Schlagwort-Archiv: Track des Tages

Track des Tages //
Malakoff Kowalski – How I Think Of You

18.09.2015 um 9.53 – Musik

Malakoff KowalskiDrei Jahre nach seinem Debüt „Kill Your Babies“ veröffentlicht Malakoff Kowalski, der in Persien als Aram Pirmoradi geboren wurde, in Hamburg aufwuchs und heute zwischen Berlin und L.A. hin und her tingelt, sein zweites Album „I love You“. Zu verdanken haben wir Songs wie „How I Think Of You“ tatsächlich der großen wahren Liebe, oder genauer: Kowalskis amerikanischen Freundin. Sie schaffte es nämlich, den gerade Zweifelnden mit einer einzigen Umarmungen davon zu überzeugen, weiterzumachen: „So muss sich eine Platte anfühlen! Das wäre doch toll, Musik zu machen, die sich wirklich genauso anfühlt wie diese Umarmung, wie diese Empfindung“, verriet er der VOGUE.

Und zack, dann war es plötzlich da, das neue Werk, das Filmmusik-Epos mit positiver Nebensächlichkeit und gesummten Texten zu einem Gesamtpaket schnürt, das man ausschließlich seinen Lieblingsmenschen schenken will. Plus Frühstückseinladung oder Lingerie, je nachdem: weiterlesen

Track des Tages // HINDS – „Garden“

09.09.2015 um 10.12 – Musik

HINDS bandVielleicht macht der Herbst, dass ich mir gerade überdurchschnittlich träge und vergreist vorkomme, HINDS bewirken aber glücklicherweise genau das Gegenteil – die erste Singleauskopplung aus dem im Januar erscheinenden Album „Leave me Alone“ ist eine Art musikalisches Äquivalent zum Pimm’s, diesem Likör, der mit Ginger Ale vermischt nach Abiparty schmeckt. Geht ziemlich einfach runter, hats aber trotzdem in sich. So in etwa verhält es sich auch mit der Girls-only Band aus Madrid, die sich aus diversen Namens-Streitigkeiten mit anderen Musikern heraus nun nicht mehr „Deer“ (zu deutsch „Hirsch“) nennt, sondern, viel besser, „Hirschkühe“. Galant gelöst. Im gleichen Atemzug suchten sich die beiden Gründerinnen Carlotta Cosials Ana García Perrote außerdem nach vielen Jahren der Zweisamkeit Verstärkung, zusammen mit Ade Martin und Amber Grimbergen stehen Hinds jetzt also zu viert auf der Bühne und liefern Garage-Lo-Fi-Rock vom feinsten ab, jedenfalls wenn man jugendlich-seichtes Geschrammel mag, das ein bisschen nach Proberaum klingt.

Der Track „Garden“ kündigt im besten Fall also eine 12-Songs andauernde Reise in unsere musikalische Vergangenheit mit einer Portion Jetzt bestückt, an.. Mehr braucht es gerade gar nicht, um mich aufzuwecken: weiterlesen

Track des Tages //
K.Flay – „Can’t Sleep“

24.08.2015 um 11.51 – box3 Musik

kflay cant sleepEs kommt zuweilen vor, dass ich eine Schwäche für Musik hege, die meine ganz besonders findigen Freunde gern als Autoscooter-Tracks abtun, womöglich sogar zu Recht, für die Amerikanerin K.Flay springe ich heute allerdings nur allzu gern in die Bresche, wenn auch beinahe ein ganzes Jahr zu spät. 2014 veröffentlichte Kristine Meredith Flaherty, die eigentlich Psychologie und Soziologie studiert hat, bereits ihren ersten autonomen Longplayer nach der Trennung von ihrem Major Plattenlabel, vor ein paar Tagen ist „Life as a dog“ dann aber endlich auch in Deutschland auf den Markt gekommen. Mein Ohrwurm der Stunde: ‚Can’t sleep‘ (.. I hope I stay awake / cause I’ve been running running running all day).

