This is Jane Wayne - Fair Friday - Verbote für die Freiheit

Fair Friday // Brauchen wir Verbote,
um freier zu sein?

03.03.2017 Fair Fashion, Nachhaltigkeit

15 Kommentare

  1. Nik

    Schwierig, wirklich schwierig…ich verstehe den Ansatz und auch die naturgemäße Überspitzung der Forderungen.
    Aber dennoch kann ein solches Verbot keine echte Lösung sein.
    So erzieht man keine mündigen Bürger, sondern stille und dumme Erfüllungsgehilfen.
    Und das kann wohl nicht in deinem/euren Sinne sein.
    Bildung und Aufklärung werden immer die anstrengenderen, aber auch die nachhaltigeren Wege sein.
    Denn nur was aus eigenen Antrieb und Verständnis getan wird, wird langfristig getan.
    Die Verbannung von Plastiktüten in vielen Supermarktketten (natürlich aus PR-Gründen, but who cares?) ist vielleicht ein erster Konsens auf den wir uns einigen können. Denn wo nichts mehr angeboten wird, wird auch nichts mehr konsumiert.

    PS:
    Einen kleiner Vorgeschmack in die CO2-Konto-Welt bietet übrigens auch gerade das Buch „MACHT“ von Karen Duve.

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    1. rina

      Nik hat recht – es ist eben auch ein Unterschied, ob das BMUB als Hausherr beschließt, kein Fleisch mehr zu servieren (find ick jut) oder ob ein Gesetz dies generell verbietet. Jedes Restaurant, jedes Unternehmen, jeder privat hat das Recht und die Möglichkeit, es dem Umweltministerium gleich zu tun. Und auch im Fall des Verkehrs würde ich mir eher bessere Alternativangebote als Verbote wünschen … Nach den Zeiten staatlicher Gängelung sollten wir uns nicht zurück sehnen …

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  2. Mimi

    Aha. Diktorische Maßnahmen zum „Wohl der Menschheit“? Nein danke. Nicht nur ein falscher, sondern auch ein gefährlicher Weg.

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    1. Tom

      Diktatorisch? Was ist daran diktatorisch, belegbar (!) schädliche und rücksichtslose Verhaltens- und Konsummuster zu unterbinden? Man muss sich nur mal überlegen, dass sehr viele der Dinge, die heute zurecht verboten und verpönt sind, früher mal legal waren. Bis wir draus gelernt haben. Wir sollten nicht so arrogant sein zu glauben, dass nichts von dem, was wir heute so tun, in dieselbe Kategorie fallen kann. Für mich ist die Kernbotschaft hier die folgende: Es gibt Dinge, die sind nicht okay und es ist wichtig, dass unser Staat und damit auch unsere Gesellschaftsordnung sich auch offiziell darauf einigt, dass diese Dinge nicht okay sind. Denn ohne dieses „Offiziellmachen“ wird sich nichts verändern. Mich ärgert, dass der Bürger so stark in die Verantwortung genommen wird, unter dem Deckmantel von angeblicher Wahl – und Konsumfreiheit. Das Bundesumweltministerium macht eine Kommunikationskampagne zum Thema Co2 und am Ende ist das Fazit, dass wir nur alle keine Fenster mehr auf Kipp stehen lassen dürfen und dann wird das schon… Dabei muss genau dieses Bundesamt mit Gesetzen für die Industrie wirklich mal da ansetzen, wo im großen Stil Fehlverhalten an den Tag gelegt wird, das uns allen schadet. Was eine Entscheidung für zweifelsohne belegbar richtige Dinge mit einer Diktatur zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. Und vor allem würde mich interessieren, was dein Gegenvorschlag ist? Wie kriegem wir das Gift aus den Äckern, das Plastik aus dem Meer, die To-Go-Becher aus den Fußgängerzonen und das Co2 aus der Atmosphäre?

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  3. Neele

    Finde ich super spannend, denn ich habe gerade am eigenen Leib erfahren, wie gut so ein „Verbot“ tun kann. Ich habe einen Monat keine neuen Klamotten gekauft, was eine seeehr lange Zeit für mich ist 😉 Es war am Ende richtig befreiend. Ich hatte viel mehr Zeit für sinnvolle Dinge und bin kreativer mit den Dingen geworden, welche ich schon habe. Der Mensch ändert sich meist nur, wenn es zu spät ist. Deshalb bin ich absolut pro „Verbote“

    Liebste Grüße und Danke für eure tollen Beiträge,

    Neele

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    1. Mila

      Neele, aber das sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Dieses „Verbot“ hast du dir selbst auferlegt – es ist deiner freien Entscheidung entsprungen. Du hast im Vorfeld darüber nachgedacht, selbstreflektiert, und hast dann diesen Entschluss gefasst. Ein von anderer Seite, womöglich staatlich aufoktroyiertes Verbot ist doch eine ganz andere Nummer!!

