Schlagwort-Archiv: Donald Trump

Thursday Reads //
#NoBanNoWall – Was ist hier eigentlich los?

02.02.2017 um 15.37 – Gesellschaft Leben

this is fucked upDie Amerikanische Demokratie ist gerade nicht nur gefühlt dabei, sich immer eindeutiger einer Diktatur anzunähern, Neu-Präsident Trump selbst träumt, so scheint es zumindest, ohnehin längst von einer Autokratie, in der er allein den Weg bestimmt. Mithilfe seiner Milliardärs-Freunde natürlich. Am Freitag dann, dem 27.Januar, ist die Welt schließlich noch ein bisschen „vertrumpter“ geworden, aber auch lauter. Als Reaktion auf das temporäre Einreiseverbot für Staatsbürger*innen von sieben mehrheitlich muslimischen Ländern gingen und gehen Menschen aus aller Welt auf die Straße. #NoBanNoWall heißt es seitdem auf Plakaten, aber auch im Netz. Protest kommt von überall her. Gegen die Idee des US-Präsidenten, bis auf Weiteres keine Flüchtlinge aus Syrien mehr ins Land zu lassen. Aber eben auch keine anderen Muslime, mindestens 90 Tage lang. Schlimm fühlt sich außerdem die beunruhigenden Gewissheit an, dass die USA durch überstürzt unterzeichnete Dekrete etlichen besorgniserregenden Prozessen folgt, wie wir sie bereits aus Russland, der Türkei oder Ungarn kennen. Und zwar in einem absurd rasanten Tempo. Mithilfe einer Klage der ACLU konnte zwar eine teilweise Aufhebung des Verbots für Besitzer der doppelten Staatsbürgerschaft, einer Greencard oder eines Visums durchgesetzt werden und selbstredend wehrt Mister President sich auch weiterhin gegen die Vorwürfe eines dennoch ziemlich offensichtlichen #MuslimBans. Eine Frage schwebt dennoch deutlicher denn je über dem herrschenden Wahnsinn, der vom Weißen Haus ausgehend weite Wellen schlägt: Wie wird man – mal ganz theoretisch – einen US Präsiedenten los?  Dass unsere Europäische „Flüchtlingspolitik“ Trumps ausgrenzender Politik allerdings gefährlich nahe kommt, wird dieser Tage hingegen fleißig ignoriert. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, endlich umzudenken. Auch hier.

Wir haben aufgrund von eigener Orientierungslosigkeit eine kleine Leseleiste zusammengesucht und freuen uns auf noch mehr Links. weiterlesen

Gesellschaft // Trump ist kein amerikanisches Problem

14.11.2016 um 11.01 – box1 Gesellschaft Leben

populismus 2016Donald Trump mag Amerikaner sein, ein uramerikanisches Problem ist er aber nicht. Auch in Europa verbreiten Menschen wie Le Pen, Petry und Co Hass auf alles, was nicht wie sie ist und denkt. Nun ist es an uns, aktiv zu werden – in der Familie, im Bekannten- und Freundeskreis.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr bin ich mit einem okayen Gefühl ins Bett gegangen, mit einem Gefühl des „Wird schon“. Um dann am nächsten Tag aufzuwachen und festzustellen: Wird eben nicht. Das erste Mal war der Tag nach dem Brexit-Referendum am 23. Juni. Das zweite Mal war der 9. November, für Deutsche sowieso ein historisches Datum – und nun auch für die USA. Love trumps hate hieß es noch nach dem Amoklauf in einem LGBT-Club in Orlando diesen Sommer. Nun hat der Hass gesiegt, die Angst vor Veränderungen, das Misstrauen. Donald Trump wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fragte ich mich, wie ich und so viele andere uns so täuschen konnten. Ich bin Politikwissenschaftlerin und Journalistin, eigentlich eine ganz gute Mischung, um Fakten zu analysieren, einzuordnen und vor allem Umfragen kritisch zu betrachten. Trotzdem habe ich nicht mit dem gerechnet, was nun passiert ist und stehe ratlos da: Wie konnte das passieren? Und was kommt jetzt? Was kann ich tun? weiterlesen

Kommentar //
Herr Trump, der größenwahnsinnige Donald.

09.11.2016 um 14.43 – Gesellschaft

trumpEin Clown zieht ins weiße Haus ein, so schreibt es der Postillon, nur dass so etwas wie Satire diesmal kaum spürbar ist. Wer Trump als Narr mitsamt weißem Haar, teigigem Gesicht und roter Nase bezeichnet, entledigt sich automatisch jeder Übertreibung, der vergisst bei aller Oberflächlichkeit nicht das Wesentliche, weil es ohnehin kaum Wesentliches und insbesondere nur ein verschwindend unauffälliges Maß an Intellekt zu erwähnen gibt, der bedient sich weniger des Pamphlets als vielmehr reiner, schmerzlicher Wahrheit.

Der 9. November 2016 ist ein Schlag in den verwundeten Magen des gesunden Verstandes, ein tragischer Witz auf Kosten der Menschenrechte, eine plötzlich reale Dystopie für jeden Freund der Demokratie, für das denkende Individuum an sich. So schnell abzusehen der fatale Ausgang der US-Wahlen schien, so irrsinnig und unglaublich hallt er nach. Aus „Make America Great Again“ ist „Make America Vote Again“ geworden, Studierende protestieren, Journalist*innen schimpfen und Lena Dunham wähnt sich laut Twitternachricht nur noch in Lady Gagas Vagina in Sicherheit. Sicher vor dem Donald Duck der republikanischen Vollpfosten. Dabei hätte wohl niemand außer der Trump’schen Jünger selbst an den Sieg eines hundsgemeinen Obskuranten, machtgeilen Größenwahnsinnigen, sexistischen Rassisten und strunzdummen Lügners geglaubt. weiterlesen