Kategorie-Archiv: Leben

Wo bleiben denn
die kritischen Artikel?

– 29.10.2014 um 12.13 – Leben Wir

text Wo bleiben denn <br/> die kritischen Artikel?Gestern ist etwas Wunderbares passiert, denn unter einem Beitrag von Scalamari Jane über das Alleine-Reisen erhitzen sich gleich mehrere Gemüter – einige ein bisschen zu voreilig, jedenfalls wenn mich fragt, andere allerdings völlig zu Recht. “Wo bleiben denn die kritischen Artikel”, fragte da jemand, und “werdet ihr jetzt wie andere Modeblogs”? Im allerersten Augenblick muss man da als Mit-Verantwortliche für dieses Schlammassel natürlich kräftig schlucken und mitunter auch heimlich ein paar Wut-Bröckchen zurück dorthin schicken, wo sie herkommen, man ist geneigt “Na hört mal, ihr dürft das hier alles umsonst lesen, also beschwert euch nicht!” durch den Bildschirm zu brüllen, aber bevor es überhaupt zu Sinnlosigkeiten wie diesen kommen kann, schaltet sich in solchen Situationen freundlicher Weise doch wieder das Gehirn ein. Wie wundervoll ist das denn eigentlich? Wir sind nämlich ganz offensichtlich nicht wie “alle anderen Modeblogs”, denn wir haben euch. Schlaue Fuchs-Leser, die sich keineswegs mit Shopping-Plattitüden zufrieden geben wollen, zumindest nicht ausschließlich.

Es gibt nur ein winziges Problem: Als erste Motz- und Schwadronier-Beauftragte des Jane Wayne Teams schwächle ich gerade wie nie zuvor. Und das hat gleich mehrere Gründe. weiterlesen

Interview // Was soll ich nur essen?
Zu Besuch im Botanischen Salon Berlin

– 05.08.2014 um 10.00 – box1 Leben Rezept

scalamari Interview // Was soll ich nur essen? <br/> Zu Besuch im Botanischen Salon Berlin

Wenn ich mich in den Biomarkt bei mir um die Ecke verirre, erfüllen die drahtigen Prenzlauer Berg Muttis mit ihren rotbäckigen Kids meistens jedes Klischee, was ich von Öko so habe. Ich will sie dann immer antippen und fragen: “Ist das Zeug was es hier zu kaufen gibt wirklich so viel besser? Besser für wen? Für mich, für den Planeten, für die Menschheit oder den Geldbeutel der Bioindustrie?” Ich bin komplett überfordert mit dem Angebot an Lebensmitteln und pseudogesunden Ernährungsformen, die durch die Regale und Zeitungen geistern. Wie denn jetzt? Vegan? Raw? Glutenfrei? Oder doch einfach so wie’s grad in den Einkaufskorb fällt? Zeit also, mehr Licht ins Dunkle zu bringen.

Erste Etappe meiner neuen Reise – ich besuche den Botanischen Salon in Berlin Treptow. Erst seit kurzem betreiben Ela Papen und Jana Plewa diesen Raum, eine Art Kochschule für gesunde Ernährung in einem von der Französischen Lebensart inspirierten Salon, in dem man sich austauscht und lernt welche Lebensmittel, welche Zubereitungstechniken und welche natürlichen Tricks dem Körper gut tun. Ich nehme am vielversprechenden Kurs „Smoothies – das Botanische Frühstück“ teil und nutze die Gelegenheit zwischen selfmade Chia Pudding, Wildkräuterkunde und “Roh-Schoko-Erdmandelmilch”-Herstellung, um Ela mal ein paar gepfefferte Fragen zum Thema zu stellen – und Ela antwortet gepfeffert zurück: weiterlesen

