A Journey towards myself – oder auch:
Meine (Haar-)Reise zu mir selbst.

20.06.2018 Beauty, Wir, Haare

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Als John Frieda im vergangenen Jahr bei uns anklopfte und uns fragte, Teil ihrer Initiative #madeforme zu werden, um unsere ganz eigenen Geschichten zu erzählen, war die Sache sofort klar: Natürlich machen wir mit! Weil wir gleich von Anfang wussten, dass die Auseinandersetzung mit dem eigenen Haar fälschlicherweise viel zu oft als oberflächlich angesehen wird. Weil eine Frisur eben mehr ist, als bloß ein Haarschnitt zu sein, und noch viel mehr über uns verraten kann, als wir im ersten Moment annehmen. Weil Haarbefindlichkeiten an die Substanz gehen können und natürlich auch, weil das feine oder dicke Horn auf unserem Kopf noch immer viel zu oft in Schubladen gesteckt oder zum Anlass für blöde Bemerkungen oder (Vor-)Urteile genommen wird. Über Haare zu reden, ist jedenfalls alles andere als blöde. Ganz im Gegenteil, es ist eine Reise zu uns selbst und eine Reflexion über Erlebtes, das uns zu dem gemacht hat, wer wir sind.

Und die folgende Haargeschichte ist mit meiner Reise zu mir selbst verbunden:

Es ist tatsächlich so, dass ich lange Zeit nicht wusste, wie der Weg, mein Weg, genau aussehen sollte. Das Mädchen aus dem Rheinland wurde zur Frau in Berlin und setzte sich 2010 in einen Schleudersitz der Extraklasse. Während ich zu dem Zeitpunkt und nach meinem Journalismus-Studium noch dachte, mir nichts dir nichts eine Redaktion aufbauen zu können, landete ich ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen: Mit keinem Geld in der Tasche, bloß meiner besten Freundin und fortan eben auch Geschäftspartnerin im Schlepptau, zogen wir durch die Stadt und arbeiteten gefühlt 24 Stunden, um uns das aufzubauen, was ihr hier gerade besucht. Mit einer großen Portion Tatendrang und einer ordentlichen Schippe Naivität waren wir auf einmal mittendrin. Und ich? Ich lernte mich völlig neu kennen: Auf einmal hatte ich das Gefühl alles können und selbstverständlich leisten zu müssen, und das am besten spielend leicht und im Idealfall wie aus dem Ei gepellt. Ich wollte mich so sehr beweisen – bei anderen – und bei mir selbst sowieso. Und das tat ich auch: Immer mit dem zaghaften Drang, ein bisschen anders zu sein und immer ein kleines Stückchen mehr in Richtung zu mir selbst.

Eines aber war mir bei unserer Reise immer am allerwichtigsten: Dass wir uns nicht zu ernst nehmen, wissen, wo wir hingehören und Eitelkeiten gut und gern über Bord werfen können. Wer Jane Wayne regelmäßig liest, der weiß, dass ich mir per se zwar nicht wahnsinnig viel aus Beauty-Themen mache, dass ich aber sehr wohl weiß, das mehr darin steckt, als nur oberflächliches Gefasel:

Denn auch mein Äußeres ist selbstverständlich seit 2010 auf eine Reise gegangen und meine Haare tragen einen großen Anteil dazu bei. Das Mädchen vom Niederrhein, das streng genommen seine Wurzeln im Sauerland hat und mit langen Haaren (stets zum Dutt zusammengebunden) nach Berlin stolperte, hat sich weiterentwickelt, ist mutiger geworden und spürt längst keine Angst mehr, Entscheidungen zu treffen, die möglicherweise falsch sind. Ich habe in all den Jahren einen unheimlichen Durst für Veränderungen entwickelt und kann es mittlerweile kaum mehr erwarten, ebenjene einzuläuten. Hatte ich Anfang der 10er noch das Gefühl, so manchen Dingen hinterher zu laufen und sie erfüllen zu müssen, verstehe ich mich heute zwar längst nicht immer als fast forward in allen Belangen, dafür bin ich mittlerweile aber ganz bei mir angekommen und schreite selbstbewusst voran.

