Alina von Frida Gold und ihre Wollmütze

01.04.2011 Lovely Lovelies

Lieblingsstücke beherbergen wir gar nicht so viele, wenn wir mal genauer darüber nachdenken. Natürlich liegt uns vieles am Herzen, aber den Status „Nicht ohne leben können“ verleihen wir nur wenigen Dingen. Manchmal sind es besondere Gebrauchsgegenstände, in Ehren gehaltene Erbstücke oder Lieblingsplätze, die uns irgendetwas geben, was andere eben nicht schaffen. Oft haben wir zig Sachen, die wir schätzen und lieben, aber dieses eine ist das ganz wichtige, welches wir nicht mehr hergeben mögen. Genauso geht es auch unserer Jane No. 5, die ihr Lovely Lovelies gleich auf ihrem Kopf trägt: Ihre Lieblingsmütze.

Alina Süggeler ist Frontfrau, Songtexterin und hübscher Mittelpunkt ihrer Band Frida Gold. Die 25jährige fiel uns nicht erst auf der Fashion Week in Berlin auf und vor die Linse, sondern tappste bereits für die H&M und Lanvin Kollaboration für Highsnobiety über unseren Bildschirm. Mit ihrer Band, deutschen Texten und ganz viel Pop lässt sie gerade das ein oder andere Tanzbeinchen zappeln und startet mit ihrem ersten Album Juwel durch. Und während Frida Gold geradewegs dabei ist, das Pop-Himmelchen zu erklimmen, treffen wir uns mit der Frontfrau in der wunderhübschen Lounge des Michelberger Hotels in Friedrichshain, trinken munter Kaffee und mümmeln die noch warmen Croissants. Denn hier geht’s heute ausnahmsweise mal nicht um die Arbeit und die Band, sondern um die Musikerin Alina und darum, mehr von ihrer Person zu erfahren und zu sehen, was ihr liebstes Lieblingsstück ist.

„Mein Lovely Lovelies ist definitiv meine Mütze! Ich bin einfach mützensüchtig. Ich liebe es, etwas auf dem Kopf zu tragen und habe schon wirklich fast ein Problem damit, wenn ich ohne Kopfbedeckung das Haus verlasse. Ich fühl‘ mich dann schon fast nackt! Ich habe auch wirklich fast ausnahmslos nur Bad Hair Days – ein Tag, an dem ich mich mit meinen Haaren so vollkommen gut fühle, ist wirklich selten. Dementsprechend brauche ich diese Mützen und bin schon quasi auf sie angewiesen! Und diese, die ich trage, ist einfach ein ganz wunderbares Exemplar, wie ich finde. Ich habe sie schon seit fast zehn Jahren, und habe sie damals auf einer Party im Jugendzentrum einfach irgendjemandem abgeluchst. Sie ist sogar selbstgestrickt – ich kenn den Typen zwar nicht mehr, aber das ist mir noch in Erinnerung geblieben. Seitdem trage ich sie aber auch in Ehren. Es ist speziell diese Mütze, die mir so sehr am Herzen liegt und es fällt mir fast schwer, andere Mützen zu tragen. Schnitt ist toll, Farbe großartig – sie ist einfach nur perfekt für mich. Ich habe einfach so ein großes Glück mit dieser Mütze gehabt!“

Alina hat unser Freundebuch in der Hand, schreibt, schaut auf, überlegt, will ansetzen und schmunzelt. Ja, was wir wissen wollen, ist eigentlich irgendwie banal und in der Kindheit zuhauf beantwortet worden, aber im Erwachsenenleben manchmal gar nicht so einfach zu benennen. Wer ist man eigentlich in Worten? Wo genau auf der Welt zieht es uns hin und welches von den unzähligen ist eigentlich unser Lieblingsbuch. Wir lernen eine sehr nachdenkliche 25jährige Frau kennen, die zwar schon sehr reif zu sein scheint, aber irgendwie trotzdem noch gar nicht so genau weiß, was sie will. Auch uns geht es oft so und wir stellen irgendwie fest, dass uns manchmal eine gewisse Rastlosigkeit umgibt und wir gar nicht genau in Worte fassen können, was uns eigentlich wirklich glücklich macht, warum wir wann traurig sind und was Erfolg eigentlich bedeutet. Aber, und auch hier stimmen wir Alina vollsten zu: wir sind noch so jung, wir müssen das noch gar nicht alles wissen. Schließlich sind wir auf dem Weg herauszufinden, wer wir sind, was uns ausmacht und vor allem: was wir wirklich im Leben wollen. Liebste Alina, ganz viel Erfolg auf deiner deiner Suche und deinem Weg . Wo auch immer er hingehen mag, erzähl uns ab und an davon. Haare verwuschelt und Mütze auf: Alina, bitte!

….. FREUNDEBUCHEINTRAG # 6

JW: Wie würdest du dich, in einem Satz beschreiben?

