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Buch-Tipp: „Sowas von da“ von Tino Hanekamp

22.08.2012 um 13.20 – Allgemein Buch

Ich bin ein bisschen spät dran. SOWAS VON DA hätte längst ein paar Zeilen der ernstgemeinten Lobhudelei verdient. Weil dieses Buch sagt, was wir fühlen, wenn wir morgens völlig zerschossen auf dem Weg zur Arbeit in der Ubahn sitzen und nichts weiter denken können als „scheiße“. Das Gute ist: Beim Lesen verknotet sich unser Gehirn so geschickt, dass sich negative Gefühlsdusseleinen plötzlich in positive Emotionsregungen verwandeln. Leichte Kost, aber gar nicht mal so dumm.

Man kann sich das in etwa so vorstellen: Morgens, halb acht in der Früh‘, die Party ist vorbei, du total breit, auf dem Bett liegend, alle Viere von dir gestreckt, Konfetti im Haar, Glitzer im Auge, ziemlich viel Schmerz in Herz in Kopf, Depri-Kater, weil die Liebe deines Lebens dieser Erasmusstudentin vom anderen Ende der Welt mitten auf der Tanzfläche einen Heiratsantrag gemacht hat. Du fühlst dich beschissen. Aber statt zu weinen, lachst du nur, weil du der Star deines eigenen Dramas und dabei ziemlich lebendig bist. Und irgendwie ist deine Situation am Ende doch so absurd, dass Selbstronie der einzig richtige Ausweg aus dem Chaos ist. Das ist jedenfalls das, was Tino Hanekamp mit seiner Tonalität beschwört, mit seinen Zeilen, mit seiner Geschichte. weiterlesen