Buch-Tipp // „Frauen und Kleider“
von Sheila Heti, Leanne Shapton, u.v.m

15.09.2015 um 12.36 – box2 Buch

Frauen und leider
Gibt es ein Outfit, in dem du zu jedem Zeitpunkt deines Lebens glücklich wärst? 
Hast du Träume, in denen Kleider eine Rolle spielen? 
Wenn du all deine Kleider bis auf eins weggeben müsstest, was würdest du behalten?
Hast du je etwas gekauft, das im weitesten Sinn dein Leben verändert hat?

Die drei Autorinnen Sheila Heti, Leanne Sharpton und Heidi Julavite haben gemeinsam ein Buch geschaffen, das durchaus als Liebeserklärung an die Mode zu verstehen ist, nicht aber an die Art von kaufbarem Konsum, den wir tagtäglich in Magazinen, auf Blogs oder Bildschirmen unter die Nase gerieben bekommen, sondern an die emotionale Sprache unserer Kleidung, an kostbare Besitztümer, die nicht mit Preisschildern zu messen sind. Ein alter Anorak zum Beispiel oder rosafarbene viel zu teure Pumps, die Phantasien bündeln, am Ende aber nie getragen werden. Was sagen diese Dinge über uns aus, und: Warum ziehen wir überhaupt an, was wir anziehen? Über 500 Frauen aus sämtlichen Ländern der Welt haben für „Women in Clothes“ („Frauen und Kleider“, S. Fischer Verlag) einen Fragenkatalog beantwortet, der stetig weiterentwickelt wurde –  darunter Lena Dunham, Miranda July, Kim Gordon oder Cindy Sherman. 

Ich kleide mich, um den Elementen zu widerstehen. Ich kleide mich, um so interessant zu sein wie die Tate. Ich kleide mich, um mich gesellschaftlich einzubringen, akzeptiert zu werden, bestehen zu können“ – Caitlynn Cummings.

Kleider und Frauen

Im vergangenen Jahr machte uns dieses Interview bereits neugierig auf „Frauen und Kleider“ und zwar nicht zuletzt, weil wir langsam müde wurden ob all der fraglichen Ratgeberbücher, die am Ende doch nur diktieren, aber wenig denken wollen. Diesmal ist es anders, dieses Buch geht tiefer, es ist ein bisschen wie die perfekte „September Issue“, eine Art wahrhaftige Modebibel. Am besten, man liest sie kreuz und quer, lässt sämtlichen sinnvollen und sinnfreien Gedanken ihren Raum, ein bisschen Bewunderung da, ein bisschen Unterhaltung da und irgendwann dann Selbstreflexion. Welchen Einfluss hat Mama auf unsere Garderobe, oder der Verflossene? Versuchen wir, uns durch bestimmte Kleidungsstücke neu zu erfinden und was sagen selbige über unsere Wünsche, Ängste und Träume aus?

Frauen und Kleider
„Der Klang der hohen Absätze meiner Mutter machten mir früher eine Scheißangst. Ich rebellierte gegen ihren Glamour, indem ich mich wie eine Pennerin anzog.“ – Lisa Gunning.

I would like our book to help a little bit, simply by saying: maybe you don’t need to buy and consume as much. Maybe a new shirt is not the solution. Shop more carefully and make what you have last.“ – Sheila Heti.

Hier lang geht’s zum Buch.

8 Kommentare

  1. Kali P.

    Im Traum: ich bin mit meiner Mom, ihrer besten Freundin und deren Tochter, meiner Freundin bei Michael Kors im KaDeWe. Ich probiere ein Kleid und Schuhe an, sehe fantastisch aus, da steht plötzlich Michael Kors höchst selbst hinter mir, bewundert mich, findet´s fabelhaft und zum Dank kleidet er uns vier vollends ein, in seine Roben, alles geschenkt.
    So viel zum Fantasie-Mode-Hirngespenst in meinem Kopf, das nachts hervor kommt und meine Fashion-Glöckchen klingeln lässt.
    Werde Buch nun kaufen. Danke dafür.
    Liebst
    Kali von Miss Bellis Perennis

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  2. Tanja

    Seriously in einem Text ÜBER FRAUEN „Über 500 Frauen aus aller Herren Länder“? (ist natürlich auch an sich eine unsinnige Floskel, aber in dem Kontext wird das nochmal überdeutlich!) :)

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  3. Nicky

    Ähnlich wie es den Autorinnen beim Shoppen von Kleidung geht, geht bei mir beim Shoppen von Dekorationen für die Wohnung. Man findet etwas, was einem wirklich über mehrere Jahr hinweg gefällt und irgendwann sogar damit etwas verbindet. Das macht Shoppen zu etwas ganz besonderem :)

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  4. Pingback: Zündstoff der Woche #10 | Zunder

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