All Eyes on // Chanel Sling Pumps
– Und die Geschichte des Two-Tone-Shoes

11.09.2015 Mode, Schuhe, box2

chanel two tone shoe

„Er ist der Gipfel der Eleganz“. Wovon wir hier heute wieder sprechen? Von Gabrielle Chanels zweifarbigen Schuh – dem zweifarbigen Schuh, natürlich. 1957, nachdem ihr bereits große Erfolge mit einer Handvoll Klassiker gelingen sollte (dem Kleinen Schwarzen, dem gepaspelten Tweedkostüm und der gesteppten Handtasche) schüttelte Mademoiselle Chanel kurzerhand eine weitere, ikonische Kreation aus dem Ärmel: Den Two-Tone Schuh.

Der Ursprung: Die Form des beige-schwarzen Slingpumps – so perfektioniert, dass er immer passt: am Morgen wie am Abend. Unfassbar aber wahr: Bis zu diesem Zeitpunkt waren Schuhe einfarbig und strengstens auf die Farbe des Outfits abgestimmt. Mit diesem Schuh befreite Gabrielle Chanel die Frauen von den strengen Regeln antiquierter Eleganz. Et voilà: „Der neue Aschenputtel-Schuh“ mit einer beeindruckenden Fangemeinde von Powerfrauen seiner Zeit: Catherine Deneuve, Romy Schneider, Brigitte Bardot, Delphine Seyrig, Jane Fonda oder Jeanne Moreau. Then and now: Bis heute hat sich an der Faszination Two-Tone nichts geändert, kam zwischendurch in den unterschiedlichsten Interpretationen wie Ballerinas, Schnürschuh, Espadrilles oder Stiefel daher und feiert nach 60 Jahren in diesem Winter sein ultimatives Comeback: Der Sling Pumps ist zurück – und natürlich überall zu sehen.

01_Gabrielle Chanel and Serge Lifar - 1937 - Photo Jean Moral -� Brigitte Moral_HD 02_Mlle Chanel on the shoulder of her friend Serge Lifar-1937-Photo Jean Moral_HD

Die Produktion.

 

Karl Lagerfeld verpackt die Idee des zweifarbigen Schuhs jedes Jahr aufs Neue, verpasst ihm ein komplettes Make-over, ohne von der Vision einer Gabrielle Chanel abzuweichen: Er verändert die Form, die Höhe des Absatzes, er mixt die Farben oder die Materialien und unterstreicht die jeweiligen Kollektionen mit diesem Schuh jeweils wunderbar neu. Warum ein so simpler Schuh Saison für Saison aufs Neue einen Hype auslöst:

slingpumps

Dieser Schuh hat noch einen weiteren unübertroffenen Vorteil: die Farben. Das Beige verlängert das Bein während die schwarze Spitze den Fuß verkürzt. Da alle Kreationen Gabrielle Chanels auch eine praktische Seite erfüllten, hat sie sich dieses graphische Detail zu nutze gemacht: Schwarz ist weniger empfindlich als Beige und die Spitze des Schuhs bewahrt so eine makellose Optik. 

„Wir verlassen das Haus am Morgen im beige-schwarzen, wir essen im beige- schwarzen zu Mittag, wir gehen im beige-schwarzen zur Cocktail-Party. Wir sind von früh bis spät perfekt gekleidet!“

Die prominente Fangemeinde.

Der 5 cm hohe, rechteckige Absatz wurde so gestaltet, dass er sich hinsichtlich Bequemlichkeit perfekt den Bedürfnissen des neuen Lifestyles der Frauen anpasste. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Mademoiselle Chanel von der Herrengarderobe inspirieren ließ: Der zweifarbige Schuh wurde bereits im 18. Jahrhundert von Männern getragen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sie schon oft Sport- oder Freizeitschuhe in Form von Derby- oder Oxford-Schuhen gestaltet, ganz ähnlich, wie das Paar, das sie auf dem berühmten Foto, auf dem der befreundete Tänzer Serge Lifar sie auf seinen Schultern trägt, anhat. Gabrielle Chanel brachte ihre Kreation schnell auf den Punkt. Mithilfe des Schuhmachers Massaro wurde der Riemen elastisch.

Die Kampagne & Runway-Looks.

Alle Bilder © Presse CHANEL.

2 Kommentare

  1. Kali P.

    Ich gestehe, ich sehe diesen Schuh heute bewusst zum ersten Mal, was vielleicht auch daran liegt, dass ich bei Chanel nicht ein- und ausgehe.
    Sieht großartig aus, wenn er auch arm macht, doch welches Teil von Chanel reißt nicht gleich die gesamte Geldbörse samt Inhalt an sich? *lach*
    Liebst
    Kali von Miss Bellis Perennis

    Antworten
  2. Nico

    Der Schuh hat was, ich habe ihn schön öfter bei diversen 2. Hand Plattformen gesehen und wenn ich mich nicht täusche, war er auch bei der Ausstellung Modemethoden vertreten.

    Antworten

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