Schlagwort-Archiv: Tagesoutfit

Outfit // Für mehr Kontakt-Obst im Alltag

22.06.2017 um 9.28 – Outfit Wir

Ich habe das Gefühl, es ist Zeit für eine neue Runde Fashion Tales. Bald dann! Denn was man alles so erlebt, wenn man lustige, große, beträchtliche oder auch saukomische Ohr-Clips trägt, passt ja auf keine Kuhhaut. Im besten aller Sinne! Die Leute freuen sich, stupsen die Dinger an, finden endlich wieder den Spaß an der Mode wieder (auch man selbst, mit tellergroßen Strohblumen am Ohr kann man sich schließlich nicht allzu ernst nehmen). Aber das Beste ist: Man kommt ins Gespräch – aber mit Leuten, die man gar nicht kennt. Und ich finde ja, das fehlt den Deutschen irgendwie. Während ich bei meinen Besuchen in New York etwa kaum eine Subway-Fahrt ohne netten statt nervigen Smalltalk hinter mich bringe, starren die meisten Berliner Ubahn-Gäste bloß kollektiv auf ihre Smartphones. Vielleicht auch, um ganz bewusst jeden persönlichen Austausch zu vermeiden. Als würden Fremde beißen.

Ein Freund von mir hat mir einst von der sogenannten Kontakt-Zitrone erzählt. Die nahm er immer mit zum Feiern in den Club und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Mit einer Zitronen in der Hand bedarf es keiner schnöden Anmache oder mutiger Sprüche, um temporäre Tresen-Freundschaften zu schließen. Das passierte von ganz allein, es gab ja ohnehin einen gelben Grund zu quatschen. Clever finde ich das, bis heute. Und ich entdecke da durchaus parallelen zu meinen neuen Contact-Clips: weiterlesen

Outfit // So tun, als ob heut‘ Urlaub wär.

30.05.2017 um 9.40 – Outfit Wir

Noch während meines Heimatbesuches am langen Wochenende bin ich ein faules Loch gefallen und auch zurück in die Vergangenheit. Damals, dachte ich, da war der Sommer bloß vollgestopft mit Johannisbeeren aus Opas Garten, da hat sich niemand drum geschert, was ich nun mache oder nicht, womit ich mein Taschengeld verdiene und ob ich denn auch brav E-Roller statt Mercedes fahre. Also habe ich hier und da über dies und das und das Heute geflucht und schließlich, womöglich als Karma-Knüppel vom Universum, die erste tiefrote Seitenstrangangina meines Lebens mit nach Hause gebracht. Ich fluche jetzt nicht mehr, sondern freue mich über zwei Arme, zwei Beine, über einen wieder fast gesunden Hals und noch viel mehr.

Über die neue Elefantenhaut, die ich mir nun habe wachsen lassen, habe ich heute Morgen außerdem vor allem Leinen gestülpt: Eine Bluse aus dem vergangenen Jahr, um genau zu sein, und einen 2nd-Hand-Fund, der mich neulich ganze 4 Euronen gekostet hat. Noch immer macht mich kaum etwas (in materieller Hinsicht) so glücklich wie das Zusammenwürfeln alter und neuer Schätze. Es ist zwar leicht, auf einen Bestell-Knopf im Internet zu drücken, aber richtige Freude bereitet doch das Suchen und Finden von Stücken, deren Vergangenheit zwar reine Spekulation bleibt, deren Zukunft in unserem eigenen Kleiderschrank aber umso rosiger ausschauen könnte. Die gestreifte Hose jedenfalls habe ich „Karla“ getauft und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir noch viele Abenteuer zusammen durchleben werden. Bis es tatsächlich so weit ist, hilft sie mir schonmal dabei, so zu tun, als ob heut‘ Urlaub und nicht Büro wär‘. Einfach so vong Gefühl her. weiterlesen