Mit Vorliebe rappt die 30-Jährige über ihr Liebesleben und lange Nächte, wobei sie es mühelos schafft, am Flow-Level einer Angel Haze zu kratzen und Rap mit Indie Pop zu vermählen, was ich persönlich ganz groß und unbedingt in Dauerschleife hörbar finde: weiterlesen

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Beirut – „Gibraltar“

20.08.2015 um 8.24 – box3 Musik

beirut gibraltar2006, als man zum allerersten Mal so richtig Wind von Beirut alias Zach Condon und seinem Polka-Pop bekam, den er in seiner Heimat New Mexiko nach einer langen Reise durch Europa und vor allem den Ostblock genialisch zusammen gewürfelt hatte, da konnte man kaum anders als „Gulag Orkestar“ rauf und runter zu hören, endlich mal was anderes, etwas, das wirklich neu klang. Mit dem Nachfolgeralbum „The Cup Club“ nimmt er uns schließlich mit nach Frankreich, bis im Jahr 2008 wegen eines Burn Outs die dazugehörige Tour abgebrochen werden muss, es wird mucksmäuschenstill um Condon. 2011 steht er wieder auf und vor allem längst nicht mehr allein auf der Bühne, „The Rip Tide“ wird die schönste Platte des Jahres und „Santa Fe“ ganz groß. Lieblingsmusik, die einzige, die es für mich mit „Baths“ aufnehmen konnte. Ihr könnt euch also in etwa ausmalen, was mit meinem Herz und Hirn passierte, als jüngst verkündet wurde, die nächste LP „No No No“ würde im September erscheinen, genauer am 11. September – im Herbst kommen Beirut sogar für ein Konzert nach Berlin in die Columbiahalle.

„Gibraltar“ jedenfalls ist die zweite Singleauskopplung aus dem Album, das sich wie seine Vorgänger zwischen Trauer und Lebensfreude bewegen soll, eine Gratwanderung, die sich zwar viele Musiker zu eigen machen, aber nur die allerwenigsten wirklich beherrschen. Tauchen gehen. So nennt man das wohl, wenn man stundenlang in Tönen versinkt, die den Kopf zwischen dem Früher und dem, was noch kommt, hin und her träumen lässt: weiterlesen

#BOYCRUSH & Musik // Yelawolf

26.06.2015 um 10.22 – box2 Musik

yelawolfWenn man mit fünf Frauen zum Abendessen verabredet ist und das Prickelwasser irgendwann das Hirn erreicht hat, dann kann es durchaus vorkommen, dass die bis dato recht kultivierte Themenwahl irgendwann ins Schwärmerische abrutscht. Dass sich ein paar Minuten lang alles um böse Jungs mit Bärten und alte Musikschinken dreht, von denen man nicht einmal mit Sicherheit sagen kann, ob sie zur Kategorie brilliant oder banane gehören. Kennt ihr Yelawolf? Wie auch nicht. Der Südstaaten-Country-Rapper hat Anfang des Jahres sein hochgelobtes drittes Studioalbum „Love Story“ veröffentlicht und ist bei Eminems Label „Shady Records“ gesignt. Seine Musik ist, wenn man so will, phänomenal daneben, ein bisschen so wie Barbecue-Chips, die man eigentlich nicht ertragen kann und trotzdem bis zur leeren Tüte in sich rein stopft. Die schlimmste aller Assoziationen: Kid Rock. Die Beste: Johnny Cash gepaart mit ein bisschen Wu Tang Clan aus besseren Tagen. Zum Verrücktwerden. Vielleicht haben wir deshalb so lange gebraucht, auf den Boycrush-Zug aufzuspringen.

