Schlagwort-Archiv: Feminismus

Kommentar // Von der Schwierigkeit,
Raum einzunehmen.

17.10.2016 um 11.22 – Feminismus

julia korbik feminismus heute

Letztens saß ich im Zug neben einem Mann der, ohne zu zögern, die mittlere Armlehne für sich beanspruchte. Innerlich ärgerte ich mich maßlos darüber (ich wollte die blöde Armlehne gar nicht, aber es hätte ja sein können), äußerlich lächelte ich nett und las weiter in einem Buch. Nachher war ich dann sauer auf mich selbst, weil ich nichts gesagt hatte.

Solche Situationen passieren mir immer wieder. Es ist nicht nur der Mann, der die Armlehne in Besitz nimmt. Es ist auch der Mann, der sich in der U-Bahn über drei Sitzplätze ausbreitet, weil Sitzen ohne weit geöffnete Beine eben nicht lässig-männlich ist. Es ist die Frau, die mir auf dem schmalen Gehweg entgegenkommt und von mir zu erwarten scheint, dass ich diejenige bin, die ausweicht. Was ich dann auch mache. Manchmal bin ich kurz davor, etwas zu sagen – lasse es dann aber doch. Das ist es nicht wert, denke ich. weiterlesen

Meinung //
Ja, Feminist*in sein, ist verdammt hart!

07.09.2016 um 10.15 – box3 Feminismus Gesellschaft

feminismus 2016Feminismus ist keine Beschäftigung für gelangweilte, privilegierte Frauen und auch kein Hobby.

Ehrlich gesagt, manchmal wäre ich lieber keine Feministin. Manchmal glaube ich, mein Leben wäre dadurch einfacher. Ich könnte die Augen vor gewissen Dingen verschließen und eine trotzige Mir-doch-egal-Haltung einnehmen. Dann bliebe mir vieles erspart. Bilde ich mir zumindest in gewissen Momenten ein.

Denn manchmal finde ich Feministin sein anstrengend und frustrierend. Dann will ich mich nur in mein Bett verziehen und Mamma Mia gucken (mein ultimativer Feel-Good-Film). Ich will mich nicht immer rechtfertigen müssen für das, was ich bin. Ich will keine Kommentare von Männern lesen müssen – ob auf Twitter oder unter Online-Artikeln – die mir erklären, warum Feminismus so böse, schlecht und vor allem überflüssig ist. Ja, wer schlau ist, meidet die Kommentarspalten. Manchmal verirrt man sich dann aber aus Versehen doch dorthin. Und entdeckt mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit unter Artikeln, in denen das Wort „Feminismus“ auftaucht, Kommentare wie diese: Feminist*innen schaffen Probleme, wo keine sind, Feminist*innen sollen sich mal nicht so anstellen, Feminist*innen nölen immer nur rum, dabei geht es ihnen in Deutschland doch super. Feminismus scheint vielen Kommentatoren eine Art nettes Hobby zu sein, eine Beschäftigung für gelangweilte, privilegierte Frauen. weiterlesen

FEMINISMUS // Buchtipp: „Sex Object“
von Jessica Valenti

02.08.2016 um 12.34 – Buch Feminismus

sex object

In ihrer Essay-Sammlung Sex Object erzählt die amerikanische Feministin Jessica Valenti wie es ist, als Frau in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die Frauen verachtet. Und zeigt, welche Macht persönliche Geschichten haben.

Um es gleich klar zu machen: Sex Object ist kein Buch, das man lesen sollte, wenn man sich entspannen will – am Strand, abends vorm Schlafengehen. Sex Object macht stellenweise nämlich ganz schön wütend, fassungslos, traurig. Und genau das macht dieses Buch so gut. weiterlesen

FEMINISMUS // Sheryl Sandberg:
Together Women Can

14.07.2016 um 8.32 – box3 Feminismus

together_woman_can

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg möchte, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen. Für ihre neue Kampagne Together Women Can hat sie Unterstützerinnen wie Lena Dunham und Kerry Washington an Bord geholt. Das Ganze ist ehrenwert – aber auch nicht unproblematisch.

