Kategorie-Archiv: Leben

Interview // Kleiderei –
Pola & Thekla wissen, was es heißt, ein Powergirl zu sein

– 23.04.2014 um 10.38 – Leben Menschen Mode

TitelBsp Kleiderei Interview // Kleiderei   <br/> Pola & Thekla wissen, was es heißt, ein Powergirl zu sein

Ihr habt sicher gemerkt, dass wir es hier in letzter Zeit mit der geballten Ladung Girlpower zu tun haben – so auch heute. Wie könnten wir auch anders, schließlich haben wir es hier mit zwei Fräuleins zu tun, die mit Anfang 20 schon ihr eigenes Unternehmen führen: der Kleiderei.

Die Kleiderei gibt es inzwischen nicht nur in Hamburg, sondern auch in Berlin. Was das eigentlich ist? Wir hatten’s euch schon mal erzählt, aber wiederholen uns natürlich gern noch mal: Ein Laden, in dem man sich, dank einer Art monatlicher Flatrate, so oft wie man möchte, Klamöttchen ausleihen kann. Natürlich unter der Bedingung, das alles wieder heil zurückgebracht wird. Klingt nach dem Himmel auf Erden? -Ist es aus. Und als wäre das nicht schon schön genug, haben uns die lieben Kleiderei Mädchen Pola und Thekla diese Woche all unsere Fragen rund um Mode, Feminismus und das feine Leben beantwortet.

Hinsetzen und Festhalten – die Girls haben es in sich! weiterlesen

Die Sache mit…
dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

– 15.04.2014 um 16.34 – Leben Wir

sich selber lieben Die Sache mit... <br/> dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

Vor etwa einer Woche habe ich mich in meinen Körper verknallt, inklusive allem, was da noch mit dran hängt und ich sage hängt, weil ich nicht mehr 20 bin und es vermessen wäre, zu behaupten, meine Wackelarme würden stehen, nein, sie klappen seitlich herunter, gleiches gilt für Herr und Frau Brust, sofern ich auf dem Rücken liege. In sich selbst verknallen, und dann auch noch von Außen, das klingt vermutlich ähnlich absurd wie “gestern habe ich im Lotto gewonnen” oder “ich habe einen Dackel auf der Straße gefunden und jetzt ist es meiner”, dabei war’s ganz simpel und doch eindrucksvoll.

Wenn man nämlich mitten im Zentrum einer Hausparty steht, twerkend, und zwar so, dass sich der Hintern kaum bewegt, Haut und Kuchen an den Beinen aber um 180 Grad um selbige schlackern, wenn man dann nicht weint, sondern lacht, dann duftet es nach Friedenspfeifenqualm. weiterlesen

Die Sache mit…
den Besitzansprüchen.
Oder: Ich darf was, was du nicht darfst.

– 04.03.2014 um 15.08 – Allgemein box1 Gesellschaft Leben

kolumne this is jane wayne  Die Sache mit... <br/> den Besitzansprüchen. <br/> Oder: Ich darf was, was du nicht darfst. Manchmal möchte ich mich beim Durchlesen diverser Blogeinträge auf meine Tastatur übergeben, ab und zu möchte ich mir meine eigenen Gedanken aus der Nase ziehen und im Klo herunter spülen und noch öfter rohe Eier auf Unfug-redenden Köpfen zerdrücken. Wegen dieser maßlosen Arroganz, die sich hier und dort und überall breit macht. Und alles nur wegen eines einzigen unausgesprochenen Gesetzes: Ich darf was, was du nicht darfst.

Das Dilemma: Jeder nimmt es für sich selbst in Anspruch, meistens völlig zu unrecht und immer äußerst überflüssiger Weise. Wer den 18. Geburtstag längst gefeiert und etwa zeitgleich Minderwertigkeitskomplexe inklusive Apfel-Berentzen-Bröckchen in die Kanalisation gespült hat, sollte es eigentlich besser wissen. Aber natürlich ist dem nicht so.  weiterlesen

American Apparel und das Schamhaar.

– 21.01.2014 um 15.32 – Allgemein Gesellschaft Leben

american apparel schaufensterpuppe schamhaar American Apparel und das Schamhaar.Man hasst die Marke American Apparel gerne. Man hasst sie aufgrund des sagenumwobenen Gründers, wegen sexistischer Werbekampagnen, Scheinheiligkeit oder zu viel schöner Basics, für die man zu viel Geld ausgibt. Nur selten lässt jemand öffentlich ein gutes Haar an dem Konzern. Und wann immer ich selbst AA für irgendetwas lobte, beispielsweise für das Period Power Shirt, welches in Zusammenarbeit mit der wunderbaren Petra F. Collins entstand, hasste man mich ebenso. Zu Recht? Einmal schlecht, immer schlecht? Wer weiß das schon. Ich jedenfalls bin Fan vom Vagina-Shirt, habe wenig Probleme mit den aktuellen Kampagnenbildern des Hauses uns staunte obendrein nicht schlecht über das neuste Marketing-Wunder der PR-Genies hinter “der Hipster Marke” (urgh). 