Mit dem Antlitz des über die Maßen tätowierten Sohnes eines Cherokee-Indianders, der sich seinerseits gleich nach der Geburt vom Acker machte, verhält es sich ähnlich. Michael „Yelawolf“ Wayne Atha ist sozusagen ein rattenscharfer Proll: weiterlesen

Track des Tages // Dena ft. TammyKruelz
„Girls like Drake (more than their boyfriends)“

29.05.2015 um 9.28 – box2 Musik

dena girls like drakeWenn DENA nach L.A. fliegt, um an ihrem neuen Album zu arbeiten, dann kommt sie ganz bestimmt nicht einfach nur mit einem neuen Album zurück, sondern vor allem mit Geschichten und zwar mit solchen, wie der Zufall sie so gerne schreibt. Man muss sich beim Lesen der folgenden Zeilen jetzt also vorstellen, dass Denitza Todorova es tatsächlich geschafft hat, mir im Wohnzimmer ihrer Kreuzberger Wohnung mit bierernster Miene gegenüber zu sitzen, um mir „the thing“ mit Drake zu erklären. Ihr wisst schon, Drake Shake und so. Drizzy. Frauenheld. Hoffnungsloser Romantiker. Und dann das:

„I was in LA last month doing some writing and work for my new album. TammyKruelz (aka AKUA) and I met through our mutual friend Jazmin Garcia, who is a rad video director I knew from Berlin. We all hung out in Echo Park and spent a whole day vibing and reflecting on music, the process of creating, writing, producing, the challenges of the music industry, and finally, a general affinity for Drake. Next thing we knew we met up to jam out at Akua’s home studio where we ended up writing and producing „Girls Like Drake“. Within the same week we shot the video for it, a fun drive-through Los Angeles in a 90’s jeep, which Jazmin directed and edited. We shot it on the first Coachella Sunday, so this is basically us while Drake was playing in the desert.“ Ein kurzer Moment der Stille, dann hat es pling gemacht. Got it! Meta-Ebenen sind übrigens Denas Ding, genau wie krasse geistige Übergänge von trockener Ernsthaftigkeit hin zu plötzlichen Lachgaszuständen inklusive giggelnder Geräusche. Aber so viel nur am Rande. Viel wichtiger ist: Hier kommt euer neuer Ohrwurm: weiterlesen

Track des Tages // Pins – „Young Girls“

12.05.2015 um 12.14 – Musik

pins young girls

Ich mag es, das gesamte Leben in Phasen einzuteilen und damit meine ich gar nicht gute oder schlechte Phasen, sondern ganz einfach unterschiedliche Phasen, in denen unterschiedliche Dinge wichtig sein können, verrückt sind oder außer Rand und Band geraten. Derzeit befinde ich mich also in der „Bin ich jetzt wirklich erwachsen?“-Frage-Phase und ich kann nur sagen: Jein. In jeder Frau schlägt im besten Fall ja doch auf ewig ein Mädchenherz, alles andere würde keinen Sinn und erst recht viel weniger Spaß machen. Wieder 19 im Kopf sein, das ist ab und an eine ganz gute Idee. Und ich finde, „Pins“ aus Manchester helfen erste Sahne dabei. 

Seit 2011 gibt es die Band von Sängerin Faith Holgate, Gitarristin Lois McDonald, Bassistin Anna Donigan und Drummerin Sophie Galpin jetzt schon, ich durfte sie aber leider erst im Jahr 2015 kennenlernen – als sie mich als Vorband von Sleater Kinney spätestens mit „Young Girls“ mir nichts dir nichts um den Finger wickelten: weiterlesen

