Es gibt Frage, die nerven, die tun weh und werden immer und immer wieder gestellt. “Wieso um Gottes Willen scherst du dich so sehr um Mode? Weißt du denn nicht, dass es Wichtigeres gibt? Der Planet liegt in Schutt und Asche und beschäftigst dich mit banalen Kleidern, findest du das richtig?” Wisst ihr was? Ja, ja und nochmal ja. Danke, ich lese Tageszeitung, ich weiß, was da draußen passiert. Und gerade deshalb bin ich so dankbar über meinen Beruf – ich darf mich nämlich mit den schönen Dingen der Welt beschäftigen. Und trotzdem weiß ich ganz genau, worauf es im Leben ankommt. Für mich erschließt sich diese ewige Aufwiegelei nicht, der ständige Vergleich zwischen “Relevantem” und “Unrelevantem”. Mit Kunst darf man sich befassen, das ist klug und so furchtbar elitär. Dass Mode nicht von minderem kulturellem Interesse ist , scheinen ein paar Spezialisten nicht zu begreifen. Sei’s drum – sollte ich irgendwann noch einmal nach der Daseinsberechtigung der modischen Designwelt befragt werden, werde ich als Antwort folgenden Trailer absenden: “Advanced Style“.
Vor einiger Zeit hatten wir euch bereits den dazugehörigen Streetstyle Blog ans Herz gelegt – auf genau jenem dokumentiert ein gewisser Ari Seth Cohen nämlich das stilsichere Treiben der New Yorker Bewohner jenseits der 50. “Omis und Opis très, très chic eben. Im herannahenden Frühjahr soll nun endlich der daraus entstandene Dokumentarfilm erscheinen – im Trailer gibt’s schonmal einen Vorgeschmack. Weiterlesen »
Ich bin beeindruckt, kein Scherz. Da zerbricht man sich gefühlte hundert Stunden den Kopf darüber, welchen Klimbim man nun noch in den Koffer stopfen sollte um am Ende adäquat gekleidet zu sein. Und dann sowas. Plötzlich steht da eine junge Dame in Jogginghose, rauchend, mit dicker Kamera behangen und macht sie einfach alle platt. Diese Modeopfer, uns. Dank rubinrotem Lippenstift und hochgeknöpfter Bluse komme ich trotz der drei weißen Streifen auf ihrer schlabbrigen Polyester-Shorts nicht ansatzweise auf den Gedanken, dieses Fräulein wäre nicht passend gekleidet.
Es gibt schlichtweg Menschen, die dürfen alles und sehen dabei auch noch gut aus. Die haben diese Aura, diese Persönlichkeit, die so oder so alles andere überstrahlt. In diesem Augenblick sehne ich mir nichts mehr herbei, als eine Jogginghose wie diese, ganz ehrlich. Nur sähe ich darin wahrscheinlich weiß Gott nicht so lässigst aus. Aber ja, ich bin Fan – und ihr?
Es war in etwa so schwierig, die Entscheidung für diesen Post zu treffen, wie die Thematik, um die es hier geht, selbst ist: Nämlich das Abbilden von Kindern auf Streetstyleblogs.
Der Fotograf, Blogger und Gründer des Blogs “The Satorialist“, Scott Schuman, veröffentlichte am vergangenen Sonntag einen Schnappschuss, der in Anbetracht der derzeit kursierenden Diskussionen bezüglich des Ablichtens von Minderjährigen, natürlich nicht unkommentiert blieb. Ist sein Portfolio aus gut gekleideten Menschen doch normalerweise bestimmt von Modelgesichtern und stilsicheren Herrschaften volljährigen Alters, befand er diesmal ein kleines fünf-oder-sechs-Jähriges Mädchen als äußerst adrett und veröffentlichte infolgedessen das linke Bild auf seiner Seite.
Nach anfänglich entzückten Kommentatoren gesellten sich rasant auch kritische Stimmen hinzu: “Das Kind sieht viel zu erwachsen aus”, “Was soll der Schnuller da”, und so weiter. Auch Online-Magazine wie Fashionista schlossen sich der Diskussion an. Die Fragen sind vielzählig: Ist es okay, Fotos von Kindern in einem solchen Kontext zu veröffentlichen? Dürfen sie als Stilvorbilder benutzt werden? Ist das niedlich oder besorgniserregend und wer wird mit diesen Bildern angesprochen? Ist das Kind ein Opfer ihrer modeverrückten Mutter oder bloß ein ganz normales Kind, das eben gut gekleidetet ist? Und wer hat das Recht am Bild, wie finden es die Kleinen, dass jeder sie bestaunen kann? Es passiert nicht oft, dass ich absolut nicht weiß, wohin mit meiner Meinung, oder welche Meinung ich überhaupt vertrete. Vielleicht könnt ihr mir auf die Sprünge helfen? Weiterlesen »
Bill Cunningham lebte rund 60 Jahre in der berühmten Carnegie Hall in New York in einem kleinen Zimmer voll von Aktenschränken, die all seine Aufnahmen für die Times beherbergten. Irgendwo dazwischen: Ein Klappbett auf dem manch einer nicht einmal für eine Nacht schliefe. Sein geliebtes Heim jedoch musste er räumen und bekam stattdessen ein luxuriöseres Appartement mit einmaligem Blick auf New Yorks Herzstück – den Central Park. Viele von uns würden dafür sprichwörtlich töten – nicht so “Bill”, dem ist dieser “Luxus” unangenehm und unbehaglich.