„In der Hölle ist ein besonderer Platz für Frauen reserviert, die einander nicht helfen“, pflegte die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright vor vielen Jahren zu sagen. Die Botschaft war klar: Besser zusammen als alleine. Oder, im heutigen Hashtag-Sprech: #girlpower #girlsquad. Leider wiederholte Albright den Spruch Anfang diesen Jahres nochmal und von Sisterhood war da nichts mehr zu spüren: Demokratische Frauen, die bei den US-Vorwahlen nicht für Hillary Clinton stimmen, so Albright indirekt, seien eben unsolidarische Verräterinnen. weiterlesen

Feminismus // 3 Bücher, die prägen – oder:
Die Macht der Buchstaben

01.06.2016 um 12.04 – box2 Buch Feminismus

feminismus_thisisjanewayne

Es gibt sie: Bücher, die uns so beeindrucken, dass wir nach der Lektüre nicht mehr dieselben sind. Die Aha-Momente auslösen und unsere Hirne in einen wahren Gedanken-Tornado stürzen. Ohne die begeisternde, manchmal auch deprimierende Lektüre von Büchern wäre ich heute – vielleicht – keine Feministin.

Welche Bücher das genau sind? Ich könnte duzende aufzählen, habe mich aber schweren Herzens für drei entschieden, um sie euch an dieser Stelle ganz fest ans Herz zu legen: 1. The Handmaid’s Tale, 2. Ein eigenes Zimmer und 3. Memoiren einer Tochter aus gutem Hause. weiterlesen

Doku-Tipp //
„Miss Representation“ auf Netflix

30.05.2016 um 9.37 – Feminismus Film

miss representation thisisjanewayne

Media can be an instrument of Change. It can maintain the status quo and reflect the views of the society or it can awaken people and change minds.
It depends on who is piloting the plane. 

Wir leben im Jahr 2016 und trotzdem scheint die Medienlandschaft immer noch fast ausschließlich zwei Schubladen für stereotype Männer- und Frauenbilder zu öffnen. „Wenn Firmen ihre Produkte mit nackten Frauen bewerben, halte ich das für gerechtfertigt, offensichtlich gibt es ja den Markt dazu“, fauchte uns Ronja von Rönne einst in ihrem Artikel „Warum mich der Feminismus anekelt“ zu. Das ist traurig und wir hoffen, die Verfasserin weiß das eigentlich auch. Denn unser Rollen-Bild wird eben sehr stark von medialen Formaten geprägt. Dabei scheint die Medienlandschaft meistens noch so tief in der Vergangenheit zu stecken, dass es beim Zusehen wirklich schmerzt. Das wundert uns im ersten Moment natürlich nicht, ein paar Zahlen und Fakten dazu sind allerdings erschreckend:

In „Miss Representation“ geht’s nämlich genau darum. Die Doku thematisiert fehlende Role Models, antiquierte Rollenmodelle und die Konsequenzen der einseitigen Frauen-Darstellungen, die diese Mainstream-Medien mit sich bringen. Zwar hat sich seit der Erstaustrahlung dieser Doku im Jahr 2011 tatsächlich ein wenig getan (Well hello, Lena Dunham, Emma Watson, Jennifer Lawrence und jawohl, Disney), wer in letzter Zeit aber mal wieder den Fernseher eingeschaltet hat und auch die Werbung nicht ausgespart hat, der weiß, wovon hier die Rede ist. Miss Representation von Jennifer Siebel – ab jetzt auf Netflix. Und hier gibt’s den 8minütigen Trailer dazu:  weiterlesen

BUCHTIPP // „Girl’s Can’t Code“
– Pah, „We Love Code!“

23.05.2016 um 12.27 – Feminismus Gesellschaft

girls can code neuneu

Websites, Apps, Programme: Kennen wir alle. Aber wie sieht es mit den Codes dahinter aus? Das Buch We Love Code! will neugierig machen aufs Programmieren – Bühne frei für Ada Lovelace, Brainfuck und 2-Schritte-Authentifizierung.

