Lese-Tipp //
„Warum wir heimlich die Pille absetzen“

pille absetzenWenn man 16 ist, dann nimmt man womöglich wie ganz selbstverständlich die Anti-Baby-Bille. Weil eine Schwangerschaft der ultimativen Apokalypse gleich käme, weil die Pille praktisch ist, die Haut schöner, die Schmerzen erträglicher und die Brüste größer macht. Weil sich das regelmäßige Einnehmen des kleinen rosafarbenen Scheißerchens irgendwie auch verrückt erwachsen anfühlt und so gar nicht nach Medikament, weil sie obendrein für Freiheit steht, für Emanzipation und Selbstbestimmung. Aber auch, weil es eben alle tun (an dieser Stelle ist es hoffentlich überflüssig zu erwähnen, dass Kondome als Schutz gegen sämtliche Krankheiten trotzdem unabdingbar sind). Dass die Empfängnisverhütung aber auch im Jahr 2015 noch keine lächerlich kleine Angelegenheit ist, fällt vielen erst später auf. Wenn das Hirn sich irgendwann bemerkbar macht, wenn plötzlich unerwartete Fragezeichen aufploppen. Oder eben die schlechte Laune – nur eine der Nebenwirkungen, die tendenziell sehr bereitwillig unterschätzt werden.

Irgendwann sinniert man also vielleicht bei Wein und Käsechips mit einer Handvoll Freundinnen darüber, ob das permanente Futtern von Hormonen überhaupt gesund sein kann und ob der Körper die durch Östrogen und Gestagen inszenierte Dauerschwangerschaft wirklich so leicht weg steckt, wie man uns ganz grob betrachtet glauben lässt. Und hier wird’s jetzt persönlich.

Lio war sozusagen ein Wunschkind, die Pille nehme ich seit Jahren nicht mehr, aus unterschiedlichen Gründen, zum Beispiel wegen der unangenehmen Gemüts- und Gewichtsschwankungen, aber auch wegen ein paar erhöhter Risikofaktoren, schließlich habe ich irgendwann einmal geraucht wie ein Schornstein und mit potentiellem Krebs ist auch nicht zu spaßen. Weil Monsieur aber vorerst der einzige Wonneproppen in meinem Leben bleiben soll, muss ich mich derzeit zwangsläufig wieder verstärkt mit dem großen Thema der Verhüterlis beschäftigen. Also doch wieder zurück zur Pille und mehr miese Launen ertragen (ja wirklich, Miesepetrigkeit kann durchaus daher rühren, da spreche ich aus Erfahrung und bin obendrein nicht allein damit, man mag es ja kaum glauben, das tat ich vor dem Absetzen der sechsten Minipille nämlich auch nicht)? Hormonspirale (das Gleiche in (Hell)Grün)? Kupferspirale (im schlimmsten Fall stärkere Blutungen plus Schmerzen hoch 2)? Klingt alles nicht nach Erleuchtung. Bleibt demnach noch die natürliche Variante, auch „NFP“ genannt. Und hier werde ich plötzlich zum Schisser. Kann das auf lange Sicht wirklich funktionieren? 

Eine, die genau das behauptet, ist Sara McLear. Auf ihrem Blog „Between Cities“ schrieb die studierte Psychologin und Autorin sich jüngst einen Text aus der Seele, der mir zwar erneut sämtliche Gedanken verknotete, gleichzeitig aber dafür sorgte, dass ich mit meinen Fragezeichen nicht mehr alleine da stehe. Diskussions-Thema #1, sage ich nur. Hier lang geht’s jetzt endlich zum Lese-Tipp des Tages: „Warum wir heimlich die Pille absetzen“. 

52 Kommentare

  1. Verena

    Liebe Nike,

    ich habe den Eindruck es wird einem vermittelt: „Wenn du nicht die Pille nimmst, verhütest du nicht sicher“. Aber mir geht es wie dir, ich möchte sie nie nie wieder nehmen! Und ich habe eine super Alternative: Femcap. Ist viel weniger umständlich als man meint und hat einen mit der Pille vergleichbaren Pearl-Index. Ich habe die Pille vor fünf Jahren abgesetzt und bin seit dem damit absolut happy.

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  2. Carolin

    Liebe Nike,
    ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du die Pille nicht mehr nehmen möchtest. Auch ich habe mich vor ca. einem Jahr dagegen entschieden und aufgehört sie zu nehmen. Stattdessen habe ich mir eine Kupferspirale einsetzen lassen, obwohl ich noch nicht schwanger war. Ich kann bisher wirklich noch nicht schlechtes darüber sagen. Zwar fällt die Periode bei mir an zwei Tagen etwas doller aus, als davor und es dauert etwas bis sich der Zyklus nochmal eingependelt hat, aber ansonsten stört mich das kleine Ding überhaupt nicht. Auch die Schmerzen beim Einsetzen waren erträglich, aber das kann natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich sein. In meinem Freundeskreis geht der Trend auch immer mehr weg von der Pille, hin zu hormonlosen Verhütungsmitteln und ich kann mich auch an einige Abende erinnern, an denen über das Für und Wider der Pille sinniert wurde. Letzten endes ist das Thema Verhütung aber sehr persönlich und nicht jedes Mittel passt zu jedem Körper, sodass jeder für sich selbst entscheiden muss, was er möchte. Vielen Dank deshalb für diesen schönen Artikel mit einem nicht ganz einfachen Thema. Eine schöne Woche wünsche ich euch! Liebe Grüße

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  3. Fiona

    Sowas von gut der Artikel! Ich nehme seit einem Jahr keine Pille mehr und mache NFP. Mich hat damals eine Freundin darauf gebracht, und ich hab mich gefragt „Warum wusste ich davon nichts?“, da ich schon Jahre vorher die Pille nur noch mangels guter Alternativen genommen hatte. Die Umstellung war etwas gewöhnungsbedürftig, am Anfang hab ich es mir noch nicht so wirklich zugetraut und hatte Angst, etwas falsch zu machen. Nach ein paar Monaten ist es dann ganz normal geworden und ich frage mich seitdem, warum ich es nicht schon immer so gemacht habe. Man lernt wirklich schnell den eigenen Körper und seine Signale kennen und es ist überhaupt nicht so schwierig wie man am Anfang denkt. Jetzt bin ich zwar schwanger, aber absolut gewollt. Und dank NFP war auch das easy – denn ich weiß ja jetzt ganz genau, wann ich fruchtbar bin und wann nicht. Also ich kann es nur empfehlen 🙂

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  4. Franzi

    Puh, schwieriges Thema. Ich habs im letzten Jahr auch mir NFP versucht. Ist zwar nix passiert, aber das mit dem Gläschen zuviel und dann Zusammenreißen ist eben nicht ganz einfach. Vor allem wenn man schon verheiratet ist und es dann ja eh nicht sooo schlimm wäre.

