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Kaufen, Lesen, Lieben //
„Das Buch als Magazin“ feat Goethes „Faust“

29.10.2015 um 10.22 – box1 Magazin

Das Buch als MagazinVor genau zwei Jahren, als „Das Buch als Magazin“ zum allerersten Mal erschien, schöpfte ich plötzlich wieder Hoffnung. Print ist tot, es lebe Print! Das ewige Hin und Her hatte endlich ein Ende, denn mit dem intelligentesten Gegenentwurf zur In-Touch-Wegwerfgesellschaft, das die Buchhandlungen und Kioske dieser Welt seit Langem gesehen hatten, statuierten Joahanna Swistowski und Peter Wagner ein dringend nötiges Exempel. Dafür, dass das gedruckte und geschriebene Wort ebenso so kostbar ist wie die literarischen Ergüsse der größten Schriftsteller aller Zeiten, dafür, dass selbige im Hier und Jetzt noch genau so gut funktionieren wie damals zu deren Blütezeiten, oder sogar besser. Das Prinzip ist so simpel wie genial: „Im ersten Teil der Hefte drucken wir einen Klassiker der Literaturgeschichte (…), im zweiten Teil schreiben wir Geschichten aus dem Alltag unserer Gegenwart (…). So verknüpfen wir Literatur und Journalismus, Vergangenheit und Gegenwart.“ 

Wir lasen also von Kafkas „Die Verwandlung“, es folgte Büchners Woyzeck“, dann Arthur Schnitzlers “Traumnovelle“, schließlich Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“ und sogar Heidi. Diesmal steht Johann Wolfgang von Goethe im Zentrum des schönsten Magazinkonzepts des Landes: „Faust“ ist zurück. Und trotzdem blutet mir das Herz. Die Krux liegt nämlich im Dilemma des Bekanntmachens verborgen. Wie erreicht man im Axel-Springer-Bildzeitungs-Sumpf noch Menschen, die sich für die wahren Perlen auf einem gigantischen Haufen von YellowPress-Scheiße interessieren? Soll heißen: Spread the word – Das Buch als Magazin hat es wahrlich verdient, gesehen, gelesen und geliebt zu werden. weiterlesen

Magazin-Tipp // „Das Buch als Magazin“ –
Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“

13.11.2014 um 10.40 – box3 Buch Magazin

buch als magazinErst Kafkas „Die Verwandlung“, dann Büchners Woyzeck“, zuletzt Arthur Schnitzlers“Traumnovelle“ und jetzt eben Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“ – Johanna Swistowski und Peter Wagner, die beiden Strippenzieher hinter der intelligentesten Magazinidee der vergangene Jahre, machen mit ihrem „Buch als Magazin“ seit inzwischen vier Ausgaben große Lust auf das Lesen waschechter Klassiker, sie verknüpfen Literatur mit Journalismus, das Früher mit dem Heute und beweisen obendrein, wie wunderbar monothematische Konzepte funktionieren können. Diesmal dreht sich alles, ihr ahnt es vielleicht, um Gespenster und alles, was da am Thema noch mit dran hängt. 

Nachdem sich die erste Hälfte des Magazins Wildes Originaltext widmet, tauchen wir schließlich ab in die Unsterblichkeit, wir fragen uns, weshalb manche Popstars ewig Leben, besuchen einen Heiler, der Angst vor Fröschen hat, dafür aber böse Geister namens „Dschinn“zu vertreiben in der Lage ist, wir lauschen dem dänischen Fotografen Jacob Holdt, der selbst nach etlichen Besuchen und Übernachtungen bei Ku Klux Klan Mitglieder noch behauptet, er kenne keinen schlechten Menschen, wir versinken in einem Essay über die Sehnsucht nach Leere im Kopf und bleiben am Ende mit einem ziemlich vollen Kopf zurück: weiterlesen

Das beste Magazin seit langem: „Die Verwandlung“ von Kafka – „Das Buch als Magazin No I“

06.02.2013 um 15.13 – Allgemein Magazin



Ein Buch kann uns als Axt dienen für das zugefrorene Meer in unserem Inneren“.  Es ist nicht so als würde ich Kafka nicht so oder so schon verehren, aber mit dem Aufschlagen der ersten Seite samt des so wunderbar wahren Zitats fand ich eine neue Liebe: Das Buch „Die Verwandlung“ als Magazin ist vermutlich das Beste, was mir in den vergangenen Monaten untergekommen ist. 

Die beiden Macher Joahanna Swistowski und Peter Wagner erklären das Prinzip ihres Genie-Streichs wie folgt: „Im ersten Teil des Heftes drucken wir einen Klassiker der Literaturgeschichte (…), im zweiten Teil schreiben wir Geschichten aus dem Alltag unserer Gegenwart (…). So verknüpfen wir Literatur und Journalismus, Vergangenheit und Gegenwart“. Mein persönlicher Traum wird wahr und es passiert mir nicht oft, dass ich beinahe motzig werde, weil mir nicht selbst eine derart glorreiche Idee in den Kopf gesprungen ist. Mit der ersten Ausgabe von „Das Buch als Magazin“ halte ich einen der intelligentesten Gegenentwürfe zum digitalen Overdose in den Händen. Print ist sowas von lebendig – man muss es nur richtig anstellen. weiterlesen