Schlagwort-Archiv: Tagesoutfit

OUTFIT // L’AMOUR FOU

24.11.2016 um 11.02 – Outfit Wir

G.KeroDie belgische Künstlerin Marguerite Bartherotte hatte eigentlich überhaupt nicht vor, in der Modebranche zu landen, bis sie sich nach einem Studium der Kunst glücklicherweise doch noch dazu entschloss, ihre wilden Illustrationen vom Papier zu befreien und ein eigenes Label zu gründen: G. Kero. Faire Produktion inklusive. Seither können wir ihr ganz persönliches Kamasutra, etliche Papageien und sogar Pharrell-Aquarelle nicht nur anschauen, sondern auch anziehen. Herrlich ist das, wenn man mich fragt. Denn an ganz besonders spießigen Outfit-Tagen mausert sich die Nackedei-Bluse gerade zu einer Art stillem Kumpanen meines heimlichen Schalks im Nacken. Das Ausführen kann nämlich durchaus zu Verwirrungen in feinen Gesellschaften führen, und auch an Supermarktkassen, aber macht furchtbar viel Spaß. Es ist schon verwunderlich, dass ein paar schelmische Figuren es vermögen, den Leuten in einer übersexualisierten Welt wie der unseren tatsächlich noch rote Bäckchen zu bescheren. Aber auch große Freude.

Dazu trage ich einen 2nd-Hand Fund aus Amsterdam und zwar einen unverhofft wertvollen. Ich wunderte mich im Laden sogar noch über den verhältnismäßig frechen 90-Euro-Preis, entschied mich wegen der perfekten Farben aber trotzdem zum Kauf und wurde ein paar Meter weiter beinahe etwas Bleich und Baff vor Freude. Als ich den Blazer nämlich irgendwann aus der Einkaufstüte zog und überwarf, schielte ich plötzlich auf ein gut verstecktes Christian Dior Logo, was mich besonders aufgrund des aktuellen Debüts von Maria Grazia Chiuri als Chefdesignerin zum Jauchzen brachte. Ich sags mal so: Damit ist mein mein Vintage-Glück für die kommenden zehn Jahre wohl aufgebraucht: weiterlesen

OUTFIT //
Immer wieder Montags.

21.11.2016 um 10.10 – Outfit Wir

closed this is jane wayne nike van dintherIch hasse Montage überhaupt nicht, ich finde sie bloß sehr seltsam. Vielleicht, weil es zum guten Ton gehört, an Montagen etwas mürrisch zu sein, selbst wenn man sich eigentlich sogar über die neue Woche freut und auch über den Montagsstress, der irgendwie macht, dass man sich lebendig fühlt. Manchmal sitzt man also da und ist im Grunde ganz selig gestimmt, wegen der Erholung am Wochenende zum Beispiel, aber dann kommt der Knackpunkt ins Spiel, nämlich das Hirn. Meines jedenfalls funktioniert Montags nur bedingt und ab und zu auch gar nicht, weshalb ich trotz allem Optimismus am Ende doch wieder der Montags-Nörgerlei erliege. Ein Teufelskreis.

In weiser Voraussicht achte ich deshalb zumindest darauf, dass nicht viel Luft für noch mehr negative Schwingungen bleibt, auch hinsichtlich der Arbeitsgarderobe. Die muss am Tag nach dem Tatort gemütlich sein und warm und schlicht, aber trotzdem nicht für die Katz, wegen der Stimmung und einer Handvoll kleiner großer Meetings (wir hatten hier bereits ein wenig geplaudert – Freunde, es wird fabelhaft!). Ich muss jetzt zusammen mit Sarah Jane los und bin gleich zurück – hoffentlich mit den verspäteten Weekend Reads im Gepäck ♥ weiterlesen

OUTFIT //
Kaffeeklatsch heißt das Zauberwort.

