Offener Brief / Aufruf zum Protest: In Moria sind die europäischen Werte verbrannt

Erst am Montag installierte die Seebrücke gemeinsam mit mehreren anderen Organisationen 13.000 Stühle vor dem Bundestag (#WirhabenPlatz) und machte so auf die gefährliche Situation an den EU-Außengrenzen aufmerksam. Zentrale Forderung war und ist die sofortige Evakuierung aller Lager. Die Zustände in Moria und den anderen Lagern auf den griechischen Inseln sind seit Jahren katastrophal. In der letzten Woche sind die ersten Fälle von Corona aufgetreten, das Lager sollte umzäunt werden.

Nun sind im Flüchtlingslager Moria in der vergangenen Nacht zahlreiche Brände ausgebrochen; große Teile des Camps wurden dabei vollständig zerstört. Die meisten Menschen haben das Lager auf der Flucht vor dem Feuer verlassen und sind jetzt obdachlos, einige Menschen befinden sich noch im Camp.

Anlässlich der (andauernden) Katastrophe teilen wir deshalb den offenen Brief von Seebrücke und 19 weiteren NGOs mit Forderungen zu Moria:

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von BBC News (@bbcnews) am

„Nachdem unzählige Warnungen über Jahre hinweg nicht gehört werden wollten, ist heute Nacht das Horrorszenario eingetreten: Das völlig überfüllte Lager Moria ist zu großen Teilen abgebrannt. 13.000 Menschen haben alles verloren, was kein Zuhause, aber ihre einzige Unterkunft war.

Das Feuer ist die Konsequenz einer europäischen Flüchtlingspolitik, die auf Abschottung und Abschreckung setzt. Einer Flüchtlingspolitik, die tötet und die Schutzsuchende in den Lagern über Jahre alleine ließ. Die Katastrophe war vorhersehbar und wurde wissentlich in Kauf genommen. Die Bundesregierung hätte die Möglichkeit gehabt, die Situation in Moria zu entschärfen. 

Für die Menschen, von denen die meisten bereits traumatisiert von ihrer Flucht und den Gefahren in ihren Heimatländern sind, die sich zudem bereits seit Monaten und Jahren in Moria befanden, wurde in den vergangenen Tagen mit dem Ausbruch von Covid-19 die Lage noch einmal dramatisch verschärft:

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von SEEBRÜCKE (@seebrueckeoffiziell) am

Lager wurde unter eine vierzehntägige Massenquarantäne gestellt. Nach wie vor hatten die Menschen keine Möglichkeit, sich vor einer Infektion zu schützen. 

In Deutschland haben über 170 Kommunen, Städte und Länder ihre Aufnahmebereitschaft seit geraumer Zeit unzählige Male bekundet. Thüringen und Berlin haben Landesaufnahmeanordnungen beschlossen. Bundesinnenminister Seehofer hat diese Solidarität und Bereitschaft jedoch blockiert. Er spricht von einer “europäischen Lösung”, die nichts anderes bedeutet, als ein Festhalten an der unmenschlichen Lagerpolitik, bei der Menschenleben riskiert werden. 

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von SEEBRÜCKE (@seebrueckeoffiziell) am

Wenn Europa und Deutschland seine Werte nicht endgültig verraten wollen, muss die Zeit des Nichthandelns mit dem heutigen Tag vorbei sein. 13.000 Menschen in Moria hätten längst evakuiert werden müssen, doch die Bundesregierung hat bislang versagt. Tausende Menschen sind seit dem Brand obdachlos. Wir fordern von der Bundesregierung, ihre Blockadehaltung umgehend aufzuheben und die sofortige Aufnahme der Menschen nach Deutschland zu organisieren, denn:

Wir haben Platz!

Bitte bleibt laut, macht mit, spendet und geht (mit Mundschutz und ausreichend Abstand) auf die Straße.

#WirHabenPlatz #LeaveNoOneBehind

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Sophia Hoffmann (@the_sophia_hoffmann) am

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von SEEBRÜCKE (@seebrueckeoffiziell) am

2 Kommentare

  1. Claudia

    Vielen Dank – ein ganz wichtiges Thema! Unerträglich, dass Deutschland immer noch nicht geholfen hat, obwohl etliche Kommunen dazu bereit wären. Einfach traurig.

    Antworten

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