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	<title>Snapchat Archive - Jane Wayne News</title>
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		<title>„Ich snappe, also bin ich.“ &#8211; Was Kim Kardashian &#038; René Descartes gemeinsam haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jane Wayne Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 09:29:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Annelie Botz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Gastbeitrag von Anneli Botz. &#8222;I never Snapchat my workouts, just because I don&#8217;t know why — I&#8217;m just not Kourtney and Khloe. But it&#8217;s like, if I don&#8217;t Snap it, then it&#8217;s as if it never happened. But I work out every single day for over an hour“, ließ Kim Kardashian neulich mit Hasenohren<a class="read-more" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/02/08/ich-snape-also-bin-ich-was-kim-kardashian-rene-descartes-gemeinsam-haben/">weiterlesen…</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><span class="s1"><a href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/02/08/ich-snape-also-bin-ich-was-kim-kardashian-rene-descartes-gemeinsam-haben/"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-154240" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2017/02/ich-snape-also-bin-ich-snapchat-work-out-kim-kardashian.jpg" alt="ich snape also bin ich snapchat work out kim kardashian" width="700" height="628" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/02/ich-snape-also-bin-ich-snapchat-work-out-kim-kardashian.jpg 700w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/02/ich-snape-also-bin-ich-snapchat-work-out-kim-kardashian-150x135.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/02/ich-snape-also-bin-ich-snapchat-work-out-kim-kardashian-513x460.jpg 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2017/02/ich-snape-also-bin-ich-snapchat-work-out-kim-kardashian-624x560.jpg 624w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><span style="color: #de1b86;">Ein Gastbeitrag von Anneli Botz.</span></span></p>
<p>&#8222;I never Snapchat my workouts, just because I don&#8217;t know why — I&#8217;m just not Kourtney and Khloe. But it&#8217;s like, if I don&#8217;t Snap it, then it&#8217;s as if it never happened. But I work out every single day for over an hour“, ließ Kim Kardashian neulich mit Hasenohren und Mäuschenstimme über ihren Snapchatkanal verlauten. Was im ersten Moment als gewohnt naives Blabla aus der sogenannten „Reality World“ erscheint, lässt bei näherer Betrachtung tiefer blicken.</p>
<p class="p1"><span class="s1">Doch beginnen wir mit einer kurzen Bestandsaufnahme:</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Reality Queen Kim Kardashian rackert sich nach eigenen Angaben tagtäglich im Fitnessstudio ab, steppt stundenlang auf dem Crossfittrainer, hört dazu möglicherweise <em>Enrique Iglesias</em> und trainiert so lange, bis sie im Anschluss jede einzelne Faser ihres Körpers spüren kann. Dabei begeht sie allerdings einen Kardinalfehler und versäumt, ihr Workout via Snapchat mit ihren Follower zu teilen, was im Umkehrschluss zu dem Dilemma führt, dass es sich für sie gar so anfühlt, als hätte die schweißtreibende Selbstkonditionierung nie stattgefunden. Ganz im Gegensatz zu „Kourtney und Khloe“, die es neben der Zurschaustellung aller Banalitäten ihres Alltags natürlich nicht versäumen, auch die gemeinsame Fitnessroutine ins Virtual Web zu senden. Ob die beiden aber tatsächlich trainierten, oder eigentlich frei nach dem Prinzip agierten, „Signature-Hintern in hautenge Leggings quetschen, ein paar Wasserspritzer ins Gesicht, das Bein hoch auf die Hantelbank, Kamera drauf, 20 Sekunden snappen, Workout over“, ist dabei völlig egal. </span><span id="more-154236"></span></p>