10.11.2016 um 17.14 – Outfit Wir

nike van dinther

Gestern Abend habe ich mit einer meiner beiden überaus charakterstarken Omas telefoniert und forsch wie ebenjene, die bereits nach dem zweiten Klingeln unerwartet laut in den Apparat brüllte, nunmal ist, entlud sie binnen weniger als fünf Minuten sämtlichen Hass auf die politische Gesamtsituation der Welt in einem hundsgemeinen Monolog, der sich gewaschen hatte. Ich glaube, sie benutzte sogar das Wort „scheiße“, ganz sicher bin mir da aber nicht, auf mein Nachfragen hin, ob ich das jetzt wirklich richtig verstanden hätte, murmelte sie nur irgendetwas von wegen „Ja haben die Leute denn das Diskutieren verlernt.“ Ich sagte Oma, dass das gut sein könne, ich würde nämlich immer wieder die traurige Erfahrung machen, dass Streitgespräche mit Betoung auf „Gespräche“ meist schon im Keim erstickt würden, weil eben niemand niemandem auf den Schlips treten will oder weil der, dem auf den Schlips getreten wurde gleich die beleidigte Leberwurst spiele.

Was man dagegen tun könne, fragte ich irgendwann und Oma sagte nur: Kind, ein ausgedehnter Kaffeeklatsch hat noch niemandem geschadet. Das mag banal klingeln, aber womöglich ist was dran. Man sollte sich Sonntags statt zum Tatort in großer Runde zum Umtrunk koffeeinhalter Heißgetränke treffen und plappern was das Zeug hält und zwar ohne Angst vor Unanehmlichkeiten. Vielleicht müssen auf regelmäßiger Basis ganz gediegen die Fetzen fliegen dürfen, damit wir konstant von anderen lernen können. Und den eigenen Horizont erweitern. Und am besten fangen wir sofort damit an, gleich heute. Das passende Outfit zum Tee hätte ich schonmal, fehlt nur noch ein frisches Hirn nach der gestrigen Zermürbtheit: weiterlesen

OUTFIT //
Business Banana.

09.11.2016 um 10.07 – Mode Outfit Wir

Farfetch Find

Die graue Wolkensuppe Berlins macht mir manchmal schlechte Laune, nicht immer natürlich und schon gar nicht so sehr wie die abscheulichen Wahlergebnisse der USA (dazu später mehr), aber ihr kennt das ja, ab und zu würde man lieber Kakao schlürfend auf dem heimischen Sofa sitzen, vor allem abends, kurz bevor es dunkel wird und auch danach noch. Nun ist es aber so, dass viele meiner Termine sich weder vom Büro aus noch aus dem einsamen, wenn auch bequemen Homeoffice erledigen lassen und wie jeder andere Mensch auch, kann ich an solchen Tagen nicht kneifen, sondern muss noch dazu frohen Mutes und voller Elan sein. Aber auch relativ schick, je nach Anlass eben.

Weil ich mir in weißen Blusen und Bleistiftrock aber stets wie eine Außerirdische statt wie ich selbst vorkomme, kommt genau hier die Kunst des Tricksens ins Spiel, die noch dazu als wahrer Tür-Öffner funktionieren kann. Ich sage nur: Business Banane. Mein Farfetch Find aus dem Sommer erweist mir auch noch im tiefsten Herbst treue Dienste. Um nicht zu sagen: Sie ist noch immer #TheOne an Bananentagen. weiterlesen

OUTFIT //
Von Vintage Wonnen & Rotkehlchen.