In New York sieht man neuerdings buschige Schaufensterpuppen aus dem Store heraus starren. Das ist erstmal gut, wenngleich es sich hierbei natürlich um einen erneuten Verkaufs-Streich handelt, aber so ist das immer bei Marken, da macht man nichts. Ich bleibe also dabei: Die Schamhaar-Offensive missfällt mir keineswegs. Denn vor allem in den USA hat das Schönheitsideal des weiblichen Körpers wenig mit Behaarung und viel mit Regularien zu tun. Kahl rasierte Venushügel sind das Nonplusultra, ansonsten wird höchstens noch die klassische Landebahn toleriert. Platz für eigene Entscheidungen bleibt wenig, denn inzwischen sind wir bei Adjektiven wie “ekelhaft” angelangt, sobald jemand gesteht, Waxing Studios konsequent zu meiden. weiterlesen

#mundpropaganda – Knutschen gegen Homophobie

– 11.12.2013 um 12.20 – Allgemein Leben

GQ mundpropaganda #mundpropaganda   Knutschen gegen HomophobieWenn wir aufwachen, Zeitung lesen und uns kurz darauf fragen, ob die Welt noch richtig tickt, dann schreiben wir das Jahr 2013. Wenn wir aufwachen, Zeitung lesen und uns kurz darauf fragen, ob das mit der Zahl 2013 überhaupt sein kann, dann ist vermutlich Russland mitsamt seiner Putin-Partei wie eine Abrissbirne durch die Medien gejagt. Jede neue Nachricht aus der föderal-mittelalterlichen Höhle der Menschenrechtsverletzungen ein Volltreffer, der das Gesicht der denkenden Weltbevölkerung zur hässlichen Fratze zermalmt.

In Wladimir Wladimirowitschs persönlichem Königreich gilt Homophobie als Konsens, Schwulenhass als “mildernder Umstand” vor Gericht und Gewalt gegen Fremde, Andersdenkende und Minderheiten als „eine natürliche Reaktion völlig normaler Menschen“. Mit dem jüngst verabschiedeten Anti-Homosexuellen-Gesetzt übertrifft sich “das Land der traditionelle Werte” selbst: “”Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung unterstützten das Verbot homosexueller Propaganda unter Minderjährigen”, heißt es. Wie zutreffend diese Aussage tatsächlich ist, lässt sich nur vermuten, denn Meinungsfreiheit wird dort, wo Minderjährige vor “schmutziger” Homo-Propaganda geschützt werden sollen, wo Aktivisten verschwinden oder weggesperrt werden, klein geschrieben. Fakt ist aber: Das öffentliche Reden über Schwule und Lesben steht fortan unter Geldstrafe. Wer petzt, wird mit 114 Euronen belohnt. Glücklicherweise führen derartige Umstände zu lautem Protest. Jetzt zieht sogar der Condé Nast Verlag mit und mit ihm die GQ: Für die Aktion “#mundpropgadanda – Gentlemen gegen Homophobie” küssen sich deutsche, heterosexuelle und zugleich prominente Männer und sagen damit:  Auch ich könnte schwul sein – na und? Wichtig ist: Der Zuspruch gilt nicht nur Schwulen, Lesben und Transgendern, sondern der gesamten Menschheit. Vor allem aber all jenen, die in Russland diskriminiert und zu niederen Lebensformen degradiert werden, allen, die trotzdem aufstehen und sich das Recht auf Liebe nicht verbieten lassen wollen. weiterlesen

Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP – Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen

– 05.12.2013 um 17.36 – Leben

thigh gap Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP   Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen Das Internet ist sowas wie die Ober-Glucke des Schwachsinns, eine anonyme Muttergottes, die einen Bastard nach dem anderen gebärt. Einer von ihnen ist mittlerweile zum Trend-Setter herangewachsen und trägt den Namen ‘Tumblr’. Was er ausspuckt, wird Hype. Auch Dinge, die eigentlich gar nicht existent sind; zum Beispiel eine ananasgroße Lücke zwischen den Beinen, genannt ‘Thigh Gap’. 

