Schlagwort-Archiv: Feminismus

„Feminismus – mir doch egal!“
– Aber warum? Ein Erklärungsversuch.

07.02.2017 um 10.00 – Feminismus

anti feminismusEs gibt Menschen, denen scheint Gleichberechtigung einfach egal zu sein. Warum? Und wie geht man mit ihnen um? Ein Erklärungsversuch.

Es passiert immer wieder. Auf Veranstaltungen, im Bekanntenkreis, bei Familientreffen. Manchmal unerwartet – so richtig von hinten durch die Brust ins Auge –, öfter jedoch wenig überraschend und mit einem innerlichen Seufzen bereits antizipiert. Da ist zum Beispiel die junge Frau auf der Party, die mich während eines eigentlich sehr netten Gesprächs zum Thema Gleichberechtigung plötzlich herausfordernd fragt: „Du bist Feministin? Heißt das, du willst nicht, dass ein Mann dir die Tür aufhält?“ Oder die Besucherin einer Lesung, die mir erst erklärt „Feminismus? Schon der Begriff ist ja ganz falsch. Es geht doch um Gleichberechtigung, nicht um Frauen“, und dann nachschiebt, sie sei auch ohne Feminismus emanzipiert. Oder die Bekannte, die in geselliger Runde erzählt, sie wolle zwar auf jeden Fall Kinder, das sei gerade für Frauen aber schwierig mit dem Job unter einen Hut zu bringen. Nur, um dann schnell zu verkünden: „Also, ich bin jetzt aber keine Feministin oder so!“.

In solchen Situationen muss ich immer sehr aufpassen, dass aus meinem inneren kein tatsächliches Seufzen wird. Vorurteile oder Missverständnisse lassen sich schließlich nicht einfach wegseufzen. Also lächle ich freundlich und fange an, meinem Gegenüber zu erklären, wie das wirklich ist. Mit dem Feminismus, der Gleichberechtigung und so. Dass jede Menge Leute aus verschiedenen Gründen ein Problem mit Feminismus haben, ist nichts Neues. Und daran werden auch Magazin-Cover wie das der aktuellen Glamour („Girls Club – Warum Feminismus cool ist, wer mitmacht (auch Männer!), wie man ihn trägt, wieso er nicht nervt!“) so schnell nichts ändern. Vorurteile sind aber nur das eine. Schwieriger ist Gleichgültigkeit. weiterlesen

#WomensMarch //
Ein überwältigendes Ereignis – und jetzt?

25.01.2017 um 10.15 – Feminismus Gesellschaft

womensmarch2017Am 21. Januar 2017 gingen weltweit Millionen von Menschen auf die Straße, um gegen Donald Trump und das, wofür er steht, zu demonstrieren. Ein überwältigendes Ereignis – und jetzt?

Am letzten Samstag stieg ich in Paderborn in ein Taxi zum Bahnhof. Ich hatte einen Vortrag zu Feminismus heute gehalten, eine langstielige Dankeschön-Rose klemmte unpraktisch unter meinem Arm. Der Taxifahrer warf einen Blick auf die Rose. „Was gab’s denn da?“, fragte er „Einen frauenpolitischen Themennachmittag.“ „Na“, sagte er, „heute ist doch auch diese große Demonstration! Dieser Women’s March.“ Innerlich stellte ich mich auf eine dieser üblich Diskussionen ein: Wie, warum und überhaupt, Frauen geht’s doch super, dieses ständige Gemaule, nervige Feministinnen, und so weiter und so fort. Stattdessen: „Gute Sache“, sprach der Taxifahrer, „diesen Trump, den kann man ja nicht so stehen lassen. Furchtbarer Mann.“ Und obwohl ich selbst in Paderborn war und nicht auf dem Women’s March in Berlin sein konnte: In diesem Moment fühlte ich etwas Warmes in mir hochsteigen. weiterlesen

6 Ideen für
mehr feministischen Alltagsaktionismus

09.01.2017 um 11.03 – Feminismus Gesellschaft

feminismus im alltagEine gleichberechtigte Gesellschaft ist möglich! Aber wie? Vor allem durch viele kleine feministische Alltagsaktionen.

