<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Schweigemeditation Archive - Jane Wayne News</title>
	<atom:link href="https://www.thisisjanewayne.com/news/tag/schweigemeditation/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.thisisjanewayne.com/news/tag/schweigemeditation/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 30 May 2017 09:08:07 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Ruhe, bitte! 10 Tage Vipassana Schweigemeditation – Teil II</title>
		<link>https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/30/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-ii/</link>
					<comments>https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/30/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-ii/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Scalamari Jane]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2017 07:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Vipassana]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigekloster]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigemeditation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.thisisjanewayne.com/?p=161342</guid>

					<description><![CDATA[<p>Teil I findet ihr hier. 4.30 Uhr, so früh bin ich ja überhaupt noch nie im Leben aufgestanden. Auch in der Italienischen Stiefelspitze ist es um die Uhrzeit also noch dunkel. Auf geht’s, es gilt den Tag mit Schweigen zu füllen. Ich krieche also in meine Meditationsklamotte aka die tannengrüne Jogger und den Riesenpulli vom Ex.<a class="read-more" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/30/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-ii/">weiterlesen…</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/30/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-ii/">Ruhe, bitte! 10 Tage Vipassana &lt;br/&gt;Schweigemeditation – Teil II</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com">Jane Wayne News</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/30/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-ii/"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-161360" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2017/05/schweigekloster_vipassana_thisisjanewayne.jpg" alt="" width="1000" height="907" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster_vipassana_thisisjanewayne.jpg 1000w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster_vipassana_thisisjanewayne-150x136.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster_vipassana_thisisjanewayne-513x465.jpg 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster_vipassana_thisisjanewayne-768x697.jpg 768w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster_vipassana_thisisjanewayne-800x726.jpg 800w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster_vipassana_thisisjanewayne-624x566.jpg 624w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p><em><a href="http://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/" target="_blank"><strong>Teil I</strong></a> findet ihr hier.</em></p>
<p>4.30 Uhr, so früh bin ich ja überhaupt noch nie im Leben aufgestanden. Auch in der Italienischen Stiefelspitze ist es um die Uhrzeit also noch dunkel. Auf geht’s, es gilt den Tag mit Schweigen zu füllen. Ich krieche also in meine Meditationsklamotte aka die tannengrüne Jogger und den Riesenpulli vom Ex. Weder das Radio beim Zähneputzen, noch der morgendliche Newscheck durch die Kanäle begleitet den Morgen. Zum gemeinsamen Frühstück sind die ungezuckerten Cornflakes das Einzige, was Geräusche von sich gibt. Jeder glotzt auf sein eigenes Müslischälchen.</p>
<p>Ich will Eleonora, meiner stummen Mitbewohnerin, zu gern am Arm reißen und brüllen „Wie geil ist dieser Ausblick, bitteee?“ als wir auf dem Weg zum Haupthaus vom Sonnenaufgang über dem Atlantik zwischen den Bergen begrüßt werden. Stattdessen nur ein mentales <em>High Five</em> in mich hinein und ein paar Gedanken in die Heimat. Fühlt sich gut an? Fühlt sich gut an! Der strenge Rahmen, der nicht wenig an Gefängnis-Isolation erinnern lässt, engt mich aber überraschenderweise gar nicht ein, sondern befreit seltsam schön. Entscheidungen, die zu Hause schon mit dem Brötchenbelag beginnend quälen, werden hier abgenommen, wie einem Baby. Die Struktur ist ein festes Korsett. Frage mich, wann ich dieses Gefühl das letzte Mal in Berlin so hatte, als Selbstständige, die ihre Texte gern im Bett schreibt und auch mal erst um 16 Uhr aus ihrem Pyjama krabbelt.<span id="more-161342"></span></p>