08.11.2016 um 11.16 – Outfit Wir

nike van dintherIch fürchte, ihr fangt irgendwann laut an zu schreien, wenn ich noch häufiger davon rede, dass rote Pullover und Ringelpullover die besten Pullover der Welt sind. Aber: Ringelpullover und rote Pullover sind wirklich die besten Pullover der Welt. Finde ich. Und das ganz offensichtlich schon seit Langem, denn am Wochenende stolperte ich im Keller über einen Sack Altkleider, den ich vor drei Jahren ausgemistet und dann vergessen haben muss. Zum Glück. Denn nicht nur dieser Bommel-Sweater von damals, sondern auch das obige Häkelexemplar fanden sich darin wieder. Womöglich schreit ihr jetzt schon wieder, aber Freunde, ich kann mir nicht helfen, hier herrsch ganz große Wiedersehensfreude. Denn zufälligerweise hatte Miu Miu sich vor einigen Saisons dazu entschieden, ganz ähnliche Looks über den Laufstegen zu jagen, woraufhin ich das verloren geglaubte 2nd Hand Schätzchen immer und immer wieder betrauerte. Was habe ich geschimpft. Und wie sehr habe ich dann am Samstag gejubelt! Sarah bemerkte es gestern nämlich auch schon: Vintage-Stücke sind ganz schön häufig ganz schön schön, wenn nicht sogar am allerschönsten. Man könnte mir eine dicke Millionen in die Hände drücken und ich würde trotzdem stets behaupten, dass teure von der Stange gekaufte Designer-Komplett-Looks wirklich nicht ansatzweise an die Wonne eines liebevoll aus sämtlichen Segmenten zusammengesuchten Outfits heranreichen können. 2nd Hand forever ♥ weiterlesen

OUFTIT // 2 x Stripy
& ein kleines Ratespiel.

01.11.2016 um 11.51 – Outfit Wir

geringelte pullover shopping outfit

Ich gerate im Prinzip jeden Morgen mit meinem eigenen Sinn aneinander, der steht mir nämlich derzeit geradezu ausschließlich nach Streifen. Würde man ihn also lassen, trüge ich tagein, tagaus die obrigen beiden Ringelpulloverexemplare, was ok wäre, aber reichlich öde. Passiert trotz aller Gegenwehr natürlich dennoch recht häufig und so kam es, dass auch die vergangene Woche uneingeschränkt im Streifenlook bestritten wurde. Nun kommt es recht regelmäßig vor, dass ich auf das rechte Modell im Bild angesprochen werde und jedes Mal schaue ich in traurige Gesichter, wenn ich davon erzähle, dass das gute Stück aus dem Kleiderschrank meiner Mutter stammt und womöglich ganze zwanzig oder dreißig Jahre auf dem Buckel hat. Es mag an der allgemein herrschenden und nicht abebben wollenden Smpathie für geradlinige Muster im Allgemeinen liegen, vielleicht auch an Gucci, aber Fakt ist, dass der aktuelle Mark bisweilen scheinbar für keine einhundert prozentig tolle Alternative gesorgt hat. Jetzt kommt das Rätsel ins Spiel. Zwar folgt jetzt gleich auch schon ein kleiner Shopping-Guide, aber Obacht, womöglich zahlt sich ein bisschen Geduld ja auch noch aus. Denn:

Seit Monaten arbeiten wir an einem kleinen großen Projekt, über das noch nicht gesprochen werden darf, ich hasse diesen Umstand selbst am allermeisten. Nur so viel: Im Februar wird das Geheimnis gelüftet und EVENTUELL HABEN RINGEL AUCH ETWAS DAMIT ZU TUN. Na, Ideen? Kinder, wir platzen vor Vorfreude. weiterlesen

Outfit // Herbstblumen.

