Outfit Round Up // Wenn ich nicht hier bin, bin ich wahrscheinlich verliebt

11.01.2019 Mode, Outfit, Wir

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Was habe ich lange keine Lust auf Klamotten gehabt, auf Fotos von Klamotten, auf Fotos von mir in Klamotten. Schuss jetzt mit der Lethargie, da loderte schließlich mal ein großes Feuer in mir. Genau das mag ich nun gern wiederfinden, Stück für Stück. Wieder mehr wagen, mehr Ichsein, mehr tragen. Euch daran teilhaben lassen, weil ich doch selbst so gern bei anderen spicke. Da fällt mir gleich ein Vorsatz ein: Machen statt labern. Bevor ich das Ganze also noch weiter vor mir her schiebe, schmeiße ich mich lieber direkt hinein in die erste Outfit-Zusammenfassung des Jahres. Und: Wollt ihr eigentlich wieder mehr Outfit Posts? So wie früher? Einzelne? Oder Schnappschüsse? Ja, nein, vielleicht?

Hang Loose in Hamburg

Ende des Jahres wäre mir beinahe die Decke auf den Kopf gefallen. Bis dato hätte ich stets behauptet, unter Druck am allerbesten Schalten und Walten zu können, aber nichts da, die wilden Zeiten sind wohl endgültig gezählt. Zu viel heißt ab sofort also auch für mich nichts anderes mehr als: Zu viel. Und eigentlich stimmt mich diese Erkenntnis sogar ein bisschen zufrieden. So bleibt nämlich automatisch mehr Zeit für alles andere, alles Schöne meine ich, das ich unter anderen Umständen wohl tendenziell hinten angestellt oder mir erst gar nicht erlaubt hätte. Das Besuchen von Freundinnen und Freunden in anderen Städtern oder Ländern zum Beispiel. Oder auch das simple Vergnügen, jemand anderen spontan zu begleiten, der sich in diesem ganz speziellen Fall mordsmäßig gefreut hat, nicht allein im verregneten Hamburg verweilen zu müssen. Schön war das, zwei Wochenend-Tage lang. Auch wegen des großartigen Interview-Sammelsuriums „Dinge zurechtrücken“ mit Joan Didion in der Hauptrolle. Bloß die Ohrringe, die habe ich liegen lassen. Mache ich immer so: Irgendetwas vergessen.

Ohrringe: Mango

Der letzte Abend vor dem allerersten Arbeitsmorgen

Ich hatte es bereits in der neuesten Kolumne erwähnt, aber nochmal: Ich habe einen guten alten Freund, den ich schon seit ich denken kann kenne und dieser Freund ist gerade nach Berlin gezogen, was mich dementsprechend beschwingt stimmt, aber darum geht es gar nicht, sondern vielmehr um das, was eben jener liebe Freund bei Kaffee und Kuchen oder eben Wein so von sich gibt, nämlich Saukluges, das meine eigene Denkfähigkeit nicht selten übersteigt. Und so saß ich neulich schon wieder nörgelnd ob des nahenden ersten Arbeitstages dort, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, nach dem nächsten Aufwachen schon wieder im Alltag zu ersaufen. Komischfand ich das, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, ja fast schon besorgniserregend, wo ich doch für Gewöhnlich schon nach sehr kurzer Zeit der Abstinenz voller Sehnsucht nach meinem Schreibtisch bin. Nur diesmal nicht.  Doch dann kassierte ich eine verbale Schelle, die mir in Windeseile zur Genesung verhalf. Sag mal spinnst du, sagte der Freund. Und: Du weißt aber schon, dass du vielleicht zum allerersten Mal sauber tickst, oder? So sollte das ja sein. Dass man Urlaub mit Freunden in den Bergen schöner findet als Berlin im Winter. Herzlichen Glückwunsch also – Du musst dich nicht mehr mit Arbeit vom Drama ablenken! Es sei folglich eher bedenklich gewesen, hätte ich beim Aufschließen meiner Neuköllner Wohnungstür gejauchzt vor Glück. Achja, dachte ich. Manches ist tatsächlich so normal und gesund und logisch, dass ich von allein niemals drauf kommen würde. Mir wurde alsbald warm ums Herz. Gleichzeitig trug ich außerdem eines meiner liebsten Zwischen-den-Jahren-Outfits. Weil bequem, dank Air Force 1 und Cord Hemd und außerdem prima geeignet für Morgende, an denen die Motivation zum Haarekämmen fehlt.

