Die Sache mit … dem Wort, das wir nie wieder benutzen sollten.

15.05.2014 box1, Wir

GIRLS-lacherlichEs gibt ja diese Momente, in denen man gerne ein bisschen mehr wie Itchy oder Scratchy wäre, weil man sich dann entweder selbst verspeisen oder auf links stülpen könnte, aus reinem Fremdschutz. Ich erlebe solche Augenblicke zwar relativ selten, aber wenn, dann schäumt es gelegentlich vor meinem Mund, ab und zu wird mir auch übel oder mein Kopf krebsrot, vor lauter Aufregung, Wut und Unverständnis. So ging es mir auch letztens, als ich mit ein paar eigentlich unschuldigen Freundinnen in einem unschuldigen Café saß, an welchem in regelmäßigen Abständen noch unschuldigere Passanten vorbei schlawänzelten. Alles FriederFreudeErdbeerkuchen also, bis jemand einen Fehler machte.

Besser gesagt machten gleich zwei Jemande jeweils einen Fehler. Dass dort auf der anderen Straßenseite nämlich eine fremde weibliche Person Badelatschen-und-gleichzeitg-Socken-tragend versuchte, ihr Rad aufzuschließen, veranlasste einer der kuchenessenden Freundinnen zum plötzlichen Herauskehren ihres inneren Teufels, von dessen Existenz ich bis dato noch nicht einmal eine leise Ahnung gehabt hatte: „Maaan ey, lächerlich, diese Socken-in-Sandalen-Hipster-Scheiße“, posaunte das neuerdings spitzzüngige Fräulein neben mir. Ich hingegen schwieg. Und biss mir vor Schreck auf die Zunge.

Um ehrlich zu sein, dachte ich nämlich immer, nur „die Anderen“ seien so. Meinetwegen auch alle, aber nicht meine Freunde. So intolerant und urteilend, so unbegründet fieslich. Die Wahrheit des Tages sah anders aus: Wenn’s um Stile und Kleidungs-Ticks Durchreisender geht, kennt nur Mutter Theresa Gnade. „Warum denn lächerlich?“, frage ich. „Ja, guck doch mal. Das sieht einfach lächerlich aus und ist auch lächerlich, wieso macht man denn sowas? Entweder richtige Schuhe oder Sandalen, oder? Aber Socken in Sandalen?“, bekomme ich als Antwort. Ich denke an Céline und wasweißichnichtwen, an all die Modemagazine, die vollgestopft sind mit Editorials, die eben jenen modische „Fauxpas“ mittlerweile bis in den Himmel loben und so geschickt inszenieren, dass ich auch schon ganz verfallen bin. Ich werde wütend. Nicht, weil man meinen Geschmack nicht teilt, sondern wegen der Erkenntnis, dass der Mensch wohl nie begreifen wird, dass man niemals nie sagen sollte (ey, was, Karottenhosen?), dass es wunderbar ist, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten sich unterschiedlich kleiden, dass jeder selbst entscheiden darf, was geht und was nicht, was er trägt oder verschmäht, dass es nicht unser Recht ist, darüber zu urteilen, was man „macht und was man nicht macht“, aber vor allem, dass das Wort „lächerlich“ aus dem alltäglichen Sprachgebrauch gestrichen gehört. Hätte meine Freundin doch gesagt „Urgh, das ist nicht mein Geschmack“, dann hätte ich nicht diesen Klotzkloß im Rachen feststecken gehabt. Dann hätte ich einfach „Meiner schon!“ maunzen können. „Lächerlich“ hingegen funktioniert in keiner Konversation, „lächerlich“ ist ein verbales Todschlagargument, „lächerlich“ ist der Bodensatz aller Kritik, undiplomatisch und erniedrigend. Ein Wort, so stark, dass es mir im Zusammenhang mit jeglicher Mode-Thematik wie ein deplatzierter Bastard vorkommt und ganz und gar unangebracht, sofern wir im gleichen Atemzug von einem Lebewesen sprechen. 

