Ich sprüh’s auf jede Wand: neue DesignerInnen braucht das Land!

29.03.2018 Mode, Trend, box3

Naja, vielleicht sogar die ganze Welt. Ich werde deshalb in meiner kleinen Kolumne regelmäßig nationale und internationale Talente vorstellen, die meiner Meinung nach wichtige Impulse in der Mode setzen. Natürlich gewachsene Perlen, die sich vom gigantischen Haufen kaum mehr unterscheidbarer Glaskugeln abheben. Ihnen muss keinesfalls der revolutionäre Wurf gelingen. Wichtiger ist, dass sie gegenwärtigen Trends eine eigenständige Dimension hinzufügen und dass ihre Kreationen den Alltagstest bestehen.

Auf meinem letzten Trip zu den Fashionweeks in London und Paris haben mich vor allem folgende Brands, Personen und Kollektionen begeistert, ja, sie haben mich regelrecht ins Herz getroffen:

Ausgerechnet Claire als Design-Talent anzuführen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Schließlich ist sie als Chefredakteurin der Branchenbibel „Self Service Magazine“ selbst mit dem Aufspüren neuer Talente befasst. Wie nur wenigen nicht explizit ausgebildeten DesignerInnen gelingt es ihr jedoch, ihre Vorstellung von zeitgemäßer Damenmode überzeugend umzusetzen. Dabei ist die zweifache Mutter einfach von ihrem eigenen Bedarf als privat und beruflich geforderte Frau ausgegangen. Wie mühelos sie dabei Schlichtheit und Bequemlichkeit mit moderner Eleganz verbindet ist eine echte Augenweide. Beispielhaft möchte ich ihre Definition vom Trend-Piece Hosenanzug anführen. Dieser ist bewusst nicht körpernah geschnitten. Denn Claire setzt einfach voraus, dass eine Frau, die Hosenanzug trägt, sich Ihrer femininen Ausstrahlungskraft ohnehin bewusst ist. Jede zusätzlich aufgetragene Form der Verweiblichung ist somit überflüssig. Genau diese stichhaltige Denkweise ist es, die mir an Claire als Person und an Ihrer Pallas-Kollektion imponiert.

 

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Der gebürtige New Yorker Michael Halpern hat zwar gerade erst seinen Design-Master an der Londoner Central Saint Martins gemacht, zählt aber schon jetzt zu den Shooting Stars der Szene. Seine Master-Collection sicherte ihm gleich eine Berater-Position beim Atelier Versace. Ich habe mir auf der London Fashion Week seine neue Kollektion angeschaut und stimme bedingungslos in die medialen Jubelarien mit ein. Wie Halpern sowohl farbliche wie auch stoffliche Kontraste vereint, wie lässig er Glamour mit Trash verbindet und die Frau schnitttechnisch sprichwörtlich umgarnt ist sensationell. So etwas kann man nicht lernen, so etwas muss man im Blut haben. Von ihm werden wir noch viel hören.

 

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Wie sich das Label Céline stilistisch entwickelt, kann nach dem Weggang von Phoebe Philo noch niemand sagen. Es gibt aber bereits eine Alternative, die ich auf der Fashion Week in Paris entdeckt habe: Rokh. Hinter dem Londoner Label verbirgt sich der sympathische Jung-Designer Rok Hwang. Und dass seine Mode in ihrer interessanten Mischung aus Minimalismus, Pragmatismus und roher Eleganz der von Céline so nahesteht, ist kein Zufall. Schließlich war Rok unter Phoebe als Céline-Designer und als Freiberufler für Chloé tätig. Rok und Philo sprechen also dieselbe modische Sprache. Bei seinen ästhetischen Kreationen reicht schon der bloße Anblick, um sicher sein zu können, dass Frau sich darin besonders fühlen wird.

 

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2 Kommentare

  1. Janina

    Liebe Dora, ich bin ganz verliebt in deine erfrischende Kolumne. Bist du nun ein festes Mitglied der Janes? Und wann wirst du ganz ausführlich porträtiert? Oder wurdest du es bereits und ich habe den Beitrag hierzu verpasst?
    Jedenfalls bist du neben all den Jane-Wayne-Perlen eine feine Bereicherung

    herzallerliebst
    Janina

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