Tataaa, das neue Jahr ist da und mit ihm – natürlich – die altbekannten guten Vorsätze. 2017 liegt wie ein unbeschriebenes, nagelneues Notizbuch vor uns und die Möglichkeiten scheinen endlos. Höher, schneller, besser, weiter, ein anderes, runderneuertes Ich ist möglich! Zumindest, bist das gerade noch so verheißungsvolle neue Jahr schon wieder zur Hälfte rum ist (Stop, war nicht gestern erst Januar?) und man verlegen feststellen muss, dass von den zahlreichen Vorsätzen lediglich dreizweiviertel umgesetzt wurden. Ungefähr. Eigentlich wissen wir es ja schon längst: Große Veränderungen lassen sich oft nur durch viele kleine Veränderungen verwirklichen. Kleine Dinge, die erstmal keinen großen Effekt zu haben scheinen, am Ende aber eben in ihrer Gesamtheit dafür sorgen, dass sich was ändert. Nicht umsonst heißt es in jedem Ratgeber, man solle große Ziele in kleinere Etappen einteilen. Und das gilt auch für das Ziel einer besseren, gleichberechtigten Gesellschaft.

Die britisch-libanesische Menschenrechtsanwältin Amal Clooney forderte Frauen Ende 2016 beispielsweise zu „täglichen feministischen Handlungen“ auf. Wenig überraschend war der Anlass für diese Aufforderung die anstehende Präsidentschaft von Mr. „Grab them by the pussy“ Trump – aber die Idee von feministischen Handlungen im Alltag funktioniert auch hier, in Deutschland. Natürlich lässt sich ein persönliches Ziel wie „Fit werden“ nicht mit einem gesellschaftlichen Ziel wie „mehr Gerechtigkeit“ vergleichen. Und die Etappenziele für zweiteres passen vermutlich auch nicht schön säuberlich auf einen einzigen Zettel. Aber irgendwo muss man ja mal anfangen: Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt? Von alleine ändert sich nämlich nichts, das müssen wir schon selbst in die Hand nehmen. Und wie genau? Hier sind ein paar Ideen: weiterlesen

Feminismus 2016 – Ein Jahresrückblick

21.12.2016 um 11.32 – Feminismus

feminismus 2016 rueckblickVon der Silvesternacht 2015/2016 bis zu Trumps Triumph: Das Jahr 2016 – feministisch betrachtet.

Was für ein Jahr – kaum ein Tag, an dem sich beim Blick auf die Nachrichten nicht kurz der Bauch verknotete, an dem nichts Dramatisches passierte. 2016 ist viel passiert, national und international, im Kleinen und im Großen. Es gab definitiv mehr Downs als Ups, mehr Fassungslosigkeit als Freude: Der Anschlag in Berlin dürfte für viele in Deutschland nur der traurige „Höhepunkt“ eines ohnehin schon miesen Jahres gewesen sein. Aber ein paar Dinge gab es eben trotzdem – Dinge, die einen doch nicht den Glauben an die Menschheit verlieren ließen. Gilt das auch beim Thema Gleichberechtigung? Hier sind sieben markante Ereignisse aus zwölf Monaten. weiterlesen

Choice Feminism – ist jede persönliche Entscheidung automatisch feministisch?

12.12.2016 um 12.32 – Feminismus

was ist choice feminismWahlfreiheit war mal ein politischer Kampfbegriff. Heute ist er nur noch eine Worthülse, denn jede persönliche Wahl, jede Entscheidung gilt nun als feministisch.

In Folge 7 der vierten Staffel von Sex and the City beschließt Galeristin Charlotte, ihren Job aufzugeben. Statt in der Galerie will sie ihre Zeit nun lieber zu Hause verbringen, als perfekte Ehe- und Hausfrau für ihren Gatten Trey. Ihre Freundinnen Carrie, Samantha und Miranda sind nicht begeistert und Charlotte fühlt sich verurteilt und missverstanden. „In der Frauenbewegung dreht es sich vor allem um die freie Wahl“, erklärt sie Miranda am Telefon, „und wenn ich mich entscheide, meinen Job aufzugeben, dann ist das eben meine Wahl.“ Miranda ist nicht beeindruckt und das Gespräch endet damit, dass Charlotte hysterisch „Ich wähle meine Wahl! Ich wähle meine Wahl!“ ins Telefon ruft.

Das war 2001. Die damals von Charlotte vorgebrachte Idee hat seitdem nicht an Aktualität verloren – die Idee, dass Frauen individuell wählen können was immer sie wollen, und das dann automatisch eine feministische Handlung ist. Ich kann wählen, nicht mehr arbeiten zu gehen und mich stattdessen nur noch um die Familie zu kümmern. Ich kann wählen, meine Brüste operativ vergrößern zu lassen. Ich kann wählen, mich für ein Männermagazin auszuziehen. Meine Wahl ist feministisch, weil ich es bin, die die Wahl getroffen hat. Die „Wahlfreiheit“ ist zum geflügelten Begriff geworden, genauso wie das damit einhergehende „Empowerment“. Ich wähle, also bin ich empowert. weiterlesen

Kommentar // Von der Schwierigkeit,
Raum einzunehmen.