24.10.2016 um 10.14 – Outfit Wir

monki blumenkleidPermanent schwärme ich in allerhöchsten Tönen von Blumenkleidern und deren untrübbarem Durchhaltevermögen, davon, dass sie im Winter eine ebenso gute Figur abgeben wie im Sommer und wirklich nur sehr selten fehl am Platze scheinen. Getragen habe ich allerdings kein einziges seit die Temperaturen unter 18 Grad gesunken sind und Schuld daran war meist das ein oder andere Loch in all meinen Strumpfhosen aus dem Vorjahr. Am Sonntag erst fiel mir dieser Missstand nach einer Pizza plus Burrata, einer Waffel und Fenchelbrot mit Heublumenkäse auf, die Jeans ging nach dieser köstlichen Odyssee nicht mehr richtig zu, echt nicht, ihr kennt das: Im Angesicht der allgegenwärtigen Sonntagsvöllerei sind Konfektionsgrößen egal, da gehört der V-Ausschnitt am Hosenbund zum guten Ton dazu. Jedenfalls erfordere der Nachmittag einen schnellen Kleiderwechsel, im wahrsten Sinne des Wortes, und da war es also, mein diesjähriges Herbstblumen-Debüt. Inklusive Zwiebel-Look-Premiere: weiterlesen

Outfit // Red Socks Thursday
(und happy Birthday Jane Wayne!)

18.10.2016 um 11.16 – Outfit Wir

leoparden mantel Ihr kennt ja sicher alle die ein oder andere (veraltete) Mode-Regel. Obwohl damit wohl eher Mode-Verbote gemeint sind, ich sehe da jedenfalls nur in den allerwenigsten Fällen Raum für Experimente. Dunkelblau etwa sollte man keinesfalls zu Schwarz kombinieren („Schwarz und Blau schmückt die Sau“) und auch die Liaison zwischen Rot und Rosa scheint lange Zeit einen ähnlich großen Faux Pas dargestellt zu haben. Ein Glück also, dass ich heute bloß Leoparden-Plüsch zur roten Socke trage – Obwohl genau das durchaus als eine der schlimmsten aller Sünden gelten könnte, man soll optisch schließlich nur punktuell klotzen und ansonsten lieber kleckern.

Hat nicht ganz so gut geklappt, der Sinn stand mir am Morgen nunmal nach beidem. Und da eine Leoparden-Jacke ja schon im Alleingang als tendenziell schwierig gilt, ist in den Augen vieler womöglich ohnehin bereits Hopfen und Malz verloren, viel verkehrt machen kann man da also sowieso nicht mehr. Finde ich. Außer, man fühlt sich selbst nicht wohl. Meine Laune ist heute allerdings unantastbar, Jane Wayne wird nämlich sechs (!!!) Jahre alt. Deshalb auch der Fummel. Und ein bisschen Wahnsinn. Aber vor allem: Freude! weiterlesen

OUTFIT // Pajama Pants!

14.10.2016 um 9.14 – Outfit Wir

lovestories intimatesEiner meiner Verflossenen, der bis heute ein lieber Freund und damit nunmal auch hemmungslos ehrlich ist, gestand mir einst, er hätte sich durchaus hin und wieder für mich geschämt, heimlich natürlich, und feste die Zähne aufeinander gebissen, wenn wir das Haus verließen, etwa damals, als ich den Pyjama als Tagesgarderobe für mich entdeckte und im karierten Zweiteiler seine Eltern begrüßte. Nur dass der vermeintliche Schlafanzug in Wahrheit ein waschechtes und ernst gemeintes Ensemble von Wood Wood war, aber das konnte ja niemand wissen. Gestern hätte ich deshalb beinahe ein Selfie von schräg oben verschickt, in Erinnerung an alte Zeiten, diesmal griff ich nämlich tatsächlich zur Pyjamahose, sogar voller Inbrunst. Dabei hatte ich mir eigentlich nur vorgenommen, daheim künftig nicht mehr ausschließlich wie Nachbars Lumpi durch die Zimmer zu fegen, ein ansehnlicher Begleiter für kalte Nächte sollte her, aber daraus wurde nichts. Das Oberteil führte ich schon am ersten zum Pizzaessen aus, die Hose in all ihrer bordeauxfarbenen mit Sternen verzierten Schönheit war kurze Zeit später dran. Schräg geschaut hat trotzdem niemand. Konnte ja wieder niemand wissen. Und wer weiß, vielleicht landen mein neuer Schlafanzug und ich nach dem nächsten Waschgang doch noch im Bett. Dann hätte sich die Investition immerhin ohne wenn und aber doppelt gelohnt: weiterlesen