    Bin aber trotzdem wieder aufs Pillenmonster umgestiegen, weil ich mich damit sicherer fühle und jetzt dank neuem Megajob auf keinen Fall ausfallen darf, sonst wäre ich selbigen wahrscheinlich bald los. Dafür trage ich jetzt wieder zwei Kilo mehr, Kopfschmerzen und sonstige Wehwehchen mit mir rum, die vorher verschwunden waren. Trotz der ach-so-tollen-supermodernen Zoely. Ist alles irgendwie nicht so easy!

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  5. Jana

    Als jemand der die Pille vor Jahren aus ähnlichen Gründen abgesetzt hat und seit ca 1 Jahr die Gynefix Kupferspirale hat, kann ich nur sagen, alle Körper sind unterschiedlich, auch was Nebenwirkungen angeht. Bei mir hat die Kupferspirale zu auf null reduzierten Schmerzen und kürzerer Periode geführt. Die Einsetzung war zwar nicht so schön, aber ich bin zufrieden!
    Ich finde es so oder so verrückt wie normal es ist, dass sich junge Frauen jedes natürliche Körper- und Zyklusgefühl so selbstverständlich weg-medikamentieren. Habe erst mit 26 nach Absetzung der Pille überhaupt ein Gespür dafür bekommen welche Veränderungen, Gemütszustände etc eigentlich zyklisch bedingt sind. Mal ganz von den mittlerweile erforschten Einflüssen der Pille auf Partnerwahl usw abgesehen, weiss man immer noch nicht genug darüber wie diese konstante künstliche Hormonzufuhr eigentlich insgesamt mit dem sehr feinfühligen Hormonsystem des Körpers interagiert. Gruselig.

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    1. nuerte

      „Habe erst mit 26 nach Absetzung der Pille überhaupt ein Gespür dafür bekommen welche Veränderungen, Gemütszustände etc eigentlich zyklisch bedingt sind.“

      —-> same here. 😉

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  6. Simone

    Vielleicht nicht zu 100% passend schließlich wird die Pille in deinem Artikel liebe Nike ja in Frage gestellt, aber sicherlich trotzdem richtig an der Stelle: Derzeit gibt es eine Petition von Pro Familia, die anstrebt, dass die Pille für „Menschen mit geringem Einkommen“ kostenfrei werden soll. Das betrifft auch Studentinnen, also wohl sicherlich einige eurer Leserinnen. Wer mehr wissen will kann sich hweiter informieren http://www.profamilia.de/petition oder direkt unterzeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2015/_02/_23/Petition_57650.html Ja, das ist quasi ein wenig Werbung, aber dennoch eine wichtige Sache. Die Frage nach: Wie richtig/ falsch ist es über lange Zeiträume zu nehmen ist eine wichtige. Es gibt aber viele verzweifelte Frauen, die ihr Kind abtreiben müssen, da sie sich ein Kind aus Kostengründen nicht leisten können und Verhütung ist da sicherlich die beste Vorsorge. Ob nun die Pille oder andere Methoden, auf jeden Fall ist es nicht richtig, dass Verhütung meist auf Kosten der Frau hängenbleibt.

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  7. Sandra

    Dieses Thema ist auf jeden Fall einen Beitrag wert, chapeau! Auch ich habe mich vor ein paar Monaten gegen die Pille entschieden, nachdem ich mich durch ca. 4 verschiedene Hersteller probiert habe und mein Körper dann völlig durcheinander war. Das einzige, was ich davon hatte war eine wochenlage Menstruation und die schlimmsten Unterleibsschmerzen meines Lebens – da merkt man erst einmal, was man dem Körper damit antut. Ich bin auch noch auf der Suche nach einer Alternative, früher war ich mit dem Nuva Ring sehr zufrieden, was aber auch wieder Hormone beinhaltet. Mh. Echt nicht einfach.

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  8. Laura

    Ich habe zwei Kinder und seit ca. 6 Monaten die Kupferspirale. Hormone wollte ich auch nicht mehr, wegen der krassen Stimmungstiefs. Das Einsetzen war ca. 10 Sekunden unangenehm, aber das habe ich gerne in Kauf genommen. Denn seitdem muss ich an gar nichts mehr denken, bekommen meine Tage regelmäßig (weder besonders stark, noch besonders lange) und – auch wenn es nicht wirklich sein kann, da die Spirale da keine Auswirkungen drauf hat – fühle ich mich viel ausgeglichener. Ich kann sie absolut empfehlen und bereue es, dass ich jahrelang die Pille genommen bzw. ohne Pille Russisch Roulette gespielt habe. VG

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  9. kat

    Auch hier eine Befürworterin von Gynefix! Ich habe sie seit über. 8 Jahren nachdem ich aus viele verschiedenen Gründe Hormone leid hatte.
    Ich hatte einiges ausprobiert: verschiedene Pillen, Nuvaring, Hormonspirale und bin durch Zufall an die Gynefix gekommen, als sie in Deutschland noch recht neu war.
    Jetzt habe ich gerade meine zweite drin und bin nach wie vor extrem glücklich damit. Ich stimme Jana zu, das einsetzen bzw wechseln sind alles andere als schön, dafür hat man dann aber 5 Jahre komplett ruhe – da nehme ich die paar unangenehme Minuten in kauf.

    Mein Zyklus ist regelmäßig alle 27 Tage und habe nur 4 Tage meine Regel, das ganze schmerzfrei.

    Das einzige was ich noch vor meiner Regel habe (mit oder ohne hormonelle Verhütung) meine Brüste schwellen leider ums doppelte an und leide extrem an PMDD allerdings konnte ich ohne Pille lernen besser auf meinen Körper zu hören da durch die zufuhr von Hormone die körpereigenen Signale unterdrückt werden.

    Im Grunde hat es Jana schon super beschrieben und ich kann ihr wirklich nur zustimmen und bin überaus glücklich damit, ich muss wirklich an gar nichts denken. Nicht an Temperatur messen, nicht daran jeden morgen eine Pille zu nehmen, nicht jeden Morgen in ein Persona Stäbchen zu pinkeln…
    Sie ist drin, sitzt und wenn mein Mann und ich lust haben dann ist es so 🙂

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  10. Imke

    Danke für den Beitrag. Bei mir hat er die Gedankenmaschine angeworfen und ich überlege nun welche Alternativen für mich in Frage kommen. Nach 14 Jahren Pille (von 30) fühlt sich das ganze nicht mehr gut an. Vor allem da ich immer wieder mit Migräne und Unlust zu kämpfen habe,

    Danke – solche Beiträge sind wichtig!