Fischerhut aus Wolle: Prada
Hemd: Closed
Ketten: Maximova & Paloma Wool
Jeans: Armed Angels
Tasche: Acne Studios
Schuhe: Nike Air Force 1

Abitreffen, 11 Jahre 

 

Ich kann manchmal eine richtig blöde Ziege und super pessimistisch sein, weshalb ich schon Stunden vor dem Abitreffen mit den Augen rollte, aber nur kurz und heimlich, in Anwesenheit meiner Schwestern, die viel lieber Pizza mir bestellen wollten. Heute gebe ich mir keine Mühe, dachte ich noch, und sollen sie doch wieder über meinen Blazer lachen, der ja bestimmt von meinem Opa stammt. Was hatte ich also ein schlechtes Gewissen, als ich schließlich wie jedes Jahr die einzige große Kneipe in meiner gehasstliebten Heimat betrat und lauter strahlend schöne Gesichter sah, das Altbier stand längst bereit, die Musik klang nach 2007 und niemand wollte wir etwas Böses, nicht im Geringsten. Stattdessen wundersame Gespräche und Erinnerungen, dicke Umarmungen und ein herzhaftes Lachen darüber, dass meine Freundinnen von früher wohl ähnliche Outfit-Gedanken gehegt hatten: Zu sechst standen wir im existenzialistischen tiefschwarzen Rolli da. Selig und beschwipst, wie früher.

Blazer: Acne Studios
Pullover: & other stories
Bluse: Ganni
Jeans: Closed
Haarspangen: Asos 

Zu Besuch bei Oma Mia

Meine Oma Mia fand es zu Beginn sehr fürchterlich, als ich ihr eines Tages sehr mutig eröffnete, nicht im Geringsten an das Jesuskind oder irgendeine Maria zu glauben, im christlichen Sinne, meine ich. Es sei ihr ja egal, ob ich in die Synagoge gehe oder in die Kirche oder sonst wo hin, aber irgendeinen Glauben, den müsse man doch haben, mindestens für den Fall der Fälle, dass es den Himmel wirklich gibt. Mittlerweile ist die Skepsis glücklicher Weise dem Schalk meiner Oma zum Opfer gefallen, weshalb sie es nun furchtbar lustig findet, mich immerzu neben Kreuzen oder Marienfiguren abzulichten, mit diesem Telefon, das Bilder machen kann. Diesmal war ich nicht sauer, sondern beeindruckt. Oma hat wohl ihren Beruf verfehlt.

Latzhose: Ganni
Pullover: 
& other stories
Kette: Célne
Boots: Prada

Der erste Arbeitstag

Da war er schließlich auch schon da, der allererste Arbeitstag nach knapp zwei Wochen, die gesegnet waren mit wenig Handyempfang, viel Fettigem und unbändiger Liebe. Zum Glück hatte ich kapiert, dass Antriebslosigkeit nach einer solchen Wonne die reinste Selbstverständlichkeit ist, weshalb ich statt zu verzweifeln plötzlich froh war, genau, endlich sauber zu ticken. Die gute Laune kam mit dieser Erkenntnis quasi ganz von selbst und weil ich Silvester spontan im Wollpullover und mit lieben Freunden auf einer Eckbank verbracht hatte, statt aufgebrezelt im langen Kleid, holte ich letzteres ganz einfach nach, bloß eben zu einer anderen Feier des Tages, nämlich dem Wiedersehen mit meinem Computer. Und dem Berliner Regen. Also nochmal Air Force 1. Plus Socken über der Strumpfhose.

Haarspangen: Asos & Valet
Jacke: Ganni
Tasche: Acne Studios
Kleid: Stine Goya
Schuhe: Air Force 1

Gegen die Tristesse auf dem Kopf


Ich habe einen kleinen Kopf, einen sehr kleinen, um genau zu sein, einen, der noch dazu furchtbar platt ist, in etwa so wie mein Po, dem Opa Edmung August Oswald sei dank. Wahrscheinlich tendiere ich deshalb so stark dazu, es mit dem Toupieren des Haars zu übertreiben, oder mir die Birne mit allerlei Gebimsel zu behängen. Haarspangen lenken ab. Und Tücher vermögen zu verstecken, was gar nicht da ist. Für den Frühling habe ich noch mehr solcher Experimente vorgenommen, als kleine Hommage an mein 13-jähriges Ich – da hat man doch schonmal Dreieck getragen, richtig? Kann also gar nicht so verkehrt sein, schließlich ist Nostalgie doch an sich etwas  sehr Schönes.

Tuch: Tara Jarmon
Pullover: Paloma Wool
Hose: Ganni
Schmuck: Jukserei
Boots: Aeyde

Raketenschuhe gegen das Mürbesein

Was hatte ich vor Weihnachten mir mir selbst zu kämpfen. Ich werde nie wieder schreiben können, dachte ich, weshalb ich es auch gar nicht mehr recht versuchte und stattdessen die Verknalltüte mimte. Aufs Anziehen hatte ich außerdem keine Lust mehr, weshalb meine Energie für nicht mehr als das bloß Überstülpen von Jeans und irgendwelchen Hemden reichte. Gerettet haben mich in dieser Zeit vor allem meine Raketenschuhe. Die gaben mir nämlich zumindest ein klitzekleines bisschen Schwung (und Pfiff!) mit in den Alltag:

Hemd: Closed
Jeans: Closed
Tasche: Stine Goya
Mantel: & other stories
Boots: Aeyde

Ich würde ja gern ein Auto kaufen

Ja, wirklich. Meines ist nämlich kaputt gegangen und obwohl ich stets der Meinung war, in der Stadt ohnehin keines zu brauchen, mausere ich mich nun doch zur geläuterten Realistin. Berlin mit Kind ist schön, aber vor allem dann, wenn man das Umland munter nutzen oder nach dem Schwimmen schnell ins Warme springen kann statt noch eine weitere Dreiviertelstunde mit Bussen durch die Kälte zu gurken. Tja, aber. Was denn nun? E-Zukunft? Sind wir schon so weit? Wenn es doch nur eine Alternative zu Drecksschleuder-Motoren gäbe, die sich mir nichts dir nichts in Schönheiten wie diese hier einbauen ließen:

Mantel: & other stories
Tasche: Folkdays
Boots: Prada

 

Seine Mama kennenlernen

…war so ungefähr das Aufregendste und Schönste, was mir hätte kurz vor Ende des vergangenen Jahres passieren können. Ich war plötzlich so schrecklich nervös, dass ich Sarah noch schnell ein vornehmes Bild zur Abnahme von meinen ungeglätteten Haaren aus der Ferne schickte und außerdem in Versuchung war, meinen schwarzen Nagellack in allerletzter Sekunde abzuknibbeln. Aber dann: Mach dich mal locker, ey! Einatmen, ausatmen, Nagellack lassen, Bluse weg und Pulli an, Kopf aus, Herz raus. Grund zur Sorge gab es ohnehin nicht. Das Allgäu hat mich, verzeiht mir den Pathos, verzaubert. 

Hemd: Ganni
Haarspange: Karstadt

Im Redaktionsmeeting erwischt

Morgens gibt es immer Kaffee und ein kleines Redaktions- und Sales-Meeting im Büro, hinter den Kulissen von Jane Wayne ist nämlich viel mehr zu tun, als man meinen mag. Manchmal verplappere ich mich dabei, dann hört entweder keiner mehr zu oder irgendwer zückt das Handy, um festzuhalten, wie es aussehen kann, wenn alles besprochen wird, außer das, was wirklich dringend ist. Hier schwärme ich zum Beispiel gerade vom Magazin „Die Dame“ statt mich mit meinen eigenen Deadlines auseinanderzusetzen. Muss auch mal sein. Verdrängung. Kann ich ohnehin supergut.


Pullover: Bella Freud
Rock: Acne Studios
Boots: Chanel

 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von NIKE VAN DINTHER | JANE WAYNE (@nikejane) am

So kann es jetzt jedenfalls weiter gehen, dieses verrückte 2019. Einziger Vorsatz: Wieder mutiger werden, was meine Garderobe betrifft. Was gar nicht so leicht ist, wenn man gerade 4/5 von ebenjener ausgemistet hat. Ich ziehe nämlich bald um. Hurra forever.

– Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Nike entstanden, enthält Affiliate Links & wurde durch Produktplatzierung unterstützt. Mehr Informationen findet ihr hier –

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9 Kommentare

  1. Alina

    jaaaa, gerne wieder mehr outfit posts! von dir und Sarah! Dieser hier ist toll, aber halb so lange (2/3 outfits) und dafür häufiger fände ich auch famos!

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  2. Romy

    Die dreiste Frage des Berliner Wohnungsmarkts: was wird denn aus Deiner aktuellen famosen Wohnung? Und so oder so: happy Umzug!

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  3. Rike

    Ach, Nike – Ein Träumchen!
    Ich finde Outfits-Posts bei euch tatsächlich richtig gut und schau sie mir sehr gern an. Was ich aber ein ganz klein wenig schade finde, ist dass die Outfit-Fotos, die hier geteilt werden, so wie bei diesem Post beispielseise, eben auch auf instagram zu finden sind, bzw. schon zu sehen waren. Ich fänd’s schön, vielleicht von den gleichen Outfits auch nochmal ein anderes Foto zu sehen. Aber natürlich ist mir auch klar, dass das Zeit nehmen bedeutet. Von daher: muss gar nicht, ist nur als Anregung gemeint…

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  4. Leonie

    mag ich super gern so, das schönste sind die geschichten zu den outfits. und du strahlst auf den fotos eine solche zufrieden- und einsmitdirselbstheit aus, dass mir ganz warm ums herz wird, liebe nike. 🙂

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  5. Katja

    Hömma Nike – bisse verliebt? Nee, oder? Haha, ach weh, man kann neidisch werden, wie verknalltütet du bist. Schön. Konkret nun aber auf deine Frage: JA, bitte mehr Outfitposts wieder, mit all den schönen Erklärungen dazu.
    (P.S. Schon schön hier im Süden bei den Bergen, was? Ja, da kann man als Rheinländerin kleben bleiben. Obacht.)

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