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    2. Ingo Zarh

      Die eskalierte Zunahme an Millionären reduziert sich dann endlich. Schluss mit kaputtkonsumieren und negativvorbild sein. Endlich Gartenarbeit, wandern. Bereits1970 stiessen Milliardäre xVillen und x Luxusautos AB, WEIL Diskussionen mit Butlern, Köchen Autopflegern LÄSTIG würden. NICHT SO WIE GEISSENS, die PROLETISCH DAUERND STRESSIG NEUE hochglanzWAREN KAUFEN.

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  4. Flo

    Ich konnte mich mit dem Text sehr gut identifizieren. Und distanziere mich von dem Dikatur-Geunke, denn darum geht es wirklich nicht. Die meisten Menschen sind – wenn es wirklich darauf ankommt – leider schlichtweg zu bequem ausserhalb ihres Ego-Kosmos‘ zu handeln (mich inclusive, ziemlich oft). Und da es da mittlerweile nicht mehr um „waere aber besser fuer die Umwelt“ sondern vielmehr um „die Umwelt sagt sonst schlichtweg ciao“ geht, sehe ich es als voellig richtig an gewisse Verbote oder zumindest Anreize einzufuehren (wie eben die nicht-umsonst Plastiktaschen im Supermarkt). Bildung, Aufklaerung, eigener Antrieb und echtes Verstaendnis…klar ist das die Optimalwelt, aber CO2 ist jetzt nicht gerade eine brandneue Sache und insgesamt zum Positiven veraendert hat sich da in den letzten 10-15 Jahren trotzdem eher wenig… Ich fuer meinen Teil finde es zumindest ziemlich gefaehrlich, meiner eigenen kompletten Freiheit wegen die Freiheit anderer implizit einzuschraenken (basierend auf der Annahme dass in Westeuropa lebende Menschen sicherlich nicht die ersten sind, die von den schlimmsten Folgen des Global Warmings betroffen sind).

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  5. julia

    spannend… und es gibt sicher sinnvolle verbote (plastik einschränken zb) – aber was machen menschen, die sich keine teuren fairen klamotten/ lebensmittel etc leisten können? wie bleiben menschen auf dem land mobil ohne auto? die details der umsetzung sind schon sehr tricky …

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    1. Nana

      Ich denke, gerade bei dem Auto-Thema muss ganz klar unterschieden werden, über welchen Ort man spricht. Fakt ist , dass jemand, der in einer Großstadt mit hervorragend ausgebautem Nahverkehrsnetz lebt, mir nicht überzeugend darstellen kann, warum er oder sie mit dem Auto durch die ohnehin verstopfte Innenstadt fahren muss. Mich persönlich würde schon die Parkplatzsuche nerven, aber das ist ein anderes Thema. Wenn ich mir dann anhören muss (wie jüngst geschehen, in Stuttgart zu einem Zeitpunkt, als Feinstaubalarm ausgerufen war, die Menschen aufgefordert waren, den ÖPNV zu nutzen und die Innenstadt trotzdem mit übermäßig großen Autos verstopft war, in denen jeweils nur eine (!) Person saß), dass man liebe 1,5 Stunden im eigenen, sauberen, warmen, bequemen Auto unterwegs ist und im Stau steht, als in 45 Minuten dieselbe Strecke mit der U-Bahn zu fahren, in der man aber eventuell stehen muss, weil man nicht mit Sicherheit einen Sitzplatz bekommt, und überhaupt die Lösung des Feinstaubproblems nicht auf die normalen Bürgerinnen und Bürger, sondern auf die Industrie abgewälzt werden solle, dann geht mir spontan die Hutschnur hoch und ich wünsche mir inständig ein Verbot für die selbstzentrierten, unreflektierten Menschen. Wenn wir bzw. Politik den Klimaschutz wirklich ernst nehmen und nicht nur als hehres Ziel propagieren würden, dann müssen Verbote her, denn die Appelle der Vergangenheit scheinen ja keine Wirkung zu haben, sind also mildere, aber nicht so wirksame Mittel.

      Offensichtlich können wir mit der uns gegebenen Verantwortung nicht umgehen, also gehört sie uns wieder weggenommen. Natürlich ist es eine Erziehung zur Selbstständigkeit und Mündigkeit vorzuziehen, aber wenn wir daran scheitern, und wir scheitern seit sehr vielen Jahren daran, dann muss eben ein Verbot her. Es ist auch verboten (bzw. strafbar), andere Menschen körperlich anzugreifen und zu verletzen. Warum ist es dann okay, nachfolgende Generationen anzugreifen und ihnen die Lebensgrundlage wegzunehmen?

