Buchtipps // 5 Bücher, die ich in den letzten drei Monaten gelesen habe

25.03.2019 Buch

Als Kind war der Sommerurlaub mein größtes Highlight. Nicht nur, weil wir ihn jährlich an der kroatischen Adria verbracht haben, sondern auch, weil ich mir kurz vorher in der heimischen Bibliothek eine Reihe an Büchern aussuchen durfte. Die habe ich dann in unfassbarer Geschwindigkeit tagsüber am Strand und abends im Bett verschlungen, bis sich der Stapel pünktlich zum Urlaubsende eben auch dem Ende neigte. Im späten Teenageralter hat meine Leidenschaft für das Lesen schließlich stark nachgelassen, Bücher kosteten mich einfach zu viel Zeit, die ich lieber dafür nutzte, mit meinen Freund*innen um die Häuser zu ziehen. Im Nachhinein tut mir das natürlich furchtbar Leid, umso schöner finde ich es aber, dass mich die Lust am Lesen in den letzten zwei Jahren wieder vollends gepackt hat.

Im Frühling 2017 fing ich ganz langsam wieder an, schlenderte über Flohmärkte und kaufte mir ab und an, ganz oberflächlich, ein Buch, dessen Cover mir gefiel. Weil mir das sporadische Lesen mit der Zeit aber nicht genügte, beschloss ich pünktlich zum Jahresbeginn 2019 tatsächlich einen einzigen Vorsatz in meinen Kalender aufzuschreiben: Noch mehr lesen! Aber bitte ganz ohne Druck, denn immerhin soll es ja um die Freude gehen und nicht um irgendwelche Zahlen. Dass ich in den vergangenen drei Monaten bereits fünf Bücher gelesen habe, ist vor allem der spannenden Inhalte und teils wenigen Seiten zuschulden – für mich Grund genug, meine Leseliste schleunigst mit euch zu teilen:

1. Amélie Nothomb, Die Kunst, Champagner zu trinken

Die Kunst, Champagner zu trinken“ erzählt von der in Paris lebenden Autorin Amélie, die sich sowohl an der Literatur als auch am Champagner berauscht. Auf der Suche nach einer ehrenwürdigen „Saufkumpanin“ trifft sie schließlich auf Pétronille, ebenfalls Schriftstellerin, mit der sie schließlich eine jahrelange, wenn auch ungleiche, Freundschaft eingeht. Gemeinsam verbringen sie durchfeierte und trunkene Nächte in London, den Alpen und dem Pariser Ritz. Keine Frage, das Buch lässt sich wunderbar lesen, der große Knall kommt aber ganz zum Schluss: Differenzen zwischen zwei Menschen lassen sich nun einmal selbst mit dem besten Champagner nicht beseitigen.

2. Banana Yoshimoto, N.P.

Banana Yoshimotos „N.P.“ ist ganz anders als all das, was ich bisher gelesen habe. Die Geschichte um Kazami scheint bizarr und ist dabei doch so spannend, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen wollte. Primär handelt „N.P.“ von einer frei erfundenen Geschichte, die verschiedene Menschen fasziniert. Bei dem Versuch, sie zu übersetzen, stürzen sie sich jedoch in den Selbstmord. Ohne es wirklich zu wollen, lernt Kazami nach und nach Leute kennen, die sie in die merkwürdigen Geschehnisse verwickeln.

3. Wolfgang Herrndorf, in Plüschgewittern

Im Winter drückte mir meine liebe Freundin Anny das Buch in die Hand, als ich sie nach Leseempfehlungen fragte. Dass Wolfgang Herrndorf ein fantastischer Schreiber war, wusste ich bereits seit „Bilder deiner großen Liebe“, „In Plüschgewittern“ faszinierte mich aber auf eine ganz andere Weise. Vielleicht liegt es am 30-jährigen Protagonisten, der sich ziellos und ohne Arbeit durch Berlin treiben lässt, auf Altbau-Partys abhängt und unter sich selbst leidet – bis er sich schließlich verliebt, was am Ende natürlich auch nicht gerade leicht verläuft. Während des Lesens schwebt man selbst irgendwo zwischen Mitleid und Ärgernis, man möchte helfen oder ihn zumindest einmal die Realität vors Auge führen. Letztlich aber scheint die Geschichte ein innere Verlorenheit widerzuspiegeln, die wohl viele von uns bereits einmal gespürt haben.

4. Chris Kraus, Sommerfrauen, Winterfrauen

Sommerfrauen, Winterfrauen“ erzählt von Jonas, einem Regiestudenten, der während der 70er Jahre für einige Monate nach New York zieht, um dort einen Film zu drehen. Seine Freundin Mah, eine von Selbstzweifeln und Misstrauen geplagte „Winterfrau“, bleibt derweil in Deutschland, nicht aber ohne sich um die Beziehung zu sorgen. Nicht ganz zu Unrecht, denn kurz, nachdem Jonas in den USA angekommen ist, lernt er Nele, eine selbstbewusste und schillernde „Sommerfrau“ kennen, die so gar nichts mit seiner Freundin gemein haben will. Obendrein erfährt er auch noch Details seiner Familiengeschichte, die er eigentlich nie erfahren wollte.

5. Milan Kunderas, Das Fest der Bedeutungslosigkeit

Vorneweg: Für ein leichtes Lesen ist Milan Kunderas „Das Fest der Bedeutungslosigkeit“ vielleicht nicht besonders geeignet, mit ein bisschen mehr Zeit im Rücken ist es aber ein ganz wunderbares Buch. Es porträtiert vier Männern in Paris, die allesamt auf eine Weise miteinander verbunden sind und dennoch ihre ganz eigenen Geschichten und Nichtigkeiten mitzuteilen haben. So versucht Charles, Stalins Witze, über die so niemand recht zu lachen weiß, zu erklären, während Alain über die Bauchnabel junger Frauen philosophiert. Mit viel Ironie und Witz spiegelt „Das Fest der Bedeutungslosigkeit“ eine ganze Epoche wider.

2 Kommentare

  1. Franziska

    Hach, unbedingt noch mehr davon in Zukunft!! 🙂 Einige dieser Empfehlungen habe ich meiner zu-lesen-Liste hinzugefügt.

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