Internet Finds // Über „Love Rituals“, Politische Schönheit & Gespräche zwischen Omis und ihren Enkelinnen

Ich hassliebe das Internet so sehr und die Sozialen Medien ganz besonders. Weshalb ich beschlossen habe, Kanäle, die mir nicht gut tun, rigoros aus dem persönlichen Feed zu verbannen und stattdessen einem ebenso aufklärendem wie wohltuendem Potpourri zu frönen. Das klappt bisher erstaunlich zuverlässig, sogar News-technisch. Hier versammeln wir wöchentlich kurze Infos und Fundstücke aus aller Welt, unbequeme wie wunderbare:

Schluss mit der Geduld

Die vergangenen Wahlen in Brandenburg und Sachsen lassen mich derzeit wieder vermehrt darüber nachdenken, ob Philipp Ruch, Gründer des „Zentrums für Politische Schönheit“ mit seiner These, die deutsche Gesellschaft gehe viel zu nachlässig mit Rechtsextremisten um, nicht tatsächlich sehr richtig liegen könne. Im zitierten SWR2-Interview sagt er: „Wir kennen alle das Motto, wir müssten mit Rechten reden“. Richtig sei: „Wir müssen mit Rechten brechen.“ Sein neues Buch „Schluss mit der Geduld“ steht jedenfalls ganz oben auf meiner aktuellen Lese-Leiste – obwohl zugleich auch überaus kritische Stimmen laut werden, die Rauch vor allen eines attestieren: Größenwahn. Ich bin gespannt.

„Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit – es gibt reichlich und dringend Anlass, zu handeln. Doch viele meinen, nichts ausrichten zu können. Dabei kann jeder und jede etwas bewirken: Man kann gegen Rechtsradikalismus vorgehen. Man kann für den Klimaschutz kämpfen. Man kann die europäische Außenmauer einreißen. Man kann die Kinder in Syrien retten. WIR können das! Philipp Ruch zeigt, wie wir zum Glauben an die eigene Wirksamkeit zurückfinden, wie wir den Kampf ums Ganze auf den eigenen Alltag herunterbrechen können und welche konkreten Mittel in diesem Kampf tatsächlich die besten und wirkungsvollsten sind. Ein Buch gegen Unmenschlichkeit, Gleichgültigkeit, Ohnmacht und Entpolitisierung – ein leidenschaftlicher Aufruf zum Handeln!“ 

 

 
 
 
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No longer alone

Human Rights Watch und die Arab Foundation for Freedoms and Equality (AFE) haben gemeinsam eine Kampagne ins Leben gerufen, die arabisch-sprachige LGBT-Aktivitst*innen zu Wort kommen lässt: „Through the campaign “No Longer Alone,” they offer messages of support and encouragement to LGBT people living in Arabic-speaking countries in the Middle East and North Africa.“

 
 
 
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Hier entlang, bitte!

„Despite state-sponsored repression and social stigma, lesbian, gay, bisexual and transgender (LGBT) people in the Middle East and North Africa are finding ways to speak out. They are telling their stories, building alliances, networking across borders, developing national and regional movements, and finding creative ways to combat discrimination based on sexual orientation and gender identity.

Human Rights Watch and the Arab Foundation for Freedoms and Equality (AFE) teamed up to produce videos featuring Arabic-speaking LGBT activists describing their journeys of self-acceptance. Through the campaign “No Longer Alone,” they offer messages of support and encouragement to LGBT people living in Arabic-speaking countries in the Middle East and North Africa.“

Hier entlang, bitte.

Wo sind die Omis?
„Hey Nana“ ist online!

Die großartige Edith Löhle hat mit HeyNana.de eine Plattform ins Leben gerufen, die den Austausch von Großmüttern und Enkelinnen fördert. Beim Durchlesen der bisher gesammelten Geschichten wird schnell klar: Hier können zwei Generationen ganz schön viel voneinander lernen. Nein, sie sollten sogar.

Hey Nana ist auch ein Apell: 
Lasst uns wieder in Kontakt mit den Menschen treten, die uns so viele Wege zur persönlichen Freiheit geebnet haben.“ So, so wunderbar und wichtig. Danke!

Arte LOVE RITUALS mit Charlotte Roche

Ich liebe Charlotte, von vorne bis hinten, ihren Podcast Paardiologie, ihren entwaffnend ehrlichen Instagram-Kanal, das Duell um die Welt und nun eben auch: LOVE RITUALS. Folge Eins ist ab sofort online:

„Um die Magie des Zusammenseins immer und immer wieder heraufzubeschwören, gibt es überall auf der Welt Liebesrituale. In der ARTE-Reihe „Love Rituals“ spürt Charlotte Roche diesen kulturspezifischen Liebesritualen nach. Sie wirken manchmal so bizarr und seltsam, dass sich die westlichen Wesen aus Deutschland, Frankreich, Europa einfach gestrickt vorkommen. Und doch erkennt man den tieferen Sinn, eine universelle Gültigkeit der zugrundeliegenden Motive, die auch die westlichen Liebeswirren ansprechen. In der Folge „Love Rituals in Japan“ besucht Charlotte Roche das Kanamara-Matsuri in Kawasaki. Einmal im Jahr werden dort große Phallusse durch die Straßen getragen, Mädchen lutschen an Penis-Lollis und Jungs an Zucker-Vaginas, während ältere Damen aus Rettichen Phallusse anfertigen und die lokalen Parteivorsitzenden sich vor Holzpenissen verbeugen. Es ist ein uraltes Ritual und es soll das Wissen um eine gesunde Portion Sex in den Köpfen der Japaner verankern. Wie passt das also zusammen, dieser visuelle Overkill an sexueller Freizügigkeit, wie er auf dem Fest gelebt wird – und die Unlust der Japaner? Als Cultural Interpreter steht Charlotte der Publizist Kyoichi Tsuzuki zur Seite: Er gilt nicht nur als der Entdecker von Haruki Murakami, sondern auch als der Experte für Kinkyness. Dank Kyoichi trifft Charlotte Roche einen freigeistigen Schreinpriester, lässt sich von einer Geisha und ihrem Sohn die Liebe in Japan erklären, erfährt bizarre Sexualpraktiken und versteht, was das Problem mit dem Sex in der modernen japanischen Gesellschaft ist.“

 

 #truediskriminierung –
was ihr zusammen erreicht habt

Hier könnt ihr noch einmal nachlesen, was geschehen ist und weshalb die Werbung des Smoothie Herstellers True Fruits nicht tragbar ist. Das hat nun auch der Deutsche Werberat entschieden. Hurra. Eine wichtige Entscheidung. Denn die Normalisierung von Sexismus und Rassismus muss endlich aufhören.
Und hier entlang geht es zum Werberat. 

 

Deutsch, cis, hetero – wer darf eigentlich mitreden?

Fragen über Ragen, die sich viele Menschen stellen. Softie hat Antworten:

 
 
 
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Aminata Touré ist mit 26 Jahren Deutschlands jüngste Vize-Landtagspräsidentin

Danke, dass es dich gibt, Aminata Touré – herzlichen Glückwunsch!  Und danke an die TAZ für dieses gute Interview.

 

 

 

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„Danke für die Wahl zur Vizepräsidentin des Landtages Schleswig-Holstein. Damit bin ich nun die erste afrodeutsche und jüngste Vizepräsidentin. Im Parlament sitzen wir Abgeordnete für euch. Deshalb ist es unsere Vizepräsidentschaft, denn das alles ist kein Selbstzweck. Ich will Türen öffnen, sodass andere auch durch sie durchlaufen können. Ich will Themen in dieses Haus tragen, die zu selten gehört werden. Das ist mein Anspruch und das will ich mit euch machen. Ich freue mich auf die nächsten 2,5 Jahre mit dieser neuen zusätzlichen Aufgabe!“

Vormerken:
International Safe Abortion Day
& SAVE THE DATE FÜR BERLIN

„Weltweit sterben jährlich nachweislich mindestens 22.800 ungewollt Schwangere an den Folgen eines unsicheren, unprofessionell durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs. Das zeigt, wie wichtig es ist, legale und sichere Abbruchmöglichkeiten durchzusetzen. Auch in Deutschland wird in 15% der Abbrüche noch die von der WHO als „weniger sicher“ klassifizierte Ausschabung als Methode gewählt. Zugang zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch muss Teil der Gesundheitsversorgung sein!

Am 28. September ist der internationale Tag zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen mit weltweit stattfindenden Aktionen. Wir rufen dazu auf, auch in Deutschland bundesweit am 28. September auf die Straße zu gehen, um internationale Solidarität zu zeigen und uns unsere sexuelle Selbstbestimmung zu erkämpfen: 

Wir bestimmen, ob wir eine Schwangerschaft austragen wollen! Wir lassen uns unsere Selbstbestimmung von Choice-Gegner*innen, Konservativen und Rechten nicht nehmen! §§ 218/219 müssen raus aus dem Strafgesetzbuch.“

In Berlin findet bereits am 21.09. ein Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung statt. Hier entlang geht’s zum Event.

Gleichberechtigung in Neuseeland?
Eine schöne News. Die Frage ist nur: Wann bekommen Frauen ähnlich viele Probs für ein solches Verhalten? Oder auch: Niemand mehr. Weil: Selbstverständlich.

 
 
 
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„A New Zealand lawmaker took some time out of his busy schedule to babysit a colleague’s newborn during a Parliament debate. Trevor Mallard, the speaker of New Zealand’s House of Representatives, cradled and bottle-fed 6-week-old Tūtānekai Smith-Coffey, the son of Labour MP Tāmati Coffey and his husband Tim Smith. Mallard rocked the child to sleep and fed him while carrying out his regular duties on the Parliament floor. „

Reminder:

 

 
 
 
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