Outfit // Gegen das Gehenlassen

29.03.2017 um 10.31 – Outfit Wir

raffia bag mangoIn Hollywoodstreifen ist es ja oft so: Da wachen die Damen des Hauses stets in zusammenpassender feinster Unterwäsche auf, das Frühstückseiweiß wird im seidenen Morgenrock verspeist und wenn man genau hinschaut, dann lugt außerdem noch irgendwo ein vornehmes Spitzenhemdchen aus dem Revers heraus. Das ist dann meist der Moment, in dem mir die ein oder andere Feierabend-Pommes vor lauter Lachen aus dem Nasenloch schießt. Abends, mit dem Laptop auf den Knien, sehe ich nämlich aus wie morgens, ich trage stets ein Feinripp-Unterhemd, das ich rechts und links an beiden Beinen des ausgewaschenen Schlüpfers, der bestimmt nicht zum BH passt, wie Flügelchen herausziehe, und einen Frottee-Bademantel, in dem ich schon diverse Vorlesungen verschlief.

Wenn ich es mir recht überlege, spiegelt dieser Anblick sogar am ehesten wider, wie ich mich Ende des Winters auch sonst so hinsichtlich meines modischen Feingefühls gesehen habe. Gar nicht speziell. Nur pragmatisch. Ich begrüße dieses vogelfreie Laissez-Faire sehr, bloß schlug es mir so langsam aufs Gemüt, hin und wieder dachte ich sogar darüber nach, mich einem Selbstversuch zu widmen: Ein Jahr, eine Jeans, zwei Pullis – oder so ähnlich. In letzter Sekunde packte mich der Frühlingseinbruch allerdings am Schlafittchen, sodass der Sinn mir mit einem Mal und ganz unverhofft wieder nach ein bisschen Firlefanz stand. Gegen das Gehenlassen sozusagen. Zumindest obendrüber: weiterlesen

New In // Stripy Stine Goya Pants
– oder: Sommerhose trotz Winter

09.02.2017 um 16.45 – Outfit Wir

shop the look stine goyaSpätestens seit Gannis #Lovesociety habe ich einen Narren an roten Hosen gefressen und zwar nicht nur an der auf dem Laufsteg gezeigten Version aus Kord, sondern so ganz grundsätzlich. Noch dazu dachte ich gerade außerdem über die Anschaffung eines gut sitzenden Nadelstreifenmodels nach (dazu später mehr) und so kam es, dass ich im Angesicht der „Vinnie Pants“ von Stine Goya zur herzäugigen Karikatur meiner selbst mutierte. Blöd nur, dass dieses Geschenk des dänischen Himmels überhaupt nicht wintertauglich ist, ein Hauch aus Nichts sozusagen, aber umso hübscher geschnitten, beinahe perfekt. Es muss nämlich ausnahmsweise nichts gekrempelt werden; bei einer Größe von 1.73m ragt das gute Stück in etwa bis zu den Knöcheln. Und weil wir es hier in guter alter Stine Goya-Manier mit einem recht körperfernen Stück Stoff zu tun haben, fallen die darunter gemogelten Thermostrümpfe auch kaum aus. Wollblazer und Rolli drüber, fertig. Und auch warm! Ich finde sogar, mit einem Ledergürtel getragen bekämpft man sogar jeden Pyjamaparty-Vorwurf: weiterlesen