<blockquote><p><strong><em>Aber eine Frage glüht wie die mediterrane Morgensonne zwischen den Bergspitzen: &#8222;War ich überhaupt hier, wenn keiner ein Foto davon macht?&#8220; Hoch-Philosophische Gedanken. Ich merks in mir aufsteigen. Da, horch, es geht schon los. </em></strong></p></blockquote>
<p>Im Meditationsraum nehme ich auf dem platten Kissen mit meinem Namenszettlechen dran Platz. Von dem aufgehenden Novemberlicht draußen, ahnt man hier dank abgedunkelter Fenster rein gar nichts. Die Männer benutzen einen anderen Eingang als die Frauen und sitzen dann auf der gegenüberliegenden Raumseite auf ihren quadratischen Matten. Irre ich mich oder haben hier alle zumindest schon ein bisschen mehr Plan von der Materie &#8222;Meditation&#8220;? Ein heimlicher Auscheck-Blick in die Runde lässt das jedenfalls vermuten. Ich sehe Batikgewänder, mitgebrachte Sitzkissen, Rastazöpfe, riesige Schals umgeschlungen, nackte Füße, Henna. Ich sehe sehr alte Damen und junge Mädchen. Und ich sehe mich in meiner Jogginghose, heimlichen Concealer, Mascara und Rouge aufgelegt &#8211; und fühle mich wie die verirrte Fashion-Tussi auf Esotrip. Auch auffällig: Sobald das Sprachorgan Pause hat, rattert der Kopf anscheinend gefühlt noch viel mehr als sonst schon rum.</p>
<p>Mit den Gesichtern zu uns Lehrlingen gewandt, sitzen die Lehrer dieser buddhistischen Praxis, für die wir alle hier sind. Zwei Frauen vor den Frauen, zwei Männer vor den Männern. Im Lotussitz, mit geschlossenen Augen. Über die Boxen ertönt die Stimme von „<a href="https://www.dvara.dhamma.org/de/goenka/" target="_blank">Goenka</a>“ &#8211; mit Hilfe seiner Technik lernen wir in den nächsten Tagen meditieren. Heißt übersetzt: Von morgens 4.30 Uhr bis abends 21 Uhr komplett scheinbar regungslos da sitzen, beobachten, den Körper abscannen und atmen, atmen, atmen. Über allem steht: &#8222;Alles entsteht, um wieder zu vergehen&#8220;. Jedes Gefühl, jeder Schmerz, jede Freude hat irgendwann ein Ende. Das ist einerseits ernüchternd bis zum Gehtnichtmehr, andererseits hilft es, auch bei der teilweise sehr schmerzlichen Sitzerei. Innen und außen.</p>
<p>In den ersten drei Tage widmet sich die <a href="https://www.dhamma.org/de/">Vipassana-Praxis</a> mit dieser Technikanleitung nur einem kleinen Abschnitt im Gesicht. Das Dreieck zwischen Nase und Lippe ist die &#8222;Übungswiese&#8220;. Konzentriert sich auf Atmung, Kribbeln, Impulse usw. Schritt für Schritt knöpft man sich dann den ganzen Körper vor. Ziel ist es, über die körperliche Ebene, innere Verunreinigungen, die sich über die Zeit angehäuft haben, aufzulösen. Simpler könnte man sagen: Ein innerer Schmerz lässt sich so mit Übung über die Haut abtransportieren und verflüchtigt sich nach vielen Wiederholungen irgendwann ganz und gar.</p>
<p>Im Nachhinein habe ich das Gefühl, mir geht es wie einer Mutter, die nach der Geburt dank natürlich angelegter Prozesse, qualvolle Momente dieses Geburtsvorganges vergessen ließen. Ich weiß nämlich heute nicht mehr, wie schlimm es vor Ort für mich war, das alles auszuhalten. Aber ich weiß noch, dass ich an Tag vier bitterlich weinend in der Konsultationsminute vor meiner Lehrerin hockte, im Bungalow den gepackten Koffer wusste und mir ausmalte, wo ich als nächstes absteigen werde, wem ich wohl von meinem abgebrochenen Scheitern erzählen könnte und wie unglaublich gern ich sofort eine halbe Kuh verspeisen würde, sobald ich aus dem Gelände rausgestürzt bin. Meinem Weinen entgegnete die Lehrerin aber keinesfalls mit Mitleid oder etwa Motivationshymnen, sondern nur mit ein paar nüchternen Worte darüber, dass ich das selbst entscheiden müsse und auch nur dann weitermachen dürfe, wenn ich mich mental stark genug dafür fühlte. Meine aufgerissenen Heulaugen stießen auf strenge Blicke. Vier Menschen waren bis dahin schon abgereist. Warum weiß keiner &#8211; konnten wir uns aber alle denken &#8211; nur die Harten, und so weiter. Was für ein Oberscheiß. Ich will weg. Wieder essen und reden, wann und wo ich will. Der ganze Schwachsinn hier <em>fuckt</em> mich so ab. Die Ameisenstraße durchs Zimmer bekommt immer mehr Anhänger. Töten verboten. Darüber diskutieren auch. Hunger, Bock, Krise. Sitzen tut weh, vegan essen tut weh, nicht draußen zu sein tut weh, die Gedanken während des Meditierens, die tun am allermeisten weh. Der Gong zur Nacht dröhnt mir in den Knochen. Um Punkt 21 Uhr schlafe ich wie jede Nacht komplett erschöpft ein. Der Nächste Tag ist wie ein geplatzter Knoten. Als hätte man meine arrogante Sturheit hier gebrochen. Mein Anti-Anti-Drang zerlegt. Auf einmal tut nichts mehr weh und fühlt sich stattdessen leicht und gut an. Es gelingt mir mich auf die Praxis zu konzentrieren und jeden Tag besser zu werden. Morgens aufzustehen funktioniert plötzlich kinderleicht und ich schlafe wie ein kleines glückliches Baby. Ähnlich, wie ich es schon von meinen Fastenkuren kenne. Heimweh, Fehlanzeige. Es ist ein Glücksgefühl und das erste Mal dieser Reise ein Bewusstsein für mich, aus mir heraus. Ich fühle MICH ohne äußere Einwirkungen oder Ablenkung. Wisst ihr, was ich meine? Ich glaube, das trifft es am besten.</p>