Platziert ist das ‘Must-Have’ der Saison geradewegs unterhalb der Vagina, genau dort, wo bei den meisten Frauen Oberschenkel aneinander reiben. Um Teil der Bewegung sein zu können, muss man demnach mords-schlank sein oder über ein äußerst breites Becken verfügen. Denn das Verhältnis zwischen dem linken und rechten Bein sollte im besten Fall mit der unerfüllten Liebe zwischen Sonne und Mond zu vergleichen sein. Zarte Berührungen ausgeschlossen, ein Techtelmechtel aus weiter Distanz, die ultimative Fernbeziehung. weiterlesen

Karl Lagerfeld: “No one wants to see
curvy women on the catwalk”
– und er hat Recht.

– 05.11.2013 um 11.28 – Allgemein Leben

5c41ee54b41411e19e4a12313813ffc0 7 Karl Lagerfeld:  No one wants to see <br/> curvy women on the catwalk <br/>   und er hat Recht.

König Karl Lagerfeld steht aufgrund seiner spitzzüngigen Aussagen immer wieder im Rampenlicht der Kritik. Sängerin Adele findet er “a little too fat” und außerdem seien “die Dicken” ohnehin nicht sonderlich gesund für unsere Gesellschaft: ”The hole in social security, it’s also [due to] all the diseases caught by people who are too fat.” In seinem gerade veröffentlichten Werk “The World According to Karl” schreibt er schließlich “No one wants to see curvy women on the catwalk” und bringt damit nicht nur Betty Aubriere, Präsidentin von “Belle, Ronde, Sexy et Je M’assume“, zur Weißglut – Über 500 Menschen unterschrieben bereits die von der Frauengruppe eingereichte Petition gegen Lagerfelds Einstellung und öffentliche Äußerungen. “These insults by celebrities must stop. We’re sick of it. (…) There are a lot of young girls who don’t feel comfortable in their skin, and for them to hear comments like that is terrible,” so Aubriere (via).

Das Problem an der Sache: Karl hat Recht. So gut wie niemand will im Jahr 2013 noch “normalgebaute” Frauen auf dem Laufsteg sehen. Sogar Magazine, die es mit Entrismus versuchten, also mit dem Ändern dieser Gegebenheiten von Innen heraus, die in ihren Editorials hoffnungsvoll Durchschnittsgewichtige gegen magere Models austauschten, ernteten dafür nur wenig Applaus, stattdessen aber Augenrollen mit einem darauffolgenden Aufprall auf dem harten Boden der Tatsachen. Zurückspulen, bitte. Und nochmal von vorn anfangen, mit Size Zero. Unsere Augen sind schließlich längst anderes gewöhnt. weiterlesen

Instagram
mag keine Schambehaarung
und Frauen mögen keine Frauen.

– 30.10.2013 um 11.53 – box1 Gesellschaft Leben

TITLE Instagram <br/> mag keine Schambehaarung <br/> und Frauen mögen keine Frauen.

Vermutlich liegt es an dieser Post-Urlaubs-Resozialisierung-Problematik, aber auf mich wirkt es, als befinde sich die Medienlandschaft gerade in einer Hoch-Zeit frauenverachtender Beitragswellen. Nicht zuletzt sind die Autoren, Macher oder Denker von Pipimädchenartikeln selbst Busenträgerinnen.

Mein jüngstes Beispiel: Wäis Kiani, die allseits bekannte Kolumnistin, die ich für ihre scharfe Zunge bisweilen immer auf einem Siegertreppchen positioniert hätte. Sie schwadronierte noch kürzlich darüber, weshalb Mädelsabende “einfach nicht funktionieren” würden. “Weil zu viele Frauen auf einem Haufen entweder zu hysterisch oder total langweilig sind”, zitiert sie dort eine Freundin und macht in etwa genau so weiter: “Mit Frauen wird es nie richtig lustig, weil sie sich für nichts interessieren (…), stattdessen wird darüber geredet, wer sich wann und wo hat botoxen lassen und wer zurzeit was aus seinem Diätplan gestrichen hat”. Wer jetzt meint, das Blatt würde sich zum Ende hin noch wenden, aus Anti-Feminismus würde eventuell doch noch Feminismus werden, der befindet sich auf dem Holzweg. Erstens denke ich, die gute Wäis sucht sich eventuell extrem falsche Freundinnen für falsche Erlebnisse aus, zweitens gratuliere ich an dieser Stelle für diese formidable Stereotypiserung des dümmlichen Weibchens und drittens frage ich mich nun, in welcher Sackgasse der Karren letztendlich wohl vor die Wand gesetzt werden wird. Wie zum Geier uns Frauen (aber bitte im übertragenden Sinne) irgendwann einmal richtig dicke “Cojones” wachsen sollen, wenn wir uns doch ständig selbst degradieren und uns immer wieder gegenseitig oder selbst an besagten Karren pissen. weiterlesen

Warum ich in den Urlaub fahre
& eine imaginäre Antwort auf diverse Kommentare.

