Buch-Tipp // „Vom Ende der Einsamkeit“ Von Benedict Wells

24.08.2016 um 22.03 – Allgemein

benedeict wells vom ende der einsamkeit

Es passiert mir ja selten, dass ich Autor*innen nachstelle, also eigentlich natürlich nie, bloß für Harald Martenstein hatte ich zuweilen mal die Bilder-Suchmaschine angeschmissen, weil ich dringend wissen wollte, wer mir da in der Zeit Magazin Kolumne eigentlich seit Jahren aus der Seele schreibt und schimpft und schwitzt. Im Fall Benedict Wells hingegen tippten meine Finger nach den ersten gefressenen sechzig Seiten des neuen Romans quasi wie von selbst die Buchstaben seines Namens in mein Gesichtsbuch ein; ich brauchte ein Profil und ein paar Augen zu dieser ebenso klassischen wie genialen Erzählweise, die immer sagt, was sie meint, ohne große Kreise um das Eigentliche zu drehen. „Vom Ende der Einsamkeit“ wird vom Feuilleton nicht zu Unrecht so hoch gehandelt wie ein seltener Edelstein, wobei Benedict selbst eigentlich der größte deutsche Literaten-Rohdiamant von allen ist, bescheiden, klug und viel zu weise für sein Alter, nicht protzig oder bloßer Pop, sondern schlichtweg mehr als gut. Sieben Jahre lang schrieb der 30-jährige Münchener an seinem vierten Werk, das in diesem Frühjahr auf „Becks letzter Sommer“ folgte. Es ist ein Familienroman geworden, der vor allem von einer großen Liebesgeschichte lebt. weiterlesen

Outfit // Von Pink und Rot und Farb-Eitelkeiten.

24.08.2016 um 19.37 – Outfit Wir

nike van dinther thisisjanewayne pink gucci wallet on chainSpätestens als Miley Cyrus irgendwann in einem Interview behauptete, Pink sei ja überhaupt gar keine Farbe, sondern viel eher eine Frage der Attitüde, schwor ich mir, weiterhin und bis in alle Ewigkeit quasi attitüdenlos durchs Leben zu kommen. Wie so viele Versprechen an mich selbst, wurde selbstredend auch ebendieses gebrochen, was zu großen Teilen mit Trotz zutun hatte, aber auch mit der Erkenntnis: Farben kennen kein Pardon. Ganz im Gegenteil sogar, manchmal schleichen sie sich aus dem Blauen heraus einfach in unser Leben, so wie dieses satte Rosa dort oben zum Beispiel. Ich hätte es ja auch nicht für möglich gehalten, echt nicht. Aber zurück zum Trotz, denn ich die Einteilung in schlaue und beschränkte Nuancen wirklich leid und darüber hinaus wurde ich erst neulich richtig fuchsteufelswild, als jemand in meinem entfernten Bekanntenkreis über eine andere Bekanntin herzog: Die Sonne hätte ja wohl ohnehin das Hirn dieser jungen Dame zerbrutzelt, das sähe man ja schon an all dem Pink in ihrer Kleidung, so eine verdammte Tussi. Was für ein beschissenes Klischee, dachte ich noch, als die Hälfte der Versammlung eifrig nickte, vor allem die anwesenden Frauen, die sich plötzlich so wahnsinnig richtig vorkamen in ihrem gedeckten Einheitsblau. Dabei waren sie nichts weiter als fies. Und viel oberflächlicher als jede Rosa-Trägerin, die ich kenne. Was ich mit alldem eigentlich sagen will, ist:

Meine neues „Wallet on chains“ von Gucci ist überhaupt nicht die tussigste Obertussen-Tasche aller Zeiten, der Begriff „Tussi“ allein ist ja schon großer Quatsch, oder zumindest gehört die damit einhergehende Negativ-Assoziation verbannt. Wie auch immer, diese Tasche ist bloß sowas wie die warm-rosa Kirsche auf der Torte des Alltagsgraus, zum Anbeißen schön und endlich meins. Zwei Mal im Jahr darf nämlich ein lang angeschmachtetes Schätzchen in meinen Kleiderschrank wandern, wenngleich dafür viele, viele alte Stücke von dannen ziehen müssen (Tictail wird gerade wieder vollgepackt). Nach diesem Prinzip fällt der Abschied immerhin gar nicht mehr so schwer: weiterlesen

All eyes on //
Mes Demoiselles Paris für den Herbst 2016

24.08.2016 um 10.11 – Lookbook Mode

mesdemoiselles

Ich hatte eigentlich nur noch ein Ass im Ärmel – und genau das sorgte gestern dafür, dass ich auf den letzten Drücker doch noch fündig wurde und am kommenden Wochenende furchtbar entspannt in die Toskana fliegen kann: Ich habe endlich, endlich ein Hochzeitsgastoutfit gefunden, halleluja. Vor kaum einem anderen Thema bin ich in den vergangenen Wochen so gekonnt weggerannt, kaum ein anderes hat mich tatsächlich so verzweifeln lassen. Kleidung für Anlässe herauszukramen, das Ganze auf den jeweiligen Ort abzustimmen, mit den Erwartungen der Einladenden zu vermengen und am Ende des Tages selbst noch glücklich zu sein, phew. Selbstverständlich hätte ich mich auch wieder in irgendein knieumspieltes Kleid von irgendeinem Skandinavier schälen können, der eigene Anspruch war allerdings ein anderer – immerhin wird hier extra in die Toskana gereist. Ihr wisst schon, was ich mein‘.