Alina: Ich bin selten zufrieden und ich komme auch selten an. Ich habe immer das Gefühl weiter zu müssen und bin sozusagen ein Stück weit getrieben. Ich sehne mich aber nach einem Zufluchtsort, Ruhe, nach innerer Gelassenheit und stehe eigentlich ständig im Konflikt mit mir selbst. Nicht, dass ich rastlos bin, aber ich habe immer das Bestreben anzukommen. Manchmal komme ich an, schaffe dies und das und das gibt mir dann für den Moment auch ein tolles Gefühl. Wahrscheinlich gehört es einfach zu unserem Alter, aber ich wünsche mir das schon sehr – dieses angekommen sein. Ich denke, ich trage etwas sehr Ursprüngliches in mir, liebe zwar meinen Job unendlich, könnte aber durchaus auch schon 10 Jahre weiterspulen und mich mit meiner Familie sehen.

JW: Und was macht dich glücklich?

Alina: Ich glaube, ich habe Glück für mich selbst noch gar nicht richtig definiert. Vielleicht ist das einfach in unserem jungen Alter so. Ich habe lange Zeit gedacht, ich könnte gar nicht glücklich sein – und auch wenn sich das bescheuert anhört, aber dieses Gefühl für den Moment fehlte mir einfach. Das, was ich mir unter Glück vorstelle, ist einfach dieses Gefühl des Ankommens, des Loslassens, mit sich selbst zu sein und zu fühlen. Natürlich gibt es für mich glückliche Momente und ich bin wahnsinnig dankbar für alles – beruflich, familiär und für meine Familie – aber ich denke, ich brauche noch ein bisschen um es genau zu definieren. Aber ich bin auf dem richtigen Weg dorthin.

JW: Du bist Sängerin der Band „Frida Gold“. Wir haben dich aber auch schon dann und wann modeln sehen. Was treibst du denn noch Feines?

Alina: Ich würde gar nicht sagen, dass ich hauptberuflich Sängerin bin. Das ist so das, was ich zwar schon am allerlängsten mache, schon mit 5 Jahren habe ich gesungen, aber ich sehe mich eher als Musikerin. Ich habe zeitweise Querflöte studiert, also ganz klassisch, und sehe mich deswegen eher als Musikerin. Das bedeutet, dass ich auch mal am Klavier sitzen kann und mit einem Lied und den anderen Musikern der Band verschmelze. Das Modeln macht mir einfach Spaß. Ich liebe es, schöne Fotos machen zu lassen und mit tollen Fotografen zusammen arbeiten zu können und deren Vision umsetzen zu können.

JW: Wie können wir uns einen ganz normalen Tag in deinem Leben vorstellen?

Alina: Mittlerweile sind die Tage, an denen ich in einem Hotelbett aufwache, normaler geworden, als die, in denen ich in meinen heimischen Kissen schlafe. Ich habe trotzdem oft meine Hündin dabei, jetzt am Stück schon ein halbes Jahr seither der ganze Trubel anfing, und deswegen beginnt der Tag meist damit, dass ich mit ihr spazieren gehe. Danach habe ich einen Haufen Mails, die ich beantworten muss und dann werden natürlich abends Konzerte gespielt. Außerdem kamen in der letzten Zeit natürlich die Studio-Aufnahmen unseres Albums hinzu, was sehr zeitintensiv war. Kurz: Hund am Morgen, Mails, Aufnahmen für’s Album und ein Konzert spielen.

JW: Im Vergleich: Wie schaut dein Traumtag aus?

Alina: Der fängt genauso an – mit meiner kleinen Hündin. Ich bin unheimlich gerne in meiner Wohnung, räume auf oder stelle die Wohnung einmal komplett um. Ich liebe das. Das bringt mich unheimlich zur Ruhe. Außerdem gehe ich unheimlich gerne ins Kino, Essen oder ins Theater. Das wär’s schon!


JW: Was wolltest du als Kind werden? Oder lebst du vielmehr deinen Kindertraum?

Alina: Ja, ich wollte schon als Kind Musik machen. Wir haben immer viel Musik gehört, aber wir waren nie die Musiker-Familie. Mit fünf Jahren habe ich angefangen Klavier zu spielen, war schon früh im Chor durfte auch Solos singen. Ich habe diese Leidenschaft dann irgendwann verloren, habe in der Pubertät eine sehr helle Stimme bekommen und erst später die geliebte Ursprünglichkeit meiner Stimme zurück gewonnen. Zwischenzeitlich hatte ich versucht, mich der klassischen Musik hinzuwenden und hab ja auch Querflöte gelernt. Ich konnte aber auf meinen Weg zurückkommen und letztendlich hat mich auch die Auseinandersetzung mit dieser Erfahrung weiter gebracht. Ich musste das finden, was ich eigentlich gesucht habe – was ist da in mir drin und was will da raus? Und dann habe ich recht schnell gemerkt, dass mir eine Band unheimlich viele Freiheiten gibt. Nicht wie die Uni, in der ich zwar Gleichgesinnte traf, aber feststellen musste, dass ich nicht alles so kann wie die es von mir wollten. Ich brauchte Platz für andere Sachen.