<p class="p1"><span class="s1">Es ist sogar dann noch egal, wenn die beiden wenig später nach „getaner“ Arbeit an der Hotelbar stehend eine Pina Colada schlürfen und Schwester Kim sich mit brennenden Waden dazu gesellt (sie hat ja tatsächlich trainiert). Es lässt sich festhalten, Kourtney und Khloe haben nicht trainiert, aber gesnapt, Kim hat trainiert, aber nicht gesnapt, ergo: Kim hat nicht trainiert, die anderen schon. Im übertragenen Sinne: eine Tätigkeit hat erst dann wirklich stattgefunden, oder <i>fühlt</i> sich stattgefunden an, wenn sie sich im Social Media Netz immateriell materialisiert hat. </span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Warum aber ist das Ganze nun interessant? Das hängt natürlich damit zusammen, das Schwester Kim hier ganz unfreiwillig (oder vielleicht doch freiwillig? Ist sie gar völlig unterschätzt und war dies eigentlich der geniale Schachzug einer ironisierenden Selbstpersiflage?) ein Phänomen angesprochen hat, das auf eine große Masse treuer Nutzer der Social Media Gemeinde zutrifft: Die Persönlichkeitsentfremdung durch die Parallelwelt der sozialen Netze. </span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Im Jahr 1637 erklärte der französische Philosoph René Descartes, dass sich das ‚Ich’ darüber konstituiert, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, zu erkennen, selbst ein denkendes Wesen zu sein. So lautete Descartes’ Kausalzusammenhang „Cogito ergo sum“, „Ich denke, also bin ich.“ Wir sprechen hier vom sogenannten Selbstbewusstsein, oder anders, sich des eigenen Selbst „bewusst zu sein“. Überträgt man Descartes’ Erkenntnis nun ins 21. Jahrhundert und lässt darüber den Kim Kardashian Filter laufen, müsste eine zeitgemäße Interpretation des „cogito ergo sum“ heißen: „Ich snappe, also bin ich.“ Beziehungsweise: „Wenn ich nicht snappe, <i>fühle</i> ich nicht, dass ich bin.“ Das Erlebte gilt demnach nur als wertvoll erlebt, sofern es mit einer anonymen Masse geteilt wurde.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Dieses Phänomen trifft natürlich nicht nur auf Kardashians Kim, Khloe und Kourtney zu, sondern auf einen großen Anteil der regelmäßigen User von Snapchat, Instagram und Co. Der Urlaub ist erst richtig genossen, sobald auch die Anderen mitgenießen, das Abendessen schmeckt erst dann, wenn auch die Anderen sehen konnten, was denn auf den Teller kommt. „Die Anderen“ sind hierbei eine undefinierbarer, anonyme Menge, oder manchmal eben Masse. Wer sich darunter befindet, ist erstmal egal, Hauptsache, man hat Zeugnis abgelegt. Hauptsache man hat bewiesen: „Ich war da“. Was aber passiert, wenn es sich plötzlich ohne dieses Zeugnis gar nicht mehr so <i>anfühlt</i>, als wäre man da gewesen? Was macht diese Art der Entpersonalisierung, diese Verschiebung des „Selbstbewusstseins“ auf Dauer mit den Köpfen? Nicht mehr nur hängt jetzt das SelbstWERTgefühl von dem Urteil einer imaginären Anzahl von Personen ab (likes likes likes, klar dieses Problem ist fast ein alter Hut), nein, auch das Selbstgefühl des eigenen „Ich“ ist jetzt angewiesen auf den einen <em>Klick auf den Button</em> des Smartphones, das so smart dann doch nicht ist. Denn wie wirkt sich diese Persönlichkeitsverschiebung 2.0 auf Dauer, also Generationen später, auf die kognitiven Fähigkeiten aus? Was macht sie mit dem Selbstbewusstsein der Jugendlichen, die ausschließlich in der Welt von sozialen Portalen groß werden, die nicht, wie viele von uns, noch ohne eine Selbstentsprechung in der viralen Welt aufgewachsen sind? Fragen über Fragen. Wirklich erkannt hat am Ende wahrscheinlich nur Kim K., was die Welt im Innersten zusammenhält: ein Ladekabel, eine Steckdose, ein Mobiltelefon und ein stets funktionierender Internetzugang. </span></p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 658px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-version="7">
<div style="padding: 8px;">
<div style="background: #F8F8F8; line-height: 0; margin-top: 40px; padding: 50.0% 0; text-align: center; width: 100%;"></div>
<p style="margin: 8px 0 0 0; padding: 0 4px;"><a style="color: #000; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none; word-wrap: break-word;" href="https://www.instagram.com/p/BIbC6zNhK93/" target="_blank">Wearing Yeezy Season with Yeezy</a></p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;">Ein von Kim Kardashian West (@kimkardashian) gepostetes Foto am <time style="font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px;" datetime="2016-07-28T22:52:24+00:00">28. Jul 2016 um 15:52 Uhr</time></p>