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  11. nuerte

    Ich trage ebenfalls seit Jahren die Gynefix Kupferspirale (mittlerweile zum zweiten Mal) und muss sagen dass ich noch nie so zufrieden mit einer Verhütungsmethode war. Das Einsetzen finde ich auch sehr erträglich- einzig das Entfernen war richtig schlimm, da sie bei mir sehr fest saß.
    All die Jahre zuvor hatte ich die Pille genommen- und war fast erschrocken wie groß der Unterschied zwischen hormonbeeinflusst und hormonunbeeinflusst ist.
    Ich hatte mich bei pro familia beraten lassen, da ich auch unbedingt weg wollte von Verhütungsmitteln die auf Hormonen basieren, aber dennoch ein sicheres Gefühl haben wollte. Eine sehr nette und kompetente Ärztin hat mir dann sämtliche Alternativen samt Vor- und Nachteilen erläutert- unter anderem auch die Gynefix Kupferspirale.
    Du hattest oben als eine der Nebenwirkungen der Pille schlechte Laune erwähnt- da sieht man mal wie unterschiedlich jeder Körper tickt….Bei mir führte die Pille nämlich eher dazu sämtliche Launen eher zu unterdrücken.
    Interessanterweise erzählte die Ärztin bei pro familia von einem ähnlichen Erlebnis: Ein Mann hatte sich doch tatsächlich nach ihrer Beratung dafür bedankt dass er seine leidenschaftliche, launische Frau wieder hat- sie war durch die Pille ebenfalls „ruhiger“ geworden und ebenso war ihre Libido beeinträchtig. Nach dem Absetzen der Pille- zack, alles wie vorher.
    Tattsächlich konnte ich bei mir ähnliches beobachten.
    Und das finde ich sehr gruselig. Den Gedanken, dass die Pille mein „wahres Ich“ (klingt etwas übertrieben, aber ich hoffe ihr wisst was ich meine) so lang unterdrückt hat…
    Jetzt bin ich wieder viel näher am Wasser gebaut, heule wieder schnell maßlos bei traurigen oder schönen Filmen, bin launischer (hat Vor-und Nachteile, aber das bin nun mal eben ICH) und meine Libido ist in vollem Gange.
    Für viele Frauen ist die Pille (zumindest für einen bestimmten Zeitraum) bestimmt die richtige Entscheidung, mindert zum Beispiel starke Regelschmerzen (damit hatte ich Gott sei Dank noch nie zu Kämpfen), aber für mich war das Absetzen und der Wechsel zu Gynefix defintiv die richtige Entscheidung! Kann ich nur empfehlen.

    Liebste Grüße,
    Vanessa

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  12. Anvic

    Pille? Nie wieder. Ich setze auf Gummis. Lebe nun schon seit mehr als 5 Jahren glücklich & kinderlos mit meinem Freund zusammen und habe für mich entschieden, dass mir meine Unbeschwertheit (volle kanne DepriTage ahoi und Abstumpfen auch bei der Lipido!!) und meine freie Entscheidung über meinen Körper wichtiger ist als dauerhaft Hormone zu nehmen, um ohne nachdenken rumschnackseln zu können. Wobei man das in einer Langzeitbeziehung ja eh nicht mehr jeden Tag macht (also ich nicht). Gummis sind halb so wild, finde ich und um viele Sexratgeber zu zitieren: „DrSommerAn Das Kondom kann man doch irgendwie immer geschickt einbauen, ohne dass es das Liebesspiel stört „DrSommerAus

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  13. Jule

    Hi,

    was viele nicht kennen ist die Kupferkette – kleiner als die Kupferspirale und mit weniger Nebenwirkungen. Ich wollte nach den Geburten meiner beiden Kinder nie wieder mit Hormonen verhüten und bei der Suche nach Alternativen war das für mich die beste. Auch damit kann man, ähnlich wie mit der Spirale, etwas stärkere Blutungen haben, aber bisher ist es bei mir super und ich bin sehr zufrieden damit. Wichtig ist es, sie von erfahrenen Ärzten einsetzen zu lassen – da gibt es eine Liste mit Praxen, die zertifiziert sind.

    LG,
    Jule

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  14. Sarah

    Hey,

    Ich finde den Artikel sehr wichtig. Aber was mir vor allem auffällt, ist, dass oft das gleiche (falsche) Laienwissen verbreitet wird, welches meist nicht ganz stimmt. Ich finde aber gut, wie du es schreibst, Nike, und mehr auf dich beziehst.. Z.b. Stimmt es natürlich, dass das Thromboserisiko bei Raucherinnen steigt, wenn sie die Pille einnehmen.. Oder manch einer Nebenwirkungen durch die Pille hat.. Anderen hilft sie aber auch ungemein, v.a. In Bezug auf Unterleibsschmerzen und Regelmäßigkeit der Periode! Aber gerade in Bezug auf das Krebsrisiko hat die Pille insgesamt eher einen positiven, als einen negativen Effekt. Aber ich will hier gar nicht ausholen, denn die meisten interessiert diese, eher wissenschaftliche Betrachtungsweise gar nicht.. Letztendlich spricht auch nichts gegen NFP, nur ist es eben nicht jedermanns Sache! Und mit 55 Jahren und so vielen Anwenderinnen ist die Pille allgemein vermutlich das am besten untersuchte Arzneimittel überhaupt!

    Ein guter, wissenschaftlicher Überblick über das Thema, ist z.B. hier zu finden:

    http://www.aerzteblatt.de/archiv/97959/Hormonale-Kontrazeption-was-wann-fuer-wen

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  15. Hannah

    Eine Zeitlang war ich sehr zufrieden mit der Pille. Wie Du schon schreibst: weniger Pickel, regelmäßiger Zyklus, kaum Blut… Ich habe mich aber schon immer über den Preis, der anscheinend im 6 Montaszyklus anstieg, geärgert und zunehmend auch ein ungutes Gefühl zwecks der ganzen Hormone bekommen, was durch monatliche Gewichtsschwankungen und Wassereinlagerungen noch begünstigt wurde.
    Aber erst als mein Freund und ich ein Baby bekommen wollten, habe ich die Pille nach 10 Jahren abgesetzt. Ich wusste, dass es eine Weile dauern kann, bis sich der Zyklus eingependelt hat, aber ich hatte definitiv nicht damit gerechnet, dass ich ein Dreivierteljahr eine hormonelle Achterbahnfahrt zu überstehen hatte. Mir ging es echt richtig beschissen. Dann wurde ich tatsächlich schwanger, obwohl ich vier Monate überhaupt keine Periode bekommen hatte. Erst dann hatte ich das Gefühl, langsam wieder „normal“ zu werden (den Zustand einer Schwangerschaft, auch wenn diese nun echt war, kannte mein Körper schließlich).
    Umso klarer war für mich, dass ich auf keinen Fall jemals wieder die Pille nehmen werde.
    Da NFP einen regelmäßigen Zyklus voraussetzt und sich mein Körper ein Jahr nach der Geburt immer noch nicht eingependelt hat, ich aber wirklich keine Lust habe, ständig das Thema Verhütung mit mir herumzutragen – denn ehrlich gesagt, so mit Baby muss das mit dem Sex meistens noch ne Nummer spontaner klappen – hab ich mir auch eine Kupferspirale einsetzen lassen und bin begeistert!! Manchmal ist es zwar ein bißchen gruselig zu wissen, dass da ein Fremdkörper in einem drin ist, aber ich kann sie jederzeit rausnehmen lassen, muss keinerlei Gedanken daran verschwenden, lieber einen richtigen Zyklus und ein wenig mehr Blut als gar keines und das Einsetzen war nach der Schwangerschaft auch nicht sonderlich schmerzhaft (das ist allerdings ein subjektiver Erfahrungswert).
    Eine kurze Anekdote zu NFP: Eine Freundin versuchte mich, nachdem sie ungeplant schwanger geworden war, von NFP zu überzeugen: „Eine total tolle Verhütungsmethode, kann ich nur empfehlen!!! Nur für mich persönlich war es nicht das Richtige.“ Sie war übrigens nicht die erste… Tatsächlich würde ich es mit einem unbestimmten Kinderwunsch auch ausprobieren, wenn ich aber hundertpro sicher sein will, dann ist es vermutlich nicht das Richtige – außer man hat sein Leben durchwegs im Griff.

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    1. Augustine

      Dass NFP einen regelmässigen Zyklus voraussetzt, stimmt eben gerade nicht. Gerade für Frauen, deren Zyklus unregelmässig ist, bringt die Methode Vorteile. Da man seine Körpersignale bis zum Zeitpunkt des Eisprungs beobachtet (egal, ob der nun am 10. oder am 20. Zyklustag oder irgendwo dazwischen stattfindet), weiss man daher bei richtiger Anwendung genau, wann die Menstruation einsetzen wird. Dies nur als Anmerkung; ich habe dieses Argument schon von einigen Freundinnen gehört, die dachten, dass NFP aus diesem Grund nicht für sie geeignet sei.

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      1. Hannah

        Da magst Du recht haben. Dennoch muss man seine Körpersignale überhaupt einmal kennen, um zu wissen, was gerade passiert und nach einer Geburt kann der Eisprung irgendwann mal kommen oder eben auch nicht.
        Die Sache ist die, dass bei den Frauen, von denen Du sprichst auch in der Unregelmäßigkeit ihres Zyklus eine Regelmäßigkeit liegt und das ist eben nach der Geburt erst einmal gar nicht so. Da mein Baby fast ein Jahr alt ist, ich meine Tage immer noch nicht wieder habe und ich in der Zwischenzeit aber durchaus schon schon Sex hatte, musste eine andere Lösung her.
        Zudem hatte ich einen Kaiserschnitt und danach sollte man möglichst (es gibt natürlich auch hier andere Ansichten – aber ich höre hier lieber mal auf meine Ärztin) ein Jahr lang nicht schwanger werden, damit die Narbe wirklich richtig gut ausheilen kann. Das heißt für mich: Lieber Nummer sichergehen und nichts ausprobieren!

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  16. Ann

    Ich muss hier wirklich die NFP mal wirklich in Schutz nehmen!
    Ich war 16 als ich damit angefangen habe und ich bin bis heute nicht schwanger geworden.
    Ich habe natürlich auch mit der Pille angefangen und bei mir war es leider so das ich sie nicht vertragen habe.Ich habe 4 oder 5 unterschiedliche Marken ausprobiert und eine war schlimmer als die andere.Und als mir der Frauenarzt eine verschreiben wollte welches erhöhtes Thromboserisiko versprach und ich durch eine Familie gesundheitlich schon stark vorbelastet war,war es für mich klar..das wars mit der Pille.
    Aber natürlich wusste ich auch das das mit Kondom mir einfach zu unsicher war.Und ich habe erst auch überlegt mir eine Spirale oder Kupferkette einzusetzen aber aus dem Bekanntenkreis da hat ein Frauenarzt diese nicht richtig eingesetzt und auf so ein Drama hatte ich gar keine Lust.
    Von daher wars damals so das ich das einfach erstmal auf das Kondom beschränkt habe und die Überlegung was tun einfach gelassen.
    4 Jahre später wo ich auch einfach eine andere bzw. größere Sexualität erlebt habe wusste ich aber..okay das Thema irgendwas muss da geschehen,weil mir das mit dem Kondom einfach zu unsicher war. Aber Hormone kamen für mich gar nicht mehr in Frage,ich selbst wollt auch keinen Fremdkörper in mir haben,weil ich ehrlich gesagt das genauso bedenklich empfinde wie Hormone nehmen also was tun?
    Natürlich habe ich gegooglet und irgendwie blieb dann nur NFP übrig wo ich gesagt habe : Was für ein Schwachsinn.Das ist ja total unsicher und dann soll ich noch regelmäßig meine Temperatur messen und das notieren und dann da was ausrechnen und vorher noch ein Kurvendiagramm erstellen? No way..
    Aber als ich mir das dann mal in Ruhe durchgelesen habe ist es mir irgendwie wie die Schuppen von den Augen gefallen,weil mir auffiel..ich mache es schon so seit 4 Jahren nur unbewusst.
    Ich hatte mit 16 angefangen in ein Onlinekalender einzutragen wann ich meine Tage hatte und dieser zeigte auch meine fruchtbaren Tage an – das habe ich bis dato einfach nicht bewusst wahrgenommen,dadurch das ich mich dann aber mit NFP auseinandergesetzt habe..ja habe ich auf einmal klar gesehen 😀
    Und ich muss ehrlich sagen das ist für mich das Beste was bis dato passiert ist.
    Ich habe zwar mittlweile sehr viel Geld in ein CyclotestMyWay investiert,damit ich wirklich auf der sicheren Seite bin aber ich kanns nur empfehlen.
    Ich kenne meinen Zyklus und vor allem bin nich für alle Eventualitäten gewappnet.Wenn ich weiß ich bin unfruchtbar und irgendwann ist mit dem Kondom oder man vergisst es..so what.Ist man fruchtbar und da ist was mit dem Kondom passiert..dann gibt es keine Disksusion ob man die Pille danach braucht,man holt sie einfach.
    Und ganz ehrlich? Es ist so entspannt und einfach so ein gutes Gefühl das ganze so natürlich in die Hand nehmen zu können.Mant hat keine Chemie im Körper.Man muss deswegen nicht dauernd zum Arzt rennen.Man lernt sich kennen und ganz ehrlich? Der Sex ist auch einfach so entspannt weil man einfach weiß..heute ist kein fruchtbarer Tag und ich kanns einfach genießen.
    Ich machs jetzt seit 8 Jahren..4 Jahre bewusst und ich werde es nicht mehr ändern.
    Ich kann diesen Computer auch nur empfehlen..weil ich will nicht sagen nur DAS gibt einem die Sicherheit aber ich denke in dem Fall sollte man schon auf moderne Technik ja vertrauen weil die Temperaturmethode oder Kalendermethode wirklich unsicher ist.Da können Messfehler entstehen und man darf ja nicht vergessen..die Periode wird ja auch ja auch bestimmt durch Stress oder Essverhalten.
    Und knappe 400 Euro sind extrem viel Geld aber bei einem Pearlindex von 0,3.** also einer Sicherheit von 99,7% ist es einfach wert.Man muss ja auch einfach dagegenrechnen was man sich sonst so alles an Geld spart bzgl Pille und Co.