17.10.2016 um 11.22 – Feminismus

julia korbik feminismus heute

Letztens saß ich im Zug neben einem Mann der, ohne zu zögern, die mittlere Armlehne für sich beanspruchte. Innerlich ärgerte ich mich maßlos darüber (ich wollte die blöde Armlehne gar nicht, aber es hätte ja sein können), äußerlich lächelte ich nett und las weiter in einem Buch. Nachher war ich dann sauer auf mich selbst, weil ich nichts gesagt hatte.

Solche Situationen passieren mir immer wieder. Es ist nicht nur der Mann, der die Armlehne in Besitz nimmt. Es ist auch der Mann, der sich in der U-Bahn über drei Sitzplätze ausbreitet, weil Sitzen ohne weit geöffnete Beine eben nicht lässig-männlich ist. Es ist die Frau, die mir auf dem schmalen Gehweg entgegenkommt und von mir zu erwarten scheint, dass ich diejenige bin, die ausweicht. Was ich dann auch mache. Manchmal bin ich kurz davor, etwas zu sagen – lasse es dann aber doch. Das ist es nicht wert, denke ich. weiterlesen

Meinung //
Ja, Feminist*in sein, ist verdammt hart!

07.09.2016 um 10.15 – box3 Feminismus Gesellschaft

feminismus 2016Feminismus ist keine Beschäftigung für gelangweilte, privilegierte Frauen und auch kein Hobby.

Ehrlich gesagt, manchmal wäre ich lieber keine Feministin. Manchmal glaube ich, mein Leben wäre dadurch einfacher. Ich könnte die Augen vor gewissen Dingen verschließen und eine trotzige Mir-doch-egal-Haltung einnehmen. Dann bliebe mir vieles erspart. Bilde ich mir zumindest in gewissen Momenten ein.

Denn manchmal finde ich Feministin sein anstrengend und frustrierend. Dann will ich mich nur in mein Bett verziehen und Mamma Mia gucken (mein ultimativer Feel-Good-Film). Ich will mich nicht immer rechtfertigen müssen für das, was ich bin. Ich will keine Kommentare von Männern lesen müssen – ob auf Twitter oder unter Online-Artikeln – die mir erklären, warum Feminismus so böse, schlecht und vor allem überflüssig ist. Ja, wer schlau ist, meidet die Kommentarspalten. Manchmal verirrt man sich dann aber aus Versehen doch dorthin. Und entdeckt mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit unter Artikeln, in denen das Wort „Feminismus“ auftaucht, Kommentare wie diese: Feminist*innen schaffen Probleme, wo keine sind, Feminist*innen sollen sich mal nicht so anstellen, Feminist*innen nölen immer nur rum, dabei geht es ihnen in Deutschland doch super. Feminismus scheint vielen Kommentatoren eine Art nettes Hobby zu sein, eine Beschäftigung für gelangweilte, privilegierte Frauen. weiterlesen

FEMINISMUS // Buchtipp: „Sex Object“
von Jessica Valenti

02.08.2016 um 12.34 – Buch Feminismus

sex object

In ihrer Essay-Sammlung Sex Object erzählt die amerikanische Feministin Jessica Valenti wie es ist, als Frau in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die Frauen verachtet. Und zeigt, welche Macht persönliche Geschichten haben.

Um es gleich klar zu machen: Sex Object ist kein Buch, das man lesen sollte, wenn man sich entspannen will – am Strand, abends vorm Schlafengehen. Sex Object macht stellenweise nämlich ganz schön wütend, fassungslos, traurig. Und genau das macht dieses Buch so gut. weiterlesen

FEMINISMUS // Sheryl Sandberg:
Together Women Can

14.07.2016 um 8.32 – box3 Feminismus

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Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg möchte, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen. Für ihre neue Kampagne Together Women Can hat sie Unterstützerinnen wie Lena Dunham und Kerry Washington an Bord geholt. Das Ganze ist ehrenwert – aber auch nicht unproblematisch.