Video & Track des Tages //
Florence and the machine – „Ship to Wreck“

13.04.2015 um 16.41 – box2 Musik

florence and the machine ship to wreck„Ich habe über meine selbstzerstörerische Seite nachgedacht und wie man seinen inneren Dämonen entgegen wirken kann. Oft lässt man Menschen fallen und merkt erst im Nachhinein, was sie einem bedeutet haben.“ (Rolling Stone) Die gute Florence war ja schon immer ein bisschen Emo, nicht im Sinne von „schwarzer Scheitel mit viel Kajalstift“, sondern im Sinne von Bright Eyes, bloß nicht ganz so leidend, eher befreiend poetisch mit Biss. „Ship to Wreck“, der inzwischen vierte Single-Vorgeschmack auf das am 2. Juni erscheinende Studioalbum How Big How Blue How Beautiful, haut natürlich auch wieder mit voller Wucht in eine Kerbe, die wir nur allzu kennen. Manchmal weiß man ja selbst nicht, weshalb es so verdammt schwer ist, das Beziehungs-Schiff in regelmäßigen Abständen ordentlich zu ölen, statt es langsam, wohlwissend und auch ein Stückweit hilflos in Richtung fetter zerstörerischer Felsen zu steuern. Erschafft man manches am Ende vielleicht nur der anschließenden Zerstörung zuliebe, wegen des Dramas, das zumindest gegen Stillstand hilft? 

Hoffentlich nicht und sollte dem womöglich doch so sein, hilft eventuell ein kurzer Blick auf das dazugehörige Video zum Track des Tages, in dem Florence uns stellenweise durchaus etwas Angst einjagt. Ansonsten erinnert ihr Look an Patti Smith – es könnte also schlimmer sein: weiterlesen

Track des Tages //
Laura Carbone – „Heavy Heavy“

24.03.2015 um 12.08 – Musik

LauraCarbone5Laura Carbone glänzte längst in unserer Girlcrush-Interview-Serie und wir können keineswegs behaupten, dass sich irgendetwas an unserer Bewunderung für die Mannheimer Sängerin, die inzwischen solo durchgebrannt ist, geändert hätte. Jedes Mal, wenn Laura auf meinem Bildschirm auftaucht, schlägt mein inzwischen in die Jahre gekommenes Riot Grrrl-Herz ein kleines bisschen höher und ich beäuge heimlich und womöglich auch etwas liebevoll-neidisch, wie sie an ihrem Traum, dem deutschen Pop endlich ein bisschen Dark Wave einzuhauchen, und der donnernden Gitarre festhält. Ab und zu klingen die Songs ihres Albums „Sirens“ ganz so, als hätte David Lynch irgendwann die Branche gewechselt, um sich mit PJ Harvey und Chris Isaak zusammen zu tun, kurz bevor es aber zu düster wird, setzt das Glücksgefühl ein. 

Die neue Single „Heavy Heavy“ ist so etwas wie der Gegenentwurf zu Lena Meyer Landruts Versuch, endlich cool genug fürs Melt! Festival zu werden (pardon, das hat sie wirklich selbst so gesagt). Laura versucht’s nämlich nicht, sie macht’s einfach. Und zwar ganz ohne größe Anstrengungen. Wer echt ist, gewinnt sowieso (auch du, Lena). weiterlesen

Track des Tages // Konzert-euphorisiert:
Sleater Kinney – „Modern Girl“

19.03.2015 um 10.10 – Musik

slater kinney konzert berlinMir ist noch immer ganz schwindelig vom Konzert. SLEATER KINNEY sind für mich, seit meine Superfreundin Betty mir deren fauchende Ergüsse einst in unserem eigenen Proberaum (ja, wirklich, wir waren jung, trugen Netzstrumpfhosen und rauchten Kette) vorspielte, Göttinnen. Im Grunde wollte ich Gitarristin Carrie Brownstein (die inzwischen auch für die Kracher-Serie „Portlandia“ verantwortlich zeichnet) sein, oder zumindest mit ihr und Corin Tucker durch die Welt touren, um feministische Parolen und politischen Rock durch Konzertsäle zu schreien, was natürlich eine schlaufuchsdämliche Idee war, ich beherrschte damals ja noch nicht einmal einen gekonnten Barré-Griff und meine Finger verknoteten sich eher als dass sie auch nur ansatzweise so etwas großartiges wie „Dig me out“ zustande gebracht hätten. 