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  17. Jara

    Hallo Mädels! Hat jemand mal die umgekehrte Erfahrung gemacht? Ich hatte als Jugendliche vor der Pille starke Hautprobleme, Haarausfall, extreme Blutungen, einen kurzen unregelmäßigen Zyklus und in der Folge Eisenmangel. Mit der Pille ist alles im Griff, aber eigentlich würde ich auch gerne aufhören. Als ich es mit 29 mal probiert habe, kam leider der ganze Scheiß oben zurück, weshalb ich nach wenigen Monaten mehr oder weniger in Panik 🙁 wieder anfing. Nun frage ich mich, ob es dagegen auch etwas anderes gibt oder ob das sich vielleicht nach ein paar Monaten /Jahren normalisiert! Irgendjemand Erfahrungen?Liebe Grüße!

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    1. Eve

      Hallo Jara,

      ich hatte dasselbe Problem. Bzw. ich hatte eigentlich nie ein Problem mit der Pille, immer nur wenn ich sie abgesetzt habe. Dann kehrte jedes Mal die Pubertät zurück, mit Akne, fettigen Haaren usw. Für die schlechte Haut bin ich zum Hautarzt gegangen, mit dessen Hilfe dieses Problem in Kürze gelöst war. Und der Rest verschwand nach ca. 3 Monaten auch wieder von selbst. Allerdings hatte ich nie körperliche Probleme. Mit oder ohne Pille, hat bis auf die Haut und Haare, bei mir nie einen Unterschied gemacht.

      Nur einmal, als ich mehrere Jahre im Ausland war und eine andere Pille als meine übliche genommen habe, (meine gab’s halt nicht, angeblich sei da ein Wirkstoff drin drin, der in diesem Land verboten war, so die Ärztin damals), da hatte ich sofort arge Probleme mit Aggressionsschüben, Depressionen und fiesen Pigmentflecken im Gesicht. Ich habe diese Pille dann ganz schnell in den Müll geworfen und bin beim nächsten Heimaturlaub zu einer Ärztin und habe mir die alte Pille wieder verschreiben lassen. Die Stimmung war sofort wieder ok, nur die blöden Pigmentflecken, die verblassen erst jetzt, Jahre später, und mit dermatologischer Behandlung.

      Meine Schwägerin hat übrigens mit NFP auch unbeabsichtigt 2 Kinder bekommen. Nach dem ersten dachte sie, sie wüsste, woran es gelegen hatte. Nach dem zweiten war sie sich dann sicher, dass diese Methode nichts für sie ist.

      Ich glaube, wenn würde ich die Kupferspirale mal testen. Das finde ich ganz spannend und könnte es mir als Alternative zur Pille am ehesten vorstellen.

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    2. Lisa

      Mir geht es genauso – habe die Pille hauptsächlich bekommen, weil ich während meiner Periode unerträgliche Schmerzen und extreme Blutungen hatte. Leider lag das nicht bloß an der Pubertät, habe letztes Jahr mal abgesetzt für ein halbes Jahr und es war immernoch so schrecklich…mich würde also auch interessieren, ob da jemand was weiss!

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      1. Jana

        Also eine Fraundin von mir muss auch seit Teenagertagen hoch dosierte Pillen für starke Blutungen und Schmerzen nehmen. Jetzt hat sich vor ein paar Jahren herausgestellt, dass sie eine leichte Form der Bluterkrankheit hat, die dafür sorgt, dass sie permanent auf die Pille als Regulierungsinstrument angewiesen ist. Ich weiss nicht ob das hilft, aber es gibt wohl auch andere zugrunde liegende Beschwerden die mit dem Zyklus so interagieren können.

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    3. hannah

      hallo jara, hab eine freundin die auch seit der pubertät die pille genommen hat und seit ca einem jahr vergeblich schwanger werden will. die arme hat überall pickelchen bekommen.. gesicht, brust, rücken.. sehr gemein. da muss man leider glaub ich durch. der hautarzt kann da meiner meinung nach auch nicht so viel machen, weil die ganzen harten mittel gegen pickel (vitamin a säure) erbgutschädigend sind (wenn man das nimmt darf man nicht schwanger sein). weiß ja nicht wie weit du denkst.. 😉

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  18. Katinka

    Ich würde gerne die Pille absetzen, aber ich muss sie nehmen, weil ich ohne zu starke Regelschmerzen habe. Als ich dann vor fünf Jahren wieder einmal vom Notarzt uns Krankenhaus gebracht wurde, weil ich auf dem Campus umgekippt bin (so starke Schmerzen, dass mir durch den Stress eine Zyste geplatzt ist), hat der Gynäkologe mir geraten, ich solle die Pille am besten ohne Pause durchnehmen. Jetzt hab ich meine Tage also gar nicht mehr. Klar ist das unnatürlich. Aber ich habe auch keine Schmerzen mehr. Ich kann es mir auch beruflich gar nicht leisten, jeden Monat vor Schmerzen ins Krankenhaus geliefert werden zu müssen.