Manchmal denke ich an meine Schulzeit zurück und ärgere mich: Hätte ich mal Informatik als Fach gewählt! Dann könnte ich heute vielleicht programmieren, hätte vielleicht einen super bezahlten Job und mein Leben wäre vielleicht generell – besser. Hätte hätte Fahrradkette. Statt Informatik wählte ich Erdkunde-Sozialwissenschaften, was jetzt auch nicht schlecht, aber auch nicht so richtig cool war. Informatik hingegen war cool. Das wurde mir spätestens in dem Augenblick bewusst, als wir mit dem Französisch-Kurs im Computerraum hockten und Vokabelübungen machten. Plötzlich färbte sich mein Bildschirm pechschwarz, in der oberen linken Ecke erschien eine giftgrüne Schrift: „Follow the white rabbit“. Und in der letzten Reihe lachten sich zwei meiner Mitschüler schlapp, weil ihr kleiner Trick („Trojaner“ genannt) so gut funktioniert hatte. Was soll ich sagen: Einer der beiden Herren arbeitet heute für Google.  weiterlesen

Fair Friday // Auf einen Kaffee mit…
Hilal Sezgin

22.04.2016 um 7.41 – box1 Feminismus Nachhaltigkeit

kaffee mit

Hilal Sezgin ist einer dieser Menschen, von denen man sich am liebsten klammheimlich ein Scheibchen abschneiden würde, um ein paar ihrer guten Eigenschaften zu mopsen. Zur Auswahl stehen Dinge wie Engagement für Flüchtlinge, eine pflanzenbasierte Lebensweise und ein großes Herz für den Feminismus.

Die Frau hat nämlich nicht nur viel Kluges zu sagen, sondern lässt ihren Worten auch eine Menge Taten folgen. Ach so, und sie lebt natürlich zusammen mit einer Schafsherde und Ziegen auf einem Hof in der Lüneburger Heide, ist klar. Was Hilal übers Türaufhalten denkt, ob man in ihrem Beisein ein Steak bestellen darf und was Frauen an der Bushaltestelle und in Modekatalogen gemeinsam haben, erfahrt ihr hier.  weiterlesen

Happy Equal Pay Day //
Women – like men, only cheaper.

19.03.2016 um 17.24 – box2 Feminismus Gesellschaft

gender pay gap equal pay dayAlle Jahre wieder… ist Equal Pay Day. Zeit, ein bisschen wütend zu werden. 

„Ach, Equal Pay Day“, nölte letztens eine Kollegin, „da kriege ich jedes Jahr die gleichen Mails und Pressemitteilungen von den Frauenverbänden, was sich ändern muss und so.“ Das Traurige daran ist tatsächlich nicht die Flut an Mails, die den virtuellen Posteingang verstopft – sondern, dass diese Mails jedes Jahr gleich klingen. Und warum ist das so? Weil sich einfach nichts ändert. Schon klar, 2016 hat sich der Gender Pay Gap (GPG), also die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, von 22 Prozent auf 21 Prozent verringert (Grund dafür ist wohl u.a. die Einführung des Mindestlohns). Aber mal ehrlich, eine Party feiere ich deswegen jetzt nicht. Auch wenn jetzt Equal Pay Day ist und erstaunlich viele Menschen genau wie beim Internationalen Frauentag zu denken scheinen, das sei ein Anlass zum Feiern.

Offiziell heißt der Equal Pay Day „Internationaler Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern“ und findet dieses Jahr am 19. März statt. Equal Pay Day ist der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen unentgeltlich arbeiten, wenn man ihr Einkommen an dem von Männern misst. Das sind gut 76 Tage, also zweieinhalb Monate, in denen Frauen umsonst arbeiten. Oder, in Geld umgerechnet: Während Männer pro Stunde durchschnittlich 20,59 Euro verdienen, sind es bei Frauen nur 16,20 Euro. Und ja, das ist genauso frustrierend, wie es klingt. weiterlesen

#Girlcrush //
Amandla Stenberg

01.03.2016 um 9.18 – box2 Feminismus Menschen

amandla stenberg
Ich sträubte mich lange dagegen, auch nur einen einzigen Blick auf „The Hunger Games“ zu werfen, was ich später dann auch bereute, aus mir wird ganz gewiss kein Fan, aber wenn mir jemand prophezeit hätte, dass ich Amandla Stenberg einst zu meinem persönlichen Girlcrush ernennen würde, hätte ich ganz bestimmt komplett den Glauben verloren. Die mittlerweile 17-Jährige spielte damals die Rolle der Rue, sie war niedlich, tough und noch ziemlich grün hinter den Ohren. Heute ist das anders.