Vermutlich werde ich ohnehin nie begreifen können, wie es möglich ist, sich über die optische Ausdrucksform anderer so schrecklich zu echauffieren. Ich kann höchstens Theorien aufstellen. Eine davon lautet: Hater sind in Wahrheit Neidhammel. Wenn man selbst nämlich nicht den Mut hat, sich auszuprobieren und unter jedem augenrollenden Blick zerbricht, dann gönnt man es der Tante mit den wilden Ideen oder dem andersartigen Antlitz eben auch nicht. Andernfalls würde man sich vielleicht eingestehen müssen, dass man freiwillig Klon statt Stürmer & Dränger ist und das wiederum enthüllen nur die wenigsten gern, im Land der vermeintlichen Vorzeige-Individualisten. 

Nun kann Eifersucht aber wirklich nicht als Ausrede für alles gelten, da habt ihr natürlich recht. Wo sonst liegt dann bitte das Problem? Verratet es mir. Ich verstehe es nicht. Am wenigsten dann, wenn ich selbst im Café sitze, den Kopf schüttle und sage: „Mein Gott, wie lächerlich.“

 (Wie immer handelt es sich um fiktive Personen und Erlebnisse) 

 

35 Kommentare

  1. Mart

    Ich schäme mich häufig für vorschnelle „Lächerlichs“…
    „Lächerlich“, als erwachsene Frau eine Latzhose zu tragen, das ist was für Kinder!
    „Lächerlich“, mit fast 30 die Haare pastellrosa zu tragen!
    Oftmals bin ich nämlich wenige Wochen später – nach einem ersten „Schock“ vielleicht? Zu meiner Verteidigung? – genauso lächerlich. Und das ist peinlich.

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  2. Stella

    Ich würde die Debatte ob man Kleidungsstil bewerten sollte nicht an dem Wort: “ lächerlich“ aufhängen!
    Im Duden findet man unter lächerlich: komisch [wirkend] und zum Lachen reizend. (was ich persönlich passend finde, denn Badelatschen die für Sommer und Wasser gemacht sind mit Socken zu tragen ist witzig und eigentlich auch ein bisschen absurd und eben irgendwie lächerlich. aber manche haben sich eben verguckt andere weniger!) Lächerlich ist eine persönliche Wahrnehmung genauso wie hässlich oder wunderschön. Lächerlich hat keine Sonderstellung „meiner Meinung nach“.

    Ist deine Kritik nicht viel eher, dass sie nicht sagt, dass es ihre persönliche Meinung ist und es vielmehr so klingt als ob „MAN“ (also alle am Tisch oder alle auf der Welt!) das lächerlich findet. Geht es dir nicht viel eher darum, dass es sau nervt, dass es viele Menschen gerade in der Modeszene gibt, welche sprechen als hätten sie die ultimative Vorstellung von stylisch und schön und toll und und und. Das ist es jedenfalls was mich oft stört dieses: „Was die an hat, geht gar nicht“ oder „das kann man nicht tragen“. “ Ich finde Badelatschen mit Socken drin lächerlich“ finde ich voll ok zu sagen. Mir fehlt meistens der persönliche Bezug. Die Ich-Botschaft.

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    1. Sandra

      Ich erlebe das häufiger bei Leuten außerhalb der Modebranche. Man muss sich meistens ja auch an sowas „gewöhnen“.

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    2. Marie

      Das Ding ist ja, auch wenn das Wort „lächerlich“ im Duden (sprich in seiner ursprünglichen Bedeutung) eher milde klingt, gemeint ist ja etwas komplett anderes. Wenn man jemanden in Bezug auf seine Kleiderwahl, seine Argumente, seinen Standpunkt, sein Verhalten … als lächerlich bezeichnet, dann spricht man demjenigen ja eigentlich mehr oder weniger sein Urteilsvermögen ab (also z.B. im Sinne von „Mach dich nicht lächerlich“). Im Sinne von „komisch“ habe ich lächerlich eigentlich noch nie verwendet. Von daher sehe ich das genauso wie Nike.

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  3. Sandra

    Ich benutze das Wort auch oft und jetzt wo ich das hier lese weiß ich garnicht mehr warum. Ich habe nämlich auch keine Erklärung für dieses, für unser menschliches Verhalten.

