Detox für den Kleiderschrank //
10 Schritte zum richtigen Ausmisten mit Anuschka Rees & Vestiaire Collective

15.03.2016 um 15.20 – box2 Mode

detox

Über kaum ein anderes Thema spricht unsere Modeblubberblase gerade so viel wie über die Sache mit dem Ausmisten: Sich frei machen von Altlasten, die kein Mensch mehr braucht und die den schönen Kreationen vollkommen den Platz nehmen. Eben wissen, was wirklich wichtig ist, statt Unmengen zu beherbergen und noch mehr im Monatsturnus obendrauf zu packen. Kleiderschrank-Detox nennt sich das Ganze ziemlich neumodisch und nahm dank Marie Kondo Hype-ähnliche Ausmaße an, denn gefühlt jeder scheint derzeit im Ausmistwahn – auch wir. Wo allerdings fangen wir eigentlich am besten an? Wovon sollten wir uns wirklich trennen und welches Kleiderstück kommt wohlmöglich trendtechnisch in ein paar Jahren wieder? Mit dem Ausmisten verhält es sich ein klein bisschen so wie mit dem Thema Sport treiben: Wer einmal angefangen hat, sämtliche Ausreden über Bord zu werfen und konsequent ist, für den läuft die Ganze Chose wie von ganz allein:

Also widmeten wir uns heute morgen beim 360° Detox Frühstück von Vestiaire Collective genau dieser Challenge: Dem Anfang! In Kooperation mit Anuschka Rees hat die Second Hand Platform für Designerstücke nämlich einen ziemlich einfachen 10 Punkte Plan zusammen gestellt, der so simpel und banal für Frischluft im Kleiderschrank sorgen soll: Ein Radikalschlag, ohne Schnappatmung, sondern mit befreiender Wirkung. Und wir schauen uns das Ganze doch einfach mal genauer an:

360 Grad Detox aka eine ziemlich entspannte Frauenrunde: Haut & sein (Jana Pákozdi), Kleidung (Anuschka Rees) & Food (Isi von My Good Food). Processed with VSCOcam with a6 preset

Mein persönlich wichtigster Tipp: Fangt am allerbesten direkt zum Saisonwechsel an – zu einem Zeitpunkt eben, an dem ihr so richtig Lust auf Veränderung und Frische habt. Und dann heißt’s auch schon: So macht’s Anuschka Rees – nicht neu gedacht, dafür aber umso einleuchtender:

1. Nimm dir 2 Stunden Zeit und gehe durch deinen gesamten Kleiderschrank.

2. Hab‘ direkt ein paar Kleidersäcke und Kartons griffbereit, um deine Kleidungsstücke zu sortieren: Schlechte Qualität? Fehlkauf? Falsche Größe?

3. Musik an, und los:

4. Nimm‘ alles aus deinem Kleiderschrank raus. ALLES!

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(statt Müll: aus kaputten Stücken lassen sich im Übrigen
auch wunderbar Putzlampen draus machen!)

5. Nimm‘ jedes Kleidungsstück in die Hand und entscheide, ob du es behalten willst, oder nicht – und sortiere es in die Boxen.

6. Bewahre folgende Stücke außerhalb deines Kleiderschranks auf: Kleider, bei denen du dir nicht sicher bist, die einen sentimentalen Wert für dich haben oder die gerade einfach nicht in Jahrzehnt passen.

7. Bring alles, was ausgebessert oder geändert werden soll, zu einem guten Schneider.

8. Verkaufe – und an dieser Stelle kommt ganz geschickt Vestiaire Collective ins Spiel –  spende oder verschenke deine ausrangierten Stücke.

9. Ordne deinen Kleiderschrank jetzt neu + überleg dir ein für dich funktionierendes System: Nach Farbe, nach Kleidungsart oder vielleicht sogar direkt nach Look?

10. Tadaa: Entweder du genießt das bisschen Ruhe jetzt in deinen Schubladen und auf deinen Stangen oder füllst den leeren Platz mit frischen Schönigkeiten zur Belohnung.

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So viel zur Schritt-für-Schritt-Abfolge. Das gesamte Booklet gibt es ab dem 4. April übrigens auch auf Vestiaire zum kostenlosen Download.
Nun noch ein paar nützliche Tipps, um Argumente zu entkräften:

„Ich möchte es eines Tages wieder tragen.“ 
Die Faustregel besagt: Wenn du ein Teil im vergangenen Jahr nicht getragen hast, ist es unwahrscheinlich, dass du es in absehbarer Zeit wieder trage wirst. Wenn du dich trotzdem nicht trennen magst, lager das Teil in einem Karton unter dem Bett – für die Trennung auf Probe. Ist es beim nächsten Kleiderschrank-Detox immer noch nicht wieder rausgekramt worden, weg damit!

„Das Kleidungsstück birgt schöne Erinnerungen.“
Es handelt sich um ein Andenken: Ein Kleidungsstück im klassischen Sinne ist es also nicht mehr – und hat deswegen auch nichts mehr im Kleiderschrank zu suchen. Also ab in die Erinnerungsschachtel weit weg vom Kleiderort.

„Ich habe viel Geld dafür ausgegeben!“
Ja, und leider ist es bereits ausgegeben: Es gibt also nichts mehr zu verlieren. Wenn es im Kleiderschrank versauert, hat niemand was davon – am allerwenigsten dein Kleiderschrank. Hol dir doch die Moneten zurück und verkaufe das Stück weiter?