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  19. Sophia

    Ich benutze seit fast 10 Jahren die Gynefix/ Kupferkette zur Verhütung. Zwar sind die Blutungen etwas stärker als früher, aber ich muss keine Hormone nehmen. Als Teenager habe ich auch einige Jahre die Pille genommen und die schlimmste und drastischste Nebenwirkung waren Depressionen. Ich habe davor oder danach nie wieder Depressionen gehabt und nach dem Absetzen der damaligen Pille verschwanden sie innerhalb von Tagen als wäre nie etwas gewesen. Diese Erfahrung hat mich dermaßen schockiert, dass auch leichter dosierte Pillen für mich nie wieder ein Thema waren. Ich habe Jahre gebraucht und war auch bei vielen unsensiblen und nicht gerade hilfsbereiten Frauenärzten bis ich erfuhr, dass es so etwas wie die Gynefix überhaupt gibt. Klar muss jeder für sich das richtige Verhütungsmittel finden, der eigentliche Skandal an der Geschichte ist aber, dass die Pharmaindustrie so gut an der Pille verdient, dass die Entwicklung weiterer Alternativen nicht gerade enthusiastisch voran getrieben wird. Letztens habe ich meine Frauenärztin gefragt wie es eigentlich mit Verhütung v. männlicher Seite aussieht (außer Kondome) – sie lächelte und meinte: Das wird wohl nie passieren…
    Wir sollten uns ruhig mal öfter Gedanken machen was welches Mittel mit unserem Körper anstellt und genauer nachhören was die Nebenwirkungen eigentlich sind. Es ist verdammt noch mal unser Körper (und unsere Psyche!)

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  20. Madeline

    Ich gehöre auch zur Gynefix-Fraktion und bin (seit 3 Jahren nun schon) sehr zufrieden damit. Hatte gar keine Nebenwirkungen, aber das Einsetzen war echt fies.
    In meinem Freundinnenkreis gab es vor etwa 5 Jahren den großen NFP-Hype; brachte bis dato 4 zuckersüße Ergebnisse 🙂
    Ich habs nie ausprobiert, weil ich selbst ein passiertes NFP-Babys war (trotz pingeliger Ärztinnenmama; wenn ich nach ihr komm bin ich wohl auch hyperfruchtbar).

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  21. Mila

    Jeder Körper reagiert wohl anders auf Hormone – meiner hatte komplett verrückt gespielt. Ich hab mit 20 die Pille abgesetzt und komme jetzt schon etwa 20 Jahre lang super mit Alternativmethoden klar. Mittlerweile verhüte ich seit vielen vielen Jahren mit Persona – und bin immer nur dann schwanger geworden, als ich es wollte (wobei mir im Übrigen diese Verhütungsmethode dann auch geholfen hatte, da sie eben den Termin des Eisprungs eingrenzt, was man sich auch in umgekehrter Weise – also gerade NICHT aufpassen – zu nutze machen kann.) Voraussetzung dafür ist natürlich ein regelmäßiger Zyklus. Hormone finde ich jedenfalls Mist.

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  22. Lena

    Liebe Nike, an erster Stelle mal vielen Dank dafür, dass Du dieses intime und doch so universelle Thema hier ansprichst. In Zeiten, wo die Pille danach auch ohne Altersbeschränkung und ohne Rezept in der Apotheke verkauft werden darf, habe ich den Eindruck, dass doch immer weniger Frauen Lust auf diesen Hormon-Müll haben. Ich habe selber jahrzehntelang die Pille genommen und bin jetzt bei Persona gelandet. Ich finde die Methode toll, weil man seinen Körper echt gut kennen lernt (als ich die Pille noch nahm, war ich mir selbst wohl ziemlich entfremdet) und am Ende weiss man so genau, wann der Eisprung ist, dass der Computer eher als Back-Up funktioniert. Ich kann mich also meiner Vorrednerin nur anschließen. Persona wird allerdings im Internet oft schlecht bewertet, das liegt meiner Meinung nach daran, dass man etwas Geduld und auch etwas Disziplin mitbringen muss um diese Methode anzuwenden. Das scheint für viele schwierig zu sein. Es ist auch zu Beginn natürlich etwas teurer als zB. die Pille. Aber im Hinblick auf eine hormonfreie und nicht-mechanische Dauerlösung, also das was der Natur am nächsten liegt, finde ich ist es das allemal wert.

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  23. Lena

    Und nur kurz, weil hier jemand Pro Familia erwähnt hat: schaut Euch mal deren unverantwortliche Statements zum Thema „Pille danach“ an. Da würde ich mich nicht beraten lassen. Auch ohne Hang zur Verschwörungstheorie denkt man sich da seinen Teil.

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  24. Jule

    Bei der ganzen Fragestellung fällt mir noch etwas anderes auf. und auch wenn ich mich grundsätzlich im Netz nicht äußere habe ich hier heute mal das Bedürfnis dazu…
    Und zwar: warum haben Frauen so viel Angst vor Kindern?
    Ich habe selber auch ganz schlechte Erfahrungen gemacht und die Pille mit 21 abgesetzt. Dann immer mit Kondomen und NFP verhütet. Aber aus Lust, und nicht weil wir es geplant hatten, aber aus der Lust im Moment und dem Bedürfnis unverhüteten Sex zu haben, habe ich mit 23 meine erste Tochter bekommen.
    Mit 29 dann meine zweite Tochter.
    Und auch wenn dadurch meine Karriereleben natürlich nicht steil nach oben ging, ich meine Diplom erst jetzt mit 33 mache :/ … so bi ich echt soooo dankbar, dass ich mich weder ausdrücklich für bzw gegen Kinder entschieden habe (weil wir verhüten ja in der Regel immer – scheinbar aber eben nicht immer 100%).
    Und ich sehe aber so viele Frauen, welche irgendwann schon noch Kinder wollen und dann, trotz zB fester Beziehung, immer auf den richtigen Zeitpunkt warten. Gerade um so besser der Job ist. Aber raus muss man dann so oder so irgendwann. Und rein kann man dann auch wieder! Nur: man wird immer älter und verpasst damit letzten Endes viele Jahre, die man auch mit Kindern, irgendwann mit großen selbstständigen Kindern, welche aber das eigene Leben bereichern, vergingen könnte. Enkel, Urenkel.
    Ich frage mich manchmal, wer uns Frauen die Angst vor den Kindern eingeredet hat. Und Genderstudies hin oder her. Unser Körper kann Kinder in sich wachsen lassen. Warum sollte man das nicht zulassen? Wir können beispielsweise auch einen Orgasmus haben. Warum sollten wir das lassen?
    Kinder sind ein großes Glück!!! Und alle Frauen mit Kindern – die ich persönlich kenne – sind mehr als dankbar, dieses weiblichen Initiationsprozess erlebt zu haben und diese bedingungslose Liebe sowohl in sich zu spüren als auch zu empfangen von den Menschen, welche sich als Kinder zu Erwachsenen Menschen gesellen, um bei Ihnen auch zu großen tollen Menschen, zu Zeitgenossen zu werden.
    Und versteht mich bitte nicht falsch. Es gibt Zeitpunkte, da gehen Kinder nicht. Und ich lege es gerade auch NICHT auf mehr Kinder in meiner Situation an (auch aus finanziellen Gründen). Und doch ist es ja spannend, das wir Frauen Kinder bekommen können, was wirklich die beste Erfahrung war bis jetzt in meinem Leben – und ich bin wirklich nicht das typische Mütterchen am Herd – aber eine unserer wichtigen Fragen ist, wie wir keine Kinder kriegen.
    Ich wünsche allen Frauen MUT, zu ihrer weiblichen Bestimmung wahrhaftig zu stehen. Denn die Empfängnis ist der Hauptwesenskern der weiblichen Sexualität. Und: ich habe bei beiden Kindern den Moment der Empfängnis gespürt. Es war jedesmal klar! Und diese seelische Erfahrung gekoppelt an eine körperliche, den Orgasmus, ist unübertrefflich.
    Also Ladies. Mut! Ihr werdest mir danken 😉 !!

