Clubhouse: Alles, was ihr jetzt über die App wissen müsst

21.01.2021 Allgemein, Trend, Leben

Clubhouse ist eine exklusive, nur mit Einladung zugängliche Audio-App, in der sich Mitglieder von einem virtuellen Raum zum nächsten bewegen und über Kunst und Kultur diskutieren können – von beliebten TV-Sendungen bis hin zum Status quo der Musikindustrie. Drake, Jared Leto und Jodie Turner-Smith sind schon dabei – hier erfahren Sie, wie auch Sie beitreten können.

Clubhouse: Der neue App-Hit, bei dem jetzt alle Mitglied werden möchten

Das erste Mal habe ich von Clubhouse durch Mundpropaganda gehört. An einem Freitag vor ein paar Wochen, als ich mich offiziell “leergezoomt” fühlte und mich nach einem Wochenende sehnte, das mehr als Lebensmitteleinkäufe und “Euphoria”-Schauen bietet, fragte mich ein/e FreundIn per WhatsApp, ob ich eine Einladung für die neue Audio-App hätte, die sich auf ihrer Website als “eine neue Art von sozialem Produkt auf Sprachbasis” beschreibt.

Ich hatte keine, und da ich Angst hatte, zu spät auf den Zug aufzuspringen, begann ich sofort mit der Recherche. Angetrieben von Ungeduld und einer ausgeprägten FOMO („fear of missing out“), habe ich den neuesten technologischen Trend also heruntergeladen, in der Hoffnung, mir die Langeweile zu vertreiben und gleichzeitig meinen Durst nach einem Anschein von “Normalität” zu stillen (ein lächerlicher Gedanke in diesen Zeiten, ich weiß). Ich war enttäuscht, als ich die Nachricht erhielt, auf der virtuellen Warteliste zu stehen. Frustrierenderweise kann man nichts von der App selbst sehen, es sei denn, man wird eingeladen – oder man ist ein Celebrity, wie Drake, Ashton Kutcher oder Virgil Abloh.

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Katrin – she/her (@wayofkat)

Wie sieht die Clubhouse-App von innen aus?

Nachdem ich endlich eine Einladung von einem/r FreundIn erhalten hatte, habe ich erstmal die verschiedenen Räume, oder “Rooms”, wie sie in der App genannt werden, erkundet. Die App erscheint auf dem Handy wie jede andere; sobald man drin ist, fühlt sich Clubhouse sowohl chaotisch als auch aufregend an. Man wird mit einer ziemlich schlicht aussehenden Homepage begrüßt, die die Diskussionen auflistet, die zu diesem Zeitpunkt stattfinden, sowie die Chats, die für später geplant sind.

Ihr Algorithmus korrespondiert sowohl mit Ihrem Adressbuch als auch mit den Personen, denen Sie folgen – je nach Ihrem Arbeits-/Interessen-/Freundeskreis sehen Sie also Chatrooms, in denen Gespräche über Musik, Film, Kultur, Race, Technik und Beauty stattfinden. Ich war sofort Feuer und Flamme: Namen von Celebrities, die normalerweise unerreichbar sind, waren plötzlich nur noch einen Klick entfernt. In meinem Feed reihten sich geplante Podiumsdiskussionen in der Warteschlange und Gleichgesinnte moderierten virtuelle Räume.

Der erste Raum, den ich betrat, war eine Diskussion über die aufstrebende US-Rapperin Mulatto und ihren umstrittenen Namen (historisch ein anti-Schwarzer Begriff, der verwendet wurde, um Menschen mit gemischter Wurzeln zu beschreiben). Die Debatte wurde ziemlich hitzig. Anschließend hüpfte ich von einem Cyber-Raum zum anderen. Im Laufe des Wochenendes stieß ich auf lebhafte Diskussionen über alle möglichen Themen – von Frauen in der Musik bis hin zum “Harry Potter”-Fandom – nach 48 Stunden leuchtete mir der Suchtfaktor und die Anziehungskraft von Clubhouse ein.

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Website + Sales Copywriter (@maggietyson_)

Welche Art von Konversationen finden auf Clubhouse statt?

Die Social-Media-App ist eine lebendiger Mischmasch aus Podcast-ähnlichen Live-Gesprächen, Podiumsdiskussionen, Networking-Möglichkeiten (einige versierte NutzerInnen tauschen ihren “Influencer”-Titel bereits gegen “Moderator”) und der praktischen Nutzung mehrerer Räume (es gibt geschlossene und private Optionen, sodass Sie auch mit FreundInnen sprechen können) und ahmt so die Interaktionen des echten Lebens nach.

Kontroversen um Clubhouse

Clubhouse ist wegen seines angeblich nachsichtigen Umgangs mit Belästigungs-Protokollen und seines Versagens, Räume angemessen zu moderieren, in die Kritik gekommen. Die “New York Times“-Autorin Taylor Lorenz prangerte die sprachbasierte Plattform öffentlich an, als sie bemerkte, dass sie selbst in einem der Räume zum Gesprächsthema geworden ist.

Am 1. Oktober 2020 veröffentlichte Clubhouse ein Statement, in dem es Anti-Blackness, Antisemitismus, Hassreden und Missbrauch verurteilt, und legte eine Liste von Richtlinien und Regeln vor, die es nun umsetzen will. Dazu gehört, dass ModeratorInnen die Möglichkeit haben, interne Räume zu blockieren, zu melden und stumm zu schalten und Verstöße sofort zu untersuchen.

Clubhouse ist semi-exklusiv… vorerst

iPhone-NutzerInnen können die App aus dem Apple Store herunterladen und einen Benutzernamen reservieren. Da sich die App jedoch noch in der Beta-Phase befindet, bedeutet ihre Exklusivität, dass Sie erstmal auf einer Warteliste landen – es sei denn, Sie erhalten eine Einladung über eine/n FreundIn oder KollegIn. Jede Person kann eine Handvoll FreundInnen einladen, wenn ihre Bewerbung erfolgreich ist. Wenn Ihr Interesse geweckt wurde, dann seien Sie beruhigt: Clubhouse soll bald für die breite Öffentlichkeit freigegeben werden.

VOGUE COMMUNITY

– Dieser Text von Eni Subair wurde zuerst bei Vogue Germany veröffentlicht. Dort könnt ihr den Beitrag weiterlesen  –

Mehr von

Related