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	<title>Protokolle Archive - Jane Wayne News</title>
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		<title>Protokolle aus dem Leben //  Alina Sonnefeld (18) darüber, ein Mädchen zu sein.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nike Jane]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2015 07:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[box2]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Protokolle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Collage: Jane Wayne Vergangene Woche bekam ich eine Mail, die mich besonders berührt hat, sie kam von Alina, einem ziemlich schlauen Mädchen, das sich große Gedanken über unsere Welt macht, darüber, was es bedeutet, ein Teenager im Jahr 2015 zu sein, eine Frau, ein Mädchen. Hier ist, was sie uns zu sagen hat: Ich bin 18<a class="read-more" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2015/10/19/protokolle-aus-dem-leben-alina-sonnenfeld-18-darueber-ein-maedchen-zu-sein/">weiterlesen…</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h6><b><a href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2015/10/19/protokolle-aus-dem-leben-alina-sonnenfeld-18-darueber-ein-maedchen-zu-sein/"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-119585" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2015/10/feminismus.jpg" alt="feminismus" width="678" height="800" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/10/feminismus.jpg 678w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/10/feminismus-150x177.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/10/feminismus-435x513.jpg 435w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/10/feminismus-624x736.jpg 624w" sizes="(max-width: 678px) 100vw, 678px" /></a></b><span style="color: #808080;"><strong><em>Collage: Jane Wayne </em></strong></span></h6>
<p><strong><em>Vergangene Woche bekam ich eine Mail, die mich besonders berührt hat, sie kam von Alina, einem ziemlich schlauen Mädchen, das sich große Gedanken über unsere Welt macht, darüber, was es bedeutet, ein Teenager im Jahr 2015 zu sein, eine Frau, ein Mädchen. Hier ist, was sie uns zu sagen hat:</em></strong></p>
<p>Ich bin 18 Jahre alt, weiblich, lebe in einer netten kleinen Großstadt und hab lange Zeit friedlich mein Ding gemacht. Bis mir, zeitgleich mit der Entdeckung meiner Weiblichkeit, bewusst wurde, dass sie mir anscheinend nicht gänzlich allein gehört. Die ganze Welt hat Anteil daran, was es bedeutet, ein Mädchen zu sein und wie ich mich nun als Frau zu verhalten habe. Mein bester Freund und ich können kaum auf die Straße gehen, ohne dass mich zwei Stunden später eine Bekannte anschreibt: &#8222;OMG du wurdest mit xy händchenhaltend in der Stadt gesehen &#8211; was ist da los???&#8220; Mädchen und Jungs können offensichtlich noch immer nicht befreundet sein. Geht nicht. Ein Ding der Unmöglichkeit. Wir sind einfach zu verschieden.<span id="more-119555"></span></p>
<p>Für manche meiner männlichen Freunde bin ich die einzige weibliche Person (ausgenommen von der Mama vielleicht), die sich in ihrer Gegenwart normal verhält. Mädchen müssen vor Jungs immer noch lieb sein und nett und erst recht nicht besserwisserisch, zu stark oder gar irgendwie <em>anders</em>.</p>
<p>Mir fällt immer wieder auf, dass man sich der Existenz solcher Regeln nur wage bewusst ist, sofern man sich selbst nicht gern an selbige hält. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht noch immer gelten. Freunden am Telefon mit der Begründung &#8222;Ich habe vor, heute noch Sex zu haben.&#8220; abzusagen, während andere menschliche Lebewesen in der Nähe sind, ist auch eher riskant. Frauen dürfen keine Sexualität haben &#8211; und Mädchen schonmal gar nicht. Sexualisiert wird aber trotzdem jedes einzelne meiner Körperteile.</p>