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    1. Franzi

      Jule, die Antwort zumindest für mich ist ganz easy. Mit einem Kind wäre meine Karriere vorerst rum. Ich habe ehrgeizig studiert und genau auf den Job hingearbeitet, den ich gerade begonnen hab. Zwar hab ich mit Anfang 20 geheiratet, aber auch mein Mann, der selbstständig ist und zwar gern schon Kinder hätte, ist nicht bereit zurückzustecken und u.U.. von zuhause aus zu arbeiten. Tja, so gibts dann halt keine Kinder bzw. erst mit Mitte/Ende 30, wenn ich mich im Job soweit etabliert habe, dass ich nicht mehr so leicht ersetzbar bin.

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    2. ira

      „Denn die Empfängnis ist der Hauptwesenskern der weiblichen Sexualität.“ Sorry, aber da bin ich dann endgültig ausgestiegen, nachdem mir schon die Glorifizierung der Mutterrolle davor ziemlich sauer aufgestossen ist. Mit dieser Beschreibung der weiblichen Sexualität werden also sowohl all jene Frauen vom „Hauptwesenskern ihrer Sexualität“ ausgeschlossen, die keine Kinder bekommen können oder die Menopause hinter sich gelassen haben. Was ist deiner Meinung nach denn der Hauptwesenskern der männlichen Sexualität? Die weibliche Bestimmung soll es also sein zu gebären, nur weil eine Frau dazu (theoretisch) in der Lage ist? Kannst du dir vorstellen, dass es Frauen gibt, die schlichtweg grundsätzlich keine Kinder wollen, weil sie mit Kindern nichts anfangen können oder einfach keinen Kinderwunsch verspüren und trotzdem gerne regelmässig Sex haben?

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      1. Franzi

        Ira, Word. Ich hab langsam ehrlich gesagt auch keinen Bock mehr, mich ständig vor meiner Familie und der Familie meines Mannes zu rechtfertigen, dass ich mir 27 NOCH IMMER keine Kinder hab. Ich arbeite halt im Moment einfach gern. Na und? Und wenn ich erst in 5-10 Jahren Kinder möchte oder vielleicht überhaupt keine – warum muss ich mich rechtfertigen?!

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    3. Mila

      „Ich wünsche alle Frauen MUT, zu ihrer weiblichen Bestimmung wahrhaftig zu stehen.“ For real? Au backe. Ich habe auch zwei Kinder, für die ich mich bewusst entschieden habe und die ich über alles liebe. Aber meine Bestimmung im Leben ist es trotzdem nicht, Mutter zu sein.

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  25. Petra

    Hey also ich hatte das selbe Problem mit der Pille – Stimmungsschwankungen, heulerisch, Depressionen, Gewichtszunahme etc. Habe mich dann endlich nach langem hin und her für die Gynefix (Kupferkette) entschieden. In Berlin gibt es einen super Arzt am Potsdamer Platz der mir das ohne Schmerzen eingesetzt hat. Natürlich hatte ich am Anfang (4 Monate!) Zwischenblutungen was extrem nervig war. Aber danach nichts – mir gehts super und null Periodenschmerzen mehr (früher ohne Pille musste ich immer Buscopan nehmen sonst hätte ich das nicht ausgehalten). Soll jetzt keine Werbung sein aber es gibt so viele Frauen die sich unsicher sind – ich würde die Pille nie wieder nehmen -auch wenn jetzt meine Brüste geschrumpft sind ;). Da ich jetzt die Stadt gewechselt habe bin ich aber bei meiner alten Ärztin, die die Gynefix total verurteil und mir immer nur die Pille andrehen möchte. Es gibt so viele Ärzte die keine Alternativen vorschlagen und für die das Absetzen der Pille gleich einem Weltuntergang nahekommt.

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  26. Sophia

    liebe nike,
    vielen dank für deinen denkanstoß bzw. die anregung zur diskussion. eigentlich sollten wir ganz selbstverständlich über das thema verhütung sprechen, zu oft fällt es dann doch wieder unter den teppich. mit mitte zwanzig sollte es schließlich allen klar sein. denkste! vieles scheint ziemlich unklar. die pille das normalste der welt und doch wissen wir nicht viel darüber oder informieren uns nicht über alternativen.
    ich selbst habe einige jahre die pille genommen ohne bewusste veränderungen oder probleme. trotzdem wollte ich mal weg von hormonen und doch noch alles absichern (natürlich stelle ich mir die frage: wann bitte ist der richtige zeitpunkt für kinder? den gibt es wohl nie, dazu gehört auch mal etwas mut). nun habe ich eine kupferspirale ohne großartige probleme und nicht viel an mir bemerkt. jede frau ist anders und sicherlich muss jede ihren weg finden, aber zuvor muss ein austausch gegeben sein. es gibt kein richtig oder faslch, eher sollte wohl der gesunde mittelweg in den vordergrund rücken und die bedürfnisse von frau und mann berücksichtigt werden.

    und noch eine frage: wie hast du denn vor deinem kleinen lio verhütet? also ohne pille. kannst du es nicht wieder so handhaben?
    ich kann übrigens sehr gut verstehen, wenn frauen nicht auf irgendeine/viele regelmäßigkeiten achten wollen. ich denke wirklich, dass jeder seinen körper sehr gut kennenlernen kann, trotzdem möchte ich spontan sein und mal den kopf frei haben.

