Beyoncé startet „What Is Pretty“ Kampagne
& „Pretty Hurts“ Video

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Beyoncé ist meine persönliche Queen, mal abgesehen von Mutti natürlich, und das schon seit Destiny’s Child, aber wen wundert´s. Diese Frau hat vermutlich alles, wovon ein Mensch nur träumen kann und trotzdem tippe ich darauf, dass selbst eine wahrhaft wunderschöne Miss Carter höchst persönlich nicht ohne minikurze Anfälle sinnloser Komplexe durch’s Leben tänzelt. Ich tippe auf „Problemzone Po“, wegen all der weißen Flacharsch-Models, oder bescheuerte Brust-Verkleinerungs-Gedanken aus selbigen Gründen. Ergo: Pillepalle-Obermist, Wehwehchen, die ohne die Beihilfe der Medien wahrscheinlich nur halb so sehr schmerzen würden, wenn überhaupt.

Denn dass wir wirklich „schön“ sind, selbst wenn da denn Makel wären oder gerade weil da eben welche sind, das glauben wir nicht einmal unseren Feinden, den Freunden erst recht nicht und schon gar nicht dem Kerl, der da morgens neben uns aufwacht.
Stattdessen stellen wir uns dumm, fragen „Eeeheeech??“ und dementieren jedes Kompliment debil schielend mit einem gequietschten „Gaaar nicht“. Absurd ist, dass wir Dümmlichkeiten wie diese tatsächlich ernst meinen, das ist mehr als Koketterie, das ist ein kollektiver Selbstbewusstseins-Mord, aber par exelence. Und warum machen wir das und wieso denken so? Entweder, weil wir nicht mehr alle Tassen im Schrank haben und mit allzu großer Freude „Finde den Fehler“ spielen.

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Aber Achtung, jetzt kommt Beyoncé und fetzt wie eine Abrissbirne durch unsere kranken Vorstellungen von Schönheit, rüttelt uns vorsichtig wach und singt „Pretty Hurts“. Pünktlich zur Veröffentlichung der TIME „Most Influential People of the Year“ Ausgabe, ward  außerdem die „What Is Pretty“ Kampagne geboren. Beyoncé fragt, Twitter und Instagram antworten. Weltweit. 

Beyonce TIME Most influental


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 So, und jetzt sied ihr gefragt:  How do you define pretty, hm?

Hoffentlich nicht so, wie die Hochglanzmagazine dieses ausgemergelt-operierten Planeten.


Beyonce – Pretty Hurts (Official Video)

 

Infos via TIME.

14 Kommentare

  1. Jenny

    Schön finde ich Frauen, die sich stilsicher kleiden, zufrieden sind mit der Person die sie sind und wissen was sie wollen.
    Für mich ist Beyonce auch die Queen überhaupt. Nicht nur optisch. Sie weiß genau was sie will, sie weiß wie sie es erreicht und sie ist bereit dafür hart zu arbeiten. Ich bin mir nicht mal sicher, ob diese Frau das Wort „faul“ kennt. Sie ist bereit eine Führungsposition zu übernehmen, Kontrolle über ihr eigenes Leben, auch wenn sie dafür mit ihrem Vater brechen musste. So eine Haltung finde ich schön…oder auch einfach nur bewundernswert!

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  2. Anne

    Ist das weißes Flacharsch-Model das Pendant zum schwarzen Fettarsch-Model? Und wie ernst kann man so eine Kampagne nehmen, wenn sich die Initatorin den Oberschenkelumfang auf diversen Covers verkleinern lässt? (siehe: sogar auf diesem TIME Cover) Wer aus der Branche kommt, in der Bildbearbeitung an der Tagesordnung ist, sieht das mit Krückstock und ner halben Flasche Wodka intus…sorry, failed!

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  3. Nike Jane Artikelautor

    Liebe Anne, das weiße Flacharschmodel ist keineswegs das Pendant zum weiblichen Latina-Model, aber wie du bestimmt weißt, herrscht in der Modebranche noch immer dieser Model-Rassismus – die meisten sind nämlich noch immer weiß, vor allem auf Covern, die verkaufen sich nämlich sonst schlechter. Traurig, oder?
    Und wir gehen natürlich davon aus, dass unsere Leser Realität von Fudeleien unterscheiden können und sehr wohl wissen, dass kein einziges Magazincover dieser Erde derzeit ohne Photoshop auskommt. Vermutlich sogar kein einziges abgedrucktes Bild. So viel Verstand herrscht hier, denke ich, schon.
    Alles Liebe!