„Dig me out“, die dritte Platte der Band, die mit Vorliebe in die „Rot Grrrll“ Schublade gequetscht wird, obwohl damit nur die halbe Wahrheit gesagt ist, machte das Trio aus Portland 1997 zur Mädchen-Sensation, zu gewaltigen Stimmen der dritten Welle des Feminismus, zum nächsten großen Ding nach Bikini Kill oder L7. Vielleicht auch, weil die Gitarristinnen Carrie und Corin damals noch zusammen mit Drummerin Lora Macfarlane, die später durch Janet Weiss ersetzt wurde, den Funken Pop, den es zum Großwerden braucht, geschickt einzusetzen wussten – ohne auch nur im Geringsten an knurrender Attitüde einzubüßen. Mit dem Wechsel zum sagenumwobenen Label „Kill Rock Stars“ nahmen die Dinge seinen Lauf, die Alben „The Hot Rock“, „All Hands On The Bad One“ und „The Woods“ folgten, 2006 war dann vorerst Schluss – bis in diesem Jahr „No Cities To Love“ den Geist von damals zu neuem Leben erweckte. Und so standen wir also gestern da, mit Dr. Martens an den Füßen, die wir schon mit 15 trugen, um den Heldinnen unserer Jugend zum ersten Mal in unserem Leben live dabei zuzusehen, wie sie dem Rock in kurzen Kleidern den Sexismus austreiben. weiterlesen

Track des Tages //
Aurora – „Runaway“

02.03.2015 um 11.10 – Musik

aurora runaway

Die Norwegerin „AURORA“ ist gerade einmal 18 Jahre jung und steckt trotzdem schon bis zum Hals im Sog der düsteren Poparrangements, der sie sich verschrieben hat. Das ist, aufgrund ihrer eiswasserklaren Stimme, auch genau richtig so, denn trotz aller textlicher Schwere gelingt es der jungen Dame, die dort aufwuchs, wo sich gewiss auch der ein oder andere Hobbit wohl gefühlt hätte, die Balance zwischen klangtechnischer Mystik und dem Funken Optimismus, der die Spreu vom Emo trennt, zu halten. Sagen wir es so: Wäre J.R. R. Tolkien nicht durch und durch Schriftsteller gewesen, seine musischen Werke hätten womöglich ähnlich geklungen.

So in etwa sehen das auch sämtliche Feuilletons, die sich aufgrund der in Bergen geborenen Dompteuse erstklassiger Synthie-Elemente, pulsierender Beats und hypnotisierender Vocals seit Monaten überschlagen. „Runaway“ ist nach „Under Stars“ ein neuer Track, den man ewig weiter hören könnte: weiterlesen

Track des Tages //
Florence and the machine
– „What Kind of Man“

13.02.2015 um 12.28 – box1 Musik

what kind of man florence and the machine

Endlich, endlich, endlich. Nach „Lungs“, „Ceremonials“ und einer dreijährigen Studio-Pause schicken Florence and the Machine endlich ein neues Album in die Umlaufbahn. ‚How Big, How Blue, How Beautiful‘ erscheint im Juni, ein erster Vorgeschmack erreichte uns bereits mit dem gleichnamigen Titelsong, jetzt folgt die Single „What Kind of Man“ inklusive Video. 

Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich es hier mit einem künftigen Lieblingstrack zu tun habe, gewaltig ist er aber allemal, ganz zu schweigen vom dazugehörigen Text plus Stimmkraft. What kind of man loves like this / You holy fool, all colored blue / For a feet up on the floor / You do so much damage / How do you manage to keep crawling back for me? Dabei dreht sich die neue Platte weniger um das ewige Herzschmerz-Thema, als vielmehr um den zuweilen etwas anstrengenden Akt des Lebenlernens. weiterlesen

Track des Tages //
Soko – „Ocean Of Tears“

09.02.2015 um 10.00 – box1 Musik

Soko my dreams my realityEins vorweg: Der 28. Februar ist der Release-Tag von Sokos neuem Album „My Dreams Dictate My Reality“ und ich bin außer mir vor Freude, komme was wolle. „Ocean of Tears“ erschien jüngst als erster Vorgeschmack auf die LP und was soll ich sagen, vorbei ist es mit dem Indie-Mauerblümchen-Pop und unschuldig gesäuselten Morddrohungen („I’ll kill her“). Aus braunem Haar wurde in den vergangene drei Jahren Platin Bond, mädchenhafte Vintage-Kleider mussten für Goth-angehauchte Grunge-Klamotten weichen. Im übertragenen Sinne ging es Sokos Musik in ähnlicher Art und Weise an den Kragen, die Französin hat ihr musisches Konzept sozusagen komplett auf links gestülpt. 