OUTFIT //
„Zieh dich doch mal wie ein Mädchen an“

06.02.2017 um 10.16 – Outfit Wir

hosenanzug

„Hallo, Herr van Dinther!“ lachte mein Lieblings-Späti-Verkäufer mir entgegen, als ich am Samstag Hosenanzug-tragend eine Packung Kaugummi bezahlten wollte. Es dauerte nicht lang, da fühlte ich mich auch schon wieder vier Jahre zurück versetzt, ich weiß nämlich noch ganz genau wie man damals mehrheitlich auf meinen ganzen Stolz, den braunen Zweiteiler von Wood Wood, reagierte. Mit Unverständnis nämlich. Ich glaube sogar, eine entfernte Kollegin wollte mir irgendwann einmal durch die Blume zu verstehen geben, dass in „solchen Fällen“ ein kleiner Stilbruch angebracht sei, hohe Hacken etwa oder roter Lippenstift, der Weiblichkeit zuliebe. Ich hingegen habe bis heute nicht verstanden, warum Kleidung überhaupt „vorteilhaft“, „sexy“ oder „feminin“ sein muss. Sie darf es sein, keine Frage, aber wichtiger ist doch, dass sie sich gut anfühlt und dem Gemüt entsprechend. Ich glaube zudem kaum, dass man mich aufgrund meiner Kleidung für einen Mann halten könnte und selbst wenn – wie furchtbar? Keineswegs. Damals kommentierte sogar jemand, ich hätte in diesem Aufzug etwas von einer „Lesbe“. Soso.

Ich tobte. Aber einzig und allein, weil nicht fassen könnte, dass es offenbar noch immer Menschen gibt, in deren kleiner Welt es wichtig scheint, von welchem Ufer das Gegenüber stammt, die glauben, man könne aufgrund von Kleidung oder der Nasenspitze per se auf die jeweilige sexuelle Orientierung schließen. Ich schrieb damals: „Wer weiß das schon“. In der Uni war ich schließlich mal kurz in ein Mädchen verguckt gewesen, bis ich schließlich feststellten musste, bis über beide Ohren heterosexuell zu sein. Ich dachte im Angesicht dieser Erkenntnis jedenfalls nur „aha“ und nicht „jippie“. Und lachte mir fortan ins Fäustchen, wann immer mir jemand aufgrund meiner Kleidung, Gestik oder Mimik eine Liaison mit einer meiner besten Freundinnen, die -Wahnsinn- lesbisch ist, nachsagte.  weiterlesen

OUTFIT //
Schnipp, Schnapp, Pony ab.

01.02.2017 um 8.50 – Outfit Wir

Asos Reclaimed vintageIch hab‘ noch gesagt „Sarah Jane, Freundinnen, Mama! Haltet mich davon ab, mir jemals wieder einen Pony zu schneiden!“ Und zwar in weiser Voraussicht. Denn jedes Mal, wenn sich mal wieder ein Mikropony über meine relativ kurz geratene Stirn legte oder Jane Birkins Antlitz mich dazu inspirierte ganz parisienne ein paar Fransen über den Augenbrauen baumeln zu lassen, ertrank ich früher oder später in der Erkenntnis, dass für mich persönlich bloß ein Mittelscheitel funktioniert – schon allein wegen der mir von Opa Edmung mitgegeben Superwirbel, die sich quer über den gesamten Kopf legen. Jetzt ist es trotzdem passiert. Die optische Langeweile hat mich gewohnt unerwartet und in einem plötzlichen Anflug von Veränderungswahn in die Hände meiner Küchenschere getrieben, etwa fünf Minuten bevor ich das Haus verlassen musste, um pünktlich „Lala Land“ zu sehen. Wenig später saß ich also samt Mütze im Kino und verstand weder mich noch den Hype um Ryan und Emma. Ein schrecklicher Abend.

Zum Glück sah die Welt am darauffolgenden Morgen schon wieder ganz anders aus. Meine neue Frisur half mir nämlich immerhin über die vor kurzem attestierte Modemüdigkeit hinweg und so machte ich den gestrigen Dienstag schließlich zu meinem persönlichen „endlich-wieder-Overdressed-im-Alltag“-Debüt 2017. Inklusive selbstbewusst getragenem Vorhang vor der Birne. Ich weiß zwar nicht, wie es jetzt weiter gehen soll, mit einem Besuch beim Profi etwa oder Monaten voller Klämmerchen und Spangen, aber ich werde das schaffen. Und frohen Mutes sein. Darüber, dass ich mit 28 Jahren immer noch in der Lage bin, mich wie 16 zu fühlen und auch genau so zu handeln. Macht ja auch irgendwie Spaß: weiterlesen