<p>Oben ohne zu baden oder zu bräunen, das würde ich mich niemals trauen. Selbst das eine schöne Bild von meinem Rücken im Bikini vor Felsen und Meer, darf nicht in das bedrohliche WorldWideWeb gelangen. &#8222;Ein Mädchen im Bikini zu sehen, muss sich ein Junge irgendwie verdienen&#8220;, warnt mich eine Freundin. Womit ich mir verdient habe, den ganzen Sommer von rotgefärbten Bierwampen beglückt zu werden, frage ich mich im Gegenzug schon länger.</p>
<p>Noch ein alter Hut: Der &#8222;Mann&#8220; will immer nur &#8222;das Eine&#8220;. Das wird allen Geschlechtern von Kindesbeinen an eingetrichtert. Wenn für den männlichen (Bett-)Partner das &#8222;Eine&#8220; dann aber ausnahmsweise nur Schlafen ist, bricht eine Welt zusammen. Da kann doch was nicht stimmen! der flunkert.</p>
<p>Die Dummheit der Homophoben bleibt mir ebenfalls ein Rätsel: Zwei sich liebende Männer sollen eklig sein, widernatürlich, werden beschimpft und ausgegrenzt. Zwei Frauen die sich lieben: naja, das geht natürlich auch nicht, aber zur Kategorie &#8222;Lesben&#8220; auf youporn sagt man dann doch nicht nein. Ist ja schon irgendwie geil.</p>
<p>Es ist ein schmaler Grad, auf dem man sich als Mädchen bewegt. Auf der einen Seite sollen wir riesige Brüste, DEN Fitnesspo, eine <a href="http://www.thisisjanewayne.com/news/2013/12/05/kolumne-mind-the-thigh-gap-die-sache-mit-der-lucke-zwischen-den-beinen/" target="_blank">Lücke zwischen den Oberschenkeln</a> und krasse Schlüsselbeine haben (also Kurven UND Knochen &#8211; häh?) &#8211; wenn wir allerdings mal einen Knopf zu viel von der Bluse öffnen oder der Rock zwei Zentimeter hochrutscht, dann erregt das mehr Aufmerksamkeit als das letzte Erdbeben in Südostasien.</p>
<p>Auch wenn man ausgeht, muss man auf der Hut vor dem allzeit einsatzbereiten Schlampenstempel sein (siehe auch: Slut Shaming). Roter Lippenstift ist gefährlich &#8211; ebenso Rumgeknutsche mit fremden Menschen.</p>
<p>Als Mädchen darfst du niemals einfach zu haben sein. Niemals!! Bist du es doch, vielleicht, weil du ganz einfach Spaß daran hast, endest du selbstredend als alte einsame Alleinstehende, bist ständig traurig und tröstest dich mit viel zu vielen Katzen, die dich annagen werden, sobald du irgendwann tot umkippst. Logisch.</p>
<p>So wurde mir also Schritt für Schritt bewusst, dass die Gleichberechtigung von Frau und Mann noch ganz schön lahmt. Etwa zeitgleich habe ich angefangen, mich intensiver mit Feminismus zu beschäftigen. Dass Frauen und Mädchen einen Großteil der Menschen unterhalb der weltweiten Armutsgrenze ausmachen und ziemlich häufig nicht Lesen und Schreiben können, Beschneidungen an der Tagesordnung stehen und Vergewaltigungen oft noch als Kavaliersdelikte abgetan werden, sollte mittlerweile auch in den letzten winzigen patriarchalen Gehirnen angekommen sein. Dass man den gleichen Frauen nun wirklich keinen Schaden zufügt, indem man den Mund aufmacht und etwas gegen diese Missstände unternimmt, anscheinend nicht. Ganz zu schweigen von den Missständen, die auch hier noch immer herrschen. Uns gehts ja vergleichsweise gut, warum also beschweren.</p>
<p>Für mich persönlich ist das Auffälligste am Feminismus derzeit die Welle an Hass, die ihren Vertreter_innen entgegen schwappt.</p>
<p>&#8222;Warum?&#8220;, fragte ich mich mit jugendlicher Neugier. Warum können sich so viele Menschen im 21. Jahrhundert nicht damit abfinden, dass sie sich im Grunde durch nichts fundamental von anderen Menschen unterscheiden? Dass Privilegien abgeschafft werden müssen. Dass dazu aber irgendwer den Mund aufmachen muss.</p>
<p>Das war der Anfang meines Projektes &#8222;GLEICH.&#8220;.</p>
<p>Ich wollte einen Kurzfilm drehen, bestehend aus Menschen, die erklären, was Feminismus für sie überhaupt bedeutet. Im besten Fall wäre noch eine Fotoreihe entstanden, welche selbsterklärte Feminist_Innen zeigt. Ich wollte Menschen auf der Straße finden, statt gezielt schon bekannte Gesichter abzugrasen.</p>