„In der Hölle ist ein besonderer Platz für Frauen reserviert, die einander nicht helfen“, pflegte die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright vor vielen Jahren zu sagen. Die Botschaft war klar: Besser zusammen als alleine. Oder, im heutigen Hashtag-Sprech: #girlpower #girlsquad. Leider wiederholte Albright den Spruch Anfang diesen Jahres nochmal und von Sisterhood war da nichts mehr zu spüren: Demokratische Frauen, die bei den US-Vorwahlen nicht für Hillary Clinton stimmen, so Albright indirekt, seien eben unsolidarische Verräterinnen. weiterlesen

Feminismus // 3 Bücher, die prägen – oder:
Die Macht der Buchstaben

01.06.2016 um 12.04 – box2 Buch Feminismus

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Es gibt sie: Bücher, die uns so beeindrucken, dass wir nach der Lektüre nicht mehr dieselben sind. Die Aha-Momente auslösen und unsere Hirne in einen wahren Gedanken-Tornado stürzen. Ohne die begeisternde, manchmal auch deprimierende Lektüre von Büchern wäre ich heute – vielleicht – keine Feministin.

Welche Bücher das genau sind? Ich könnte duzende aufzählen, habe mich aber schweren Herzens für drei entschieden, um sie euch an dieser Stelle ganz fest ans Herz zu legen: 1. The Handmaid’s Tale, 2. Ein eigenes Zimmer und 3. Memoiren einer Tochter aus gutem Hause. weiterlesen

Doku-Tipp //
„Miss Representation“ auf Netflix

30.05.2016 um 9.37 – Feminismus Film

miss representation thisisjanewayne

Media can be an instrument of Change. It can maintain the status quo and reflect the views of the society or it can awaken people and change minds.
It depends on who is piloting the plane. 

Wir leben im Jahr 2016 und trotzdem scheint die Medienlandschaft immer noch fast ausschließlich zwei Schubladen für stereotype Männer- und Frauenbilder zu öffnen. „Wenn Firmen ihre Produkte mit nackten Frauen bewerben, halte ich das für gerechtfertigt, offensichtlich gibt es ja den Markt dazu“, fauchte uns Ronja von Rönne einst in ihrem Artikel „Warum mich der Feminismus anekelt“ zu. Das ist traurig und wir hoffen, die Verfasserin weiß das eigentlich auch. Denn unser Rollen-Bild wird eben sehr stark von medialen Formaten geprägt. Dabei scheint die Medienlandschaft meistens noch so tief in der Vergangenheit zu stecken, dass es beim Zusehen wirklich schmerzt. Das wundert uns im ersten Moment natürlich nicht, ein paar Zahlen und Fakten dazu sind allerdings erschreckend:

In „Miss Representation“ geht’s nämlich genau darum. Die Doku thematisiert fehlende Role Models, antiquierte Rollenmodelle und die Konsequenzen der einseitigen Frauen-Darstellungen, die diese Mainstream-Medien mit sich bringen. Zwar hat sich seit der Erstaustrahlung dieser Doku im Jahr 2011 tatsächlich ein wenig getan (Well hello, Lena Dunham, Emma Watson, Jennifer Lawrence und jawohl, Disney), wer in letzter Zeit aber mal wieder den Fernseher eingeschaltet hat und auch die Werbung nicht ausgespart hat, der weiß, wovon hier die Rede ist. Miss Representation von Jennifer Siebel – ab jetzt auf Netflix. Und hier gibt’s den 8minütigen Trailer dazu:  weiterlesen

BUCHTIPP // „Girl’s Can’t Code“
– Pah, „We Love Code!“

23.05.2016 um 12.27 – Feminismus Gesellschaft

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Websites, Apps, Programme: Kennen wir alle. Aber wie sieht es mit den Codes dahinter aus? Das Buch We Love Code! will neugierig machen aufs Programmieren – Bühne frei für Ada Lovelace, Brainfuck und 2-Schritte-Authentifizierung.

Manchmal denke ich an meine Schulzeit zurück und ärgere mich: Hätte ich mal Informatik als Fach gewählt! Dann könnte ich heute vielleicht programmieren, hätte vielleicht einen super bezahlten Job und mein Leben wäre vielleicht generell – besser. Hätte hätte Fahrradkette. Statt Informatik wählte ich Erdkunde-Sozialwissenschaften, was jetzt auch nicht schlecht, aber auch nicht so richtig cool war. Informatik hingegen war cool. Das wurde mir spätestens in dem Augenblick bewusst, als wir mit dem Französisch-Kurs im Computerraum hockten und Vokabelübungen machten. Plötzlich färbte sich mein Bildschirm pechschwarz, in der oberen linken Ecke erschien eine giftgrüne Schrift: „Follow the white rabbit“. Und in der letzten Reihe lachten sich zwei meiner Mitschüler schlapp, weil ihr kleiner Trick („Trojaner“ genannt) so gut funktioniert hatte. Was soll ich sagen: Einer der beiden Herren arbeitet heute für Google.  weiterlesen

Fair Friday // Auf einen Kaffee mit…
Hilal Sezgin

22.04.2016 um 7.41 – box1 Feminismus Nachhaltigkeit

kaffee mit

Hilal Sezgin ist einer dieser Menschen, von denen man sich am liebsten klammheimlich ein Scheibchen abschneiden würde, um ein paar ihrer guten Eigenschaften zu mopsen. Zur Auswahl stehen Dinge wie Engagement für Flüchtlinge, eine pflanzenbasierte Lebensweise und ein großes Herz für den Feminismus.

