Die Übernachtungstasche, oder: Wann wird es Zeit, zusammenzuziehen?

31.07.2019 box3, Feminismus, Kolumne

Ich habe das Gefühl, in Sachen Zusammenziehen kann man mehr falsch als richtig machen, so ganz allgemein betrachtet, weil man entweder viel zu früh oder gar reichlich spät dran ist, je nachdem, wen man denn nun um Rat fragt. Meine Mutter zum Beispiel würde vermutlich immer für einen Aufschub plädieren, fürs Ausreizen und Abwarten, der Vernunft wegen. Aber auch, weil zwei wahrhafte Turteltauben im besten Fall ohnehin noch ein ganzes Leben lang Zeit zum Züngeln auf dem gemeinsamen Sofa hätten. Da bekäme meine Freundin Anna hingegen die Krise: Ja bist du denn irre, würde sie entgegen, rein in die geteilte Bude, zackzack, sonst kaufste doch die Katze im Sack. Meine Güte, wozu die Aufregung, hör doch einfach auf dein Bauchgefühl, fände derweil der beste Freund, ich weiß es ganz genau – obwohl ich noch überhaupt niemand anderen gefragt habe, außer mich selbst. Nämlich erstens: Will du? Ja, ganz klar. Und zweitens: Warum? Wegen der Übernachtungstasche, auch. Die fängt gerade nämlich an zu nerven. Und das, obwohl sie mir zu Beginn doch so viel Freude bereitet hat.

Heimlich gepackt habe ich diese Tasche, die eigentlich mehr ein Beutel war, immer dann, wenn ich morgens schon wusste, dass der Abend noch nicht verplant ist, bei ihm nicht und bei mir auch nicht. Zwei Socken rein und einen frischen Schlüpfer, Parfum und Krams zur Pflege. Vielleicht noch ein gewaschenes T-Shirt, vielleicht aber auch nicht, weil es herrlich war, einfach eines von seinen zu mopsen, am nächsten Morgen. Und auch sonst war diese Routine sehr praktisch, half sogar in Sachen Kommunikation. Ich habe meinen Beutel bei dir vergessen, tippte ich nach ein paar Wochen. Bitte vergiss ihn ab jetzt immer bei mir, kam ratzfatz zurück, woraufhin ich vor Freude fast in mein Handy biss.

Die Monate vergingen, und dann mehr als ein Jahr, aber der Beutel blieb. Trotz angehäufter Socken und Schlüppis und Kleider im gar nicht mehr fremden Schrank. Auch das Badezimmer ist voll mit allerhand Dingen, die mir gehören, aber genug steht da noch lange nicht. Weil es ist, wie es so häufig ist, wenn man halb hier wohnt und halb dort: Irgendwas fehlt immer. Das Buch, der Sportschuh, die Pinzette für den Oberlippenbart. Der Badeanzug, die Wasserflasche und vor allem: Die Auswahl. Aber meistens auch das, was man gerade am dringendsten braucht oder will oder mag. Es nervt, an jedem einzelnen Tag. Weshalb ich inzwischen bei Frage #3 angelangt bin: Wann ist denn eigentlich der richtige Zeitpunkt gekommen, um zusammenzuziehen? Gibt es den überhaupt? Natürlich nicht. Und doch: Auf jeden Fall. Weil, na klar, kein Paar dem anderen gleicht. 

 

Wenn wir jetzt aber mal davon ausgehen, dass alles richtig knusper und die Liebe vorhanden ist, genau wie die Lust darauf, auch die seltsamsten Gewohnheiten des anderen zu akzeptieren und aufkommende Probleme in Zweisamkeit zu lösen, wenn die Vorstellung des gemeinsamen Seins in einer Wohnung, die auch mal geputzt werden muss, uns knallvergnügt stimmt, ja ist es dann nicht eine gute Idee, den nächsten Schritt zu wagen? Ich finde ja. Und der Mann auch. Und trotzdem sage ich immer: Ruhig Blut. Denn mir sind zwar Bartstoppel im Waschbecken egal, aber eines treibt mich in den Wahnsinn: Das Gefühl von Abhängigkeit. Und das käme, auf eine gewisse Art und Weise, gratis obendrauf, da müssen wir uns nichts vormachen.