Outfit //
Die neue Levi’s® 501® Skinny ist da ❤️

24.01.2017 um 7.00 – Outfit Wir

levis 501 In meinem Kleiderschrank befinden sich derzeit ganze vier Jeansmarken: Kings Of Indigo, Weekday, Closed, und: Levi’s. Alle vier haben es geschafft, mich um den Finger zu wickeln. Kings of Indigo wegen des Apfelpo-Zaubers, Weekday wegen der bequemen Schnitte und schlichten Waschungen, Closed aufgrund der 80er-Jahre Gedächtnis-Silhouetten und dann noch Levi’s – am meisten wohl aufgrund von Nostalgie, Geschichte und Erinnerungen an Lieblingsbands, aber auch wegen der langjährigen Liebe, die irgendwo im Secondhand-Laden begann. Ihr kennt das bestimmt.

Noch bis vor Kurzem stand ich also regelmäßig da und versuchte die auf Leder-Embleme gedruckten Herren-Größen in meinen Taillenumfang umzurechnen, ich suchte ein schwarzes und ein weißes Modell, ein hellblaues sowieso und schleppte beinahe jedes einzelne zum Schneider. Die Beine fielen nunmal stets zu schlabberig aus, was in meinem Fall vor allem am Flunder-Hinter liegt, aber eben auch am irgendwann einmal allgegenwärtig gewesenen „Bootcut“, der einem wirklich ständig als fast einziger Haken der Hosen von früher in die Quere kam. Manch einer mag auch den damit zusammen hängenden Hose-frisst-Po-Look nicht. Ich schon. Und trotzdem stand mir der Sinn irgendwann nach einer knallengen Levi’s 501, die ohne großes Ausbessern sitzt. Und da war sie plötzlich, die 501 Skinny, die obendrein mein Graues-Jeans-Loch füllte. weiterlesen

OUTFIT // Hair Bow.

08.12.2016 um 11.36 – box3 Outfit Wir

norse projects coat

Vergangene Woche habe ich mein Badezimmer entrümpelt, das war streckenweise selbstverschuldet eklig, obwohl ich wirklich nicht hätte ahnen können, dass sich das Fußpuder vom Mann wegen eines losen Deckels binnen weniger Sekunden wie eine vorweihnachtliche Schneelawine über mein komplettes Bürsten-Sammelsurium ergießen würde. Mir war ein bisschen, als habe das Universum plötzlich so etwas wie Mitleid mit mir verspürt, denn noch während sich mein Gesicht der Schwerkraft ergab, fiel mein Blick auf eine verloren geglaubte Kiste. Die Kiste. In der sich über die Jahre offensichtlich sämtliche Haarspangen passend zu unterschiedlichsten Lebensabschnitten angesammelt haben. Ganz oben lag eine Ungetüm aus Samt und ich kann nur vermuten, dass sie aus einer Zeit stammt, in der ich heimlich Chuck Bass anhimmelte. Schande über mein Haupt, oder eher: Schleife an mein Haupt. Man wird ja wohl hin und wieder ein bisschen in Nostalgie versinken dürfen.

Passend dazu trage ich eine 15 Jahre alte Samthose von Closed, die ich, man mag es kaum glauben, irgendwann aus dem Schrank meiner Mutter fischte: weiterlesen