<p>Das Ende meines Projektes &#8222;GLEICH.&#8220; war, dass sich niemand, aber wirklich niemand zum Thema Feminismus äußern wollte. Dabei benötigen wir das doch am Dringendsten: einen Diskurs.</p>
<p>Die größte Weisheit in meinem bisherigen kurzen Leben, kommt nämlich von meinem Papa: &#8222;Es gibt überall sone und solche.&#8220; Klingt simpel, ist aber ebenso wahr.</p>
<p>Es gibt Männer, die wollen eine dumme Frau.</p>
<p>Und welche, die wollen das nicht.</p>
<p>Es gibt Frauen, die wollen einen Mann, der stets die Initiative ergreift und zeigt, wo es lang geht.</p>
<p>Und welche, die wollen das nicht.</p>
<p>Es gibt Frauen, die wollen eine Frau.</p>
<p>Und es gibt Männer, die wollen keine.</p>
<p>All diese unterschiedlichen Persönlichkeiten sind gleich, sie alle sind nämlich vor allem eins: Menschen. Genau das sagt für mich der Feminismus aus. <em>Es gibt sone und solche</em> und wer sich selbst als denkend bezeichnet, sollte nicht nur Toleranz, sondern auch Respekt zeigen. So schwer ist das doch nicht. Sonst hält man sich doch auch allzu gern an Regeln:</p>
<p>Ganze Bibliotheken sind inzwischen vollgeschrieben worden mit absurden Lehrbüchern. Was du tun sollst. Wie du sein sollst. Was du anziehen sollst, wenn du eine Frau oder ein Mädchen bist. Und immer geht es ums &#8222;müssen&#8220;.</p>
<p>Dabei musst du gar nichts &#8211; außer dir darüber bewusst werden, was du willst. Wer du sein willst. Für was du einstehen willst. Wenn man kurz darüber nachdenkt, fällt die Antwort sogar ganz leicht: Wir sollten alle frei sein dürfen. Deshalb bin ich Feministin. Und stelle jetzt mein Bikinibild auf Facebook.<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br />
<strong>Von <a href="https://alinasonnefeld.wordpress.com/" target="_blank">Alina Sonnefeld</a>.</strong></p>
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		<title>Protokolle aus dem (Liebes)Leben // Darüber, dass ein Mann manchmal nicht genug ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nike Jane]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2015 08:51:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kiki sitzt in einem Café neben mir, wache Augen, dunkles langes Haar, ein ordentlicher Seitenscheitel, aber Sorgenfalten auf der Stirn. Kann ich mir kurz den Zucker borgen? fragt sie mich, während ihre Freundin immer lauter wird und damit beschäftigt ist, nach Luft zu schnappen: Du musst dich entscheiden, Herrgott. Was ich als Tischnachbarin denn eigentlich<a class="read-more" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2015/09/30/protokolle-aus-dem-liebesleben-kiki-29-ueber-polygamie/">weiterlesen…</a></p>
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<p>&#8222;Es ist doch so, das halbe Leben dreht sich darum, den richtigen Partner zu finden, um irgendwann häuslich zu werden, Kinder zu kriegen und für immer zu zweit zu sein. Ich wäre aber ganz ehrlich lieber zu dritt. Was ein Problem ist, schon allein wegen unserer Sozialisierung, man muss erstmal jemanden finden, der das versteht, geschweige denn mitmacht. Angefangen hat das alles eigentlich mit meinem Exfreund. Wir waren ein Traumteam, aber irgendwann fragte er mich, ob ich mir eventuell vorstellen könnte, ab und zu mit anderen zu schlafen, er denke nämlich manchmal selbst darüber nach, nicht, weil er den Akt an sich mit mir nicht wunderbar finden würde, sondern weil er nach viel hin und her eingesehen habe, dass Monogamie irgendwann zwangsläufig zu Seitensprüngen führe, ich solle bloß mal einen Blick auf die Statistiken dieser versauten Erde werfen.<span id="more-118536"></span></p>