Der Emo-Titel „Ocean of Tears“ verwundert in Anbetracht diverser Vorgänger-Songs zwar nicht wirklich, das, was sich beim Abspielen offenbart allerdings schon. Sarah Jane muss sich noch immer vom Schock erholen, ich hingegen habe als bekennende Soko-Instagram-Stalkerin schon eine kleine Vorahnung gehegt, denn wer mit Ariel Pink rumhängt und durch L.A. schlawänzelt, der kann irgendwie nur große gute Flausen im Kopf haben. Um es in den Worten von Dazed Digital zu sagen: „Party the pain away with the fuzzed-out singer in a sea of bunny heads and donuts„: weiterlesen

Track des Tages // Rihanna feat. Kanye West & Paul McCartney – Four Five Seconds

05.02.2015 um 18.05 – box3 Musik

d089b5cb08798b4281306ddeb6ca0379.1000x1000x1Unseren heutigen Track des Tages teile ich gewiss nicht, um euch etwas Neues zu zeigen, ganz im Gegenteil, vermutlich war ich gestern eine der letzten Menschen überhaupt, die feststellten, wie großartig „Four Five Seconds“ ist. Ich bin jetzt also ganz offiziell Rihanna-Fan, das wollte ich bloß noch schnell in den Feierabend hinaus rufen. 

Seit 9 Stunden laufen die selben Zeilen jetzt schon rauf und runter und ich finde, Kanye West, Ex-Beatle Paul McCartney und Riri machen ihre (gemeinsame) Sache ganz schön gut – und die Performance im Video, Mr West! Da ist aber einer ziemlich aus sich raus gekommen. Nein, ganz im Ernst: Pop hin oder her, „Cause all of my kindness, is taken for weakness“ und all das, beschert mir Gänsehaut vor Entzückung. Merci. weiterlesen

Track des Tages //
Tove Styrke – ‘Ego’

03.02.2015 um 9.05 – Musik

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Ich finde, manchmal muss es Pop sein. Nämlich dann, wenn es draußen grau ist, am frühen Abend kurz bevor der Akku leer geht oder während man sich zwischen rostrotem und quietschpinkem Lippenstift entscheiden muss. Gleichzeitig macht Pop aber auch, dass ich mich in etwa so alt fühle, wie mein großer Cousin gewesen sein muss, als ich dachte „Scheiße, was ist mit dem los, wieso kennt der die Charts nicht mehr?“. Unser heutiger Track des Tages stammt nämlich von der Schwedin Tove Stryke, die 1992 geboren wurde und irgendwann einmal den dritten Platz der skandinavischen Castingshow „Idol“ belegte. Obwohl die New York Post Styrke schon 2011 „als eine von zehn Artists To Know In 2011“ listete, habe ich noch nie, aber wirklich nienienie etwas von dem jungen Hüpfer gehört. Es ist also so weit, ihr wisst schon.

Ob ich „Ego“ wirklich mag oder nicht, kann ich kaum sagen, denn eigentlich ist dieses, sagen wir, „Geplänkel“ gar nicht mein Ding. Die Zeilen „I wanna hold you but you’re untouchable / You’re too caught up in your ego / I wanna love you but you’re making it impossible“ erinnern mich dann aber doch so sehr an früher und diesen einen Typen, der mich einst in den Wahnsinn trieb, dass ich heute Morgen beim Sockensuchen in Gedenken an meine Jugend doch ein bisschen durch die Wohnung hüpften musste: weiterlesen