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    1. Mara

      Sein eigenes Verhalten und jenes der Spezie „Mensch“ nun komplett wegen eines Bolgeintrags hinterfragen zu wollen, halte ich doch für etwas übereilt.
      Ist die Kernaussage des Artikels nicht doch etwas anders – natürlich kann besagte Freundin jeder sein, ist sie aber nicht. Eine reale Begebenheit wurde in einen Jedermann-Kosmos umgeschrieben.
      Ich stimme da ganz meiner Vorrednerin Stella zu – das Wort „lächerlich“ ist absolut legitim, denn das Tragen von einer wärmenden Socke in einem Hochsommerschuh ist ein Paradox. Würd dies aber von besagter Freundin mit entsprechend abwertender Gestik begleitet, kommt es meiner Meinung nach erst zum Unerhörten.
      Also das Wort „lächerlich“ nicht aus dem Vokabular streichen, sondern vor dem Gebrauch einfach kurz in sich gehen. Vielleicht hatte die Freundin auch nur einen schlechten Tag und ein Missfallen kann dann oft nicht etikettenkonform mitgeteilt werden.
      Dem Ruf nach Meinungs- und Stilfreiheit wird dieser Artikel nämlich im Umkehrschluss auch nicht gerecht.

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  4. Wencke

    Ob du es glaubst oder nicht, es gibt wirklich Leute die Socken in Sandalen lächerlich finden.
    Wie du schon geschrieben hast ist es gerade Trend Socken in Sandalen zu tragen und nicht mutig und einzigartig.
    Ich finde das Wort Hater wird gerade viel zu oft und leichtfertig benutzt.
    Etwas nicht zu mögen oder eine Meinung nicht zu teilen macht einen nicht gleich zum Neidhammel oder Hater.
    Menschen so zu beurteilen finde ich jetzt auch nicht besser.

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Wie Claude bereits sagte: Darum geht es wirklich nicht <3
      Ich muss das auch nicht zwangsläufig schön finden, das mit den Socken.

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      1. Wencke

        Ich würde mir niemals die Haare pink oder blau färben.
        Es würde einfach nicht zu meiner zurückhaltenden Art passen.
        Das würde mir einfach keiner abkaufen und ich würde wahrscheinlich zu hören bekommen, daß ich lächerlich aussehe. Ich persönlich mag es nicht aufzufallen.
        Leute die es modetechnisch ordentlich krachen lassen und mutige Ideen haben mag ich aber auch.
        Solange die Person nicht VERKLEIDET wirkt.
        Ansonsten finde ich es Lächerlich.
        Ich denke es geht einfach um Authentizität.
        Würde ich jetzt mal behaupten. 🙂

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  5. Sarah

    Solche Kommentare kommen beinah immer von Leuten, die nicht aus der Modebranche sind und auch selber modisch nicht besonders interessiert. Letztens war ich mit einer Freundin bei Zara und wir haben uns dort Schuhe angeschaut, da ranzt mich doch so ein Typ von hinten mit dem fundierten Kommentar „Hässlich!“ an. Was für ein Schock. Und beim zweiten Hinsehen bemerke ich, dass der Typ so der typische Ende-Vierziger-Bauchansatz-Bermuda-Shorts-Karo-Hemd-Typ ist. Was hat der denn bitte für ein Kriterium? Ich finde allerdings trotzdem manche Outfits lächerlich und zwar dann, wenn es nicht mehr authentisch wirkt, nachgemacht oder gewollt und nicht gekonnt.
    Liebe Grüsse, Sarah

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  6. Franzi

    Ehrlich gesagt finde ich es jetzt aber auch nicht sooo viel besser, sich über einen so überflüssigen und nichts anrichtenden Kommentar zu echauffieren. Ok, wenn du findest, das ist ein gutes Thema, dieses immer wiederkehrende geht-gar-nicht-Urteil, dann beschäftige dich doch ein bisschen damit. Worüber sagt denn dieses Urteil etwas aus? Über Socken mit Sandalen bestimmt nicht. Das hat doch was mit Abgrenzung zu tun, in erster Linie mit sozialer Abgrenzung. Warum sind denn Sandalen mit Socken so „unmöglich“? Weil es mal als asozial galt oder wahlweise als spießig-deutsch-provinziell. Und wieder getragen wurde es dann wiederum als Abgrenzung zur snobistischen Korrektheit.
    Aber stattdessen schimpfst du auf Menschen, die dieses „schlimme“ Wort in den Mund nehmen und stellst deine Freundin (!) als Oberschnepfe dar. Lächerlich ist doch kein schlimmes Wort, das ist ein Wort, das sehr viel über Gesellschaft (und Mode) aussagt und darüber wie sie historisch gewachsen ist, nämlich immer über Abgrenzung/soziale Distinktion/Selbstbestätigung und das hat auch mit dir und mir selbst (auch wenn wir solche Kommentare eher nicht von uns geben) mehr zu tun, als wir denken.