Und so zog ich gestern auf den letzten Metern los, bevor es morgen gen Bologna geht – und wurde tatsächlich fündig: Im Sale bei Isobel Gowdie auf der Mulackstraße (!) und dank wallendem und floralem Mes Demoiselles Zweiteiler aus hauchzarter Baumwolle. Und genau diesen Fund nehmen wir doch heute mal zum Anlass, um euch das französische Label endlich noch einmal genauer vorzustellen:  weiterlesen

B L O G S

INTERIOR // Krimskrams & Dekofirlefanz

24.08.2016 um 8.01 – Wohnen

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Das Schlimme an Firlefanz und unnötigem Dekokrams? Einmal angefangen, kann man schwer genug kriegen. Da lob‘ ich mir skandinavisch, cleane, bevorzugt weiße Wohnungen, in denen nichts, aber auch wirklich gar nichts steht. So kann sich schließlich auch keine Dekooase bilden, die manchmal als schwerer Balast wahrgenommen wird. Aufhören kann ich trotzdem nicht – und rutsche mehr und mehr rein, werde zur kleinen Deko-Maus, die hoffentlich nicht irgendwann noch anfängt ihre Fensterscheiben zu bekleben. Solltet ihr demnächst etwaige Tendenzen spüren, lasst es mich wissen, nachher ist es zu spät.

Vorerst bleibe ich allerdings dabei: Krimskrams & Dekofirlefanz machen unsere Wohnungen gemütlicher. Kann es denn auch Schöneres geben, als das Universum in Mobile-Form direkt über unserer liebsten Kommode? Porzelankakteen, Kerzen als Birnen getarnt oder Tabletts in Fischform oben drauf platziert? Und kleine Elefanten, wirklich völlig nutzlose, dafür verdammt schöne Keramik-Kugel oder Kuscheldecken rechts und links daneben gestellt? Nein, natürlich nicht. Neues aus der Reihe: Braucht man nicht, schaut mich sich trotzdem immer wieder gerne an: weiterlesen

Beauty // Öfter mal Frisuren
bei Asos stibitzen.

23.08.2016 um 17.31 – Beauty

beauty frisuren ideenIch habe Hochzeits-Panik und zwar stellvertretend für alle Heiratenden, oder womöglich auch einfach Hochzeitsgast-Panik, ganz nervös werde ich hier gerade noch auf  den letzten Metern der Zielgeraden zum Traumfest einer meiner besten Traumfreundinnen am kommenden Wochenende in der Toskana. Als schwere Empathie-induzierte Aufregung könnte man das Ganze wohl bezeichnen. Nicht nur, dass mir das geplante Kleid aufgrund neu- und liebgewonnener Nichtraucher-Rundungen wirklich nicht mehr richtig passt, ich weiß außerdem nicht, was ich mit meinem ungeschnittenem Haar anfangen soll, es ist der Braut nämlich verständlicherweise wichtig, dass ihre Gäste nicht wie Nachbars Lumpi zwischen Wein und Villen herum stehen, sondern tendenziell eher wie aus dem Ei gepellt. Ich verstehe und respektiere das, deshalb will ich mir ja auch Mühe geben.

Beim Ausschau halten nach Last-Minute-Inspiration durchwühlte ich als letzte Instanz schließlich also auch das Haarspangen-Sortiment bei Asos und dabei fiel mir auf, dass das Gezeigte grundsätzlich gar nicht mal so Alltags-verkehrt daher kommt. Auch für das Fest der Feste sind ein paar Ideen dabei. Dieser lockere Zopf plus Schleife dort oben zum Beispiel. Ich weiß, so simpel. Aber auch so schön. Von allein komme ich auf sowas einfach nicht, ein Jammer ist das. Deshalb hier ganz fix meine Favoriten für Zwischendurch: weiterlesen

Urlaubs Fragebogen // Mit Miriam Amro, stellv. Modeleitung Grazia

23.08.2016 um 10.34 – Travel

miriam amro Grazia thisisjanewayneAls ich gerade seit etwa drei aufschlussreichen Jahren aus dem Studium entlassen worden war um vollgestopft mit Vorurteilen gen Modebranche aufzubrechen, da tauchte plötzlich ein Hoffnungsschimmer am noch immer schier unantastbar wirkenden Print-Redakteurinnen-Himmel auf: Miriam Amro. Man hatte uns gemeinsam mit Lisa irgendwo in New York abgesetzt, der Arbeit zuliebe, und bereits nach dem ersten kalten Glas Wasser bei 40 schwülen Grad im Schatten, klebten wir aneinander wie unser Haar am Nackenfleisch. In Miriam hatte ich schnell eine Schwester im Geiste gefunden, eine, die nicht weniger über die Auswirkungen westlicher Politik im Orient als über außergewöhnliche Ohrringe diskutieren konnte, einen kernigen Kumpel, der mindestens so leidenschaftlich fluchen wie Witze erzählen wie von Schuhen schwärmen kann, eine Partnerin in Crime, die ich seither nur selten, aber jedes Mal voller Freude wiedersehen durfte.

