Feature:
House of Vans
in Berlin

Von Nike van Dinther

 

HOUSE OF VANS – 3 NÄCHTE VOLL MUSIK, FOTOGRAFIE, STREET FASHION UND SKATEBOARD CULTURE

 

vans seite3 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

Dass wir romantische Gefühle für Vans hegen, liegt vermutlich auch ein Stück weit an dieser Skepsis gegenüber der Erwachsenenwelt und an ziemlich vielen Erinnerungen. Als mir zum ersten Mal der Arm brach, beim Basketballspielen, da trug’ ich Vans an meinen Füßen. Als mir jemand mit seinem Ellbogen die Nase zertrümmerte während Rage Against The Machine “Killing in the name of” schrien, da trug ich Vans. Als mir zwei Jahre später sämtliche Bänder im Knöchel rissen, weil ich es für eine gute Idee hielt, dem Sonnenaufgang nach einer schnapsgetränkten Nacht auf vier Rollen entgegen zu jagen, da waren Vans an meiner Seite.

 

Es muss Liebe sein. Weil jede einzelne dieser Kleinkatastrophen Teil der fetten Jahre ist, Ausdruck von dem Chaos, das wir für immer in uns tragen wollen. Nennt uns pathetisch, aber Vans haben uns damals durch die Pubertät gebracht und bewahren uns Heute davor, im Sumpf der piekfeinen Risiko-Verweigerer unterzugehen.

 

Vielleicht haben wir uns deshalb dazu entschieden, den Fashion Week Mittwochim House of Vans zu verbringen, statt zwischen Candle Lights und Champagner. 47 Jahre Brand-Geschichte mussten ausgeschwitzt werden, Modeselektor, Boys Noize, Gesaffelstein und Brodinski und davor noch Hercules and Love Affair sorgten dank der Koorp mit dem Boiler-Room für den passenden Soundtrack zum Exzess, dazwischen noch mehr Beats und gute Menschen, Kunst, Skateboarding und Street-Fashion.  Große Trauer, dass wir nicht schon am Dienstag zur Firmamet Party antreten konnten, dafür schafften wir es am Donnerstag nach den BESA Awards noch kurz zur Abriss-Feierei in die heiligen Hallen, oder eher: Ins Stadtbad Oderberger, das drei Tage lang zum House of Vans mutierte. Wir waren wirklich da und wir hatten wirklich Spaß, nur leider sahen wir nicht sonderlich gut dabei aus, weil wir von all den Drinks und der Liebe in der Luft so heillos beschwippst waren: 

vans seite 19 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans Seite 7 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans seite 9 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

 

VANS VINTAGE AUSSTELLUNG

 

Henry Davis und seine Sammler-Stücke

 

vans startteaser Feature: <br> House of Vans <br> in BerlinWen und was wir außerdem ziemlich fantastisch fanden: Henry Davis, Inhaber des Londoner Vintage-Stores “The Other Side of The Pillow“, der uns die Brand-Geschichte mit seiner Mini-Ausstellung im House of Vans noch ein bisschen mehr ins Herz brannte. Tagsüber gab’s im Stadtbad quasi noch mehr zu sehen als bei Nacht (bloß weniger gut aussehende Bartträger), nämlich ein Sammelsorium an Schuhen und Fotografien, das uns Schweißperlen des Neids von der Stirn tropfen ließ. Besagter Henry präsentierte uns zum Beispiel rar gesähte Vans-Fundstücke inklusive diverser Samt-Modelle, wahrhaftiger Clownsschuhe, Animal-Print-Sneaker und bestickter Unikate, die wir liebend gern aus der Vitrine entwendet hätten. Haben wir aber nicht. Stattdessen sind wir weiter geschlendert zum Schaufenster vom Gründer und Kurator des Skateboard Museums: Jürgen Blümlein.

vans Seite 12 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans seite3 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans seite 6 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

SKATEBOARD MUSEUM: JÜRGEN BLÜMLEIN

Drei Tage House of Vans, drei Hardcore-Vans-Sammler: Oben genannter Henry und nun der Zweite im Bunde und eventuell auch der Krasseste von allen: Jürgen Blümlein, Gründer und Kurator des Skateboard Museums. 
Beim Betrachten seines Fundus finden wir uns in einer Welt zwischen Rollschuhen, Skate-Decks, Trickots und Sk8 His wieder, die ihr Leben im Grunde schon hinter sich haben und genau deshalb die besten Geschichten erzählen.
Blümlein verzichtet auf das adrette Einkartonieren seltener Modelle und feiert stattdessen jede einzelne Gebrauchsspur. Natürlich mögen wir das, denn nur wer Narben hat, hat was erlebt. Ist bei Schuhen ja genau genommen nicht anders als bei uns Menschen.Highlight der Blümlein-Sammlung: Ein “Old Skool” Modell in Patchwork-Optik, das einst ein enger Freund an den Vans-Fanatisten verschenkte.Weiter geht’s auf der nächsten Seite mit dem Vans-A-Holic: Dimitri Coste!

vans seite 5 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

Vans seite 1 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans seite 2 Feature: <br> House of Vans <br> in BerlinVans-A-Holic: Dimitri Coste 

Bei Vans geht’s nicht nur um’s Gutaussehen, sondern natürlich auch um Sport und zwar vornehmlich um BMX und Skateboards. Am Beispiel von Regisseur und Fotograf Dimitri Costes sieht man sozusagen die Evolution des Vans-Kosmos, aber vor allem einen ziemlich starken Hang zu den dreckigen 80er Jahren, gemusterten Vans und den dazugehörigen Boxen. Sehr passend dazu das Bekenntnis: “Vans-A-Holic… all day, every day”.

Bei Coste, der außerdem als Vans Advocat fungiert, nehmen wir schwer an, es handle sich bei seinem Fundus um die eventuell größte Sammlung, die uns je untergekommen ist, denn er ist tatsächlich im Besitz einer der allumfassendesten Vans-Kollektionen weltweit - darunter auch eine nummerierte Auslieferung des klassischen Vans Era, der früher als Style 95 bekannt war. Neid, schon wieder.

vans seite 4 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans Seite 12 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans seite 15 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

vans4 2 Feature: <br> House of Vans <br> in Berlin

 

 

 

 

Augenschmaus und manchmal brutal, diese Fotografien, aber immer wunderbar. Trotzdem ein bisschen schade, dass keine Girls zu sehen waren:Liebes Vans-Team, wir lieben euch, eure Schuhe und die Parties, wirklich.
Merci für drei Tage House of Vans 201<3 ! 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Kooperation mit House of Vans