    Erwarte ich hier zu viel oder wie oder was?

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  7. Sandra

    Naja der Kern des Artikels fragt ja: Wieso betitelt man etwas als „lächerlich“, statt zu sagen „das ist nicht mein Geschmack“? Ich finde, das ist eine sehr berechtigte Fragestellung. Genau wie der Einwand, dass das Wort „lächerlich“ nicht wie im Duden benutzt wird, sondern sehr abwertend. Davon gehen wir hier ja aus. Mich macht das auch wütend und ratlos. Denn wie auch im Artikel gesagt: „Lächerlich“ hat nichts mit der eigenen Meinung zu tun, stattdessen verallgemeinert man da etwas. Wer sich aufregt, fühlt sich eventuell zu doll angesprochen?

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  8. Esa

    Also ich verstehe die Aufregung auch nicht, liebe Nike. Diesmal irgendwie so gar nicht. Mit seinen Mädels darf man doch auch mal entspannt sagen können was einem so durch den Kopf schießt, ohne gleich Angst haben zu müssen, dass man Konsequenzen davon tragen muss. Sonst wäre das doch eine verkrampfte Scheisse und ich würd nicht mehr mit meinen Freunden abhängen wollen, weil ich dann genau wie im Job ständig aufpassen müsste, dass ich diskret bin/freundlich/klug etc. Ich will da auch mal ordentlich abhaten können und dann lacht man sich krumm und geht total friedlich nach hause und fällt erleichtert in die Poofe. Ich studiere Kunstgeschichte und häng jetzt nicht nur mit Leuten ab, die Kunst toll finden, sondern da trifft man auch mal auf Meinungen wie „Das soll Kunst sein??? AM ARSCH!“ und ich muss sagen, dass ich das super finde. Weil es nunmal keinen Mode- oder Kunsthimmel oder sowas geben sollte, in dem nur das tolle kultivierte Bildungsbürgertum seine Meinung kundtun darf. Es leben die Meinungsfreiheit 🙂

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Stimmt voll und ganz, mach ich ja auch (siehe letzter Satz), aber im Nachhinein frag ich mich immer: Hab ich nix besseres zu tun? Muss das sein? ist es nicht panne, dass man sich kollektiv besser fühlt, wenn man andere doof finden kann? Und: Ich stoße mich tatsächlich nicht nur daran, oder eher: ich fände es verständlicher, wenn man sagen würde: Das sieht bananae aus in meinen Augen. Oder: Das gefällt mir nicht. Stattdessen wird man manchmal richtig bissig, als ginge es um sonstwas. Pah, lächerlich – verstehst du, was ich meine?

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  9. Luisa

    Ich denke gerade an das Interview, in dem du diesen unfassbar geschmacklosen „Flamongo“-Witz gebracht hast. Ehrlich gesagt finde ich das um ein Vielfaches schlimmer, als wenn jemandem ein uncharmantes „lächerlich“ zu der Hipster- Sandalen- Socken- Kombi rausrutscht. Aber das sieht halt jeder anders.

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  10. Anna

    Schöner Artikel! Meiner Meinung nach soll doch bitte jeder einfach tragen was er möchte! Es gibt nun wirklich schlimmere Probleme auf der Welt und Dinge, die man verurteilen, verhindern oder was auch immer sollte, als die Art, wie sich jemand kleidet! Ich persönlich finde es toll, wenn Menschen einfach anziehen was ihnen gefällt und bin dann auch tatsächlich ab und an auf diesen Mut (der eigentlich keiner sein sollte…) neidisch!

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    1. Jasmin

      Luisa, ich denke da oben das ist doch dein Kommentar? Wenn ja, muss ich sagen, dass ich es auch geschmacklos finde, dass du den Schinken jetzt raus kramst. Das ist vllt was Nike sagen will: An die eigene Nase fassen nicht vergessen und andere sein lassen wie sie sind.