Outfit // Miuccia ❤️

06.10.2016 um 11.27 – Mode Outfit Wir

MIu Miu Jacket thisisjanewayneMiuccia Prada ist eine der wenigen wirklich Intellektuellen der Modebranche, sie studierte Politkwissenschaften bevor sie sich dem Beruf der Designerin verschrieb und war während der 1970er Jahre in der italienischen Frauenrechtsbewegung aktiv. All die unterschiedlichen Einflüsse, die nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihr kreatives Schaffen prägten und noch immer prägen, sind bis heute in den Kollektionen der mittlerweile 67-Jährigen wiederzuerkennen. Miuccia Prada bringt uns immer wieder zum nachdenken und lachen, gleichermaßen. Vielleicht, weil sie Mode zwar nicht ernst nimmt, aber für wichtig hält: „I EVEN HATED IT. I WAS A FEMINIST IN THE ’60S AND CAN YOU IMAGINE? THE WORST I COULD HAVE DONE WAS TO BE IN FASHION. IT WAS THE MOST UNCOMFORTABLE POSITION … AND I HAD PROBLEMS FOR SO MANY YEARS; ONLY RECENTLY I STOPPED. I REALIZED THAT SO MANY CLEVER PEOPLE RESPECT FASHION SO MUCH AND THROUGH MY JOB … I HAVE AN OPEN DOOR TO ANY KIND OF FIELD. IT’S A WAY OF INVESTIGATING ALL THE DIFFERENT UNIVERSES: ARCHITECTURE, ART, FILM.“ (Quelle) Ich könnte ihr die Füße küssen, für all das.

Auch dafür, dass sie 2014 einen ganzen Monat lang damit verbrachte, den perfekten Windbreaker zu kreieren, einen, der nicht „too puffy“ daher kommt, an den ich noch im gleichen Jahr mein Herz verlor. In diesem Sommer fand ich ihn in der Toskana wieder. Ein Grund mehr für mich, den Herbst zu lieben: weiterlesen

OUTFIT // Leo.

27.09.2016 um 10.59 – Outfit Wir

leoparden jacke thisisjanewayne

Ich glaube, wir sind gerade schnurstracks in meiner Lieblingsjahreszeit gelandet, denn bei aller Freude am kollektiven See-Schwitzen und Eiscreme, gefällt mir Eiscreme mit heißen Kirschen zum kollektiven Draußensitzen in dicken Jacken bei kristallklarer Luft dann sogar doch noch ein großes Bisschen besser. Und dann ist da ja auch noch die Leopardenjacke, die mir längst beleidigt von der Garderobe aus entgegen fauchte und nun, genauer gesagt heute, endlich zum (beinahe) ersten Mal ausgeführt werden konnte. Ich finde ja überhaupt nicht, dass so eine Raubkatze bloß abends getragen werden sollte oder zu extravaganten Einladungen, ganz im Gegenteil. So ein Flausch ist selbst auf dem Spielplatz der Renner, aber nur, wenn man dazu auch Brüllen kann wie ein Großer. Findet jedenfalls Lio.

Trotzdem kombiniere ich heute erstmal ganz bodenständig und brav Ringel und große Schnürsenkelschleifen zur Mustergewalt. Dann noch meine neue Bonnie Bag von Sandro Paris dazu, fertig. Fühlt sich heute alles übrigens ein wenig nach neuer Freiheit und Jugend an, das Ganze. Nach zwei Monaten ohne Kinderbetreuung schafft mein übrigens mittlerweile 2-jähriger Löwenjunge es jetzt immerhin schon bis halb eins großen Spaß in der Kita zu haben. Es wird. Langsam zwar, aber immerhin. So langsam stapelt sich die Arbeit auf meinem Schreibtisch nämlich ins Unüberschaubare. Und morgen dann bielleicht bis eins, ja? weiterlesen

OUTFIT // Dazwischen.