Ihre Berühmtheit nutzt die Schauspielerin und angehende Regisseurin mittlerweile regelmäßig dazu, laut und gehört zu werden, sie führt Debatten über Intersektualität, Vielfalt und Gleichberechtigung, ist Co-Autorin des Comics „Niobe: She is life„, Botschafterin für No Kid Hungry und unterstützt den Ubuntu Education Fund, der Kindern in Südafrika ein Recht auf Bildung ermöglicht. Auf ihrem Tumblr spricht Amandla darüber, wie schwer es manchmal ist, bei sich selbst zu bleiben, über ihre Bisexualität und die fehlende Omnipräsenz schwarzer Menschen in den Medien. Was außerdem als Schulprojekt startete, ging schnell um den Globus: Mit ihrem Video „Don’t Cash Crop On My Conrows“ stieß „die Starke“ einen Diskurs über die kulturelle Besitzergreifung und Popularität der „Black Culture“, über Polizeigewalt und Toleranz an. Dazu stellt sie die wichtige wie schlaue Frage: What would America be like if we loved black people as much as black culture? weiterlesen

Verhütung //
Immer Ärger mit den Hormonen

10.11.2015 um 10.42 – box1 Feminismus

verhuetung frauensacheVerhütung ist und bleibt ein leidiges Thema: hormonell oder nicht? Erstmal die Pille? Ach ja, und wo bleibt eigentlich die Pille für den Mann?

Bei mir und meiner Periode war das früher so: Ich hasste sie, sie hasste mich. Jeden Monat tagelang Schmerzen, teilweise so heftig, dass ich kaum noch stehen konnte. Wie viele Folgen „Dawson’s Creek“ ich mit Wärmflasche auf dem Bauch im Bett geguckt habe! Irgendwann reichte es mir und ich stattete der Frauenärztin einen Besuch ab, meinen allerersten. Ich muss ungefähr 15 gewesen sein. Die Frauenärztin hatte sofort einen super Plan parat und der lautete: die Pille! Nun ja, warum nicht? Ich fand das alles wahnsinnig aufregend und fühlte mich sofort um 100 Prozent erwachsener. Nur so gerade eben konnte ich mich selbst davon abhalten, einen „Pillen-Alarm“ auf meinem Handy einzustellen, wie so viele andere Mädchen aus meiner Stufe. Denn was gab es Besseres als sagen zu können: „Ups, meine Pille ruft an!“? Sofort wussten alle: Die hat Sex! Wow! weiterlesen

Brain-Blah //
Acne Studios „Radical Feminist“

19.08.2015 um 9.08 – box1 Feminismus Mode

radical feminist acne studiosGrundsätzlich mag ich Menschen, die gelegentlich laut werden sehr gern, ich begrüße kritische Stimmen außerordentlich und wünsche mir mitunter sogar viel mehr davon. Weniger erquickend sind hingegen Schwanzeinzieher_innen, wenn man das hier mal so ganz politisch und gendermäßig unkorrekt in Richtung nur so vor Halbwissen strotzender Krawallmacherstimmen pöbeln darf. Die Rede ist von einer etwas ausufernden Instagram-Dikussion einer bekennenden Feministin, die sich überaus echauffiert über ein Posting meinerseits, nämlich ein männliches Model im „Radical Feminist“ Sweater von Acne Studios inklusive Amors Emoji-Pfeil plus Herz darunter, zeigte. Was ich dort auf diesem fremden Kanal also unter dem Screenshot von besagtem Posting meinerseits las, ergab im ersten Moment Sinn und war wichtig –  umso tragischer, dass der Schlingel-Account der frechen aber klugen Diebin meiner Pullover-Liebeserklärung plötzlich privat ist.