Überhaupt ist dieser Mann der genügsamste Mensch, den ich bisher kennengelernt habe und dabei könnte er durchaus in Saus und Braus leben und das New Yorker Celebrity Dasein voll auskosten. Denn wer der New York Times Fotograf überhaupt ist und die beliebten Rubriken wie “On the Street” und “Evening Hours” mit Streetstyles versorgt, kann sich praktisch doch alles erlauben, oder nicht? Weiterlesen »
Unsere liebe Katja spricht mir aus der Seele, wenn sie sagt, viele Streetstyle Blogs hätten für sie jeglichen Reiz verloren. Vor allem Lookbook.nu wird bei mir nur noch äußerst selten durchforstet; viel zu ähnlich und gewollt fallen die meisten Outfits auf dieser doch so gigantischen Plattform aus. Ja, der Begriff “Streetstyle” wird hier nahezu entfremdet, denn das, was uns dort tagtäglich geboten wird, scheint viel zu selten alltagstauglich, aber vor allem: nicht einmal inspirierend.
Und um es ganz böse auszudrücken: Viele der jungen Mensch dort tun mir manchmal sogar ein bisschen leid, weil ihre Kleidung wie ein absichtlich übertrieben dargesteller Schutzwall wirkt. Wie ein Kostüm, das dich vor dem eigenen Ich beschützen soll. Andere hingegen würfeln alle erkennbaren Trends zusammen – aber auch das ist im Vergleich zu authentischen Weltenbürgern kein wirklicher Wehrmutstropfen. Weil aber gerade jene Menschen so schön und Musen-ähnlich sind, die einfach tragen, was gefällt und zwar ohne Rücksicht auf die aktuelle Modeetikette, mag ich Hel-Looksso gern. Weiterlesen »
Jawohl. Ist ja schließlich nicht meine Stärke, aber zu gebenem Anlass habe ich tatsächlich einen Blazer ausgepackt. Irgendwie fühlt es sich gut an, auch wenn die Leute in der Ubahn komisch geschaut haben. Aber das bildet man sich ja auch gern mal ein, wenn man schicker aussieht als sonst. Sarahs Silhouette, diese O-Form, finde ich übrigens ganz wunderbar. Weiterlesen »
Streetstyle-Jäger gibt es mittlerweile ja nun wir Sand am Meer. Wir finden Fotos von gut angezogenen Menschen nicht mehr nur auf namenhaften Style-Blogs wie Facehunter, Styleclicker oder Vanessa Jackmann, sondern auch auf Modeblogs und Online-Magazinen. Der Markt um das geile Foto und den coolsten Stil scheint hart umkämpft und so muss man sich schon mal was einfallen lassen, um weiter angesagt Stil-Knipser zu bleiben.
Das hat sich auch Streetstyle-Pionier Scott Schuman gedacht und vor knapp einen Monat einen weiteren Streetstyle-Blog gelauncht, der uns zum Mitmachen einlädt: The Sartorialtwist – ein Stilblog der etwas anderen Art. Schuman hat dafür alle seine Streetstyles vom erfolgreichen Blog The Sartorialist in ein neues Format gepackt, zerschnibselt und durcheinandergewürfelt. Nie kommt ein gleiches Ergebnis dabei raus, immer werden drei verschiedene Looks miteinander gepaart. Schon ausprobiert? Weiterlesen »
Während der Pausen trifft man allerhand bunter Menschen im Fashion Week Zelt, bloß weiß man irgendwann gar nicht mehr wo man hinschauen soll – ganz getreu dem Motto: Du siehst vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Eine detailverliebte Stilistin aber fällt uns immer wieder ins Auge, und zwar Claire, die heute ihren wunderbaren Kragen aus Paris ausführt und gestern die Baumarkt-Gliederkette für 50 Cent salonfähig machte.
Diesmal können wir uns wirklich nicht entscheiden, was besser gefällt, deshalb überlassen wir euch die Qual der Wahl: Gliederkette oder Bubikragen?
Unschwer zu erkennen ist, dass Sarah und ihr Pulli sich heut Mittag einen kleinen Kampf geleistet haben: Wer strahlt mehr, hm? Ich würde sagen, diese Runde gewinnen beide. Und ich, ich hätte niemals gedacht, dass sich dieser schwarze seidenartige Jumpsuit so alltagstauglich und unauffällig kombinieren lässt – bleibt nur die Frage: Ist das jetzt gut oder eher schlecht? Weiterlesen »
Gott, das ganze sonnenbedingte Vitamin D (?) macht mich ganz Banane im Kopf. Das ist ein bisschen als wäre man frisch verliebt, wenn man so ein Kribbeln im Bauch hat, bloß weil der Himmel nicht grau ist. Nach meinem gestrigen Ausflug in die schwarze Lederjacken-Welt, habe ich es dann heute kaum mehr aushalten können, meinen vor einiger Zeit gekauften Overall/Hosenrock/Wasauchimmer auszuführen. Ob ich wohl so guter Dinge bin, weil mich die Farben beinahe an Stine Goya erinnern? Weiterlesen »