26.09.2016 um 11.55 – Outfit Wir

marni rockEs gab für mich bisweilen kaum eine schöner anzusehende Kombination als die nackter Beine und molliger Pullover, aber eben auch keine unlogischere, weshalb ich selbige nur äußerst selten selbst praktizierte. Macht ja eigentlich auch überhaupt kein Sinn, sich obenrum warm zu verpacken, wenn untenrum zumindest wettertechnisch noch eine gewisse Freizügigkeit funktioniert. Es gibt sie aber tatsächlich, die drei, vier, fünf Tage kurz nach Einbruch des Herbstes, an denen ein Rock aus Wolle zu nichts als dicken Strümpfen durchaus tragbar ist, zumindest solange man nicht vorhat, von Neukölln nach Mitte zu spazieren. So eine Chance bietet sich etwa genau heute. Morgens 15, Mittags 22 Grad, na wer sagts denn. Ein Temperatur-Träumchen.

Zum ersten Termine fegte ich also im neuen Rock samt altem Pullover. „Freedom“ steht darauf geschrieben und obwohl ich weiß Gott das Gegenteil eines Statement-Print-Fans bin, war das Thema Freiheit gerade so dermaßen oft Mittelpunkt allabendlicher Diskussionen, dass sich der Pullover aus dem vergangenen Jahr möglicherweise zum Lieblingspullover des aktuell herrschenden Jahres mausern könnte. Für mich übrigens schon wieder ein Beweis dafür, dass wir, statt automatisch nach Neuem zu lechzen, viel häufiger den eigenen Kleiderschrank auf den Kopf stellen sollten. Da tun sich nämlich nicht selten wahre Super-Funde auf. weiterlesen

OUTFIT // Schlafwandeln.

15.09.2016 um 6.00 – Outfit Wir

gvyn thisisjanewayneImmer wenn ich nach New York komme, und wenn ich immer sage, dann meine ich in Wirklichkeit bloß fünf Reisen, komme ich mir erst einmal wie ein Murmeltier vor, das an Hitzestress leidet; wegen der Zeitverschiebung und der Müdigkeit, die sich gleichzeitig nach durchgemachter Nacht, geistiger Kapitulation und irrem Lebendigsein anfühlt. Kurz darauf folgen etwa 12 Stunden des eingebildeten Schlafwandelns, alles hier ist so groß und viel und laut und surreal, ein eklektisches Konstrukt aus allerhand Filmen, die man zwar gesehen hat, aber noch immer nicht richtig begreifen kann. Menschen, die mit ihren Handys reden an jeder Ampel, heulende Sirenen, das beständige Summen alter Klimaanlagen, Gerüche von Taco Trucks und dann plötzlich wieder Seitenstraßenoasen der Ruhe. Es ist ein bisschen, also würde man aus dem Bett geradewegs in Alice‘ superurbanen Kaninchenbau rollen, Verrückte gibt es auch. Zum Beispiel solche, die Kleider lieben, mit denen sich auch im Dunkeln gut munkeln ließe. Ich gehöre dazu, bloß schlage ich der schlüpfrigen Assoziation mit weißem Shirt und Chucks ein Schnippchen – Immerhin schlafwandle ich ja bei schönstem Sonnenschein: weiterlesen

OUTFIT // Balance-Akt.

13.09.2016 um 8.00 – Allgemein box3

gvyn bagsMein letzter Outfit-Post ist ungewöhnlich lange her, und weil ich ohnehin für mehr Aufrichtigkeit und Mut zum Scheitern plädiere, vor allem in der Internetwelt, habe ich an dieser Stelle nichts zu meiner Verteidigung vorzubringen, außer: Ich hatte keine Lust. Keine Energie. Und zu viel Gesamt-Matsch im Kopf als dass ich es für angebracht gehalten hätte, fröhlich hüpfend durch Bildschirme zu springen.