Demnächst feiern wir ein New York Revival, diesmal ist Frau Amro sogar längst stellvertretende Modeleitung bei der Grazia. Und so ganz nebenbei ist sie gerade außerdem dabei, sich gemeinsam mit ihrem Papa und „The Original Pali“ selbstständig zu machen. Mein Herz pocht vor Stolz. Aber vor allem wegen der Gewissheit, dass die Modewelt sich wegen Menschen wie Miri immer weiter vom Der-Teufel-Trägt-Prada-Klischee entfernt. Danke. Ich bin wirklich, wirklich froh, dass es dich gibt. Aber jetzt erzähl erstmal: Wo machst du in diesem Sommer Urlaub? weiterlesen

I N S T A G R A M

Shopping //
In ❤️ with Tartan & Tweed

23.08.2016 um 10.30 – Mode Shopping Trend

shopping tweet tartan check karoWäre ich 15 und der Sommer mein Klassenkamerad, ich hätte ihm längst ein Stück Kreide zwischen Butterbrot und Käsescheibe gelegt, dem alten Faulenzer. Als Wetterfrosch im Herzen kann ich euch dennoch beruhigen: Es ist Besserung in Sicht, jetzt wirds voraussichtlich nochmal kurz tropisch. Weil ich trotzdem ein bisschen beleidigt bin, treffen sich in meinem Kopf bereits bunte Blätter mit Regentropfen und Suppengrau zum Paarungstanz, weshalb auch die derzeit erträumte Garderobe tendenziell herbstlich ausfällt. Ich kann quasi nur noch an Tartan und Tweed denken, besonders ein Sakko von Sandro Paris und obiger Rock von MSGM haben es mir angetan. Ach, was red ich, der Mantel von Maison Scotch samt gelbem Fake Fur Kragen bringt mich ebenfalls um den Verstand, ein bisschen erinnert er außerdem an Miu Miu und ja, es könnte schlimmer sein.

Weil man aber nicht alles im Leben haben, aber allerlei Inspiration im Kopf herum tragen kann, werde ich vorerst in meinem eigenen Kleiderschrank Ausschau nach einem alten rotschwarzen Karo-Holzfällerhemd halten, Lio hat mich nämlich gerade erst mit seinem gefütterten Super-Modell neidisch gemacht ♥ weiterlesen

Short News // Neues von KENZO & H&M, Interiorstücke von Hay x COS & The Berlin Look

23.08.2016 um 10.01 – Allgemein

short news

Alle News der vergangenen Tage auf einen Blick, die unter keinen Umständen verpasst werden sollten – darunter u.a. mit KENZO x H&M, einer Sneak Peak der kommenden Stine Goya Kollektion, dem Urteil gegen Gina-Lisa, Interior-News von COS & HAY und den schönsten Strickkreationen von Diletta Cancellato. weiterlesen

Feminismus //
Sechs Zitate, sechs Geschichten

22.08.2016 um 14.10 – Feminismus Gesellschaft

Feminismus in ZitatenEs gibt ein paar feministische Zitate, die in die Weltgeschichte eingegangen sind. Aber was steckt eigentlich dahinter? Sechs Zitate – sechs Geschichten.

„Ain’t I a woman?“ (Sojourner Truth, 1851)

„Bin ich etwa keine Frau?” fragte die US-amerikanische Abolitionistin (d.h. Sklaverei-Gegnerin) und Frauenrechtlerin Sojourner Truth in ihrer berühmten Rede von 1951. Aber: Fragte sie das wirklich? Von dieser Rede kursieren nämlich zwei Versionen. Die eine wurde im Juni 1851 im Anti-Slavery Bugle veröffentlicht. Der Satz „Ain’t I a woman?“ taucht darin nicht auf. In der Version von Frances Dana Barker Gage, die zwölf Jahre später veröffentlicht wurde, allerdings schon. Gage, selber in feministischer Mission unterwegs, ergänzte die Originalrede großzügig und verpasste ihr einen stereotypen Südstaatendialekt. Sojourner Truth stammte aber aus dem Staat New York und wuchs mit Holländisch als erster Sprache auf. In Gages Version benutzt Sojourner Truth die Formulierung „Ain’t I a woman?“, um Gleichberechtigung zu fordern: Frauen gälten als körperlich schwach. Sie, die Sklavin Truth (ihr Sklavenname war „Isabella“) sei durch die harte Arbeit auf der Farm aber stark wie ein Mann – und trotzdem eine Frau. Den genauen Wortlaut von Sojourner Truths Rede kennt heute niemand. Sie war damals aber trotzdem eine Sensation, weil Truth als eine der Ersten die Verbindung zwischen Sexismus und Rassismus herstellte. weiterlesen