<p>Am vorletzten Tag wird noch nach gewohntem Plan meditiert, gegessen und geschlafen. Mit der Ausnahme, dass Reden nun erlaubt ist. Jetzt könnt ich zwar auch noch länger ohne &#8211; trotzdem setzt das endloses Geschnatter unmittelbar ein. Eine Befreiung, die ich mir vorher nicht im Traum so vorgestellt hätte. Ich erfahre, dass ich die ganze Zeit neben einer Berlinerin im Meditationsraum saß und auch, dass es schon eine ganze Hand voll &#8222;alter&#8220; Schüler unter uns gibt, die teilweise jedes Jahr kommen. Mal hier, mal irgendwo anders auf der Welt. Es befindet sich ein ganzer Haufen verschiedener Religionen unter uns. Ich habe außerdem die Gelegenheit mit den Helfern zu sprechen, die ehrenamtlich in der Küche und bei der Organisation mitwirken.</p>
<p>Für mich bleibt es schwer, die Erfahrung hier in Worte zu fassen oder in irgendetwas zu messen. Mit Abstand ist dieses Camp hier das Besonderste, was ich jemals erleben durfte und wirkt bis heute nach. Es wäre utopisch und absurd zu glauben, dass mir die zehntägige Reise geholfen hat, mein Leben zu ändern. Aber in 1 von 10 Malen kann ich hier, zurück zu Hause, doch anders reagieren, als ich es davor getan hätte. Übrigens, es bleibt jedem am Ende selbst überlassen, wie viel Geld ihm die Zeit hier Wert ist. Es ist ein spendenbasierter Aufenthalt. Fest steht, ich werde es wieder tun. Ob im Ursprungsland Indien, Deutschland oder sonstwo auf der Welt.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/30/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-ii/">Ruhe, bitte! 10 Tage Vipassana &lt;br/&gt;Schweigemeditation – Teil II</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com">Jane Wayne News</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/30/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-ii/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ruhe, bitte! 10 Tage Vipassana Schweigemeditation &#8211; Teil I</title>
		<link>https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/</link>
					<comments>https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Scalamari Jane]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2017 13:08:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Vipassana]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigekloster]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigemeditation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.thisisjanewayne.com/?p=161132</guid>

					<description><![CDATA[<p>Italien, Kalabrische Berge, November 2016. Der Gong in der Halle ist das Startsignal für ein Schweigeversprechen. Dem geschäftigen Geraune der aus aller Herrenländer angereisten Gruppe, weicht entschlossene Stille. Wir schlurfen den kleinen Hügel hinauf zu unseren Bungalows. Ich begrüsse die Mitbewohnerin nicht, räume meine sieben Sachen in den Schrank in der Ecke und setze mich auf die<a class="read-more" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/">weiterlesen…</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/">Ruhe, bitte! 10 Tage Vipassana &lt;br/&gt;Schweigemeditation &#8211; Teil I</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com">Jane Wayne News</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-161139" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2017/05/schweigekloster.jpg" alt="" width="1000" height="966" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster.jpg 1000w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-150x145.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-513x496.jpg 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-768x742.jpg 768w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-800x773.jpg 800w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-624x603.jpg 624w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p>Italien, Kalabrische Berge, November 2016. Der Gong in der Halle ist das Startsignal für ein <strong>Schweigeversprechen</strong>. Dem geschäftigen Geraune der aus aller Herrenländer angereisten Gruppe, weicht entschlossene Stille. Wir schlurfen den kleinen Hügel hinauf zu unseren Bungalows. Ich begrüsse die Mitbewohnerin nicht, räume meine sieben Sachen in den Schrank in der Ecke und setze mich auf die Pritsche vor dem Fenster. Handy, Laptop, Ladegeräte, ein paar Süßigkeiten, Bücher und weitere Habseligkeiten lagern in einer grünen Plastiktüte verstaut unten im Haupthaus. Unser kleiner Bungalow mit seinen zwei Zwergen-Betten wird immer offen bleiben.</p>