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      1. Luisa

        So wie die – ob nun fiktiven oder echten- Freundinnen bei Nike plötzlich durch ihre Kommentare in einem unschönen Licht dastehen ist es eben bei mir- an den Behinderten- Witz erinnere ich mich bis heute, weil ich ihn so derart daneben fand. An eventuell nicht ganz freundlich formulierte Kommentare meiner Freunde über modisch ambitioniert Outfits eher nicht.

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        1. Claude

          Uhhh, ich würde jetzt grinsend vor dem Computer sitzen wenn ich Nike wäre – wie du reagiert man wirklich nur wenn man sich total ertappt fühlt. Oder findest du dich jetzt netter als Nike, die ein Thema diskutiert und nach unserer Meinung fragt und sich dabei des Mittels der ausgedachten Handlung bedient, um zu verdeutlichen was gemeint ist?

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        2. Nike Jane Artikelautor

          Ach je, ich glaube, ich muss es noch mal sagen: Meine Freunde sind die tollsten und ich führe hier kein Tagebuch, sondern bediene mich tatsächlich erfundener Situationen, die ich so aber vielleicht schon mal auf der Straße oder in einem Café bei Fremden miterlebt habe, um das, was ich meine, für alle verständlich zu erklären. Das machen sehr viele Schreiberlinge so. Und genau deshalb steht über den „Die Sache mit….“ Artikeln auch nicht „Kolumne“. Dann wäre das eine andere Geschichte hier. Selbst wenn es um meine echten Freunde gehen würde, muss ich immer wieder darauf hinweisen, die Artikel zu ende zu lesen und vor allem genau: Da steckt zwischen den Zeilen eventuell etwas mehr. In diesem Fall: Wir alle sind diese Freundin, und auch ich. Vorletzter Satz oder so).

          Danke. Und ein schönes Wochenende ohne politisch inkorrekte Witze <3
          (Ich muss sagen, es wundert mich trotzdem, dass du dich so angegriffen fühlst, dass du es richtig findest, diesen alten Fehltritt meinerseits hier als Argumentationsbasis zu benutzen).

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  11. Betty

    Die Kommentare beweisen: mitten in den wunden Punkt getroffen und sehr viele hier ertappt 😀 danke dafür, ich gehöre nämlich auch zur Läster-Fraktion „lächerlich“ und hab danach immer ein schlechtes Gewissen. Luisa, die Situation war doch nur ein Beispiel für die komplette Abwertungskultur anderen gegenüber, da musst du doch nicht so einen unsachlichen veralteten Vergleich raus kramen.

    Antworten
    1. Luisa

      Wenn man über Menschen herzieht, die sich ihrer eventuell unabsichtlich etwas schrägen Outfits nicht bewusst sind, könnte ich auch kotzen. Bei Mitte-Hipstern, die sich mit ihren weißen Socken in diese Slides quetschen und meinen, sie hätten das Rad neu erfunden, hält sich mein Mitleid in Grenzen. Daher auch genau dieser „unsachliche veraltete“ Vergleich.

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  12. Jasmin

    Danke Nike. Ich fühle mich angesprochen, aber das ist gut. Lächerlich ist lächerlich, da haste irgendwie recht.

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  13. Jasmin

    Ah, und ich glaube nicht, dass Nike hier vom freudigen Lästern mit Freundinnen spricht. Das machen wir ja alle. Es ist ja nur ein Beispiel für eine Situation und ich weiß, was sie meint. Dieser richtige Hass Leuten gegenüber, dir komisch angezogen sind. Da liegt auch der Unterschied zwischen „guck mal wie die aussieht“ und „das ist lächerlich“.

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  14. Dörte

    Lächerlich ist ganz einfach ein fieses, herablassendes Wort, das mich jedes Mal handlungsunfähig zurück lässt. Ich fühle mich also ähnlich wie du. Denn „lächerlich“ erstickt jede Diskusion im Keim. Wenn jemand sagt „du bist scheisse“ ist das lange nicht so schlimm wie „du bist lächerlich“. I got it.