Ich erinnere mich aber immerhin daran, dass relativ häufig „white privileged girls“ in der Kritik am 200-Euro teuren Sweatshirt und meines hirnlosen Hypens vorkam, im Groben ging es wahrscheinlich darum, dass es Menschen da draußen gibt, die den Feminismus wirklich brauchen und darum, dass wir, die weiße privilegierte Mittelschicht, ganz sicher keinen Anspruch auf den Terminus „radikaler Feminismus“ hätte (hierbei handelt es sich nämlich nicht um besonders extremen Feminismus, sondern um jenen, der die patriarchale Organisation von Sexualität und Reproduktion zum Thema macht), schon gar nicht auf einen im so teuren Gewand und noch schlimmer, wenn ein kommerzielles Label am Ende auch noch Profit aus dem Lena-Dunham-Pop-Femininsmus-Hype ziehe, dass ein Mann den Pullover trägt, geschenkt, fast schon blasphemisch. So weit, so diskussionswürdig. Ich verstehe den Kern des Grolls, vermute aber, dass das große Ganze außer Acht gelassen wurde. Ob ich hiermit richtig liege, werden wir womöglich nie erfahren – auf meinen Vorschlag über einen Gastbeitrag genau zu diesem Thema reagierte man nämlich erst mit einem „Jay“ und dann gar nicht mehr. Deshalb werfen wir an dieser Stelle selbst die Frage in den Raum: Ist das noch Instrumentalisierung des Konsums für den Feminismus oder schon Instrumentalisierung des Feminismus für den Konsum? Womöglich beides. weiterlesen

Dürfen wir vorstellen? Der Lenny Letter
– Post von Lena Dunham & Jenny Konner

16.07.2015 um 15.20 – box2 Feminismus

lennyletter

An email newsletter where there’s no such thing as too much information – klingt schon mal nach einem ganz netten Verprechen. Kommt genau das dann auch noch von Powerlady Lena Dunham und ihrer Partnerin in Crime und Girls-Produzentin Jenny Konner, nehmen wir einfach mal blind an, dass hier auch gehalten wird, was versprochen wurde. Feminism, style, health, politics, friendship and everything else from Lena Dunham and Jenni Konner. Coming fall 2015. Heißt es weiter im Text – und wir sind dazu aufgerufen, fein den Newsletter zu abonnieren und seelig und zufrieden darauf zu warten, dass die Zwei endlich in die Tasten hauen, um ihr Versprechen wahr zu machen. 

Was uns im Lenny Letter (ein ausgefuchstes Zusammenspiel aus Jenny & Lena) erwarten wird? Feminismus, das vermeintlich Schöne und Häßliche, die volle Ladung Aufklärung, Freundschaft, Tabuthemen, Politik, Mode und natürlich Toleranz – ein Allrounder sozusagen, der uns alle etwas angehen könnte. Lena selbst bringt’s auf den Punkt: Lenny will be for “an army of like-minded intellectually curious women and the people who love them, who want to bring change but also want to know, like, where to buy the best tube top for summer that isn’t going to cost your entire paycheck.” weiterlesen

Video des Tages //
What does Feminism mean to you?