<p><strong>Die nächsten zehn Tage werde ich hier kein Wort sprechen, tippen, schreiben oder lesen.</strong> Werde weite Kleidung und kein Make-Up tragen, wenig essen, langsam laufen, nicht rauchen, keinen Sport treiben, keine Musik hören oder gar das Gelände verlassen. Werde isoliert und auf das Notwendigste reduziert bescheiden wohnen und von morgens bis abends unter Anleitung meditieren &#8211; zur Ruhe kommen, Achtsamkeit praktizieren, Selbstkontrolle und inneren Frieden lernen. So der Plan. 10 Tage Schweigen. Ich bin bereit:<span id="more-161132"></span></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-161151" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2017/05/schweigeklaoster-thisisjanewayne3.jpg" alt="" width="1000" height="750" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigeklaoster-thisisjanewayne3.jpg 1000w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigeklaoster-thisisjanewayne3-150x113.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigeklaoster-thisisjanewayne3-513x385.jpg 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigeklaoster-thisisjanewayne3-768x576.jpg 768w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigeklaoster-thisisjanewayne3-800x600.jpg 800w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigeklaoster-thisisjanewayne3-624x468.jpg 624w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p>Und warum das Ganze? Ich bin hier, weil, ja &#8211; warum eigentlich? Und warum eigentlich nicht? Vielleicht weil es mir zu Hause zuletzt miserabel ging und nichts mehr richtig helfen wollte. Vielleicht weil mich aus drei ganz verschiedenen Richtungen der Hinweis für <strong><a href="https://www.dhamma.org/de/about/vipassana">Vipassana</a></strong> erreichte und ich mal wieder spontan mein Köfferchen packte ohne zu wissen, was mich auf der anderen Seite eigentlich genau erwartet. Das Prinzip wird auf der Seite jedenfalls so erklärt:</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-161143" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne.png" alt="" width="1000" height="1000" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne.png 1000w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-150x150.png 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-513x513.png 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-768x768.png 768w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-800x800.png 800w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-624x624.png 624w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-120x120.png 120w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p><em>„Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie &#8218;die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind'&#8220;. Vipassana wurde in Indien vor über 2500 Jahren von Gotama, dem Buddha, wiederentdeckt und von ihm als ein universelles Heilmittel gegen universelle Krankheiten, als eine Kunst zu leben gelehrt. Keiner bestimmten Religion zugehörig, strebt diese Technik, die vollständige Beseitigung geistiger Unreinheiten und letztendlich das Glück vollkommener Befreiung an.</em></p>
<p><em>Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch Selbstbeobachtung. Der Fokus liegt auf der tiefen Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist, die durch eine geschulte, auf die körperlichen Empfindungen gerichtete Achtsamkeit auf direktem Wege erfahren werden kann. Diese Empfindungen bestimmen das Leben des Körpers und beeinflussen so im ständigen Wechselspiel die Konditionierung des Geistes. Die auf eigene Beobachtung gründende, selbsterforschende Reise zu dem gemeinsamen Ursprung von Geist und Körper löst die geistigen Unreinheiten auf und führt zu einem ausgeglichenen Geist voller Liebe und Mitgefühl.</em></p>