</div>
</blockquote>
<p><script src="//platform.instagram.com/en_US/embeds.js" async="" defer="defer"></script></p>
<p class="p1"><span style="color: #de1b86;"><strong>Anneli Botz, 31, lebt in Berlin und ist freischaffende Redakteurin und Autorin. Zudem entwickelt sie als Kuratorin Projekte, die sich der ästhetisch-konzeptuellen Darstellung gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen widmen:</strong> </span><strong><a href="http://www.pointproject.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">www.pointproject.de</a>. </strong></p>
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		<title>Brain Blah // Was macht Snapchat mit unserer Psyche?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nike Jane]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2016 05:02:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Snapchat]]></category>
		<category><![CDATA[Brain Blah]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal Wind von Snapchat bekam, war ich schnell Fan des unschuldigen App-Neulands. Man schickte sich lustige Clips quer durch den Freundeskreis, malte mit dem Finger Herzen über das Käsebrot, munterte Kommilitonen mit der eigenen Klausuren-Tragödie beim Büffeln auf oder schwur sich über eine Distanz von 500 Kilometern<a class="read-more" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2016/04/06/brain-blah-was-macht-snapchat-mit-unserer-psyche/">weiterlesen…</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2016/04/06/brain-blah-was-macht-snapchat-mit-unserer-psyche/"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-131815" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2016/04/snapchat-.jpg" alt="snapchat" width="1242" height="1703" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/snapchat-.jpg 1242w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/snapchat--150x206.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/snapchat--374x513.jpg 374w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/snapchat--583x800.jpg 583w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/snapchat--624x856.jpg 624w" sizes="(max-width: 1242px) 100vw, 1242px" /></a>Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal Wind von <a href="http://www.thisisjanewayne.com/news/2015/04/07/snapshat-kann-mir-das-mal-wer-erklaren-bitte/" target="_blank"><strong>Snapchat</strong></a> bekam, war ich schnell Fan des unschuldigen App-Neulands. Man schickte sich lustige Clips quer durch den Freundeskreis, malte mit dem Finger Herzen über das Käsebrot, munterte Kommilitonen mit der eigenen Klausuren-Tragödie beim Büffeln auf oder schwur sich über eine Distanz von 500 Kilometern ewige Freundschaft. Das rohe Leben war das, ohne Filter und auch fast ohne den heute omnipräsenten und Salon-fähigen Social-Media-Narzissmus, über den wir an dieser Stelle gar nicht streiten wollen, anderes Thema. Was dann jedenfalls geschah, muss ich euch kaum erklären &#8211; Instagram überflutete alles und noch mehr und die einst ungeschönte Spontanästhetik wich binnen weniger Monate dem ganz großen Inszenierungswahn. Was ging also ein erleichtertes Seufzen durch die Reihen, als Snappy seinen zweiten Frühling einläutete, alle waren sie ja gierig auf das neue alte Tool, das endlich wieder mehr Realität versprach. Dass sich die Utopie einer beinahe nahbaren Internet-Welt voll Natürlichkeit vor allem in Bloggerkreisen zu einem wahr gewordenen Alptraum mit Reality Soap Referenzen mausern würde, ist eine Wendung, die viele sehr wohl kommen sahen, aber nur die Wenigsten begreifen können. Außer, man steckt selbst bis zum fünften Video der eigenen Schmolllippen infolge tief drin.<span id="more-131805"></span></p>