 
 
 
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Als der Vater meines Kindes und ich uns damals getrennt haben, da bin ich stolz und stur wie ein Ochse in der gigantischen Wohnung sitzen geblieben. Ein Umzug kam mir nicht in die Tüte, ganze dreieinhalb Jahre lang. Das ging damals noch sehr gut. Nur sind die Mieten längst wie irre gestiegen, die Ansprüche und Bedürfnisse in der neuen Patchwork-Konstellation noch dazu, denn wir sind schon jetzt zu dritt und möglicherweise irgendwann auch zu viert. Ich sage außerdem immer: Meine Wohnung ist so schön, ich ziehe nur um, wenn es mindestens so bleibt. Es wird also so oder so: Teuer. Er sagt: Egal, wir bezahlen ja beide, 50/50. Ich dann: Aber was, wenn wir uns trennen? 

Mittlerweile habe ich kapiert, dass es verletzend für das Gegenüber sein kann, wenn man nicht müde wird, bei jedem zweiten Gespräch über die gemeinsame Zukunft auch gleich das potenzielle Ende mit einzukalkulieren, scheinbar ganz ohne Grund, weil man sich doch zum Fressen gern hat. Ganz nehmen lassen will ich mir den Realismus, der so gern als Schwarzmalerei verkannt wird, trotzdem nie und nimmer. Es macht nämlich sehr wohl einen Unterschied, ob man sich eine Wohnung im Fall der Fälle auch alleine leisten könnte – oder eben nicht. Vor allem, wenn ein Kind im Spiel ist. Das Gefühl ist plötzlich ein anderes, ein neues und großes, eines, das mir einerseits wohlig und wichtig vorkommt, weil beide bis über beide Ohren genug sind, das alles und mehr zusammen zu wollen, aber es bleibt eben auch: Ein bisschen verrückt.

 

 
 
 
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Hast du denn kein Vertrauen?, fragen die einen. Und ich rolle dann jedes Mal mit den Augen. Natürlich habe ich das, bis nach Montecuccoli, sonst würde ich ja keine Beziehung führen, aber das Leben misst sich doch nicht am Vertrauen, es passiert einfach, zum Glück. Ich muss also zwangsläufig einen Weg finden, der es ermöglicht, sowas wie Frieden zu schließen mit der Unkontrollierbarkeit der Dinge. Zum Beispiel durch eine Art „Gütertrennung“. Wie unromantisch! Aber essenziell, jedenfalls für mich. Erstmal möchte ich nämlich ganz genau wissen, was mir gehört. Zum Beispiel: Schreibtisch, Schrank, Lampe, Bett. So weit, so einfach. Aber was, wenn etwa ein neues Sofa, das groß genug für alle ist, das alleinige Budget überschreitet? Wenn Zusammenschmeißen die Lösung ist? Auch okay. Dann würde ich im Zweifel eben auf eine schriftliche Auflistung pochen. Und abklären, wer es im Worst Case behalten darf. Oder auch: Was  vorerst mit der Miete passiert, wenn einer geht. Was mit der Wohnung? Dran halten muss sich am Ende wohl keiner. Aber es würde vieles einfacher machen, für beide, für alle. Zumindest das weiß ich ganz sicher.

Vielen mag so viel Theorie und Ernstfall-Planung scheußlich und scheiße vorkommen, sogar von Grund auf falsch, wegen der Liebe und alldem. Ich verstehe das sogar, jeden kleinsten Gedanken. Auch, weil ich eine Trennung gerade selbst für so unwahrscheinlich halte wie eine Zeitreise im fliegenden Auto. Aber Leute, ich kann es nur immer wieder sagen: Das Leben. Ich würde jeder einzelnen Freundin, die gedenkt, ohne Ehevertrag zu heiraten, ja auch nicht ohne Grund eine riesengroße Standpauke halten, aus der tiefsten Tiefe meines Herzens, das deshalb keinen Furz weniger mit Liebe gefüllt ist. 

Natürlich kann man auch sagen: Scheiß drauf. Warum jetzt schon an morgen denken? Klaro. Aber irgendwie ist es doch auch befreiend, einen Plan B zu haben. Und im besten Fall auch etwas, worüber man gemeinsam lachen können wird, eines Tages, wenn beide grau und noch immer glücklich auf dem Sofa sitzen, von dem keiner mehr weiß, wer’s eigentlich gekauft hat.

