Plötzlich Liebe // Dinge, die ich nie tragen wollte & irgendwann doch lieben lernte

25.03.2019 Mode, Outfit, Shopping

Es gab eine Zeit, in der habe ich mich in modischer Hinsicht wahnsinnig schnell beeinflussen lassen – noch schneller, als heute. Als unsichere 15-Jährige notierte ich mir so gedanklich jede Regel, die Modemagazine hergaben, vermied eisern die Kombination Braun und Schwarz und speicherte weiße Stiefel unter der Kategorie „never ever“ ab. Manchmal aber, da fand ich Dinge auch einfach nur furchtbar, Fischerhüte zum Beispiel, und versprach mir selbst hoch und heilig, diese niemals je zu tragen. Natürlich kam irgendwann alles anders. Heute zählen nämlich nicht nur weiße Ankle Boots zu meinen absoluten Lieblingsschuhen, auch ein Fischerhut hat sich mittlerweile oft genug in meiner Outfitplanung wiedergefunden (und dann auch noch in einem penetranten Leomuster).

Seither bin ich nicht mehr ganz so streng mit mir und folge nur noch einigen wenigen Moderegeln: Die wohl Wichtigste lautet „sag niemals nie“ und könnte kitschiger nicht sein. Dafür funktioniert sie für mich ganz großartig. Wohl, weil sie nicht festlegt, nicht einmal Grenzen zieht. Man darf nach Lust, Laune und Überzeugung das tragen, was man möchte – ein Träumchen! Und weil ich das Gefühl nicht loswerde, mich noch immer ein wenig bei meinen missverstandenen Kleidungsstücken entschuldigen zu müssen, gebe ich ihnen hier und jetzt die Plattform, die sie verdient haben.

 

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Weiße Stiefel

Bei dem Begriff „weiße Stiefel“ schaudert es mich ja noch immer ein bisschen, was vermutlich an den Bildern liegt, die mir unmittelbar in den Kopf schießen: geraffte Stiefel mit zwei Zentimeter hohem Absatz, die im besten Fall nicht mehr als 8 Euro gekostet haben. Dass es aber auch ganz anders aussehen kann, bewies die Welle an weißen Boots, die vor etwa zwei Jahren über die Modewelt schwappte. Da designten plötzlich Rejina Pyo und Ellery schicke Schuhe in zartem Weiß, die auch mich auf eine unerklärliche Weise in den Bann zogen. Mein Herz verlor ich schließlich an dieses Paar Ankle Boots von Vagabond, das ich zeitweise gar nicht mehr ausziehen wollte. Sie passen nun einmal ganz toll zu Jeans, Kleidern, Stoffhosen und sogar Röcken, ohne kompliziert oder langweilig zu sein. Der einzige Nachteil: Abnutzungen und Flecken sieht man sofort und anders als bei schwarzen Modellen wirkt dann hier auch nichts edgy oder cool.

Fischerhüte

Wer, wie ich, diverse Sommernachmittage in einem Fußballstadion verbracht hat, der weiß, dass Fischerhüte unter betrunkenen Fans ein beliebtes Accessoire sind. Es wäre also nicht überraschend, wenn es genau diese Assoziation wäre, die mich eine halbe Ewigkeit davon abhielt, in ein eigenes Modell zu investieren. Selbst Prada, Acne und Co wollten mich nicht so recht überzeugen und mein Geldbeutel dankte es mir. Es kam schließlich, wie es kommen musste, im Ganni-Sale entdeckte ich einen Fischerhut mit übertriebenem Leomuster – ich schnappte zu und rechtfertigte den Kauf vor mir selbst damit, dass er ja eben auch ein Regenhut sei, was in Anbetracht meines Kapuzenmangels sogar eine geschickte Investition war. Am liebsten trage ich ihn jedoch nicht im Regen, sondern bei frühlingshaften Temperaturen zum Maxikleid oder verspieltem Rock.

Die Farbe Rosa

Zugegeben, Rosa hatte es nie sonderlich leicht und stets mit einer Reihe an Vorurteilen zu kämpfen. Auch ich bin schuldig, tat ich die Farbe doch immer als zu „girly“ ab. Rosafarbene Kleider oder Blusen ließ ich erst gar nicht an mich ran, vielleicht waren sie mir zu niedlich, oder aber eben zu klischeebehaftet. Es brauchte erst eine Person wie Stephanie Broek, um mir zu zeigen, dass Rosa tatsächlich verdammt cool aussehen kann. In den Wintermonaten habe ich mich so nicht nur in eine Bonbon-Tasche von Staud, sondern auch in einen rosa-schillernden Stine Goya Mantel verliebt. Das Risiko, unüberwindbare finanzielle Verluste zu machen, wollte ich dann aber lieber doch nicht eingehen und sicherte mir ein letztes, im Sale übrig gebliebenes, Hemd, – ebenfalls von Stine Goya – das mindestens genauso schön schimmert, wie der Mantel.

Anzüge

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Bewerbungsgespräche mit Nadelstreifenanzügen gleichgesetzt wurden. Für mich war die Vorstellung, jemals einen Hosenanzug tragen zu müssen, so abwegig, dass ich ab meinem 12. Lebensjahr insgeheim hoffte, niemals ein klassisches Bewerbungsgespräch zu haben. Vor etwa 1,5 Jahren änderte sich meine Beziehung zu Anzügen abrupt, was vor allem den weiten Modellen zuschulden ist, die plötzlich aus dem Boden schossen. Mein erstes Exemplar war schließlich ein knallgrüner Anzug von H&M, den ich noch immer ziemlich großartig finde. Das Tolle an so einem Anzug ist ja, dass man in wenigen Schritten komplett angezogen ist, was für kleidungsfaule Leute wie mich, natürlich ein riesiger Pluspunkt ist. Meinen Kleiderschrank würde ich deshalb nur allzu gerne um ein, zwei Modelle erweitern − nur mit Nadelstreifen mag ich mich einfach nicht so recht anfreunden.

Animal Print

Jahrelang flüchtete ich vor Animal Prints und weigerte mich – außer an Fastnacht – auch nur in die Nähe eines Leopardenkleids zu gehen. Schlangenmuster verband ich hingegen mit Cowboys aus alten, überzogenen Westernfilmen und dachte nicht im Traum daran, jemals ein Kleidungsstück mit Tiermuster zu besitzen, geschweige denn, Geld dafür auszugeben. „Irren ist menschlich“, würde nun der Freund der gepflegten Floskel sagen und einen provokanten Blick auf meinen Kleiderschrank werfen: Darin befindet sich nämlich nicht nur der bereits erwähnte Fischerhut mit Leomuster, sondern auch ein Regenmantel, eine Bluse (beide ebenfalls im Leopardenmuster) und ein Paar Ankle Boots im Schlangenlederlook. Was soll ich sagen, ich hab‘ sie alle lieben gelernt.

Plötzlich Liebe // Dinge, die ich nie tragen wollte & irgendwann doch lieben lernte

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