<p>Seit ein paar Wochen beäuge ich jetzt schon das Treiben rund um den weißen Geist im gelben Kasten und von den meisten mir präsentierten Videos lasse ich mich sogar mit großem Vergnügen berieseln. Ich folge sympathischen Bloggerinnen durch den Tag, sehe Landschaften von der anderen Seite der Welt, niedliche Schweinenasen oder geistreiche, selbstironische Kommentare und Grimassen. All das stört mich nicht, ganz im Gegenteil, ich wünschte, ich selbst wäre eine ähnlich ambitionierte Snapchat-Rampensau. Allerdings überwiegt bisweilen noch die Sorge, am Ende zu werden wie jene, die das permanente Filmen aus Langeweile offenbar verrückt gemacht hat. Und das sind wahrlich nicht wenige. Diesmal geht es demnach also nicht wie sooft um die Adressaten, die in Scheinwelten ersaufen, sondern um die Protagonisten selbst. Ehrlich gesagt gruselt es mich regelrecht bei der Frage danach, was Snapchat denn eigentlich mit der Psyche seiner Benutzer_innen macht. Und mit deren Gehirnzellen. Das darf doch wirklich nicht wahr sein, dieser Affentanz.</p>
<p>Denn: Das sogenannte Fremdschäm-Niveau, das uns bisweilen vorrangig aufgrund diverser RTL II Formate bekannt ist, wird auf Snapchat nicht selten durch Selbstgespräche mit der Handy-Kamera auf ein bisher ungeahntes Level gehoben. Worte, die an Banalität und Satzreihen, die an Monotonie kaum zu übertreffen sind, führen ein Wettrennen mit affektierten Gesten. Zur Schau gestellte Langeweile mündet in nahezu surrealen Affekthandlungen, die normalerweise noch nicht einmal hinter verschlossener Tür praktiziert werden würden. Und dann dieses zwanghafte Dokumentieren von Nebensächlichkeiten, die so nebensächlich sind, dass sie weder amüsieren, noch erden, noch interessieren. Es ist ein reines Schauspiel, aufgeführt von Menschen, die im echten Leben womöglich die liebsten, im digitalen aber die unfassbarsten sind. Beim Betrachten des Dramas möchte man manchmal laut schreien und sagen: Mach das nicht. So bist du doch gar nicht. Du tust dir hier gerade wirklich keinen Gefallen.</p>
<p>Versteht mich nicht falsch, es ist ja nicht so, als würde mich der Alltag anderer gänzlich unberührt lassen, ganz im Gegenteil, nehmt mich mit, wohin ihr wollt und quasselt bis die Sonne untergeht. Es ist mir in der Regel sogar die reinste Wonne; selbst der sinnentleerteste Beitrag kann ein kurzweiliges Vergnügen sein &#8211; sofern noch einen Funken der echten Person hinter all den Schießhaufen-Emojis zu erkennen ist. Trotzdem tut es immer dann weh, wenn nicht Gesichter, sondern Persönlichkeiten zu fiesen Grimassen verzerrt werden. Wenn Überheblichkeit zur antrainierten Attitüde wird, wenn mich leere Augen anstarren, immer und immer wieder, wie versteinert, einfach so, weil gerade nichts anderes zu tun war, als sich im eigenen Antlitz zu suhlen. Weil sich eigentlich sympathische Mädchen plötzlich aufführen als seien sie längst von Interesse für die InTouch, ganz im Sinne von Andy Warhols 15-Minutes-Of-Fame-These. Mich macht vor allem diese Tristesse fertig. Die Ödnis. Als wisse niemand mehr irgendetwas mit kurzen Momenten der Ruhe anzufangen, als müsse jede Stille heutzutage alsbald mit Stumpfheit übertrumpft werden. Das Verrückteste: Dieses sekundenschnell Degradieren der eigenen Person geschieht keineswegs durch Zweite oder Dritte, sondern einzig durch den jeweiligen Snapper selbst, der tendenziell ahnungslos ob seiner Außenwirkung scheint und das, was er dort veranstaltet, allenfalls aus der Ich-Perspektive bewertet. Eigentlich spitzenmäßig, fast schon anarchistisch und auf jeden Fall gefühlsgeleitet. Bloß kommt bei besagten Prozessen weniger der echte Charakter zum Vorschein als vielmehr ein ätzender Klon desgleichen. Snapchat vermag es also offenbar, die Schere zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung weiter aufzureißen alles alles bisher Gekannte. Ich weiß nicht, ob das, was ich da in extremen Fällen sehe, noch gesund ist. Ich weiß nur, dass es mehr wird. Snapchat muss magische Kräfte besitzen.</p>
