… Hassobjekt des Tages: Die Kommunistische Partei Chinas.

13.05.2011 Allgemein, Leben

© Ai Weiwei

In China läuft einiges schief. Das mindeste, was wir doch von einem Land, von einer Regierung, erwarten können ist, dass wir in Ruhe gelassen werden. Dass wir unsere Meinung frei äußern dürfen, immer und überall. Dass „Freiheit“ mehr als nur eine mit blutigen Händen geprügelte Utopie darstellt.

Der autoritäre Staat China scheint von Menschenrechten und Tugenden wie Aufrichtigkeit nicht sonderlich viel zu halten – falls derartige Vokabeln überhaupt Platz finden in den eingeschränkten Hirnen der maroden Parteiführung. Zensur hingegen ist ein richtig großer Deal dort drüben. Mit der „großen Firewall“ hat sich China eines der schlauesten Systeme zur Bekämpung der digitalen Informationsbeschaffung augebaut. Westliche Seiten und Umgehungsmöglichkeiten werden systematisch gesperrt. Wer gegen den Willen des Oberhauptes verstößt und sich trotzdem Zugang verschafft, lebt gefährlich. Oder wird behandelt wie ein minderwertiger Köter, ohne Anstand, ohne Respekt. Wird eingeschüchtert, eingefangen, eingesperrt. Wer denkt,  Gewaltverbrecher seien die meistgesuchtesten Täter dieser Republik, könnte durchaus falsch liegen. Es gilt all jene auszumerzen, deren Wille noch nicht gebrochen ist.(Liu Xiaobo)

Liu Xiaobo, z.B. ist ein Staatsfeind. Der Schriftsteller ist nämlich mit dem Geburtsfehler auf die Welt gekommen, Geschehenes reflektieren zu können, die Welt in Gut und Böse unterteilen zu wollen und das Herz am richtigen Fleck mit sich umher zu tragen. Große Scheiße. Denn wer sich als Menschenrechtler und dann auch noch Systemkritiker bezeichnet, wird dismissed. Elf Jahre Abschreckungshaft genügen Chinas Parteiführung nicht, denn wer die Staatsgewalt untergräbt, gehört gehörig schikaniert. Wo genau er jetzt steckt, weiß man nicht recht. Man ist auf alles vorbereitet.

(Ai Weiwei)

Das wohl prominenteste Beispiel diktaktorischer Gewalt stellt der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei dar. Seit dem 3. April ist er verschwunden, jede Spur fehlt. „Die Mächtigen wollen verhindern, dass kritische Stimmen gehört werden. Sie wollen sie vernichten“, waren Ai Weiweis Worte, kurz darauf wurde seine Vermutung zur bitteren Realität. Die Ehefrau des Künstlers hat Redeverbot, zwei seiner Mitarbeiter und Liu Xiaoyuan, einer seiner Anwälte, sind ebenfalls verschwunden. Kunst als Ausdruck innerer Gefühle, Gedanken, Zweifel? Kunst als Protest gegen das Regime? Ein riskantes Spiel.

Das jüngste Beispiel polizeilicher Gewalt hat es zugegebener Weise auf die Spitze getrieben. Schön blöd, könnte man sagen. Oder „Dass diese Aktion schief geht, hätte man sich ja wohl denken können.“ Durchaus, das hätte man. Aber ist es besser, feige den Schwanz einzuziehen? Wohl kaum. Besser ist, man packt ihn im Namen der Freiheit gleich aus. So hat es jedenfalls der Aktionskünstler Chen Li gemacht.

Ein Happening zum Thema Sex, Kommerz und Politik, bei dem besagter Übeltäter auf dem Dach der Pekinger Modern Art Galerie einen nackenden Sexakt simulierte, fürte zu seiner sofortigen Einweisung ins Arbeitslager. „Zur Abschreckung“, wie man vermutet.

So, liebe KPCh. Was woll mit einem Verein wie du es bist, bloß machen? In deiner Welt läuft einiges schief. Denn es sind nicht die Opfer deiner willkürlichen Machtdemonstration, die bestraft gehören. Nicht sie sind es, die der Erdboden verschlucken sollte. Nein, du bist das Problem. Ich, die Welt, wir alle, verabscheuen deine Machenschaften. Es stellt sich bloß eine große Frage: Kann man dich jemals noch auf die gute Seite ziehen?

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