Die Frau hat nämlich nicht nur viel Kluges zu sagen, sondern lässt ihren Worten auch eine Menge Taten folgen. Ach so, und sie lebt natürlich zusammen mit einer Schafsherde und Ziegen auf einem Hof in der Lüneburger Heide, ist klar. Was Hilal übers Türaufhalten denkt, ob man in ihrem Beisein ein Steak bestellen darf und was Frauen an der Bushaltestelle und in Modekatalogen gemeinsam haben, erfahrt ihr hier.  weiterlesen

Happy Equal Pay Day //
Women – like men, only cheaper.

19.03.2016 um 17.24 – box2 Feminismus Gesellschaft

gender pay gap equal pay dayAlle Jahre wieder… ist Equal Pay Day. Zeit, ein bisschen wütend zu werden. 

„Ach, Equal Pay Day“, nölte letztens eine Kollegin, „da kriege ich jedes Jahr die gleichen Mails und Pressemitteilungen von den Frauenverbänden, was sich ändern muss und so.“ Das Traurige daran ist tatsächlich nicht die Flut an Mails, die den virtuellen Posteingang verstopft – sondern, dass diese Mails jedes Jahr gleich klingen. Und warum ist das so? Weil sich einfach nichts ändert. Schon klar, 2016 hat sich der Gender Pay Gap (GPG), also die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, von 22 Prozent auf 21 Prozent verringert (Grund dafür ist wohl u.a. die Einführung des Mindestlohns). Aber mal ehrlich, eine Party feiere ich deswegen jetzt nicht. Auch wenn jetzt Equal Pay Day ist und erstaunlich viele Menschen genau wie beim Internationalen Frauentag zu denken scheinen, das sei ein Anlass zum Feiern.

Offiziell heißt der Equal Pay Day „Internationaler Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern“ und findet dieses Jahr am 19. März statt. Equal Pay Day ist der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen unentgeltlich arbeiten, wenn man ihr Einkommen an dem von Männern misst. Das sind gut 76 Tage, also zweieinhalb Monate, in denen Frauen umsonst arbeiten. Oder, in Geld umgerechnet: Während Männer pro Stunde durchschnittlich 20,59 Euro verdienen, sind es bei Frauen nur 16,20 Euro. Und ja, das ist genauso frustrierend, wie es klingt. weiterlesen

#Girlcrush //
Amandla Stenberg

01.03.2016 um 9.18 – box2 Feminismus Menschen

amandla stenberg
Ich sträubte mich lange dagegen, auch nur einen einzigen Blick auf „The Hunger Games“ zu werfen, was ich später dann auch bereute, aus mir wird ganz gewiss kein Fan, aber wenn mir jemand prophezeit hätte, dass ich Amandla Stenberg einst zu meinem persönlichen Girlcrush ernennen würde, hätte ich ganz bestimmt komplett den Glauben verloren. Die mittlerweile 17-Jährige spielte damals die Rolle der Rue, sie war niedlich, tough und noch ziemlich grün hinter den Ohren. Heute ist das anders.

Ihre Berühmtheit nutzt die Schauspielerin und angehende Regisseurin mittlerweile regelmäßig dazu, laut und gehört zu werden, sie führt Debatten über Intersektualität, Vielfalt und Gleichberechtigung, ist Co-Autorin des Comics „Niobe: She is life„, Botschafterin für No Kid Hungry und unterstützt den Ubuntu Education Fund, der Kindern in Südafrika ein Recht auf Bildung ermöglicht. Auf ihrem Tumblr spricht Amandla darüber, wie schwer es manchmal ist, bei sich selbst zu bleiben, über ihre Bisexualität und die fehlende Omnipräsenz schwarzer Menschen in den Medien. Was außerdem als Schulprojekt startete, ging schnell um den Globus: Mit ihrem Video „Don’t Cash Crop On My Conrows“ stieß „die Starke“ einen Diskurs über die kulturelle Besitzergreifung und Popularität der „Black Culture“, über Polizeigewalt und Toleranz an. Dazu stellt sie die wichtige wie schlaue Frage: What would America be like if we loved black people as much as black culture? weiterlesen