OUTFIT // L’AMOUR FOU

24.11.2016 um 11.02 – Outfit Wir

G.KeroDie belgische Künstlerin Marguerite Bartherotte hatte eigentlich überhaupt nicht vor, in der Modebranche zu landen, bis sie sich nach einem Studium der Kunst glücklicherweise doch noch dazu entschloss, ihre wilden Illustrationen vom Papier zu befreien und ein eigenes Label zu gründen: G. Kero. Faire Produktion inklusive. Seither können wir ihr ganz persönliches Kamasutra, etliche Papageien und sogar Pharrell-Aquarelle nicht nur anschauen, sondern auch anziehen. Herrlich ist das, wenn man mich fragt. Denn an ganz besonders spießigen Outfit-Tagen mausert sich die Nackedei-Bluse gerade zu einer Art stillem Kumpanen meines heimlichen Schalks im Nacken. Das Ausführen kann nämlich durchaus zu Verwirrungen in feinen Gesellschaften führen, und auch an Supermarktkassen, aber macht furchtbar viel Spaß. Es ist schon verwunderlich, dass ein paar schelmische Figuren es vermögen, den Leuten in einer übersexualisierten Welt wie der unseren tatsächlich noch rote Bäckchen zu bescheren. Aber auch große Freude.

Dazu trage ich einen 2nd-Hand Fund aus Amsterdam und zwar einen unverhofft wertvollen. Ich wunderte mich im Laden sogar noch über den verhältnismäßig frechen 90-Euro-Preis, entschied mich wegen der perfekten Farben aber trotzdem zum Kauf und wurde ein paar Meter weiter beinahe etwas Bleich und Baff vor Freude. Als ich den Blazer nämlich irgendwann aus der Einkaufstüte zog und überwarf, schielte ich plötzlich auf ein gut verstecktes Christian Dior Logo, was mich besonders aufgrund des aktuellen Debüts von Maria Grazia Chiuri als Chefdesignerin zum Jauchzen brachte. Ich sags mal so: Damit ist mein mein Vintage-Glück für die kommenden zehn Jahre wohl aufgebraucht: weiterlesen

OUTFIT //
Immer wieder Montags.

21.11.2016 um 10.10 – Outfit Wir

closed this is jane wayne nike van dintherIch hasse Montage überhaupt nicht, ich finde sie bloß sehr seltsam. Vielleicht, weil es zum guten Ton gehört, an Montagen etwas mürrisch zu sein, selbst wenn man sich eigentlich sogar über die neue Woche freut und auch über den Montagsstress, der irgendwie macht, dass man sich lebendig fühlt. Manchmal sitzt man also da und ist im Grunde ganz selig gestimmt, wegen der Erholung am Wochenende zum Beispiel, aber dann kommt der Knackpunkt ins Spiel, nämlich das Hirn. Meines jedenfalls funktioniert Montags nur bedingt und ab und zu auch gar nicht, weshalb ich trotz allem Optimismus am Ende doch wieder der Montags-Nörgerlei erliege. Ein Teufelskreis.

In weiser Voraussicht achte ich deshalb zumindest darauf, dass nicht viel Luft für noch mehr negative Schwingungen bleibt, auch hinsichtlich der Arbeitsgarderobe. Die muss am Tag nach dem Tatort gemütlich sein und warm und schlicht, aber trotzdem nicht für die Katz, wegen der Stimmung und einer Handvoll kleiner großer Meetings (wir hatten hier bereits ein wenig geplaudert – Freunde, es wird fabelhaft!). Ich muss jetzt zusammen mit Sarah Jane los und bin gleich zurück – hoffentlich mit den verspäteten Weekend Reads im Gepäck ♥ weiterlesen

OUTFIT //
Kaffeeklatsch heißt das Zauberwort.

10.11.2016 um 17.14 – Outfit Wir

nike van dinther

Gestern Abend habe ich mit einer meiner beiden überaus charakterstarken Omas telefoniert und forsch wie ebenjene, die bereits nach dem zweiten Klingeln unerwartet laut in den Apparat brüllte, nunmal ist, entlud sie binnen weniger als fünf Minuten sämtlichen Hass auf die politische Gesamtsituation der Welt in einem hundsgemeinen Monolog, der sich gewaschen hatte. Ich glaube, sie benutzte sogar das Wort „scheiße“, ganz sicher bin mir da aber nicht, auf mein Nachfragen hin, ob ich das jetzt wirklich richtig verstanden hätte, murmelte sie nur irgendetwas von wegen „Ja haben die Leute denn das Diskutieren verlernt.“ Ich sagte Oma, dass das gut sein könne, ich würde nämlich immer wieder die traurige Erfahrung machen, dass Streitgespräche mit Betoung auf „Gespräche“ meist schon im Keim erstickt würden, weil eben niemand niemandem auf den Schlips treten will oder weil der, dem auf den Schlips getreten wurde gleich die beleidigte Leberwurst spiele.