Und trotzdem: Keine Eile. Denn so sehr mir meine Übernachtungstasche inzwischen auf den Senkel geht, so sehr werde ich sie auch vermissen, ganz bestimmt. Sogar alles, was an ihr noch mit dran hängt: Das Kribbeln und Improvisieren und Träumen und Mopsen und Fluchen und Besuchen. Die Zeit, die wir gerade haben. Und an der ich eigentlich überhaupt gar nichts ändern will – bis heute Abend, wenn ich zum 100. Mal merke, dass meine Brille schon wieder in der falschen Wohnung liegt.

 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Madame Moneypenny (@madamemoneypenny) am

 

Und jetzt ihr: Woran habt ihr gemerkt, dass es an der Zeit war, zusammenzuziehen? Wollt ihr überhaupt zusammenziehen oder ist das alles großer Quatsch? Welche Sorgen habt ihr? Habt ihr überhaupt welche? Und gibt es sowas wie den „richtigen Zeitpunkt“?

16 Kommentare

  1. A.

    Mir hat das Zusammenziehen jedes mal viel mehr Freiheit beschert. Denn plötzlich muss ich nicht mehr nervige logistische Fragen klären (die Übernachtungstasche, was brauch ich für den nächsten Tag?) und gerade wenn man in unterschiedlichen Stadtteilen lebt und gerade so schön faul und gemütlich auf der Couch versackt ist, wird die Frage wer heut zu wem fährt öfter eine Diskussion über Liebesbeweise… Deshalb bin ich schon zweimal nach jeweils 3 Jahren bei einer der ersten Gelegenheiten mit dem jeweiligen Herzmenschen zusammengezogen und habs nie bereut.
    Was ich aber wichtig finde: auch in der gemeinsamen Wohnung ein Zimmer (und für Notfälle auch ein Bett) für mich zu haben. Nicht nur, weil ich es liebe, nachts allein zu lesen während nebenan jemand schläft, sondern auch weil sich so manche lästige Erkältung nicht zwangsläufig im ganzen Haushalt ausbreitet.
    Ansonsten finde ich es einen guten Test, in Erfahrung zu bringen wer wirklich für den Haushalt verantwortlich ist: Nur so hab ich rausgefunden, dass ich mich manchmal bedanke, wenn mein Mitbewohner umsichtig im Haushalt ist (Bullshit, der ist ja nicht zu Besuch! #fuckthepatriarchy).
    Und bei der Wohnungssuche hab ich immer drauf geachtet, dass die Wohnung auch WG-tauglich ist, damit die Sache mit der Miete im Falle einer Trennung oder eines Auslandsaufenthalts geregelt ist. Gerade leb ich in der Pärchenwohnung temporär in einer WG und liebe es!
    Also: Zusammenziehen, ja!

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    1. Abby

      Den Gedanken trage ich auch mit mir: Die gemeinsame Wohnung muss im Ernstfall WG-tauglich sein. Mich beruhigt es, diese Dinge geregelt zu haben. Leider habe ich schon zu viele Kolleginnen und Scheidungen und Trennungen gehen sehen, die im Kampf um das Hab und Gut und schließlich die Existenz endeten.
      Das ein nicht so rationaler Partner das vielleicht nicht so leicht nehmen und nicht auf den Status der Beziehung bezieht, leuchtet mir ein. Zum Glück ist mein Freund rationaler als ich.

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  2. Nik

    Seit 7 Jahren ein Paar, wahrscheinlich für immer. Aber: klares Nein zum zusammenziehen. Warum? Weil wir es uns leisten können! Und so immer wissen, dass gemeinsame Zeit auch wirklich gemeinsame Zeit ist und nicht nur gemeinsam im gleichen Raum/Wohnung sein. Und weil die wichtigste Beziehung in diesem Leben die Beziehung zu mir selbst ist. Und für diese brauchen wir beide eigenen Raum. Zum gestalten, beleben, entschieden und gerne auch zum teilen. Für uns perfekt. Und nur das muss es sein. Genau wie bei euch. Dein Leben, deine Regeln. Wie toll ist das eigentlich? Sollte man sich immer Mal wieder vor Augen führen. Danke dafür liebe Nike.