<p><em>Die Naturgesetze, die unser Denken, unsere Gefühle, unsere Urteile und Empfindungen steuern, werden eindeutig erkennbar. Durch direkte Erfahrung wird verständlich, wie man Fortschritte oder Rückschritte macht, wie man Leiden schafft oder sich vom Leiden befreit.“</em></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-161141" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne.jpg" alt="" width="851" height="820" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne.jpg 851w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-150x145.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-513x494.jpg 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-768x740.jpg 768w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-800x771.jpg 800w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne-624x601.jpg 624w" sizes="(max-width: 851px) 100vw, 851px" /></p>
<p>Soweit, so abstrus. Mit Esoterik und Religion habe ich nichts am Hut, soviel steht fest. Manchmal spüre ich zwar eine lodernde Hexen-Energie in mir, das wars dann aber auch schon &#8211; ansonsten ist Meditation und abstinentes Buddhaleben komplettes Neuland für mich. Ich kann wirklich nicht sagen, dass es sich nicht irre anfühlt, hier eine ganze Menge Zeit verbringen zu sollen, schweigend meditierend, im Schneidersitz, den lieben langen Tag. Kann nicht sagen, dass ich es besonders normal finde, mit einer wildfremden Person Zimmer und Bad zu teilen oder in den nächsten Tagen nicht zum Meer runter rennen zu dürfen, obwohl es mir doch direkt vor der Nase liegt. Oder nachts zum Kühlschrank oder ins Instagram. Es ist der helle Wahnsinn, die Sichtschutze zwischen dem Männerlager und dem Frauenlager draußen im Wind flattern zu hören. Das Verlangen, meiner Mama und Freunden zu schreiben, dass ich angekommen bin (OMG, ich hab&#8217;s echt wahr gemacht, Muddi) und es mir gut geht, ist groß, das Bett ist steinhart und mit einer Mischung aus Vorfreude und Schiss liege ich wach und warte auf den ersten ungewissen Tag. Das Licht ist schon seit 22 Uhr gelöscht. Die Liste der Verbote, die ich bei Ankunft unterschreiben musste ist länger, als jeder Medikamentenbeipackzettel. Habe die Berliner Göre an der Eingangstür abgegeben. Ich wüsste gern, wer es mir alles gleich tat und hier her an die Spitze des Stiefels angereist ist. Ich weiß nicht, woher die ganzen Frauen und Männer kommen und was sie dazu bewegt hat, ob sie das erste Mal dabei sind oder schon zu den &#8222;Alten&#8220; gehören. Werde das alles erst in zehn Tagen erfahren, wenn wir alle miteinander quatschen dürfen. Eleonora heißt meine Mitbewohnerin, was für ein schöner Name, das steht zumindest auf ihrem Koffer-Zettelchen &#8211; und sie wohnt sonst in Rom.</p>
<p>Ich liege wach und würde alles für eine Zigarette am Strand tun. Aus dem Koffer im Schrank ruft ein geheimes Versteck mir zu: &#8222;Noch kannst du fliehen, Scalamari, einfach Sachen packen und raus hier. Was soll der Scheiß? Warum schaffst du dir denn dein eigenes Gefängnis? Nimm&#8216; die Beine in die Hand, zünd dir ne Kippe an und mach dir ein paar geile Tage in einem Spa-Hotel in der Gegend. Mit Wein und Balkon und WiFi&#8220;. Mit diesen Gedanken schlummere ich doch irgendwann auf meiner Matte ein. Um Vier Uhr schlägt der Gong zur ersten Meditationseinheit, am ersten richtigen Tag. Es ist mitten in der Nacht und ich bleibe einfach liegen, denke ich mir&#8230;.</p>
<p>Und wie das so lief, mein erster Tag, und der ganze stille Rest, das erzähle ich euch im nächsten Teil.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-161142" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1.png" alt="" width="1000" height="1000" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1.png 1000w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1-150x150.png 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1-513x513.png 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1-768x768.png 768w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1-800x800.png 800w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1-624x624.png 624w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/05/schweigekloster-thisisjanewayne_1-120x120.png 120w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/">Ruhe, bitte! 10 Tage Vipassana &lt;br/&gt;Schweigemeditation &#8211; Teil I</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com">Jane Wayne News</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/05/24/ruhe-bitte-10-tage-vipassana-schweigemeditation-teil-i/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>11</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