<p>Das Phänomen der mitunter erschreckenden Snapchat-Persönlichkeit, die irgendwie parallel zur echten Persönlichkeit zu koexistieren scheint, ist jedenfalls auch im professionellen Bereich ein Problem, und zwar meist dann, wenn nicht mehr zwischen Authentizität und schnodderiger Selbstüberschätzung unterschieden werden kann. Wo die einen seit Jahren dafür kämpfen, das Bloggertum als ernstnehmende Profession zu etablieren, treten andere das Geleistete ganz unbedarft mit Füßen. Nicht selten wird da zum Beispiel ein Geschenk nach dem anderen ausgepackt, ohne jegliche Regung von sichtbarer Dankbarkeit, sondern mit einer Selbstverständlichkeit, die der Verzogenheit fiktiver Märchenprinzessinnen in nichts nachsteht &#8211; und wehe, der Gratis-Nagellack passt nicht ins Konzept. Dann wird wie selbstverständlich über die Fähigkeiten und den guten Geschmack der zuständigen Agentur geschimpft, ganz ungeniert und öffentlich. Das Gesagte bleibt ja glücklicherweise nicht für immer, da kann man sich schon mal für einen kurzen Augenblick vergessen, genau wie die guten Manieren.</p>
<p>Ist Snapchat also so etwas wie eine regelfreie Zone? Eine, in der selbst der Bodensatz unserer geheimsten Abgründe nicht fehl am Platz ist, das Schlaraffenland für all die von Regelkonformität Erschlagenden? Das wäre immerhin die schönste aller Erklärungen. Aber vor allem eine, die alles hier Vorangegangene und Gesagte als wahre Trivialität entlarven würde. Vielleicht ist es wirklich so einfach. Vielleicht sorge ich mich zu Unrecht. Vielleicht macht Snapchat überhaupt nicht krank, sondern einfach nur unabsichtlich ehrlich &#8211;  bishin zur Unkenntlichkeit.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-131828" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2016/04/IMG_2072.jpg" alt="IMG_2072" width="1080" height="1920" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/IMG_2072.jpg 1080w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/IMG_2072-141x250.jpg 141w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/IMG_2072-289x513.jpg 289w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/IMG_2072-450x800.jpg 450w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2016/04/IMG_2072-624x1109.jpg 624w" sizes="(max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>SNAPCHAT   &#8211; Kann mir das mal wer erklären, bitte?</title>
		<link>https://www.thisisjanewayne.com/news/2015/04/07/snapshat-kann-mir-das-mal-wer-erklaren-bitte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nike Jane]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2015 12:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[box2]]></category>
		<category><![CDATA[Snapchat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sarah und ich, wir bezeichnen uns ja selbst ständig als Internetmenschen, Medien schreiben gern von sogenannten &#8222;Digital Natives&#8220;, andere von digitalen Prokrastinierern. Soll so viel bedeuten wie: Wir wissen normalerweise, wo der Social Media-Hammer hängt und zwar ganz einfach deshalb, weil wir zum rechten Zeitpunkt geboren wurden oder auch zum falschen, je nachdem ob man<a class="read-more" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2015/04/07/snapshat-kann-mir-das-mal-wer-erklaren-bitte/">weiterlesen…</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2015/04/07/snapshat-kann-mir-das-mal-wer-erklaren-bitte/">SNAPCHAT &lt;br/&gt;  &#8211; Kann mir das mal wer erklären, bitte?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.thisisjanewayne.com">Jane Wayne News</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2015/04/IMG_6201.jpg"><a href="https://www.thisisjanewayne.com/news/2015/04/07/snapshat-kann-mir-das-mal-wer-erklaren-bitte/"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-full wp-image-105378" alt="Snapshat" src="http://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads//2015/04/IMG_6201.jpg" width="800" height="800" srcset="https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/04/IMG_6201.jpg 800w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/04/IMG_6201-150x150.jpg 150w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/04/IMG_6201-513x513.jpg 513w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/04/IMG_6201-624x624.jpg 