– 15.10.2013 um 10.00 – Allgemein box1 Leben Wir

0e187b22356811e3b76f22000ab68524 8 Warum ich in den Urlaub fahre <br/>  & eine imaginäre Antwort auf diverse Kommentare.Ich fahre bald in den Urlaub. Zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren, wenn man von einem Kurz-Trip nach Sizilien samt Laptop absieht. Und wenn ich endlich dort bin, kappe ich meine Internetleitung und werde für niemanden erreichbar sein. Nicht für meine Arbeitskollegen und Chefs, nicht für meine Freunde oder die Omi. Für niemanden. Weil sich mein Gehirn während der letzten Monate so sehr verknotet hat, dass ich mich manchmal wie ein Alien fühle. Wie ein Menschenhasser oder Autist, der nicht nichts mehr an den Leuten da draußen versteht. An ihren Eigenarten, Manieren, Gedanken. Die Elefantenhaut ist abgenutzt und was bleibt, ist ein seltsamer Gräuel, der sich in meinem Bauch festgeklemmt hat und nicht mehr fort gehen mag. 

Mein Ziel ist es also, herauszufinden, ob es sich hierbei nun um das ganz normale “Erwachsenwerden” handelt, um etwas, das man Selbstachtung und Haltung nennt, oder ob ich gerade schlichtweg zu schnell auf die Palme klettere. Ich vermute, zweiteres ist zutreffend – denn (fast) immer bringen mich Menschen zum Meckern, die ich nicht einmal kenne. weiterlesen

Wieso regen sich eigentlich alle über das “Period Tee” von American Apparel auf?

– 09.10.2013 um 18.14 – Allgemein box3 Leben Mode

period tee american apparel 740x800 Wieso regen sich eigentlich alle über das Period Tee von American Apparel auf?Die Gesellschaft, in der ich lebe, wird mir immer suspekter. In vielerlei Hinsicht. Da wird ein Perioden-T-Shirt plötzlich zum Teufel, Männern schießen gigantische Kotzbrocken durch die Speiseröhre und Mädchen geben sich fürchterlich pikiert, empfinden das, was sie dort sehen, als ekelerregend. Erbrechen und Empörung wegen einer der natürlichsten Vorgänge der gottverdammten Erde. Willkommen im Jahr 2013. Ich frage mich jetzt: Haben diese Männer wohl Sex mit richtigen Frauen und richtigen Scheiden, Scheiden, die ein Mal im Monat den ganzen Rotz dort ausbluten müssen? Und stopfen sich besagte Mädchen tagtäglich und ohne Unterbrechung mit Hormon-Pillen voll, um dauerhaft dem Satan der Gebärmutterschleimhautfetzen zu entkommen? Hat denn die Übersexualisierung jeder Pore der Öffentlichkeit wirklich nichts gebracht als schiefe Frauenbilder und Beate Uhse Shops in der Fußgängerzone? 

Gut, ich möchte mir auch keinen Spiegel zwischen die Beine halten, während ich mein OB wechsle. Lieber würde ich mir den Unterleib heraus amputieren und weder sehen noch fühlen, was da vor sich geht. Zweiteres muss ich aber. So wie jede Frau vor der Menopause. Dank des American Apparel Shirts können nun endlich auch alle Penis-Träger sehen wie das so aussieht ohne bei Youporn nach dem passenden Fetisch zu suchen. Vielleicht hilft’s ja was – PMS ist real und sieht in Bildern etwa so aus, bloß meistens ohne so viel Haar dran. weiterlesen

Nicht verpassen // Die Doku “Mode als Religion” über Karl Lagerfeld

– 06.09.2013 um 10.07 – Kultur Leben Mode

Karl Lagerfeld Nicht verpassen // Die Doku Mode als Religion über Karl Lagerfeld

Er wurde über 16 Monate mit der Kamera begleitet, gewährte Zutritt in seine Archive, ließ sich auf Schritt und Tritt filmen und spricht in “Mode als Religion” über seinen Werdegang, sein Leben und seine beispiellose Karriere. Autorin Martina Neuen ist Karl Lagerfeld in der 4-stündigen Dokumentation so nah gekommen, wie es nur selten Kamera-Teams und Redakteure schaffen und versucht, einen 360°-Blick zu skizzieren: Langjährige Freunde wie Claudia Schiffer, Inès de la Fressange, die Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp, Linda Evangelista, Suzy Menkes und sein Team plaudern ebenso offen über den Meister, wie Sarah Jessica Parker, Diane Kruger oder Milla Jovovich. 