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  4. Nike Jane Artikelautor

    Achso, und bitte unterschätze die Power und Medienwirksamkeit von Frauen wie Beyoncé nicht – du gehst dicher reflektierter an die Kampagne heran, als das durchschnittliche Mädchen, das aber nunmal auch angesprochen wird. Und liest man sich Twitter & Co durch, dann scheint’s was zu bringen. Auch hier gilt: Alles ist besser als Nichtstun.

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  5. Anne

    Da bin ich ganz bei dir. Ich finde, es gut, dass diese Dame ihre Prominenz nutzt um das Thema aufzugreifen. Ich kann auch verstehen, dass sie wie jeder Mensch/Promi/Model/Werauchimmer auf dieser Welt manchmal wankelmütig das Feedback „bitte Oberschenkel etwas strecken“ an die Grafik weiterleiten lässt. Übrigends: PS zwingt einen nicht, Nasen und Oberschenkel im Umfang und Form zu korrigieren. Die FashionCover kommen auch ohne das auch und können wunderschöne Frauen/Männer/Wenauchimmer zeigen. Das weiß die Branche. Das weiß der Redakteur. Das weiß die Grafik. Nur WILL ES NIEMAND SEHEN. Da kann Beyonce noch so viel sagen: Esst mehr Burger. Am Ende entscheidet der Leser. Und der ist, glaube ich, mächtiger als Photoshop und die Branche 🙂 Achja: Und Erziehung geht nur mit Konsequenz. Und die fehlt mir bei ihr.

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  6. Sheyda

    So weit ich weiß, hat sich die Gute selbst ein wenig an der Nase rumschnippeln lassen, um dem gängigen Schönheitsideal (klein und europäisch sollte sie sein, die Nase) mehr zu entsprechen.
    Ich find es total gut, dass ihr auf solche Kampagnen aufmerksam macht, nur kaufe ich den Stars und Sternchen ihr: „Ihr seid schön wie ihr seid, mit Cellulite, dicker Nase, dünnen Lippen und kleinen Möpsen, Mädls!“ nicht ab. Sorry, das ist einfach nur scheinheilig und unauthentisch. Dafür könnt ihr nichts.

    Schön ist der, der sich auch aus dem Inneren heraus schön fühlt. Solange sich das Idealbild in den Medien nicht verändert, gibts theoretisch immer einen Grund sich als unzureichend zu empfinden. Und daran wird auch Beyoncé als aufgestylte Vertreterin halbnackiger Auftritte etc. nichts ändern können. Es gibt andere, bessere Vorbilder. Meine Meinung. 🙂

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    1. Katharina

      Beyoncé in allen Ehren – grandiose Sängerin, PR-Genie, süße Mama – aber allein schon daran, wie bewusst sie sich schönschön in diesem Schönheitskritisiervideo inszeniert, sieht man, dass es sie es nicht arg ernst meint. Das ist dann ein bestimmt gut gemeintes Lippenbekenntnis, mehr aber auch nicht. Queen Bey zeigt sich immer supersexy, superschön, superbegehrenswert – egal ob im Video oder aufm Cover oder sonstwo. Das ist ihr gutes Recht und natürlich nicht schlimm, aber sie ist offensichtlich in keinster Weise emanzipiert, was die Bande gesellschaftlicher Beautyerwartungen betrifft. Kein gutes Vorbild in dieser Hinsicht.

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  7. Mila

    Hm, Beyoncé photoshopt doch sogar ihre ach-so-ganz-intimen-meet-me-at-home-Twitter-Pics. Ist für mich auch nicht glaubwürdig. Nichtsdestotrotz ist sie eine wunderschöne Frau und ein cleveres businessgirl, aber – jetzt oute ich mich mal: Ihre Stimme finde ich ganz furchtbar – diese klirrende Frequenz halte ich leider nicht aus und ich muss sie immer schnell wegdrehen, wenn ich sie irgendwo höre …

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  8. Lena

    Ich kann mich da meinen Vorgängerinnen nur anschließen. Schade, dass Beoyncé nicht an dieser Stelle den Mut aufbringt, Photoshop einfach mal ganz wegzulassen. Und was heißt hier, das will niemand sehen? Nur eine Utopie, aber wie toll wäre es, wenn sich ALLE darauf einigen würden, in einer VOGUE zB., jedes abgebildete Wesen genau so zu zeigen wie es nunmal aussieht? Das wäre mal eine gute Idee von zB. Franca Sozzani, die ja so gerne Schockerthemen bringt. Und zur Frage, was ist schön kann ich nur sagen: mein Körper, nachdem er die Glanzleistung vollbracht hat, zwei knallgesunde, propere kleine Jungs auf die Welt zu bringen. Auch wenn er jetzt ein paar Dellen mehr hat 😉

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