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  6. Lena

    Wenn man sich so anschaut was Trump gerade so treibt, dann geht es ja eher extrem in die andere Richtung.
    Aufrüstung, Einsparungen beim Klimaschutz …
    Als ich aufgewachsen bin haben sich reihenweise Supermodels für PETA ausgezogen.
    Scheinbar ist es momentan aber wieder in Ordnung Echtpelz zu tragen.
    Alexa Chung z.B. postet auf instagram Outfitinspirationen mit Echtpelz …
    Gestern gerade habe ich einen Beitrag über Kinderarbeit in Kobaltminen gesehen, der mir die Tränen in die Augen getrieben hat …
    Wie soll das mit den Verboten denn funktionieren?
    Meinst du echt jemand der z.B. Millionen auf dem Konto hat, lässt sich vorschreiben, wie oft er mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen darf und wann der Umwelt zuliebe jetzt aber Schluss ist ?
    Und meinst du ein Verbot hält z.B. die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes davon ab, ihren Müll über Bord zu werfen?

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  7. Veronika

    Das mit dem Echtpelz finde ich auch ganz schlimm und traurig. Es fühlt sich an wie ein riesiger Rückschritt – es war eben schon mal ein großes Thema, wurde dann zu Recht zum absoluten No-Go und zack, ist er zurück. Hier in München ist es besonders schlimm, junge Mädels, erwachsene Frauen, sogar Kinder haben an ihren Jacken Echtpelzkragen. Und für mich repräsentiert das leider die Ignoranz und Gedankenlosigkeit, mit der viele durchs Leben gehen. Und auch die Doppelmoral – im Bioladen einkaufen, einen Hund haben, aber dann ein Produkt tragen, das für eine gnadenlose Grausamkeit steht, die sich nicht schönreden lässt.
    Auch in der Modeindustrie hat sich die letzten Jahre klar gezeigt, dass da viel zu wenig freiwillig passiert in Bezug auf den Kauf von billig produzierter Kleidung. Nach wie vor arbeiten Arbeiter/innen unter unmenschlichen Bedingungen, sind Angriffen, sexuellen Beschimpfungen, erzwungenen Überstunden und geringer bis gar keiner Bezahlung ausgesetzt. Und nicht mal ein so tragisches und schreckliches Ereignis wie Rana Plaza hat da so viel geändert, wie es so ein Wachrüttler hätte tun sollen. Freiwilliges Umdenken und Handeln würde in einer besseren Welt funktionieren, in der leben wir aber leider nicht.

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  8. LG Anna

    Vielen Dank für deine Gedanken! Bin da sehr bei dir! Aber du siehst, dass selbst diese, zugegeben absichtlich provokanten (aber anders erreicht man die Leute oft nicht mehr) Thesen schon hier in den Kommentaren anecken. Lieber steckt man viel Zeit in das Ausformulieren von Gegenthesen und der nicht-Umsetzbarkeit solcher Verbote. Ergo: Auch wieder Verteidigung seiner Bequemlichkeit, wenn auch unter anderem Deckmantel.

    In diesem Zusammenhang noch eine andere Frage: Wie geht ihr auf dem Blog mit Werbepartnern wie Chloé, Neutrogena, Dove, Levis etc. um, die ja nun so gar nicht in das Nachhaltigkeitsbild passen? Natürlich müsst ihr Geld verdienen und es gibt da nichts zu erklären – jeder Kritiker sollte sich da an die eigene Nase fassen, denn wenn man die Möglichkeit hat, in kurzer Zeit viel Geld mit Werbung zu verdienen, würde wohl kaum jemand ablehnen, wenn er selbst die Chance dazu hätte. Zumal man in diesem Blogger Business nicht weiß, wo man in 10 Jahren steht, also sollte man auf jeden Fall alles mitnehmen. Trotzdem liest man gerade bei Nikes Artikel oft einiges an Kritik, die in der Umsetzungauf dem Blog widersprüchlich wirkt.

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  9. B. Weinm.

    Konsumverzicht als Lösung. Ein sicherlich richtiger u. bedenkenswerter Aspekt ! Und zwar durchaus auch mit Verboten, da jemand, der es sich leisten könnte, sicher nicht grundsätzl. und immer verzichten möchte/würde.
    Das heisst dann logischerweise: Wer viel konsumiert/konsumieren kann, muss die Hauptlasten tragen und die FÖRDERUNG/INITIIERUNG von Konsum (= WERBUNG !) ist abzulehnen bzw. zu verbieten/einzuschränken ! Nicht weniger also als ein Werte- u. Paradigmenwechsel ! Im Moment – leider – unrealsitisch. Es wäre vermutl. schon viel gewonnen, wenn auf „unnötigen“, selbstdarsteller. Konsum/Komfort/Luxus verzichtet würde: Zweitwagen, Kreuzfahrten, Flugreisen etc. MfG. B.W.

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