624w, https://www.thisisjanewayne.com/news/wp-content/uploads/2015/04/IMG_6201-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></a>Sarah und ich, wir bezeichnen uns ja selbst ständig als Internetmenschen, Medien schreiben gern von sogenannten &#8222;Digital Natives&#8220;, andere von digitalen Prokrastinierern. Soll so viel bedeuten wie: Wir wissen normalerweise, wo der Social Media-Hammer hängt und zwar ganz einfach deshalb, weil wir zum rechten Zeitpunkt geboren wurden oder auch zum falschen, je nachdem ob man dem ganzen virtuellen Treiben nun wohlgesonnen ist oder grundsätzlich lieber Morsezeichen, statt Mails schicken würde. Ständig kommt was Neues vom App-Himmel geregnet; Freundin A heiratet bald Typ B, reinverguckt in den jeweils anderen hat man sich vor drei Wochen selbstverständlich bei Tinder, Troll-Kommentare über den tranfunzeligen Arbeitskollegen, der sowieso ständig nur Two Dots zockt, werden via Twitter solange in die Welt verschickt bis der Chef irgendwann zurück zwitschert, Imagepflege betreibt der gebildete Bürger von heute sowieso nicht nur bei Facebook und Linked In, sondern auch bei Google plus, das schöne Leben lebt man mehr auf Instagram als sonstwo und What&#8217;s App kann dank Aufnahmefunktion selbst Mutti bedienen. Unser Smartphone-Kosmos schien demnach nahezu perfekt &#8211; bis Snapchat kam und an unserem Weltbild rüttelte. </p>
<p>Selbstredend ist es so, dass wir Snapchat schon lange vor diesem Beitrag nutzten, aber leider nur zwei Wochen lang, erstens der Nerven zuliebe und zweitens, weil all die kleinen Filmchen und Standbilder mit ihren lustigen Unterschriften schnell Überhand nahmen und darüber hinaus an Sinnlosigkeit nur noch von Chat Roulette zu übertreffen waren. Die Vergänglichkeit der gesendet Nachrichten schlug zwar geradezu in die Datensicherungs-Kerbe, auch die Userzahlen, die alle anderen Anwedungen lockerflockig überragen, spachen und sprechen weiterhin für sich, aber irgendwie nicht für uns. Wäre da nicht der Zugzwang. Plötzlich scheint nämlich Gott und deine Mutter ein Snapchat-Profil zu betreiben, allen voran Blog-Masterminds, Magazine und sämtliche &#8222;Opinion Leader&#8220; der Medienwelt. Müssen wir jetzt etwa auch mitmachen?<span id="more-105365"></span><br />Seit Tagen tauchen vornehmlich auf Instagram kleine Hinweise auf die Existenz einer Snapchat-Parallelwelt auf: Highsnobiety zum Beispiel taggt keine Orte mehr, sondern Snapchat, Cloudy_Z vom Interview Magazin markiert ihre Frühstücksbilder nicht mehr mit &#8222;Melbourne Canteen&#8220; sondern &#8222;Snapchat&#8220;, auch DAZED befindet sich neuerdings an einem Ort namens &#8222;Snapchat&#8220;, und so weiter und so fort. Wir waren natürlich neugierig, denn jeder weiß &#8222;Reichweite ist Macht&#8220; und wir Deutschen hinken da tendenziell weit hinterher, weshalb wir Janes uns zu Recherche-Zwecken wagemutig ein neues &#8222;<strong>Thisisjanewayne</strong>&#8222;-Profil anlegten, Großes erhofften, aber nur Gewöhnliches sahen. Turnschuhe etwa, eine grüne Wiese mit Windmühlen verziert und sogar eine Kaffeetasse. Von vorne, von links und rechts. Kann uns das also bitte mal jemand erklären? </p>
<p>Was wir bis hierher verstehen: Snapchat ergibt Sinn, wenn man auch sonst viel redet und auf Bewegbild schwört. Bestens aufgehoben sind hier also beispielsweise Youtuber oder Bonnie Strange, die sowieso längst auf die Video-Funktion von Instagram schwört. Aber brauchen Sarah und ich als This is Jane Wayne auch Snapchat? Interessiert es euch, wie ich mein Schokoladencroissants kaue? Wie Sarah sich die Schuhe bindet? Wie wir Dummquatsch reden und dabei glutenfreies Spurdelwasser gurgeln? Oder kann man es vielleicht tatsächlich schaffen, wirklich originellen Kontent zu produzieren, dem kein anderer Kanal gerecht werden könnte? Und wenn ja, woher um alles in der Welt kommt dann die zusätzliche Zeit für das Pflegen einer weiteren kleinen Follower-Welt geflogen? </p>
<p>Ihr seht, diesmal stehen wir auf dem Schlauch. Deshalb reichen wir die Frage an auch weiter: Snapchat &#8211; machen oder sein lassen?</p>
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