Stattdessen habe ich mich im Spagat zwischen Teilzeit-alleinerziehend und voll-arbeitend-sein geübt, die zweimonatige Tagesmutter-Pause von Lio macht es möglich (jetzt stemmen wir gerade die Kita-Eingewöhnung), darin, mein Herz für neue Abenteuer zu öffnen, zwischendurch zu bangen, aber dennoch eisern zu hoffen, dass es sowas wie „für immer“ noch gibt. Ich habe Momente der Ruhe für Ausbrüche des Wahnsinns genutzt, dafür, einmal kurz alles zu überdenken und Bücher wie „Ich bin raus“ von Robert Wringham zu verschlingen. Was dabei raus kam, war nicht immer eitel Sonnenschein, aber heilsam. Alles ist ein Prozess, ein Wachstumsprozess, wenn man so will. Vor allem, wenn Ideale mit Realitäten kollidieren. Für mich bedeutet das ab sofort: Die Balance finden. Auf allen Ebenen. Und weil ich die Mode dafür kurz beiseite schieben musste, zumindest in meinem Privatleben, trug ich ungelogen sechs Tage hintereinander ein uns dasselbe Kleid. Oder Badeanzug im Home Office: weiterlesen

Outfit // Von Pink und Rot und Farb-Eitelkeiten.

24.08.2016 um 19.37 – box2 Outfit Wir

nike van dinther thisisjanewayne pink gucci wallet on chainSpätestens als Miley Cyrus irgendwann in einem Interview behauptete, Pink sei ja überhaupt gar keine Farbe, sondern viel eher eine Frage der Attitüde, schwor ich mir, weiterhin und bis in alle Ewigkeit quasi attitüdenlos durchs Leben zu kommen. Wie so viele Versprechen an mich selbst, wurde selbstredend auch ebendieses gebrochen, was zu großen Teilen mit Trotz zutun hatte, aber auch mit der Erkenntnis: Farben kennen kein Pardon. Ganz im Gegenteil sogar, manchmal schleichen sie sich aus dem Blauen heraus einfach in unser Leben, so wie dieses satte Rosa dort oben zum Beispiel. Ich hätte es ja auch nicht für möglich gehalten, echt nicht. Aber zurück zum Trotz, denn ich die Einteilung in schlaue und beschränkte Nuancen wirklich leid und darüber hinaus wurde ich erst neulich richtig fuchsteufelswild, als jemand in meinem entfernten Bekanntenkreis über eine andere Bekanntin herzog: Die Sonne hätte ja wohl ohnehin das Hirn dieser jungen Dame zerbrutzelt, das sähe man ja schon an all dem Pink in ihrer Kleidung, so eine verdammte Tussi. Was für ein beschissenes Klischee, dachte ich noch, als die Hälfte der Versammlung eifrig nickte, vor allem die anwesenden Frauen, die sich plötzlich so wahnsinnig richtig vorkamen in ihrem gedeckten Einheitsblau. Dabei waren sie nichts weiter als fies. Und viel oberflächlicher als jede Rosa-Trägerin, die ich kenne. Was ich mit alldem eigentlich sagen will, ist:

Meine neues „Wallet on chains“ von Gucci ist überhaupt nicht die tussigste Obertussen-Tasche aller Zeiten, der Begriff „Tussi“ allein ist ja schon großer Quatsch, oder zumindest gehört die damit einhergehende Negativ-Assoziation verbannt. Wie auch immer, diese Tasche ist bloß sowas wie die warm-rosa Kirsche auf der Torte des Alltagsgraus, zum Anbeißen schön und endlich meins. Zwei Mal im Jahr darf nämlich ein lang angeschmachtetes Schätzchen in meinen Kleiderschrank wandern, wenngleich dafür viele, viele alte Stücke von dannen ziehen müssen (Tictail wird gerade wieder vollgepackt). Nach diesem Prinzip fällt der Abschied immerhin gar nicht mehr so schwer: weiterlesen