Der Schönheitswahn auf Instagram
& die etwas kranke Perfect 365 App

perfect 365 Der Schönheitswahn auf Instagram <br/> & die etwas kranke Perfect 365 AppGestern Morgen schlawänzelte ich nichtsahnend und ein bisschen müde ins MTV Büro, wie jeden Montag eben, bloß hatte ich diesmal schon wenige Sekunden nach meiner Ankunft Pipi in den Augen stehen und kugelte mich vor Lachen, ein Kollege hatte nämlich die App “Perfect 365” entdeckt und sich mithilfe diverser Bearbeitungs-Tools ein Elfen-Gesicht samt Wallemähne gezaubert. Zum Schießen, wirklich. Leicht zu beeindrucken wie ich manchmal bin, dauerte es demnach also keine weiteren zwei Minuten bis auch ich in Besitz der vermeintliche Quatsch-App war, mich munter frisierte und tropische Make Ups passend zur Copacabana bestaunte. So weit, so witzig. Dann entdeckte ich allerdings eine ganze Palette erschreckend natürlich wirkenden Filter, die sich wie Feenstaub auf mein Gesicht legten: Jeder Makel wird mit einem einzigen Klick determiniert, auch Tränensäcke, dafür gibt’s Gratis-Blush in Sekundenschnelle, Endlos-Wimpern und eine dezente, aber wirksame Gesichts-Form-Korrektur. 

Irgendwo zwischen “Hammer, jetzt muss ich mich nie mehr für ein Foto schminken” und “Oh Gott, die Welt ist ein einziger Fake”, dämmerte mir, dass diese App wirklich und wahrhaftig ernst gemeint ist. Ich überlegte sogar eine Sekunde lang, diese sagenhafte Entdeckung für mich zu behalten, erschrak glücklicherweise aber sehr schnell vor meinem eigenen Nagel im Kopf und fragte mich gleichzeitig, wer in meinem Umfeld wohl schon längst mit “Perfect 365″ fudelt. weiterlesen

Die Sache mit den ständigen Rechtfertigungen & der Magie des Materiellen.

– 02.07.2014 um 13.00 – Allgemein box1 Leben Mode

chanel boy bag Die Sache mit den ständigen Rechtfertigungen & der Magie des Materiellen.Letzte Woche stand plötzlich eine meiner liebsten Freundinnen vor der Tür, leicht panisch, ein bisschen verknallt und sehr, sehr ratlos. Man kennt das ja: Mit Mitte 20 schrumpft die geistige Leistungsfähigkeit im Angesicht eines gut aussehenden bärtigen Mannes etwa auf die Größe eines vollpubertären Spatzenhirns. Ähnliches war ihr ein paar Tage zuvor selbst passiert. Die Aufregung vor dem nächsten Date maximierte sich daraufhin im Minutentakt und auch die Bedeutsamkeit der Frage nach der richtigen Tasche zum richtigen Outfit und der richtigen Frisur erlangte titanische Ausmaße. “Kannst du mir deine schlichte schwarze Umhänge-Dingsda leihen, bittebitte?”, schnappatmete es aus dem Freundinnen-Mund, während mir ein paar wibbernde Finger eine Chanel Boy Bag entgegen hielten. “Du kannst so lange die hier haben, die magst du doch, oder?”. Ich wurde jetzt auch leicht panisch. 

Ganze fünf Minuten lang schwieg ich (Boy und ich standen noch immer wie festgenagelt im Flur) und sah der Verknalltüte aus der Ferne dabei zu, wie sie dreiundzwanzig Mal um meinen Wohnzimmertisch herum kreiste, während sie sieben Mal ihren Haarknoten löste, wieder zusammen steckte, löste, wieder zusammen steckte und mich dann bierernst ansah, um die Quintessenz ihrer Sorgen auf den Punkt zu bringen: “Wenn ich da jetzt mit meiner Chanel auflaufe, dann denkt der doch, ich hab’ nur Stroh und Tussikram im Kopf”. Sie ahnte ganz offensichtlich, dass ich ihr nicht wenige Sekunden später einen Vogel hätte zeigen wollen und irgendetwas von wegen “Jetzt bist du übergeschnappt, anders kann ich mir nicht erklären, dass du meinen Vintage-Eumeln vorziehst”, geblubbert hätte. Jetzt aber verschluckte ich all meine geplanten klugen Worte und glotze nur blöd und Antwort-suchend in der Gegend herum. Wie Recht sie doch womöglich hatte. weiterlesen

Die Sache mit dem Alltags-Sexismus //
Pfeif mich nicht an, denn ich pfeif nicht zurück.