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  27. Birte

    Was ist denn nun mit den Kondomen, dem (auch laut diesem Artikel) angenehmsten und möglicherweise auch ziemlich sicherem Verhütungsmittel number one? Dann vielleicht doch im Notfall lieber die Pille danach?

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    1. Hanna

      Leider gibt es Frauen, mich eingeschlossen, die Kondome nur ganz schlecht vertragen. Ich sag nur, Schmirgelpapier 🙁 Von den vielen Männern, die sie (in festen Partnerschaften) nicht tragen wollen, mal ganz abgesehen…

      Antworten
  28. Julia

    Die Pille habe ich seit 5 Jahren auf meine „Nie mehr wieder..“-Liste verbahnt. In den 2 Jahren, wo ich sie zu Verhütungszwecken nahm, habe ich mehr Arztpraxen und Wartezimmer gesehen als jemals zuvor und danach.
    Angefangen bei psychischen Nebenwirkungen, wie arge Stimmungsschwankungen oder leicht depressives Verhalten, durfte ich, in den letzten 6 Monaten bevor ich sie abgesetzt habe, ca. alle 4-8 Wochen beim Arzt wegen irgendwelchen körperlichen Wehwechen antanzen- sei es eine Blasenentzündung oder sonstige Beschwerden. Es ist nicht schwer zu erraten, dass mein Arzt irgendwann mal mit seiner Latei am Ende war und sich ein solches Verhalten nicht erklären konnte.

    Als ich dann die Pille vollständig abgesetzt habe, waren die darauffolgenden 3-4 Monate wie eine Achterbahnfahrt- mein Körper rebellierte während er sich regenerierte.
    Seit ich keine Hormone mehr zu mir nehme, geht es mir viel besser- das ganze Körpergefühl ist wieder stimmig und ich glücklich.

    Von der Pille kann ich nur abraten und jedem empfehlen eine Alternative zu suchen.

    Antworten
  29. tessa

    Ich bin gerade in der gleichen Situation: Wie weiter verhüten nach dem Kind? Ich habe vorher bereits, weil ich keine Hormone werden wollte, mit NFP verhütet. Es kann sehr sicher sein, verlangt aber jede Menge Disziplin, zB das regelmäßige Aufstehen, Temperatur messen, Unregelmäßigkeiten wie Alkohol trinken im Blick haben. Ein sehr regelmäßiger Zyklus ist außerdem von Vorteil, der ja nach einer Schwangerschaft eh immer ein bißchen braucht. Es gibt mittlerweile aber auch tolle Apps, die helfen, sich dem Thema zu nähern. NFP hat eine eigene, mein Favorit ist aktuell aber Clue, auch wenn sie nicht zum Verhüten empfohlen wird. Clue arbeitet allerdings gerade auch an Hardware, die im Zusammenspiel mit der App Verhütung mit Technologie, nicht Hormonen, Realität werden lassen soll.

    https://editionf.com/seit-pille-zu-wenig-innovation

    Antworten
  30. Steffi

    Eine gute Frage… und ich kann wirklich nur Persona und ansonsten Kondome empfehlen. Eine super Kombination, ganz natürlich und man kennt seinen eigenen Körper echt wunderbar – und das bleibt Gott sei Dank auch so!

    Antworten
  31. Amelie

    Ich bin irgendwie ganz verwirrt und auch ein bisschen traurig-resigniert, seitdem ich gestern Abend den Artikel gelesen und auch die Diskussion verfolgt habe. Ich nehme eine dieser bösen – und das ist gar nicht ironisch gemeint – Bayer-Pillen, die Yasminelle. Seit zehn Jahren bereits bin 25), und irgendwie ging es mir tatsächlich immer gut damit. Jetzt habe ich mich noch mal ausführlich darüber belesen und bin total verunsichert – einfach auch, weil mir keine der anderen Verhütungsmethoden vernünftig genug vorkommt. NFP ist mir zu unsicher, das Kondom finde ich in (m)einer Beziehung störend, die Spirale oder das Hormonstäbchen scheiden aus, weil sie die Blutungen verstärken können (und ich hatte sowieso schon immer relativ stark meine Regel + Schmerzen). Ich frage mich, ob einige der geschilderten Probleme mit der Pille nicht vom Ausprobieren diverser Pillen kommen – na klar ist das eine hormonelle Achterbahnfahrt für den Körper…. Andererseits frage ich mich, ob Stimmungsschwankungen, Gefühlsausbrüche usw. nun vllt gar nicht mit meinem Charakter zusammen hängen, sondern von der Pille kommen?!
    Mädels, ihr habt mich echt ganz schön verunsichert. Es ist toll, dass solche Artikel & Kommentare zum Nachdenken anregen, aber ich bin irgendwie so ratlos, weil ich (wie anscheinend einige hier) keine Lösung sehe.

    Antworten
  32. Franzi

    Hallo liebe Nike,

    danke für deinen Artikel!! Ich habe über 10 Jahre die Pille genommen, sie aus den von dir genannten Gründen abgesetzt und lange nach einer Alternative gesucht. Im Dezember habe ich mir die Gynefix einsetzen lassen und bin begeistert. Keine Hormone, nichts was unangenehm „verrutschen“ kann und ich muss mir theoretisch die nächsten 5 Jahre keinen Kopf machen. Möchte ich allerdings vorher doch schwanger werden, kann ich sie einfach herausnehmen lassen und theoretisch direkt schwanger werden.

    Mir und meinem Körper ging es noch nie so gut wie seit Dezember! Ich kann es nur allen Frauen ans Herz legen…

    Liebste Grüße
    Franzi

    Antworten
  33. Franny

    Ich nehme die Pille schon seit knapp 2,5 Jahren nicht mehr und es war die beste Entscheidung meines Lebens. Nie wieder möchte ich dieses Mistvieh nehmen und ständige Kopfschmerzen in Kauf nehmen müssen, nur damit Männer ein leichtes Spiel haben. Ich habe Hahimoto (autoimmune Schilddrüsenentzündung), hohen Blutdruck und ein Schlaganfall Risiko. Wenn ich die Pille zeitgleich zu meinen Hormontabletten genommen habe, war das in etwa so: „Die Hormontabletten haben meinen Hormonhaushalt ins Gleichgewicht gebracht, dann kam die Pille und hat alles wieder durcheinander gewirbelt!“ Chaos pur! Seitdem ich die Pille nicht mehr nehme, geht es mir wesentlich besser.

    Die Pille ist wirklich extrem risikobehaftet, weswegen ich mir ebenfalls eines Tages starke Gedanken gemacht habe. Niemand sollte dieses Medikament als Dauerlösung sehen

    Antworten

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