Was bedeutet „Biodegradability“ und was genau hat TENCEL™ damit zu tun?

Während der letzten Wochen und Monate haben wir euch schon Einiges über TENCEL™ erzählt, euch erklärt, was es mit dieser Faser der Zukunft überhaupt auf sich hat, weshalb sie uns und unserer Umwelt gut tut und wo, bzw. in welchen Produkten ihr sie finden könnt. Zum Ende des Jahres fassen wir die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen, wir resümieren, erinnern uns an die spitzenmäßige REFIBRA™ Technologie und lernen ein weiteres Mal dazu. Im Fokus diesmal: Biodegredability – bio, was? Schon wieder so ein Begriff, über den wir dauernd stolpern, ohne exakt zu wissen, was er bedeutet. Das muss zum Glück nicht so bleiben. Aber zuerst frischen wir schnell unser aller Gedächtnis auf:

Die Fasern TENCEL™ Modal und TENCEL™ Lyocell entdeckt ihr, darauf verwette ich ein Kilo Liebe, wahrscheinlich andauernd, in unterschiedlichster Form, bei etlichen Marken. Man kann nämlich Sportbekleidung aus ihnen machen, Loungewear, Bettwäsche, Heimtextilien, Kleider, Blusen und Vieles mehr. Sehr zur Freude unserer Haut, denn die  Fasern aus dem österreichischen Hause Lenzing fühlen sich ausnahmslos angenehm an, das kann ich so unterschreiben. Mal butterweich, mal fest und sanft zugleich, je nachdem. Und nachhaltig sind sie obendrein.

Aber wieso, weshalb, warum?

Klingt gar nicht so kompliziert, dabei war hier jahrelange Forschung im Spiel: 

Die zertifizierten TENCEL™ Fasern helfen tatsächlich dabei, das Gleichgewicht der Umwelt durch einen natürlichen Kreislaufprozess aufrechtzuerhalten. Hier kommt etwa das TENCEL™ Upcycling dank REFIBRA™ Technologie ins Spiel: Für diesen Prozess werden Textilreste von entsorgten Kleidungsstücke nicht als Abfall, sondern als „Raw Material“ betrachtet und mit dem daraus gewonnen Zellstoff in TENCEL™ Lyocellfasern, also Textilien und Kleidungsstücke verwandelt. Aber es geht natürlich weiter: Auch Standard TENCEL™ Fasern sind gut zur und für die Umwelt: Sie werden nämlich aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gemacht (das hierbei ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder von Plantagen stammt und somit nicht mit dem Nahrungsmittelanbau konkurriert). Genauer gesagt aus klein gehacktem, zertifiziertem Holz, sogenannten Hackschnitzeln, die in einem vergleichsweise extrem Wasser-sparenden und umweltschonenden Herstellungsprozess zu Zellstoff verarbeitet werden. Hieraus werden schließlich die Stapelfasern gewonnen, die wir mittlerweile in etlichen Kleidungsstücken und Textilien verschiedenster Modemarken finden. 

Nochmal zur Erinnerung: Kunstfasern wie Polyester oder Elastan bestehen aus Erdöl, einem nicht nachwachsenden Rohstoff, dessen Gewinnung eine enorme Belastung für die Natur darstellt. Außerdem geben diese Kunstfasern bei jedem Waschgang Mikroplastik ins Wasser und verschmutzen einmal mehr die Umwelt. 

Wie wichtig die Innovation(en) von Lenzing für die Modebranche sind, wird so also noch deutlicher: Bestehend aus natürlichen Materialien sind alle TENCEL™ Fasern im Boden, in Binnengewässern und im Meer biologisch abbaubar und kompostierbar – und können so wieder vollständig an die Natur zurückgegeben werden. Genau das nennen wir „Biodegredability“.

Moment, Kleidung aus TENCEL™ Faser ist also biologisch abbaubar und kompostierbar? Beides? Ja, denn: Würden wir ein Kleidungsstück, das zu 100% aus besagten Fasern besteht, auf den Kompost werfen, zerfiele der Stoff demnach gänzlich und ohne schädliche Rückstände

Der kleine, aber feine Unterschied

Nehmen wir als Beispiel doch spezifische Kunststoffe, die einzig als „biologisch abbaubar“ gelten: Sie benötigen oft jede Menge Zeit (Jahrzehnte, Jahrhunderte!), um sich tatsächlich abzubauen. Während all dieser Zeit können logischerweise schädliche (weitere) Inhalts-Stoffe auf die Umwelt einwirken. Nach jetzigem Kenntnisstand gehören sie deshalb keinesfalls auf den Kompost, sondern in die gelbe Tonne oder in die Altkleidersammlung. Besonders bitter: Jedes Jahr werden bis zu 48 Millionen Tonnen Textil entsorgt und landen somit im Müll.

Im Gegensatz dazu sind biologisch abbaubare Materialien wie holzbasierte Fasern eine gute  Alternative zu Einweg-Kunststoffen, da sie per Definition vollständig ohne irgendwelche negativen Auswirkungen zu haben in die Natur übergehen und somit nicht recycelt werden müssen. „Kompostierbar“ bedeutet also: Biologisch abbaubar unter bestimmten Bedingungen und in einem festen Zeitraum. Die Lösehilfsstoffe, die dem Zellstoff von TENCEL™ Fasern beigesetzt werden, sind dabei als unbedenklich einzustufen und damit ebenfalls biologisch abbaubar. Lenzing gibt demnach an, dass das reine TENCEL™ Produkt nach 55 Tagen zu 100% abgebaut ist – vollständig. Unter Wasser geht es sogar noch schneller:

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„TENCEL™ Standardfasern werden in einem industriellen Prozess aus natürlicher Cellulose in die gewünschte Form gebracht.

Das Faserendprodukt besteht aus dem nicht modifizierten Naturpolymer Cellulose. Cellulose ist ein Hauptbestandteil der pflanzlichen Biomasse und eines der am häufigsten in der Natur vorkommenden Polymere. Natürliches Recycling durch biologischen Abbau ist für die Materialkreisläufe der Natur unverzichtbar. Daher sind natürliche Polymere grundsätzlich biologisch abbaubar. “ Quelle: Lenzing Nachhaltigkeitsbericht, S.60

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Es stimmt also: Wir können ein T-Shirt, das zu 100% aus TENCEL™ Fasern besteht, ohne schlechtes Gewissen im Garten oder auf dem Balkon eingraben, ein paar Samen hinzu geben und abwarten. Übrig bliebe rein gar nichts – außer wunderschöne Blumen.

Dafür, dass ich vor ein paar Monaten ehrlich gesagt noch ziemlich grün hinter den Ohren war und von TENCEL™ Fasern kaum Ahnung hatte, habe ich mich inzwischen regelrecht zum Fan gemausert. Gutes, das sich gut anfühlt – tausend Mal gehört, aber so passend wie hier war dieser Satz wohl selten. Ich empfehle euch also nochmals, in Suchleisten eurer liebsten Shops den Begriff „TENCEL“ einzugeben und beim nächsten Kauf genauer hinzusehen. Unsere Entscheidungen sind wichtig – für unsere Zukunft unseren Planeten.

– In freundlicher Zusammenarbeit mit TENCEL™ –

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