– 18.06.2014 um 14.23 – Allgemein Feminismus Leben

alltags sexismus Die Sache mit dem Alltags Sexismus // <br/> Pfeif mich nicht an, denn ich pfeif nicht zurück.Wie man es macht, man es falsch, das ist klar und ganz gewiss gibt es immer jemanden, der irgendetwas zu meckern hat, egal was man tut oder lässt, das ist wahrlich keine große Überraschung, sondern ein Grundsatz, über den selbst Harald Martenstein ganze Lieder singen könnte. Logisch also, dass ich seit der Veröffentlichung diverser Artikel, zum Beispiel jenem über diesen ominösen “Feminismus mit Titten”, immer wieder auf ganz abstruse Gegenstimmen stoße, auf feine, wohl dosierte Seitenhiebe. Ganz getreu dem Motto: “Mädchen, wo liegt eigentlich dein Problem, ist doch alles Friedefreudeeierkuchen hier in Deutschland”. Ach ja? Andere argumentieren “Ach weißt du, ich beschäftige mich gar nicht groß mit diesem Thema, ist für mich halt selbstverständlich.” Der Haken an beiden Einstellungen ist bloß folgender: Gleichberechtigung zwischen den Menschen, also das, wofür ein gesunder Feminismus nun mal stehen sollte, ist auch 2014 noch ein kleines aber feines Märchen, eine Utopie, die selbst Oma und Mami noch längst nicht zur blumigen Realität reden, kämpfen und machen konnten. Vor allem im täglichen Miteinander zwischen Männlein und Weiblein und allem dazwischen.

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Girls Talk // Kappen statt Tampons?

– 27.05.2014 um 10.48 – box2 Feminismus Leben

periode Girls Talk // Kappen statt Tampons? Das hier wird jetzt für die meisten von uns ein bisschen unangenehm. Denn die meisten von uns reden nicht über Dinge wie diese, schon gar nicht in der Öffentlichkeit und nur ganz selten mit den eigenen Freundinnen. Die meisten von uns finde das, was “da unten” so während der Periode passiert sogar “eklig” und “abstoßend” –  ist ja schließlich etwas, “das man bitte mit sich selbst ausmachen sollte”. Im Iran glauben laut einer Studie angeblich rund 48% der jungen Frauen, “Menstruation” sei eine Krankheit, in Kenia ist es menstruierenden Frauen sogar noch immer nicht erlaubt, Kühe anzufassen – aus Angst, die Tiere könnten sich anstecken, krank werden oder sterben. Woher rührt (neben der fehlenden Aufklärung) die Panik und weshalb diese fiesen Berührungs- und Besprechungsängste? Weil’s blutet, schmiert und schmerzt, schon klar.

Und trotzdem gehört’s zum Leben dazu, zum Menschsein und so weiter. Ein Mal im Moment leiden wir also an PMS, wir schlürfen entkrampfenden Tee, schreien sinnlos Wände, Männer oder Verkäuferinnen an und stopfen das Loch mit Viskose-Tampons zu, quasi ganz automatisch. Über Alternativen denkt kaum jemand nach, höchstens über Binden. Und das, obwohl man doch eigentlich weiß, dass OBs & Co weder so richtig gut für das Innenleben unserer Scheiden, Mumus, Pflaumen sind (Nährboden für Keime und Bakterien), noch für den Abfluss und die Umwelt (10-15000 Tampons benutzt eine Frau nämlich in ihrem Leben). Bloß eine einzige mutige Amazone meines Freundinnenkreises hat sich vor gut einem Jahr gegen alle gängigen Konventionen und Hygieneprodukte wehren können und schwärmt seither regelmäßig von der sogenannten “Lunette Menstruationskappe“, erfunden von ein paar cleveren Finninnen. Und dann gibt es ja auch noch die Ruby Cups

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Gar nichts wird sich ändern,
wenn wir groß sind.

– 05.05.2014 um 12.44 – Allgemein Leben Wir

schwanger hurra Gar nichts wird sich ändern, <br/> wenn wir groß sind. Bevor wir hier in “das war der glücklichste Moment meines Lebens”-Phrasen ersaufen, mache ich es kurz: Wir bekommen eine Mini-Jane, die vielleicht aber auch ein Junge sein wird und ganz sicher einen anderen Namen bekommt. Wir wissen jetzt seit knapp fünf Monaten davon und nein, der Moment der Wahrheit glich weniger einem ekstatischen Freudentanz mit Tränen in den Augen als vielmehr einer unerwarteten Ufo-Landung inklusive euphorisiert-debilem Lächeln oben drauf. Passiert ja nicht alle Tage, sowas Unglaubliches und unglaublich wahnsinnig Schönes. Glücklicherweise sind meine Frauenärztin und ich uns einig: Das Schlimmste am Schwangersein sind andere Schwangere. Und das Schlimmste am Muttersein sind andere Mütter. 