Was man dagegen tun könne, fragte ich irgendwann und Oma sagte nur: Kind, ein ausgedehnter Kaffeeklatsch hat noch niemandem geschadet. Das mag banal klingeln, aber womöglich ist was dran. Man sollte sich Sonntags statt zum Tatort in großer Runde zum Umtrunk koffeeinhalter Heißgetränke treffen und plappern was das Zeug hält und zwar ohne Angst vor Unanehmlichkeiten. Vielleicht müssen auf regelmäßiger Basis ganz gediegen die Fetzen fliegen dürfen, damit wir konstant von anderen lernen können. Und den eigenen Horizont erweitern. Und am besten fangen wir sofort damit an, gleich heute. Das passende Outfit zum Tee hätte ich schonmal, fehlt nur noch ein frisches Hirn nach der gestrigen Zermürbtheit: weiterlesen

OUTFIT //
Business Banana.

09.11.2016 um 10.07 – box2 Mode Outfit Wir

Farfetch Find

Die graue Wolkensuppe Berlins macht mir manchmal schlechte Laune, nicht immer natürlich und schon gar nicht so sehr wie die abscheulichen Wahlergebnisse der USA (dazu später mehr), aber ihr kennt das ja, ab und zu würde man lieber Kakao schlürfend auf dem heimischen Sofa sitzen, vor allem abends, kurz bevor es dunkel wird und auch danach noch. Nun ist es aber so, dass viele meiner Termine sich weder vom Büro aus noch aus dem einsamen, wenn auch bequemen Homeoffice erledigen lassen und wie jeder andere Mensch auch, kann ich an solchen Tagen nicht kneifen, sondern muss noch dazu frohen Mutes und voller Elan sein. Aber auch relativ schick, je nach Anlass eben.

Weil ich mir in weißen Blusen und Bleistiftrock aber stets wie eine Außerirdische statt wie ich selbst vorkomme, kommt genau hier die Kunst des Tricksens ins Spiel, die noch dazu als wahrer Tür-Öffner funktionieren kann. Ich sage nur: Business Banane. Mein Farfetch Find aus dem Sommer erweist mir auch noch im tiefsten Herbst treue Dienste. Um nicht zu sagen: Sie ist noch immer #TheOne an Bananentagen. weiterlesen

OUTFIT //
Von Vintage Wonnen & Rotkehlchen.

08.11.2016 um 11.16 – Outfit Wir

nike van dintherIch fürchte, ihr fangt irgendwann laut an zu schreien, wenn ich noch häufiger davon rede, dass rote Pullover und Ringelpullover die besten Pullover der Welt sind. Aber: Ringelpullover und rote Pullover sind wirklich die besten Pullover der Welt. Finde ich. Und das ganz offensichtlich schon seit Langem, denn am Wochenende stolperte ich im Keller über einen Sack Altkleider, den ich vor drei Jahren ausgemistet und dann vergessen haben muss. Zum Glück. Denn nicht nur dieser Bommel-Sweater von damals, sondern auch das obige Häkelexemplar fanden sich darin wieder. Womöglich schreit ihr jetzt schon wieder, aber Freunde, ich kann mir nicht helfen, hier herrsch ganz große Wiedersehensfreude. Denn zufälligerweise hatte Miu Miu sich vor einigen Saisons dazu entschieden, ganz ähnliche Looks über den Laufstegen zu jagen, woraufhin ich das verloren geglaubte 2nd Hand Schätzchen immer und immer wieder betrauerte. Was habe ich geschimpft. Und wie sehr habe ich dann am Samstag gejubelt! Sarah bemerkte es gestern nämlich auch schon: Vintage-Stücke sind ganz schön häufig ganz schön schön, wenn nicht sogar am allerschönsten. Man könnte mir eine dicke Millionen in die Hände drücken und ich würde trotzdem stets behaupten, dass teure von der Stange gekaufte Designer-Komplett-Looks wirklich nicht ansatzweise an die Wonne eines liebevoll aus sämtlichen Segmenten zusammengesuchten Outfits heranreichen können. 2nd Hand forever ♥ weiterlesen