01.07.2015 um 10.47 – box3 Feminismus Film

one word feminism„Man muss schon ein bisschen verrückt sein, sich heute Feministin zu nennen,“ sagte jüngst ein schlauer Mensch, „es gibt schließlich kaum einen Begriff, der so schwer zu definieren ist, der so dermaßen mit Vorurteilen und Fehlinterpretationen, ja manchmal sogar mit Hass aufgeblasen wird, wie dieser.“ Ein gutes Beispiel für schräge Gedanken, hervorgerufen durch fehlende Aufklärung ist dieser trauriger Text, der sich kürzlich seinen Weg durch das Internet bahnte. Simone de Beauvoir, die schon früh begriff, dass das gesellschaftliche Konstrukt Frau/Körper/Natur versus Mann/Geist/Kultur nichts weiter als ein hohles Abstrakt uralter Biologismen beschreibt, hätte sicher die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Ihre Essays und Worte stammen zwar aus älteren Jahrzehnten, sind heute, in einer Welt, die streckenweise weiterhin am Patriarchat festhält, aber nicht minder relevant. Das Problem ist bloß: Feminismus ist längt kein absoluter Slogan mehr, keine klar formulierte Forderung an die Gleichberechtigung, vielmehr ein bunter Hund, der mittlerweile in verschiedensten Farben und Formen durch die Gassen der Medien streunert. Da kann man schonmal die Orientierung verlieren und sich von populistisch-provokanten Aussagen, wie sie häufig in Zeitschriften wie der Emma propagiert werden, abschrecken lassen. Ich verstehe das. Umso wichtiger ist es, den eigenen Kopf zum Rattern zu bringen. In was für einer Welt wollen wir leben?

Ich schlage vor: In einer, die Frauen, Männer und alles Wunderbare, was dazwischen liegt, schlichtweg als „Menschen“ betrachtet. In einer, die uns erlaubt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ob am Herd, im Büro oder an beiden Orten gleichzeitig, ohne Gender Pay Gap, ohne Unverständnis gegenüber Vätern, die in Elternzeit gehen, ohne Alltagssexismus. In einer, in der Kinderkleidung nicht nach „Rosa für die Mädchen“ und „Hellblau für die Jungs“ unterteilt wird. Die Liste der Beispiele ist endlos, die Forderung ist gar nicht so schwer: Gleichberechtigung, bittesehr. weiterlesen

TAGS:

BRAIN BLAH #1 //
Von Motorrädern und Sexistinnen

04.06.2015 um 8.58 – box1 Feminismus Gesellschaft Wir

sexismusWeil nicht nur in unseren Mobiltelefonen, sondern auch in unseren Gehirnwindungen gelegentlich zu viel Datenmüll festhängt, führen wir ab sofort eine wöchentliche Rubrik ein, die sich inhaltlich zwischen Kolumne, Anekdotensammlung und vielen Fragezeichen bewegt. Leichte Kost für Zwischendurch, mitten aus dem Kopfsalat:

Für ein Interview mit dem ziemlich unangezogenen Jungsheft saßen wir vor ein paar Wochen mit einer Redakteurin zusammen, die sich nicht davor scheute, uns über nackte Männer und diverse Frivolitäten auszufragen. Ich gestand zum Beispiel, dass mir derzeit kein kultivierteres Sexsymbol als Jackson Teller aus der zuweilen etwas reudigen Serie „Sons Of Anarchy“ einfiele, dass ich gelegentlich sogar ganz gerne diese 60 Minuten andauernde geistige Leere in Kauf nehme, bloß um böse Gauner auf dicken Motorrädern mit starken Armen und schlechten Frisuren anzuschmachten, und dass ich mich, wenn man es ganz genau nimmt, Balz-techinsch zwar nur manchmal, aber sehr eindeutig auf Neanderthaler-Niveau bewege. Irgendwann war die Redakteurin wieder weg, das Thema aber noch auf dem Tisch. Zwei Freundinnen kamen dazu und ließen schallend Beweise regnen: „Wow, ehm, Ciao!“ hätte ich einem Bärtigen erst kürzlich hinterher gepfiffen, als Dankeschön für die nette Schlepphilfe bei Ikea. „Uhlalala“ würde ich sowieso ständig vor mich hin murmeln und dass ich mir den Hals noch nicht verrenkt hätte vom ungenierten Hinterherglotzen sei ohnehin das größte aller Wunder. Wie ein unter Sauerstoffmangel leidender Südseefisch schwieg ich mir am Cola-Strohhalm nuckelnd und nach Luft schnappend die Schmach aus der Seele, alles was ich schließlich doch noch japsend fragen konnte, war: Heißt das jetzt, ich bin die Raketen-Sexistin schlechthin? Einvernehmliches Kopfnicken. weiterlesen