Ich schwöre hiermit nämlich hoch und heilig, dass mein Kind sich künftig nicht ausschließlich mit Dinkelbrot vergnügen muss, dass mich keine zehn Esel zu so etwas wie einem Hechel-Kurs überreden können und mich auch niemand kurz vor der Geburt auf ein Trampolin mit Fototapeten-Hintergrund bekommt. Entgegen aller Vorurteile und Einwände muss nämlich jeder selbst entscheiden, wie er lebt, gebärt (urgh) und erzieht. Viele Millionen Frauen vor mir haben das alles außerdem auch schon geschafft, und zwar ohne viel Klimbim. Erinnert mich bitte an diese Worte, falls die Hormone doch noch am Hirn schrauben sollten.  weiterlesen

GIRLCRUSH- Interview // Ada Blitzkrieg –
und warum Feminismus das absolute
Must-Have des Lebens ist

– 28.04.2014 um 11.01 – BlogLove Feminismus Leben Menschen

Titel Beispiel GIRLCRUSH  Interview // Ada Blitzkrieg   <br/> und warum Feminismus das absolute <br/> Must Have des Lebens ist

So, heute traue ich mich kaum los zu schreiben, denn wir haben es diesmal nicht nur mit einem unserer liebsten Powergirls, sondern auch mit der Textkönigin schlecht hin zu tun: Ada Blitzkrieg aka Frau Textkrieg. Ada ist nicht nur freiberufliche Journalistin und schreibt allerlei feine Kolumnen, nein, sie verfügt außerdem über vierundzwanzigtausend Follower bei Twitter und ist noch dazu Autorin zweier Überflieger-Romane.

Wer auf Madame trifft, trifft also zweifelsohne auf eine waschechte Kreativitäts-Bombe, die sich in ein paar Wochen allerdings nach San Francisco verabschiedet. Wer Berlin längst erobert hat, muss schließlich nach neuen Herausforderungen suchen! weiterlesen

Die Sache mit der “Don’t mess with me”-Haltung

– 24.04.2014 um 10.55 – Allgemein Leben Wir

dont mess with me nike van dinther Die Sache mit der Dont mess with me Haltung Wenn jemand sagen würde “Don’t mess with me”, so richtig ernsthaft und aufrichtig und mitten raus, zum Beispiel in mein Gesicht, dann zweifelte ich vermutlich an der psychischen Konstitution jenes Menschen, aus dessen Mund diese viereinhalb Wörter da gerade gekrochen kämen. Sowas denkt man für gewöhnlich, manch einer schreibt’s sich auch ins Tagebuch oder rahmt ein Concept-Store-Poster mit selbiger Aussage ein, um es neben oder über den mit Schnittblumen geschmückten Eames Chair zu hängen, mag ja sein. Aber wer sagt denn sowas? Vermutlich niemand, weil man dazu ziemlich große Eier haben müsste, die aber irgendwie niemand zu haben scheint, außer vielleicht im Traum. Ich träume sehr häufig. Manchmal vor lauter Wut oder aus Verzweiflung.

Es ist nämlich so: Am liebsten würde ich ständig “Don’t mess with me” schreiben und schreien. Gerne würde ich dann auch gehört und gelesen werden, damit ich mich nicht wiederholen bräuchte. Ich würde “Don’t mess with me” mit Schwarzlichtfarbe auf meine Stirn kritzeln und mich regelmäßig unter blaue Glühbirnen stellen. Ich würde “Don’t mess with me” denken und leben und mich nie wieder aus der Ruhe bringen lassen. DON’T MESS WITH ME. Nicht, weil ich nicht zu besiegen wäre. Sondern weil ich mich weigere, mitzumachen. 

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Interview // Kleiderei –
Pola & Thekla wissen, was es heißt, ein Powergirl zu sein

– 23.04.2014 um 10.38 – box2 Leben Menschen Mode

TitelBsp Kleiderei Interview // Kleiderei   <br/> Pola & Thekla wissen, was es heißt, ein Powergirl zu sein

Ihr habt sicher gemerkt, dass wir es hier in letzter Zeit mit der geballten Ladung Girlpower zu tun haben – so auch heute. Wie könnten wir auch anders, schließlich haben wir es hier mit zwei Fräuleins zu tun, die mit Anfang 20 schon ihr eigenes Unternehmen führen: der Kleiderei.