OUFTIT // 2 x Stripy
& ein kleines Ratespiel.

01.11.2016 um 11.51 – Outfit Wir

geringelte pullover shopping outfit

Ich gerate im Prinzip jeden Morgen mit meinem eigenen Sinn aneinander, der steht mir nämlich derzeit geradezu ausschließlich nach Streifen. Würde man ihn also lassen, trüge ich tagein, tagaus die obrigen beiden Ringelpulloverexemplare, was ok wäre, aber reichlich öde. Passiert trotz aller Gegenwehr natürlich dennoch recht häufig und so kam es, dass auch die vergangene Woche uneingeschränkt im Streifenlook bestritten wurde. Nun kommt es recht regelmäßig vor, dass ich auf das rechte Modell im Bild angesprochen werde und jedes Mal schaue ich in traurige Gesichter, wenn ich davon erzähle, dass das gute Stück aus dem Kleiderschrank meiner Mutter stammt und womöglich ganze zwanzig oder dreißig Jahre auf dem Buckel hat. Es mag an der allgemein herrschenden und nicht abebben wollenden Smpathie für geradlinige Muster im Allgemeinen liegen, vielleicht auch an Gucci, aber Fakt ist, dass der aktuelle Mark bisweilen scheinbar für keine einhundert prozentig tolle Alternative gesorgt hat. Jetzt kommt das Rätsel ins Spiel. Zwar folgt jetzt gleich auch schon ein kleiner Shopping-Guide, aber Obacht, womöglich zahlt sich ein bisschen Geduld ja auch noch aus. Denn:

Seit Monaten arbeiten wir an einem kleinen großen Projekt, über das noch nicht gesprochen werden darf, ich hasse diesen Umstand selbst am allermeisten. Nur so viel: Im Februar wird das Geheimnis gelüftet und EVENTUELL HABEN RINGEL AUCH ETWAS DAMIT ZU TUN. Na, Ideen? Kinder, wir platzen vor Vorfreude. weiterlesen

Outfit // Herbstblumen.

24.10.2016 um 10.14 – Outfit Wir

monki blumenkleidPermanent schwärme ich in allerhöchsten Tönen von Blumenkleidern und deren untrübbarem Durchhaltevermögen, davon, dass sie im Winter eine ebenso gute Figur abgeben wie im Sommer und wirklich nur sehr selten fehl am Platze scheinen. Getragen habe ich allerdings kein einziges seit die Temperaturen unter 18 Grad gesunken sind und Schuld daran war meist das ein oder andere Loch in all meinen Strumpfhosen aus dem Vorjahr. Am Sonntag erst fiel mir dieser Missstand nach einer Pizza plus Burrata, einer Waffel und Fenchelbrot mit Heublumenkäse auf, die Jeans ging nach dieser köstlichen Odyssee nicht mehr richtig zu, echt nicht, ihr kennt das: Im Angesicht der allgegenwärtigen Sonntagsvöllerei sind Konfektionsgrößen egal, da gehört der V-Ausschnitt am Hosenbund zum guten Ton dazu. Jedenfalls erfordere der Nachmittag einen schnellen Kleiderwechsel, im wahrsten Sinne des Wortes, und da war es also, mein diesjähriges Herbstblumen-Debüt. Inklusive Zwiebel-Look-Premiere: weiterlesen