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    1. Lisa-Marie

      Schöner Artikel !
      Zusammenziehen? Mh. Das individuelle Bauchgefühl ist hier wohl gefragt.
      Mein Partner und ich sind seit ca. 6Jahren zusammen . Seit Anfang der 20er und Wohnen nicht zusammen, aber auch nicht weit auseinander. Wir verbringen viel Zeit zusammen und es macht mir immer noch Spaß diese „Übernachtungstasche“ neu zu packen :-D! Klingt komisch aber Mode ist ja schon toll und immer wieder eine Herausforderung und mir macht’s schon Spaß diese Tasche noch immer zu packen . Im Freundeskreis können viele diesen Zustand nicht verstehen aber warum auch ? Viele haben in unserer Umgebung eine konservative Auffassung von diesem Konzept was mich sehr irritiert und stört . Mein Freund und ich haben eine echt coole Vorstellung was nach dem Studium passieren könnte 🙂 und daran orientieren wir uns und sind gespannt und voller Vorfreude.
      Dieser 0/8/15 Alltag ist nichts für mich , das wusste ich schon immer. Das ist auch absolut keine Beleidigung gegen Menschen, die ein“normales“Leben führen . Ich brauche Abwechslung ,oft gefällt mir die Unwissenheit nicht zu wissen was passiert und wo man ladet und gleichzeitig frisst Sie mich auf. lrgendwie ist diese Ambivalenz genau mein Ding und ich habe das Gefühl jeder von uns braucht es auch neben der Beziehung mal an sich zu denken und den eigenen und abweichenden Träumen nachzugehen …

      Liebe Grüße

      Lisa- Marie

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  3. Anne

    Diese Gedanken über „wem gehört das Sofa?“ „Was machen wir, wenns nicht klappt? wieviel du, wieviel ich…?“ … die haben wir nach 1/2 Jahr Beziehung geteilt, einen Konsens gefunden, (teilweise) eine Liste geschrieben und stellen jetzt nach fast 4 Jahren fest: war ne gute Idee. Weil: schlechte gibts gar nicht, sonst wüssten wir gar nicht, welche die guten sind 🙂 – der Bauch wirds dir sagen.

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  4. Lisa

    Liebe Nike, ein paar Impulse. Zusammengezogen nach 5 Jahren in der selben Stadt, zum Teil auch auf Grund der Übernachtungstasche, und auch wir haben beim „großen Schritt“ eine vermeintlich unromantische Excel-Liste mit „wer hat was gekauft“ aufgestellt, auf der wir auch nach wie vor große Anschaffungen eintragen. Man weiß ja nie wie es kommt und so hab ich dann zumindest schwarz auf weiß, dass ich das Sofa mitnehme.

    Dennoch denke ich auch manchmal, wenn wir streiten „Wer von uns kriegt die tolle Wohnung?“, nur um mich später wieder daran zu erfreuen, dass es zusammen unsere ist.

    Eine Frage hab ich trotzdem an dich – bist du nicht erst vor kurzem umgezogen?

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  5. Fia

    Wunderbar geschrieben, wie immer, liebe Nike!

    Ich bin mir so sicher, dass ein Zusammenziehen einiges erleichtern würde an meinem und seinem Alltag.
    Vor allem weil man generell sowieso jede zweite Nacht miteinander verbringt.
    Aber zum Zusammenziehen auch von mir erst mal ein klares Nein.
    Erster Grund, Gütertrennung. Ich will mich damit momentan garnicht auseinandersetzen. Wenn wir zusammenziehen müsste von allem etwas Neues her, weil die beiden Haushalte die momentan noch in zwei WGs geteilt sind, einfach keine vollständige Wohnung ergeben würden.
    Zweiter Grund, Freiheit. Ich mag es auch mal zu sagen: „Ach nein, ich will heut viel viel lieber mit einem Becher Kakao und einem Buch ganz weit ausgebreitet in meinem eigenen Bett, den Abend ausklingen lassen. Lass doch lieber am Wochenende was Schönes machen.“
    Das würde mir fehlen. Das wird nicht immer so sein, hoffentlich, aber momentan finde ich alles so schön wie es ist und so frei.