Die Kleiderei gibt es inzwischen nicht nur in Hamburg, sondern auch in Berlin. Was das eigentlich ist? Wir hatten’s euch schon mal erzählt, aber wiederholen uns natürlich gern noch mal: Ein Laden, in dem man sich, dank einer Art monatlicher Flatrate, so oft wie man möchte, Klamöttchen ausleihen kann. Natürlich unter der Bedingung, das alles wieder heil zurückgebracht wird. Klingt nach dem Himmel auf Erden? -Ist es aus. Und als wäre das nicht schon schön genug, haben uns die lieben Kleiderei Mädchen Pola und Thekla diese Woche all unsere Fragen rund um Mode, Feminismus und das feine Leben beantwortet.

Hinsetzen und Festhalten – die Girls haben es in sich! weiterlesen

Die Sache mit…
dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

– 15.04.2014 um 16.34 – Leben Wir

sich selber lieben Die Sache mit... <br/> dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

Vor etwa einer Woche habe ich mich in meinen Körper verknallt, inklusive allem, was da noch mit dran hängt und ich sage hängt, weil ich nicht mehr 20 bin und es vermessen wäre, zu behaupten, meine Wackelarme würden stehen, nein, sie klappen seitlich herunter, gleiches gilt für Herr und Frau Brust, sofern ich auf dem Rücken liege. In sich selbst verknallen, und dann auch noch von Außen, das klingt vermutlich ähnlich absurd wie “gestern habe ich im Lotto gewonnen” oder “ich habe einen Dackel auf der Straße gefunden und jetzt ist es meiner”, dabei war’s ganz simpel und doch eindrucksvoll.

Wenn man nämlich mitten im Zentrum einer Hausparty steht, twerkend, und zwar so, dass sich der Hintern kaum bewegt, Haut und Kuchen an den Beinen aber um 180 Grad um selbige schlackern, wenn man dann nicht weint, sondern lacht, dann duftet es nach Friedenspfeifenqualm. weiterlesen

Die Sache mit…
den Besitzansprüchen.
Oder: Ich darf was, was du nicht darfst.

– 04.03.2014 um 15.08 – Allgemein box1 Gesellschaft Leben

kolumne this is jane wayne  Die Sache mit... <br/> den Besitzansprüchen. <br/> Oder: Ich darf was, was du nicht darfst. Manchmal möchte ich mich beim Durchlesen diverser Blogeinträge auf meine Tastatur übergeben, ab und zu möchte ich mir meine eigenen Gedanken aus der Nase ziehen und im Klo herunter spülen und noch öfter rohe Eier auf Unfug-redenden Köpfen zerdrücken. Wegen dieser maßlosen Arroganz, die sich hier und dort und überall breit macht. Und alles nur wegen eines einzigen unausgesprochenen Gesetzes: Ich darf was, was du nicht darfst.

Das Dilemma: Jeder nimmt es für sich selbst in Anspruch, meistens völlig zu unrecht und immer äußerst überflüssiger Weise. Wer den 18. Geburtstag längst gefeiert und etwa zeitgleich Minderwertigkeitskomplexe inklusive Apfel-Berentzen-Bröckchen in die Kanalisation gespült hat, sollte es eigentlich besser wissen. Aber natürlich ist dem nicht so.  weiterlesen

American Apparel und das Schamhaar.

– 21.01.2014 um 15.32 – Allgemein Gesellschaft Leben

american apparel schaufensterpuppe schamhaar American Apparel und das Schamhaar.Man hasst die Marke American Apparel gerne. Man hasst sie aufgrund des sagenumwobenen Gründers, wegen sexistischer Werbekampagnen, Scheinheiligkeit oder zu viel schöner Basics, für die man zu viel Geld ausgibt. Nur selten lässt jemand öffentlich ein gutes Haar an dem Konzern. Und wann immer ich selbst AA für irgendetwas lobte, beispielsweise für das Period Power Shirt, welches in Zusammenarbeit mit der wunderbaren Petra F. Collins entstand, hasste man mich ebenso. Zu Recht? Einmal schlecht, immer schlecht? Wer weiß das schon. Ich jedenfalls bin Fan vom Vagina-Shirt, habe wenig Probleme mit den aktuellen Kampagnenbildern des Hauses uns staunte obendrein nicht schlecht über das neuste Marketing-Wunder der PR-Genies hinter “der Hipster Marke” (urgh). 