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  15. Mila

    Jemanden als lächerlich zu bezeichnen, ist kränkend und fies – sehe ich auch so. Aber genau das ist bei “Maaan ey, lächerlich, diese Socken-in-Sandalen-Hipster-Scheiße” ja nicht passiert. Deine Freundin hat „diese Hipster-Scheiße“ als „lächerlich“ bezeichnet – das Tragen von Socken plus Sandalen- und das ist in meinen Augen ein großer Unterschied.
    Ich find’s ehrlich gesagt schwierig, wenn man mit ausgesuchtem Blick Worte auf die Goldwaage legt, vor allem wenn sie unter Freunden in einer FriedeFreudeEierkuchen-Atmo gefallen sind. Du hast ja auch schon eins ums andere Mal gesagt, dass du selbst manchmal dazu neigst, im Eifer des Gefechts überzusprudeln, zu viel Gas zu geben und vielleicht auch mal übers Ziel hinauszuschießen. Du sprichst, wie dir der Schnabel gewachsen ist – warum sollten deine Freunde bei einem Gespräch unter Freunden also alles durch den Filter jagen? Zu sagen, da kehre jemand ‚den inneren Teufel heraus‘ ist mir da auch eine Nummer zu groß.
    … Und dieses Neidhammelargument hängt mir auch allmählich zum Hals raus – Wenn Leute etwas scheiße finden, finden sie’s manchmal einfach auch bloß scheiße. Dann ist das keine kratzbürstige Reaktion darauf, dass sie ihre eigene Identät durch die Identät eines anderen bedroht/infragegestellt/verkleinert sehen, sondern einfach Ausdruck einer persönlichen Meinung.

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  16. Phili

    Du sprichst mir mal wieder aus der Seele! Ich kann dieses Urteilen auch nicht verstehen…aber trotzdem machen wir es alle hin und wieder, auch wenn wir es nicht sehen wollen und auch nicht verstehen können.

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  17. Antonia Lewe

    Wie langweilig wäre es bitte wenn jeder Mensch modetechnisch gesehen den gleichen Geschmack hätte? Und immer nur peace love and flower power happiness verbreiten beim Leute betrachten tut eh keiner. Ein bisschen Lästern ist gesund und macht Spaß. Wer behauptet er hätte nie schon mal beim Anblick eines trendgesteuerten Hippsters ein kleines „lächerlich“ gedacht oder geäußert, der ist entweder der Dalai Lama interessiert sich nich die Bohne für Äußerlichkeiten oder flunkert schlichtweg! Go Lächerlich und Moderkritik

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  18. Sarah K.

    Ein witziger Artikel, liebe nike. Also irgendwie witzig, weil es uns Menschen täglich passiert. Wir urteilen automatisch über die Leute die uns begegnen, sei es wegen Kleidung, Frisur, Verhalten, Aussprache uvm. Wir urteilen, das ist ganz normal und notwendig, um uns als Individualisten zu schützen. Für unser Ego.
    Ok. Lächerlich heißt in diesem fall, die Frau mit socken in Sandalen muss einem quasie leid tun, das ist sinnfrei, ja was hat sie sich bloß dabei gedacht? Sowas würde MIR ja nicht passieren! Ich seh immer Top aus!
    Geh lieber nach Hause und zieh die socken aus, oder was auch immer…….
    Uns rutschen oft Wörter raus, die wir oft gar nicht so meinen oder anders interpretieren. Lächerlich ist nicht immer gleich lächerlich. Finde ich.
    Letzen Sommer trug ich quietsch bunte (gelb/rose/orange gemusterte) espansrillos zu einem blauen kleingeblümten süßen kleid in tellerrock Form inklusive leggins.
    Mein Kollege: „das passt nicht!“
    Ich:“soll es auch nicht!“ Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und im Kopf, freudig darüber dass ich eben meinen eigenen Stil habe und einfach ich bin. Passt nicht gibt’s nicht.
    Ich finde socken in Sandalen auch überhaupt gar nicht inspirierend, aber ich finde es auch nicht lächerlich, sondern ziemlich hässlich und viel zu praktisch.
    Das ist doch fast noch schlimmer, oder?
    Nur weil „ich finde…“ Davor steht ist es auch nicht immer netter formuliert….
    Wie schön dass es uns so gut geht 🙂

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  19. Pingback: Snapshots #20 | #wdywtoday

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