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London Fashion Week: Acne Spring/ Summer 2012 – Sterne, Plastik und Motorradrennen in Marrakesch

19.09.2011 um 11.49 – Allgemein Mode

Seit seiner Gründung 1996 hat sich das schwedische Brand Acne kontinuierlich nach vorn manövriert, bis zur Spitze, bis auf das Treppchen mit der goldenen Eins. Von Jahr zu Jahr wurden die Stücke von Jonny Johansson und seinem Designteam beliebter, teurer und vor allem gehypter – heute strotzen Tumblr-Seiten und Blogs nur so vor stolzen Bildern dieser unverkennbaren rosa Einkaufstüten des hochgradig ansteckenden Lieblings-Labels. Es ist wie ein Virus: Anfangs versucht man noch, sich zu wehren und plötzlich steckt man selbst mittendrin – und erwischt sich beim entzückten Seufzen ob neuer Outfits, die aber doch eigentlich gar nicht so außergewöhnlich sind. Oder doch?

Genau das ist es: Alles ist besonders, und irgendwie auch nichts. Die Schnitte, die Farben, das Gefühl. Jedes Teil trägt diese ominöse Handschrift, ist unsichtbar gebrandmarkt. Der rote Faden zieht sich beinahe unbemerkt durch jede Kollektion, ganz leise, ganz subtil. Erst später wird klar: Das ist Acne, sonst nichts. weiterlesen

Rodarte Spring/ Summer 2012 inspiriert von Van Gogh

16.09.2011 um 13.58 – Allgemein Mode

Eigentlich hatten die Mulleavy-Schwestern Kate und Laura gar nicht sonderlich viel mit Mode am Hut – bis sie sich schließlich auf eigene Faust das Nähen beibrachten (indem sie, so stand es einst im Zeit Magazin geschrieben, ein Chanel-Couture-Kleid auseinandernahmen und es genauestens studierten), um 2005 ihr gemeinsames Label „Rodarte“ zu gründen. Für die erste Kollektion der Horrorfilm-Fanatikerinnen verscherbelten sie die hauseigene Plattensammlung, die Entwürfe waren morbid, apokalyptisch und verdammt gut. So gut, dass sie seither als „Wunderkinder“ der Designwelt gelten. Als mysteriöse Schwestern mit tiefgehenden Visionen und enormem Talent.

Von Saison zu Saison wurde es fröhlicher im schwesterlichen Gedankenwust und auch wir erinnern uns sehr gern an die spirituell (das sind die beiden nämlich selbst auch zweifelsohne) angehauchten Kornfeld-Prints auf fließender Seide. Diesmal musste nicht lang rumgerätselt werden, denn die Inspiration für die kommenden Frühjahrslooks liegt auf der Hand: Vincent Willem Van Gogh, der alte post-impressionistische Schlingel. Aber nicht nur die Gemälde des niederländischen Künstlers lieferten Vorlagen für die digital umgesetzten Kleider-Drucke, nein, auch Disney wurde farb- und formtechnisch angezapft. weiterlesen

New York Fashion Week: Frühzeitige Vergreisung wird salonfähig

15.09.2011 um 12.54 – Allgemein Beauty Trend

Ich muss mich doch sehr wundern über diese sogenannten Trends, die es auf jeder Fashion Week zu entdecken gibt. Zunächst einmal gilt: Nicht alles, was über den Laufsteg schwebt, schafft den Absprung auf die Straße, in das echte, wahre Leben. Vieles ist und bleibt eben nur Show und dient einzig und allein dem Zwecke, im Rampenlicht eine gute Figur zu machen. Dennoch sind auch Styling, Make Up und Haare neben all den Entwürfen nicht auszublenden, denn nicht selten werden auch die Trends dieser Branche während großer Modeschauen geboren. Mit ein bisschen Pech auch dieser hier.

An silber-grau meliertes Haar hatten wir uns dank Supermodel Agynes Deyn bisweilen längst gewöhnt. Eine neckische Kurzhaarfrisur dazu und möglichst stilvolle Kleidung, die gern auch ins außergewöhnliche abdriften durfte, waren weitere Zutaten für den Erfolgskurs für die kurze, „farblose“ Mähne. Tausende von jungen Frauen taten es Aggy gleich und huldigten Großmütterchens Haarton – nur, dass das alles eben so gar nicht nach Omi aussah. Nun zeigte Narciso Rodriguez, Verfechter des Minimalismus, dass es auch noch einen Tick krasser geht. Inklusive Gel und mit so gut wie keinem Blond-Pigment. Eine Irrfahrt zwischen Futurismus und Spinnenweben beginnt. Mit Anfang 20 schon Ende 100. Und damit nicht genug, denn nicht nur Weiß entdeckten wir da, sondern auch „Futurama“-mäßige Töne. weiterlesen

New York Fashion Week: Creatures of the Wind SS12

14.09.2011 um 12.40 – Allgemein Mode

 

Es gibt sie, diese Kollektionen, die im ersten Moment nach Geschmacksverkalkung duften und im zweiten Verwirrung stiften, um am Ende doch noch das Blatt zum Guten hin zu wenden. Das Newcomer Brand Creatures of the Wind, hinter dem ein kleines, talentiertes Designteam mit Sitz in Chicagos Herzen steckt, hangelt sich für das kommende Frühjahr offensichtlich genau an dieser Taktik entlang. „Passt das denn zusammen?„, fragt man sich zunächst, dann gibt man ein leises „Puh“ von sich, einige Minuten später schon, bekommt man sogar selbst Lust, eins der nicht ganz so leicht verdaulichen Outfits zu tragen. Dabei sieht keines aus wie das andere – ein Wirrwarr aus Inspirationen.

Die 60er zum Beispiel, ziehen sich wie ein schwachroter Faden durch Längen und die gesamte Atmosphäre. Feminine zarte Schuhe, denen durch Söckchen College-Attitüde eingehaucht wird, Bubikrägen, gerade so werden die Knie bedeckt, ab und an rutscht der Saum auch ein Stückchen höher. Hochgeschlossene, karierte, spitzenbesetzte Blusen zu Faltenröcken vereinen norwegisches Kaminfeuergeknister mit High-Street-Elementen und klassischem Brav-Mädchen-Klischee. Technische Muster, die an Batik erinnern bekommen durch Transparenzen einen Hauch Futurismus eingehaucht, und plötzlich entdeckt man die Calvin-Klein 90er im cleanen, weißen Kleid. Céline-Chefdesignerin Phoebe Philo würden die boxigen Blazer im Blumenprint gefallen und der Rest wird aller Wahrscheinlichkeit nach zumindest von mutigen Stilmixern und -Brechern mit Kusshand empfangen werden. Tragbar ist diese Kollektion im Vergleich zu vielen anderen Laufsteg-Schätzen allemal. Mögen wir. Sehr! weiterlesen