JW: Gibt es die schönste Kindheitserinnerung?

Alina: Ich denke da gleich an meine Geschwister und nicht an irgendein Ereignis. Ich habe das Aufwachsen so sehr genossen und noch heute sind es die wichtigsten Personen in meinem Leben und wir haben immer noch das engste Verhältnis, dass man sich so vorstellen kann! Ich bin dankbar für jeden Moment, der das vorbereitet hat, was wir jetzt haben und aktiv leben können. Das ist und war das Schönste meiner Kindheit.

JW: Wenn du einen Tag tauschen könntest, wer oder was wolltest du sein?

Alina: Generell Menschen. Ich würde gerne in Rollen hinein schlüpfen, in denen ich Menschen mal auf einer anderen Art und Weise nah sein kann – ganz passiv und nur beobachtend. Konkrete Personen gibt es da nicht. Vielleicht noch welche aus meinem näheren Umfeld, in die ich gerne mal eintauchen wollen würde, weil Menschen im direkten Kontakt mir einfach mehr imponieren können als andere, die für etwas stehen, ich aber persönlich gar nicht kenne.

JW: Das Abgefahrenste, was du bisher erlebt hast?

Alina: Was ich häufig erlebe und was mich immer wieder beeindruckt, sind die Momente, in denen man zum Telefonhörer greift und derjenige, den man anrufen wollte, schon anruft. So etwas finde ich abgefahren. Der Moment, indem man an jemanden denkt und auch er denkt genau in diesem Moment an einen. Das können auch Nächte sein, in denen man von der Person träumt und am nächsten Tag meldet sie sich skurrilerweise auch nach einem halben Jahr wieder.

JW: Deine Motto-Party steht unter welchem Motto?

Alina: Hmm. Ich glaube, ich fänd’ es ganz lustig, wenn die Gäste fast unangezogen kämen! Wenn ich wüsste, dass die Leute mit so viel Mut kommen würden, hätte ich die Leute am liebsten Nackt. Vorausgesetzt natürlich, sie würden sich wohlfühlen.

JW: Was schätzt du an anderen Menschen?

Alina: Ich schätze Menschen, die aus tiefstem Herzen Lieben und sowohl eine gewisse Selbstlosigkeit als auch einen gesunden Egoismus haben. Ich schätze andere dafür, wenn manche Menschen ein Stück weit ertragen und mit Fehlern anderer behutsam umgehen können und das auch tolerieren. Ich bin selbst nicht so leicht, und alle Lieben aus meinem Umfeld, die sich daran nicht stören und mich so lieben wie ich bin, schätze ich unheimlich. Und ich mag es, wenn sich Leute für etwas entscheiden können und diese Entscheidungen verantwortungsvoll treffen.

JW: Wo würdest du dich am liebsten in 10 Jahren sehen?

Ich hoffe, dass ich bis dahin ganz viel mitnehmen konnte aus dem, was da gerade passiert, ich ganz viele Eindrücke sammeln kann und ich mir noch super viel von der Welt anschauen. Dann würde ich aber auch gerne mal die Fronten wechseln und hinter die Kulissen blicken – Musik entwickeln und Songs für andere schreiben. Und ich würde gerne ein Stück weit zur Ruhe kommen und sehe mich in 10 Jahren auch schon mit Familie.

Hohe Hacken oder flache Treter?
Gemütliche Hohe!

Laut oder leise?
Leise.

Hell oder dunkel?
Dunkel.

Süß oder sauer?
Süß.

Kaffee oder Tee?
Kaffee.

Kino oder Theater?
Theater.

Kochen oder Essen gehen?
Kochen.

Amerikanische Sitcom oder deutsche Soap?
Beides ungern.

UND NUN GIBT’S WAS VON ALINA FÜR EUCH – bitte

Und zwar: zwei poppig trashige Tote Bags mit Frida Gold Print für zwei Gewinner! Wie das funktioniert: Ihr sagt uns einfach mal hier unter Alinas Post, was euer Lovely Lovelies ist! Am Sonntag wird gelost. Wir freuen uns auf eure Lieblingsstücke!

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Sarah Gottschalk

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6 Kommentare

  1. Shanta Vela

    Mein Lovely Lovelies ist: Ein kleiner Teddybär, den mir eine liebe Freundin selber gestrickt hat. Er sieht ein bisschen so aus wie ich und ich würde ihn nie verlassen 🙂

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  2. Tanja

    Die schmuckschachtel meiner oma. Sie spielt zwar nicht mehr, ist aber wirklich wunderhübsch und bedeutet mir wahnsinnig viel!

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  3. Katharina

    Meine Digitalkamera. Nein, nicht weil sie pink ist. Sondern weil sie mich durch die Welt begeleitet und meine lebenden Lovely Lovelies festhält.

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