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  6. Line

    Ich denke man muss da wirklich auf den Bauch hören. Ich bin nach 2 Jahren mit meinem damaligen Partner zusammen gezogen und nach 6 Monaten ging es in die Brüche.. mit meinem Mann sind wir nach 3 Monaten Beziehung relativ spontan in eine neue Stadt in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Wir könnten nicht glücklicher sein. Es passt einfach alles so gut, trotzdem hat jeder seinen Freiraum.. ich denke wenn der/die richtige kommt merkt man das einfach und dann ist es egal wie lang man vorher zusammen war. Ich bin dankbar mein glück gefunden zu haben und würde es immer wieder so machen 🙂 ps: wir haben keinen Plan gemacht wer was bekommt aus der Wohnung wenn es doch mal auseinander gehen sollte.. wir gehen erst garnicht davon aus, falls es doch so sein sollte findet man eine Lösung. ❤️

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  7. Katharina

    Wir haben als Fernbedienung gestartet, 350km. Soo haben wir schon früh manchmal drei Wochen am Stück in meiner kleinen Wohnung gewohnt: Kater, Freund und ich auf 38m2. Und das ging unglaublich gut! Mein Freund braucht zum Arbeiten nur seinen Computer, ich hatte nicht mal die Wochenenden frei. Nach vier Monaten ist er mit zwei Rucksäcken so zu uns gezogen, dass er nur noch alle zwei Monate zu Hause war, aber er hatte seine Wohnung noch. Wir haben angefangen, eine gemeinsame, größere Wohnung zu suchen, in meiner Stadt- das hat ein halbes Jahr gedauert. Jetzt einen wir seit über vier Jahren zusammen, haben drei Zimmer, aber sind häufig trotzdem noch zu dritt in seinem Arbeitszimmer, weil wir die Enge meiner kleinen Wohnung irgendwie auch immer mochten. Und in einem halben Jahr sind wir zu viert 🙂
    Ich habe vorher nie mit einem Freund zusammen gewohnt, und keine Beziehung hat so lange gehalten wie diese. Bei ihm hab ich aber einfach von Anfang an gemerkt, dass es klappen kann. Vielleicht lag es auch daran, dass ich schon 29 war, als wir uns kennen gelernt hatten, da wusste ich selbst besser, was ich will und mit wem ich wie kann als mit Anfang 20.

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  8. Caro

    Bin bislang zweimal zusammengezogen. Beim ersten Mal ging es furchtbar in die Brüche, aber ich hatte Glück, dass er zu mir gezogen war und ich mein Reich nach seinem Auszug behalten konnte. Beim zweiten (und hoffentlich letzten Mal, weil Gefühl: große Liebe!) Knall auf Fall verliebt, er war quasi nur noch bei mir, nach zwei Monaten hat er sein WG-Zimmer gekündigt, zog in meine kleine Wohnung und es geht bis heute, zwei Jahre später, immer noch wunderbar. Klar gibt es mal Zoff um Haushalt, meine Unordnugn o.Ä., das hat man immer. Daran zerbricht keine Beziehung. Ich habe mich ganz lange gesträubt, mit Partnern zusammenzuziehen, aber es ist das Beste, wenn man weiß, dass die Beziehung auch im Alltag funktioniert (und das klappt meiner Erfahrung nach eben mit den wenigsten). Wir unternehmen immer noch viel, auch mit anderen, aber am schönsten ist es, sich zusammen auf die Couch zu kuscheln und zu wissen, hier gehört man hin (auch wenn es cheesy klingt). Wollen nun zusammen in eine größere Wohnung ziehen, das wird für mich der Riesenschritt, vor dem ich auch ein bisschen Angst habe – aber ich bin sicher, es ist die richtige Entscheidung. Also, liebe Nike: Ich plädiere für’s Zusammenziehen!

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  9. Franziska

    Ich bin nach ganz langem Überlegen nach 2,5 Jahren Beziehung mit meinem Freund zusammen gezogen. Ich habe vorher immer alleine gelebt und fand der Gedanke an WGs immer doof.
    Letztendlich war es so, dass ich unbedingt aus der aktuellen Wohnung raus musste, weil sie extrem geschimmelt hat. Und dann stand die Frage im Raum ob wir zusammen ziehen wollen, weil ich mir keine Wohnung für mich alleine Wohnung um dann nur 1 Jahr darin zu wohnen. Da er sowieso immer bei mir war (er wohnte in einer WG und eine Wohnung für sich zu haben ist für ein Pärchen ja angenehmer als in der WG zu sitzen) haben wir uns für das Zusammenziehen entschieden und ich bin immer noch erstaunt wie gut das geklappt hat.
    Da er vorher, wie schon erwähnt, fast immer bei mir war, habe ich von ihm verlangt, dass er mir im Haushalt hilft. Und das hat er auch anstandslos getan und damit hatten wir quasi schon einen Einblick wie es in einer gemeinsamen Wohnung ablaufen würde. Ich finde die Haushaltsführung muss einfach ganz klar vorher abgesprochen werden. Klar, es muss auch eine grobe Planung geben wer was in der Wohnung bekommen würde, aber damit ein Zusammenleben funktioniert muss einfach vorher klar sein wie der Andere im Haushalt tickt. Auch wenn das auch krass unromantisch ist.
    Und das klappt jetzt schon seit mehreren Jahren und es ist kein Ende in Sicht 🙂

