein Stiefkind behandelt, zu sehr wichen ihre Visionen von meinem persönlichem Geschmack ab, zu geblendet war ich von der Opulenz ihrer Kleider in einem Berlin, das doch vor allem der Tragbarkeit frönt. Schämen sollte ich mich. Und das sage ich aus der Tiefe meines Herzens. Denn das, was uns jüngst im Garten des Kronprinzenpalais präsentiert wurde, gehörte mindestens nach Berlin, viel eher aber nach New York. International mithalten können – ein Traum vieler, der von Marina längst gelebt wird.

Es begann mit der Location und einem Laufsteg, der sich wie ein blütenweißes Labyrinth durch den Garten des Palais legte, vorbei an verspiegelten Wänden und saftig bewachsenen Linden, unter denen eine Frontrow wie aus dem Bilderbuch Platz genommen hatte. Dazu Stereo Totals „I love you ono“ und ausgelassene Noblesse bis ins Detail, getragen von pausbäckigen Models, die im Takt ihr Côte d’Azur-Haar wippen ließen. Marina Hoermannseder weiß um ihre Stärken: Handwerk, Dreidimensionalität und die Fragilität des Menschen überträgt die gebürtige Österreicherin auf Mode, die zu großen Teilen auch Kunst sein könnte, jederzeit bereit für das ganze große Rampenlicht. Lady Gaga ist übrigens längst Fan. Die junge Frau ist eine der wenigen jungen Talente, für die Wirtschaftlichkeit kein Fremdwort ist. Das Team wächst ebenso wie das kauffreudige Hoermanseder- Publikum, das ihre Heldin vor allem für die deutliche Handschrift und den damit einher gehenden Wiedererkennunsgwert einer jeden Kollektionen liebt. Auch diesmal tauchen Schnallen auf und lackiertes, handgeformtes Leder, ein weiteres Markenzeichen, fusioniert mit der gewohnt morbiden Inspirationsquelle der Designerin. Diesmal: Schmetterlingskinder, deren Haut so verletzlich ist wie der Flügel eines Schmetterlings, gepaart mit kindlich-leichtfüßigen Erinnerungen an Urlaubstage an der französischen Riviera. Was schwer zu greifen sein mag, macht beim Betrachten der Entwürfe plötzlich Sinn. Genau das ist Marina Hoermanseder: Schwer zu greifen, aber unübersehbar. weiterlesen

FASHION WEEK BERLIN //
Bauchkribbeln dank Odeeh

30.06.2016 um 17.11 – Mode

odeeh

Schon als die Einladung in mein Postfach trudelte, war klar, das dies die beste Show der Fashion Week werden könnte – und Otto Drögsler und Jörg Ehrlich haben uns nicht enttäuscht: Im Rohbau des Berliner Stadtschlosses zwischen Betonwänden, Bauzäunen und Absperrband in einer der großen, meterhohen Säle fand sie statt: Die Odeeh Perfektion, die wir uns hier in Berlin so sehr wünschten – und mit rund 40minütiger Verspätung kurz vor 22 Uhr endlich stattfand.

Odeeh ist pure Liebe, die so groß ist, dass ich beim Re-See im Berliner Mode Salon wirklich leicht feuchte Augen kriegen sollte, furchtbar aufgeregt über die Materialien Strich und fast wie versteinert vor den beiden Machern stand, um nichts als Lobeshymnen hervorzubringen. Wie ein kleines Kind sitze ich jetzt noch immer vor dem Bildschirm und begutachte dieses Odeeh-Wunderland, das zwischen Kindheitsträumen und Omas Schätzen liegt und dem immer schicker werdenden Berlin ein Hauch Gucci-Attitüde um die Nase bläst. weiterlesen

Malaikaraiss S/S 17 // Beaches!

30.06.2016 um 15.38 – Mode

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Rastafari fyah dance, sex, music, hip-hop – It’s bigger than religion – wenn Erykah Badus Track „The Healer“ den Kronprinzenpalais erfüllt, schon während das erste Model in das blendend helle Licht des Runways tritt, dann befinden wir uns gefühlt nicht nur in einer eklektischen Komposition aus pompösen Eitelkeiten und der reduzierten Schönheit karibischer Strände, sondern auch inmitten der Welt von Malaika, dort, wo zurückhaltende Eleganz stets auf subtile Rebellion trifft. Auf stille Freiheit, wenn man so will, die diesmal vor allem von den Verstecken der Musik-Bohéme auf Mustique, Aruba oder St.Barts inspiriert wurde. „Beaches“ nennt sich die Frühjahr/Sommer Kollektion von Malaikaraiss, die ebenso filigran wie selbstbewusst im Zeichen der Töchter des Rocksteady steht. Ganz so, als wären die Karibik-Amazonen in der Großstadt gestrandet, im feinsten Zwirn, stets eine Muschel aus der fernen Heimat in den Hosentaschen tragend – ein Sinnbild, das sich wie die kontrastierenden roten Streifen und Details durch die gesamte Kollektion zieht. Dazu poröse Texturen wie aus Sand gelegt, Muschel-Formen und transluzente Blüten und Malaika ist mit ihren Entwürfen endlich dort angekommen, wo wir sie uns immer gewünscht haben: Ganz bei sich selbst.

Besser hätte das erste Defilée im Rahmen des Berliner Mode Salons samt Unterstützung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung wohl nicht ausfallen können – wir hoffen auf noch mehr Lorbeeren, Support und viele Jahre Malaikaraiss.

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MBFWB: Hien Le Spring/Summer 2017 // Teva Sandals & Stripes forever

29.06.2016 um 11.21 – Mode

hien le ss 17 thisisjanewayne

Für die Schauen des Berliner Designers Hien Le müsste es meiner Meinung nach interaktive Möglichkeiten der digitalen Begutachtung geben, einen 360° Betrachtungswinkel zum Beispiel, einen in den Bildschirm integrierten Ventilator, der lauen Sommerwind durch die Fotos bläst und einen Touchscreen, der Haptik fühlbar macht. Weil es all das (noch) nicht gibt, kann ich an dieser Stelle nur an eure Phantasie appellieren, das reine Anschauen der Bilder kommt dem Gefühl, dass da mit der Frühjahr/Sommer Kollektion 2017 am gestrigen Morgen mitschwang, nämlich nur sehr sporadisch nahe. Schön war es, das zum einen. Aber auch hoffnungsvoll, tragbar und unbeschwert, ganz so als stünde die gezeigte Mode für die Befreiung von der momentan herrschenden gesellschaftlichen Dunkelheit. Wolkenweiß und Glasblau, ein bisschen Puder und Mauve, mehr braucht es nicht, wenn bildhauerische Schaffensprozesse durch Überlagerungen, Aussparungen und changierende Transparenzen zu Kleidung geformt werden. Und dann ist da ja noch Teva.

Ihr erinnert euch vielleicht, vor zwei Jahren und auch vor einem noch, hagelte es für unsere neu entdeckte Leidenschaft für alteingesessene Alltags-Sandeln mehr Hohn als Lob. Wir gaben unserem Freund Hien in Gedanken also selbstredend mehr als hundert High Fives, als das erste Model in ebendiesen Objekten der ultimativen Geschmacks-Diskussion den Runway betrat. Kein Schuh hätte besser gepasst, nicht nur der Optik wegen, sondern vor allem aufgrund der Botschaft: Macht euch locker, macht euch frei, geht raus und entdeckt die Welt. weiterlesen