In New York sieht man neuerdings buschige Schaufensterpuppen aus dem Store heraus starren. Das ist erstmal gut, wenngleich es sich hierbei natürlich um einen erneuten Verkaufs-Streich handelt, aber so ist das immer bei Marken, da macht man nichts. Ich bleibe also dabei: Die Schamhaar-Offensive missfällt mir keineswegs. Denn vor allem in den USA hat das Schönheitsideal des weiblichen Körpers wenig mit Behaarung und viel mit Regularien zu tun. Kahl rasierte Venushügel sind das Nonplusultra, ansonsten wird höchstens noch die klassische Landebahn toleriert. Platz für eigene Entscheidungen bleibt wenig, denn inzwischen sind wir bei Adjektiven wie “ekelhaft” angelangt, sobald jemand gesteht, Waxing Studios konsequent zu meiden. weiterlesen

#mundpropaganda – Knutschen gegen Homophobie

– 11.12.2013 um 12.20 – Allgemein Leben

GQ mundpropaganda #mundpropaganda   Knutschen gegen HomophobieWenn wir aufwachen, Zeitung lesen und uns kurz darauf fragen, ob die Welt noch richtig tickt, dann schreiben wir das Jahr 2013. Wenn wir aufwachen, Zeitung lesen und uns kurz darauf fragen, ob das mit der Zahl 2013 überhaupt sein kann, dann ist vermutlich Russland mitsamt seiner Putin-Partei wie eine Abrissbirne durch die Medien gejagt. Jede neue Nachricht aus der föderal-mittelalterlichen Höhle der Menschenrechtsverletzungen ein Volltreffer, der das Gesicht der denkenden Weltbevölkerung zur hässlichen Fratze zermalmt.

In Wladimir Wladimirowitschs persönlichem Königreich gilt Homophobie als Konsens, Schwulenhass als “mildernder Umstand” vor Gericht und Gewalt gegen Fremde, Andersdenkende und Minderheiten als „eine natürliche Reaktion völlig normaler Menschen“. Mit dem jüngst verabschiedeten Anti-Homosexuellen-Gesetzt übertrifft sich “das Land der traditionelle Werte” selbst: “”Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung unterstützten das Verbot homosexueller Propaganda unter Minderjährigen”, heißt es. Wie zutreffend diese Aussage tatsächlich ist, lässt sich nur vermuten, denn Meinungsfreiheit wird dort, wo Minderjährige vor “schmutziger” Homo-Propaganda geschützt werden sollen, wo Aktivisten verschwinden oder weggesperrt werden, klein geschrieben. Fakt ist aber: Das öffentliche Reden über Schwule und Lesben steht fortan unter Geldstrafe. Wer petzt, wird mit 114 Euronen belohnt. Glücklicherweise führen derartige Umstände zu lautem Protest. Jetzt zieht sogar der Condé Nast Verlag mit und mit ihm die GQ: Für die Aktion “#mundpropgadanda – Gentlemen gegen Homophobie” küssen sich deutsche, heterosexuelle und zugleich prominente Männer und sagen damit:  Auch ich könnte schwul sein – na und? Wichtig ist: Der Zuspruch gilt nicht nur Schwulen, Lesben und Transgendern, sondern der gesamten Menschheit. Vor allem aber all jenen, die in Russland diskriminiert und zu niederen Lebensformen degradiert werden, allen, die trotzdem aufstehen und sich das Recht auf Liebe nicht verbieten lassen wollen. weiterlesen

Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP – Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen

– 05.12.2013 um 17.36 – Leben

thigh gap Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP   Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen Das Internet ist sowas wie die Ober-Glucke des Schwachsinns, eine anonyme Muttergottes, die einen Bastard nach dem anderen gebärt. Einer von ihnen ist mittlerweile zum Trend-Setter herangewachsen und trägt den Namen ‘Tumblr’. Was er ausspuckt, wird Hype. Auch Dinge, die eigentlich gar nicht existent sind; zum Beispiel eine ananasgroße Lücke zwischen den Beinen, genannt ‘Thigh Gap’. 

Platziert ist das ‘Must-Have’ der Saison geradewegs unterhalb der Vagina, genau dort, wo bei den meisten Frauen Oberschenkel aneinander reiben. Um Teil der Bewegung sein zu können, muss man demnach mords-schlank sein oder über ein äußerst breites Becken verfügen. Denn das Verhältnis zwischen dem linken und rechten Bein sollte im besten Fall mit der unerfüllten Liebe zwischen Sonne und Mond zu vergleichen sein. Zarte Berührungen ausgeschlossen, ein Techtelmechtel aus weiter Distanz, die ultimative Fernbeziehung. weiterlesen