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  10. Ninotschka

    Mir hat geholfen, das Zusammenwohnen langsam zu starten, nach den eigenen Regeln, Bedürfnissen bzw. Neurosen zu gestalten, aber trotzdem auch Veränderungen zuzulassen. Bei uns gibt’s pro Person seit vielen Jahren schon jeweils ein eigenes Zimmer mit Bett. Auch wenn wir fast immer die Nacht in einem Bett verbringen, ist es eben jederzeit möglich, für sich zu sein.
    Und es gab sehr lange getrennte Bücherregale, weil: Wer das Sofa bekommt, ist mir doch egal, aber der Gedanke, das Sorgerecht für meine Bücher zu verlieren, war ein schlimmer. Aber dann gab’s beim Einzug in die zweite gemeinsame Wohnung die Möglichkeit, ein Zimmer zur Bibliothek zu machen und alle Bedenken waren verschwunden: Auch unsere Bücher leben nun glücklich zusammen. Und immer wenn ich auf die Regale gucke, macht mich das froh.

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  11. Nora

    Wie schon ein paar andere geschrieben haben, halte auch ich das Bauchgefühl für das wichtigste.
    Mir wurde die Übernachtungstasche auch irgendwann lästig und da wir eh ständig beieinander waren, war das Zusammenziehen nur die logische Konsequenz.
    Da er damals zu mir zog, fanden wir es beide wichtig, aus der Wohnung eine gemeinsame zu machen, also sie zusammen umzugestalten, damit er sich nicht wie Besuch in meiner Welt fühlen würde.
    Ich glaube durchs Zusammenziehen lernt man auch sich selber noch einmal besser kennen. So habe ich z.B. gelernt, dass ich zwar Nähe, aber auch Platz und Zeit für mich brauche. Sollte ich in Zukunft wieder mit einem Partner leben, würde ich wenn es die finanzielle Lage erlaubt auf getrennte Zimmer bestehen. Wenn man am Ende spändig „beieinander“ schläft, schön, aber so hat jeder seinen eigenen Rückzugsraum und kann auch mal die Tür schließen. Ich bin nämlich mit der Zeit darauf gekommen, dass ich für das Zusammenwohnen als Paar andere Vorstellungen hatte als für eine WG, mir das ständige präsent sein aber gar nicht gut tat. Wir haben oft fast schon automatisch zusammen abgehangen, wussten immer was der andere tut und geschlossene Türen gab es nur bei Streit. Das würde ich heute definitiv anders machen, bin aber froh um die Erfahrung, da ich viel daraus gelernt habe.

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  12. Pingback: Cherry Picks #28 - amazed

  13. Sarah

    Ein weiterer Daumen hoch für’s Bauchgefühl! Mein Freund ich haben uns vor beinahe zwei Jahren auf einer längeren Reise kennengelernt. Aus anfänglicher Freundschaft wurde innerhalb von wenigen Wochen mehr, worauf wir dann zehn Monate eine Fernbeziehung führten, bis ich schließlich mit Sack und Pack zu ihm ins Ausland zog. Er zog aus seiner WG aus, und wir zu zweit in eine kleine 38m2-Wohnung. Was soll ich sagen? Wir könnten nicht glücklicher sein. Wir beide durften uns allerdings zuvor von allerlei Seiten anhören, wie riskant unser Plan doch sei; dass man doch nicht einfach sein ganzes Leben für eine Urlaubsromanze hinter sich lassen könne… Nichts da, wir beide wussten von Anfang an, dass wir wie gemacht füreinander waren. Es klingt so abgedroschen und ich hatte niemals daran geglaubt, aber wenn es wirklich passt, dann merkt man das von Anfang an. Aus diesem Grund: den perfekten Zeitpunkt gibt’s nicht, vertrau‘ einfach auf deine Intuition! <3

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