This is Jane Wayne - Fair Friday - Nachhaltige Jobs

Fair Friday //
Suche: Job mit Sinn

26.05.2017 Allgemein

This is Jane Wayne - Fair Friday - Nachhaltige Jobs

Jeden Freitag versuche ich, euch ein Stück mitzunehmen bei meinem Versuch, so viel wie möglich richtig zu machen. Dass ich mich auch beruflich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen darf, empfinde ich als so ein großes Geschenk, manchmal kann ich mein Glück kaum fassen. Mir ist es sehr wichtig, einen Job mit Sinn zu haben, etwas, das mich erfüllt und meinen Prinzipien gerecht wird. Weil ich gemerkt habe, was es für einen riesigen Unterschied machen kann, morgens für eine Sache aufzustehen, an die man selber voll und ganz glaubt, stelle ich euch heute Portale für nachhaltige Jobs vor und erkläre, auf was man aus meiner Sicht bei der Suche achten sollte. 

3 wichtige Dinge muss man über die nachhaltige Szene wissen

  • Sie besteht zu 80% aus sehr jungen Unternehmen bzw. Start-ups
  • Das Lohnniveau ist mit dem konventionellen Jobmarkt oft nicht vergleichbar
  • Die Ratio an außergewöhnlichen Menschen (sowohl im positiven als auch im negativen Sinne) ist wirklich bemerkenswert hoch

Ich empfinde es schon so, dass der Bereich Nachhaltigkeit schon eine sehr spezielle Branche ist, die sich nicht nur außergewöhnlichen und oftmals beinah aussichtslosen Themen widmet, sondern auch eine gehörige Portion emotionale Stabilität erfordert. Menschen, die für einen guten Zweck arbeiten, sind entweder alarmierend selbstlos, brauchen dringend ein Alleinstellungsmerkmal, fühlen sich anderen gerne überlegen oder sind tatsächlich 100% von der Sachen überzeugt. Letztere machen meiner Meinung nach deutlich weniger als die Hälfte aus, was für mich persönlich sehr schwer zu lernen und akzeptieren war. Ich habe es schon so oft geschrieben, aber: Meine Vorfreude auf Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man mindestens in der eigenen Traumvorstellung gemeinsam die Welt retten kann, hat sich leider fast nie bewahrheitet. Zwar kann ich mittlerweile damit leben und habe mich entschieden, einfach auch ohne den Rückhalt einer Gruppe etwas zu tun, was ich für sinnvoll erachte, aber gerne hätte ich das auch schon am Anfang gewusst und so eine Menge Energie gespart.

3 positive und negative Aspekte eines nachhaltigen Jobs

Positiv:

  • man bewegt immer etwas
  • in einer kleineren Branche hat man mehr Entfaltungsmöglichkeiten und kann auf unkonventionelle Hierarchien hoffen
  • das Gefühl, einer Arbeit nachzugehen, die tatsächlich einen sinnvollen Hintergrund hat, ist wahnsinnig befriedigend

Negativ:

  • die richtig großen Erfolge und Umwälzungen bleiben fast immer aus
  • man wird häufiger in nervige Diskussionen gedrängt oder ungefragt mit allerlei Meinungsäußerungen konfrontiert
  • man muss aufpassen, nicht untergebuttert oder ausgenutzt zu werden: „Ach komm schon, wir machen das doch hier alle für einen guten Zweck, da muss man auch mal zurückstecken…“

Ich habe lange Zeit freiberuflich gearbeitet, einen nachhaltigen Blog gelauncht (und wieder zugemacht) und wenig später ein veganes Lifestyle-Magazin ins Leben gerufen. Angestellt war ich bisher bei zwei grünen Onlineshops und habe neben meiner Arbeit für dieses wunderbare Blog-Paradies in rosa noch bei diversen nachhaltigen Projekten mitgewirkt. Ich denke schon, dass ich nach mehr als 7 Jahren im nachhaltigen Bereich durchaus qualifiziert bin, folgende Tipps für die Suche nach dem grünen Traumjob zum Besten zu geben:

  • Bei aller Ethik und bei allen guten Vorsätzen sollte ein Job dir dein Leben finanzieren und keine dauerhaften Charityveranstaltung sein, in die du ausschließlich investierst. Ganz im Gegenteil: Du solltest gut davon leben können und auch genug verdienen um dir hier und da etwas leisten zu können, zu sparen und vorzusorgen. Überlege dir genau, wie viel Geld du für dein Leben brauchst und arbeite nicht dauerhaft für weniger. Wenn es nach mir geht, sollten gerade die, die ihre Lebenszeit positiver Veränderung widmen, belohnt werden. Leider ist die gesellschaftliche Sicht auf dieses Thema eine völlig andere. Aber das ist wahrscheinlich einen weiteren, einzelnen Beitrag wert…
  • Auch auf die Gefahr hin, dass du den Job nicht bekommst: Rede unbedingt von Anfang an ganz klar von den Vorstellungen und Bedenken, die du evtl. im Zusammenhang mit kleinen Unternehmen oder befristeten Stellen hast.
  • Lass dir kein schlechtes Gewissen machen – ein beliebtes Mittel, dich zu Tätigkeiten zu überreden, denen du (a) nicht gewachsen bist oder auf die du (b) einfach keine Lust hast und die meistens auch (c) einfach nicht dein Job sind. Die Welt lässt sich nicht retten, wenn man permanent unglücklich und unzufrieden ist.
  • Ich erzähle hier wohl niemandem was Neues, aber man muss sich halt auch wirklich dran halten: Halte dein Privatleben und dein Berufsleben strikt getrennt. Eine Faustregel, die in den meisten Fällen angewendet werden kann: Versuche weder deine bestehenden Freunde zur Nachhaltigkeit zu zwingen, noch im Büro o.ä. Freunde fürs Leben zu finden.
  • Egal wie positiv alles erscheint, lass dir alles (!) im Bezug auf dein Arbeitsverhältnis schriftlich geben. Immer. Ohne Ausnahme.

Portale für nachhaltige Jobs

Credits: Pinterest (micaelcreative, the daily soree), tumblr (ssseismes, somuchtoshow)

4 Kommentare

  1. Rita Lassen

    Hi Julia,
    danke für den wertvollen Beitrag.
    Die Informationen sind kompakt, verständlich und kurzweilig aufbereitet und auch noch super verknüpft.
    LG
    Rita Lassen

    Antworten
  2. Saskia

    Vielen Dank für den Beitrag liebe Julia.
    Auch ich möchte gerne im nachhaltigen Bereich tätig sein und denke über einen berufsbegleitenden Master in dieser Richtung nach.
    Viele Bedenken, die ich habe, hast du hier auch aufgeführt, aber im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist. Und auch wenn Geld natürlich nicht alles ist, sollte man doch ein Leben führen können, welches nicht nur Verzicht bedeutet und in dem man keine Angst vor dem Alter hat, weil man nicht vorsorgen kann.
    Liebe Grüße
    Saskia

    Antworten
  3. Magda

    Liebe Julia,
    true words. Noch nie kommentiert, aber heute habe ich genau darüber nachgedacht: Dieses ständige unterfinanzierte Ausgebeutet macht nachhaltig auch keinen Sinn.

    In diesem Sinne thanks und let’s fight for our rights 🙂
    Magda

    Antworten

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