<p>&#8222;Alle machen das, früher oder später, aber niemand redet drüber, so läuft der Hase, aus die Maus.&#8220; Im wahrsten Sinne des Wortes, zwei Monate später habe ich die Beziehung beendet. Ich glaube doch an die große Liebe, hab ich mir damals geschworen, und diesen Urquatsch kann er seinen Kumpels erzählen, aber nicht mir. Es folgte eine phänomenale Zeit des Singledaseins, gleichzeitig fingen im Freundeskreis aber die Hochzeitsglocken an zu leuten. Und dann passierte etwas Seltsames: Nach und nach schenkten mir sämtliche Bekannte immer mehr reinen Weinen ein. Mit den Jahren kommen nunmal Zweifel, aber dass eigentlich jede meiner im Grunde glücklich vergebenen Freundinnen plötzlich ähnliche, verbotene Schlingel-Gelüste verspürte, wunderte mich zuweilen schwer. Da ging es dann darum, dass man sich wirklich aufrichtig liebe, aber &#8222;ach Kiki, wenn ich wie du doch auch ab und an mal knutschen könnte, einfach nur weils Spaß macht und dann Tschaui.&#8220; Die spinnen, dachte ich. Bis ich Ben kennenlernte, der irgendwie zur falschen Zeit in mein Leben schlidderte. Ich hatte mich nämlich gerade erst an meine neue Freiheit gewöhnt und konnte mir alles vorstellen &#8211; außer mich wieder fest zu binden. Naja, Pustekuchen, gegen das Verliebtsein ist man ja machtlos. Das einzige Problem: Ben ist butterweich, so einer, der mich auf Händen trägt, aber keiner für Einbrüche ins Schwimmbad. Alles andere ist perfekt, echt wahr.</p>
<p>Jedenfalls sitze ich jetzt hier und denke an die Worte meines nach Köln ausgewanderten Exfreundes. Wenn ich ganz tief in mich rein horche, muss ich tatsächlich feststellen, dass kein einziger Mann, den ich je geliebt hatte, es drauf hatte, mich in allen Punkten zu befriedigen. Irgendwas fehlt immer, das ist menschlich, Perfektion existiert nur in Hollywood. Also Butter bei die Fische: ich weiß nicht, ob ich viel von offenen Beziehungen halte, das kommt mir seltsam vor, ständig seine Zunge durch fremde Münder zu schleudern. Aber so ein Dreier-Konstrukt, das macht für mich irgendwie ganz unverhofft Sinn. Wenn doch immer irgendwo eine Lücke klafft, dann ist es womöglich schlau, sie zu stopfen, bevor man anfängt, sich aus Frust zu hintergehen. Schon klar, am Anfang bekommt man nicht viel von den Defiziten mit, rosarote Brille und sowas, aber nach ein paar Jahren, kommt das schon relativ häufig vor. Tilda Swinton, der alte Schlaufuchs, hat das Dilemma früh erkannt und schlängelt sich seither ganz ungeniert mit vier starken Armen an ihrer Seite durchs Leben. Wieso auch nicht, ist vielleicht einen Versuch wert. Bloß versteht das natürlich wieder niemand, gehört sich ja nicht sowas. Ehrlicher wäre es aber allemal. Ich stelle mir das so vor: Auf der einen Seite ist da Ben der Butterweiche. Vor ein paar Wochen stolperte aber ein Herr mit langem Haar und Gitarre in mein Leben, einer von der wilden Sorte, der mehr Künstler als Alltagsmaterial ist, aber derart viele Reize hat, dass das Widerstehen schwer fällt. Und außerdem schlägt er genau in die Kerbe, hat also diese kleinen Feinheiten, die ich beim aktuellen Traumprinzen vermisse. Nur will ich den auch auf keinen Fall missen, zusammen alt werde wäre sogar durchaus denkbar. Bitte liebes Universum, so schicke mir doch eine Antwort auf all meine Fragen, ich komme nämlich nicht mehr weiter.</p>
<p>Das stärkste Argument jeder Freundin: Dann ist Ben halt nicht der Richtige. Nach dieser Logik wäre aber niemand der Richtige, weder für mich, noch für meine Freundinnen. Gut, dann muss man eben Kompromisse eingehen, man kann eben nicht alles haben, folgt dann. Aber soll das wirklich der Sinn der Sache sein? Ich glaube, es ist vielleicht an der Zeit, eingerostete Strukturen zu überdenken, nicht umsonst wird jede zweite Ehe geschieden und all das. Vielleicht müssen wir uns endlich locker machen. Damit nicht nur jeder sein darf, wie er oder sie will, sondern auch selbst entscheiden kann, welches Beziehungsmodell das passendste ist. Jeder Jeck ist schließlich anders. Vielleicht klappts dann auch irgendwann wieder mit dem Treusein, sogar doppelt gemoppelt.&#8220;</p>
<p>P.S: Wer (anonym) eine Geschichte zu erzählen hat, der melde sich gern bei mir! (nike@thisisjanewayne.com)</p>
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