Es soll allerdings längst nicht bloß nur um Karl Lagerfeld selbst gehen, sondern ebenso um die scheinbar undurchsichtigen Mechanismen in der Modebranche selbst. All das erfahren wir am Samstag, um 20.15 Uhr auf Vox. weiterlesen

Die Sache mit den Neidhammeln.

– 26.08.2013 um 9.33 – Allgemein Kopfchaos Leben

komkurrenz Die Sache mit den Neidhammeln. Als ich klein war, da sagte meine Oma gerne: “Ach, Nikchen, du kannst dich glücklich schätzen, wenn du später mal nicht allzu hübsch wirst und auch nicht sehr erfolgreich. Das macht es nämlich nicht einfacher.” In meinem Kopf kollidierten sämtliche Züge noch bevor sie überhaupt den Bahnhof erreichen konnten. Meine Mutter fand: “Wenn du eine Handvoll guter Freunde hast, dann bist du schon ziemlich reich”. Das verstand ich mindestes genau so wenig. Ich hatte doch 50 Freunde. Oder 60. Oder noch mehr. Über all das dachte ich schließlich nie wieder nach. Ich fand mich niemals allzu hübsch, dachte immer, ich könne noch viel erfolgreicher sein und habe, seit ich denken kann, die besten Freunde, die man sich wünschen kann. Menschen, die mich erden und lieben, obwohl die meisten von ihnen nicht verstehen, was ich hier überhaupt treibe. “Irgendwas mit Mode und dem Internet eben.” Und ich würde sagen, es sind durchaus mehr als fünf. 

Dann traf ich Lena wieder. Lena ist so alt wie ich, bildschön und sehr, sehr erfolgreich. Nach der Rechnung meiner Oma dürfte sie also ein ziemlich einsames Leben führen. “Wie geht es dir?”, frage ich. “Gut, gut. Wenn Frauen nur nicht solche Biester wären.” weiterlesen

Kolumne: Zu viele Möglichkeiten,
zu wenig Meinung
– Generation Slash

– 29.07.2013 um 10.44 – Allgemein Leben Wir

a72ec43cd91b11e280b322000a1f9c82 7 Kolumne: Zu viele Möglichkeiten,<br/> zu wenig Meinung <br/>   Generation Slash

Ich habe keinen Stil, eher einen Nicht-Stil und wenn man mich fragt, wie ich diesen Nicht-Stil beschreiben würde, dann zeichne ich mindestens drei Schrägstriche in das leere Feld und fülle den Rest mit frei interpretierbaren Termini wie „Rap/Riot Grrrl/Random“. Das bedeutet am Ende zwar so wenig wie ein im Vollrausch gesäuseltes „Ich kann mir eine Beziehung mit dir vorstellen“, aber immerhin gaukelt es mir selbst und anderen Entscheidungsfreude vor, und auch Selbstkenntnis. Dabei besitze ich zumindest von ersterem nicht die Bohne.

Was ich heute mag, verachte ich schon morgen und anders herum ist es das gleiche Spiel, schon seit der Pubertät. Da wurde Fischaugen-Daniela wegen ihrer knallengen Jeans noch von Bootcut-Trägerinnen mit Carpri-Sonne eingesaut – bis die harte Erkenntnis jeden Skeptiker Schachmatt setzte: Ein halbes Jahr später wackelten all die fiesen Gören kollektiv in Röhren-Hosen an den älteren Jungs vorbei und Daniela hielt das Zepter der Girl-Gang in der Hand. Inklusive des heißesten Typen der Stufe. Der ganz normale Lauf der Dinge. Weil wir uns nicht entscheiden können, weil wir nie wirklich wissen, was wir wollen, heute A sagen und morgen B. Und weil tendenziell eher die gewinnen, die dem Rest der Welt ganz unabsichtlich eine Nasenlänge voraus sind, statt jene, die zwanghaft nach Anerkennung buhlen. Eigentlich weiß ich das. Und eigentlich will ich nichts weiter als ich selbst sein. Trotzdem verliere ich mich ständig, damit ich mich immer wieder neu erfinden kann. weiterlesen