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– In freundlicher Zusammenarbeit mit Vestiaire Collective – 

11 Kommentare

  1. Klaudia Ogrodowczyk

    Toller Post! Ich kenn das nur zu gut, ein Kleidungsstück, welches noch mit Preisschild im Kleiderschrank hängt, weil ich es “vielleicht nächstes Jahr“ anziehen werde.. Oder nicht vielleicht, sondern bestimmt! und so hängt es dann mehrere Jahre da… 😀

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  2. Franzi

    Vielen Dank für diesen letzten A****-Tritt.
    Seit Monaten sage ich zu mir: Machs endlich! Miste aus! Radikal! Mit diesen letzten (guten!)Tipps fange ich nun direkt an. <3

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  3. Jana

    Ich miste seit Jahren mehrmals pro Jahr aus, trotzdem wurde der Schrank tendenziell voller statt leerer. Finde den Fehler… Die meisten von uns konsumieren einfach zu viel. Habe mir daher vorgenommen mal mindestens ein halbes Jahr gar nichts mehr zu kaufen. Wenn man sich das erst mal sagt, ist es komischerweise gar nicht so schwer. Ich glaube, die Zeit, als es als toll empfunden wurde 1000 Schuhe und nen begehbaren Schrank zu haben, was ich nie hatte, aber trotzdem war es zu viel, hat ihren Zenit überschritten, zumindest setzt da ein Umdenken ein. Dennoch wird das eingesparte Geld von mir nicht in eine Designertasche über V. C. Investiert werden. Konsumartikel sollten keine „glücklichmacher“ sein.

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  4. Simoni ♡

    Ich miste oft aus und gehe zu Flohmärkten oder verkaufe bei Kleiderkreisel. Alles was ich los bin könnte dann Step by Step mit der verdienten schmalen Mark ersetzt werden. 50% neu und 50% gern gebraucht oder vintage ♡ mein Gewissen bedankt sich!

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  5. Ina Nuvo

    Super Post! Da ist echt mal klar Schritt für Schritt alles beschrieben, als ich das vor einigen Jahren zuletzt gemacht hab, hab ich mich immer wieder von Kleinigkeiten ablenken lassen, weshalb das Ganze dann ewig gedauert hat :)

    Viele liebe Grüße
    Ina • http://www.ina-nuvo.com

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  6. Lula

    Finde den Fehler: „[…] oder füllst den leeren Platz mit frischen Schönigkeiten zur Belohnung.“

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  7. Fiona

    JaJa, ich bin auch so ein Ausmister. Komischerweise Kram ich trotzdem oft Sachen wieder aus den Kisten und verliebe mich neu. Was ich eigentlich vor hatte: Eine Capsule Collection pro Saison – einmal einkaufen pro Saison – für immer der perfekt passende Kleiderschrank. Aber irgendwie ist es nicht so einfach…

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  8. Jana

    Ausmisten ist ne super Sache, auch wenn ihr euch den Halbsatz „oder füllst den leeren Platz mit frischen Schönigkeiten zur Belohnung.“ hättet sparen können. Beim Ausmisten gehts es in erster Linie nicht um Platz im Kleiderschrank, sondern um einen bewussteren Konsum. Wer nach dem Ausmisten gleich neues kauft, hat das leider gar nicht verstanden.
    Der Leitfaden ist sicherlich eine nette Idee, aber ich denke nicht, dass man wirklich einen braucht. Einfach irgendwo anfangen. Man kann seinen Kleiderschrank auch Stück für Stück entrümpeln, aber dann kann man es wahrscheinlich nicht mehr trendig „Kleiderschrank-Detox“ nennen.

    Lieben Gruß,
    Jana

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    1. Maria

      Gabi, einfach machen! Ich miste nach zwei/ drei großen Aktionen mittlerweile halbjährlich aus. Mein Kleiderschrank ist überschaubar und null zugestopft. So habe ich die schönsten Sachen und passenden Looks direkt auf einen Blick, auch wenn es deutlich weniger Klamotten im Schrank sind. Und dann natürlich auch bewusster konsumieren. Lieber jeden (2.) Monat ein zwei schöne Teile, als wöchentlich vollgepackt mit Zara oder H&M nach Hause zu kommen…
      Ich empfehle jedem, der sich nach einem durchsortierten Kleiderschrank sehnt, möglichst rigoros vorzugehen und auch die Teile auszusortieren, bei denen man denkt „Ach, vielleicht irgendwann…“. Man fühlt sich danach übrigens total befreit und fresh!

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  9. Rosenroth

    Also ich finde den Satz: „Die Faustregel besagt: Wenn du ein Teil im vergangenen Jahr nicht getragen hast, ist es unwahrscheinlich, dass du es in absehbarer Zeit wieder tragen wirst.“ leider sehr entbehrlich. Es geht doch um bewußtes konsumieren. Dieses wegwerfen, entsorgen, neu kaufen soll es doch gerade nicht sein!
    Ich kaufe nicht sehr viel ein, aber auf die Dinge die ich habe, passe ich auch auf!
    Mein Highlight ist ein weiß/schwarzes T-Shirt das ich in den 80ern von meiner Tante geschenkt bekommen habe. Es lag immer wieder jahrelang im Kasten. Aber dazwischen habe ich es immer wieder mit Freude getragen. Erst letzten Sommer.
    Wenn früher mit Bekleidung genauso umgegangen wäre, würde es heutzutage wohl kaum Vintage geben!

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