Der Drang auch optisch zu mir selbst zu finden, begann tatsächlich erst so richtig im Jahr 2013, als ich einen für mich radikalen Schritt ging, meine langen Haare raspelkurz schnitt und mich auf einmal unendlich frei fühlte, so als wäre ein Knoten geplatzt. Ich wagte etwas – und genau das fühlte sich so großartig, gar befreiend an. Ich ließ die Haare schließlich wieder wachsen, bis ich der Sehnsucht zwei Jahre später erneut nachging und noch ein weiteres Mal und sogar noch ein minibisschen radikaler die Schere über meinen Kopf wandern ließ. Diesmal gab es keine Vorlage auf Papier, kein Bild, dem ich nacheiferte, sondern nur mich. Ich ging den Weg schon mal, aber 2015 ging ich ihn quasi ganz allein und ohne Anleitung. Das Ergebnis: Diesmal fühlte ich mich noch ein Stückchen wohler. Es mag ein klein wenig banal klingen, dass ein Haarschnitt Sinnbild für einen Neustart ist, aber nachdem ich es geistig fühlte, wollte ich der mutigen Frau im Spiegelbild auch entgegenlächeln. Und es war heilsam: Meine Haare sind mir zwar seither wichtig, aber sie dürfen sich mindestens so oft ausprobieren und Neues wagen, wie ich selbst. Und das darf sehr gern auch mal nach hinten losgehen – speziell dann, wenn ich mal wieder selbst zur Schere greife und mich verschneide. Mit dem fallenden Haar änderte sich aber noch etwas: Mein Stil. Er wurde lauter, fordernder und eckiger – eine Veränderung, die ich tatsächlich jetzt erst aus der Retrospektive so richtig wahrnehme und die damals ganz offensichtlich unterbewusst eingeläutet wurde.

Genau dieser Schritt ist nun also fast drei Jahre her – und heute mit 30 Jahren, habe ich wieder eine Frisur gefunden, die sich genau jetzt, genau richtig anfühlt. Natürlich jammere ich dann und wann, aber im Grunde habe ich sie lieb, diese quadratisch, praktisch gute Frisur, die ich keineswegs als langweilig erachte, noch als furchtbar wild. Sie passt ganz aktuell hervorragend zu mir. Vielleicht, weil ich einfach ein wenig angekommen bin und mittlerweile auf meine wunderbar verrückte (Haar-)Reise auf dem Weg zu mir selbst zurückblicken kann – und dabei lächle. Weil in den vergangenen acht Jahren sowieso so unwahrscheinlich viel passiert ist und ich wie ein Wirbelwind durch diese Zeit gerast bin. 

Stillstand mag ich seit dem Jahr 2013 nicht mehr, stattdessen will ich reifen, wachsen und mich weiter kennenlernen. Ich will mich nicht langweilen, sondern Dinge in die Hand nehmen, wenn sie mich beschweren. Eine Herangehensweise, die ich auch mit meinem Haarschnitt so handhabe. Denn, wenn mich etwas stört, dann ist es an der Zeit, Umstände zu ändern, um sich auch wieder wohl zu fühlen.

Haare, machen wir uns nichts vor, sind keineswegs immer allein für unseren Gemütszustand verantwortlich, aber sie können Gefühle befeuern – sowohl positiv als auch negativ. Eines sollten sie allerdings auf keinen Fall: Uns dauerhaft herunterziehen, sofern wir aufgrund von gesundheitlichen Einflüssen nicht machtlos sind. Stattdessen plädiere ich dafür, die eigene Comfort Zone zu verlassen, ihr mutig gegenüberzustehen und auf eine Reise zu gehen, die wie ein Abenteuer klingt, manchmal vielleicht unnötig, wieder ganz großartig, in jedem Fall aber ziemlich aufregend ist und uns ganz sicher weiter bringt und dabei hilft, zu uns zu finden. Ob ich jemals ankomme? Das weiß ich nicht, vielleicht will ich das auch gar nicht. Aber um diese Erkenntnis zu gewinnen, musste erst einmal ganz schön viel Haar gehen und wiederkommen. Und jeder einzelne Zentimeter hat sich gelohnt.

Eine Sache wird mir wohl aber für immer am allerwichtigsten sein: Nämlich, dass es schnell im Badezimmer gehen muss! Noch nie habe ich furchtbar viele Stunden vor dem Spiegel verbracht – und das wird sich wohl auch kaum mehr ändern. Alles, was 15 Minuten übersteigt, wird einfach so hingenommen, denn dafür ist mir meine Zeit morgens einfach zu wichtig. In all den Jahren habe ich allerdings auch festgestellt, dass mich eine feine Nebensache verdammt glücklich machen kann: Volumen! Denn so uneitel ich auch bin, wenn meine Haare wie frisch gekochte Spaghetti an meinem Kopf herunter hängen, dann greife auch ich lieber zum Hut oder knote mir einen Dutt aus dem Jahr 2012 obendrauf. Damit es soweit aber nicht kommt, bin ich mittlerweile großer Fan der Luxurious Volumen-Serie von John Frieda – denn der Mix aus Inner Power Protein-Shampoo und gelegentlicher Kur funktioniert am allerbesten bei mir. Ein kleines SOS Mittelchen darf an extra hängenden Tagen aber niemals fehlen: Die Ansatz-Booster Blow Dry Lotion, die in die hängendste Meute Power zaubert. Warum ich auf Conditioner verzichte? Zum einen, weil ich tatsächlich keine Probleme habe, meine Haare im nassen Zustand zu kämmen und zum anderen, weil ich diese rauere Struktur in meinem Haar ganz gern mag, diesen Grip, versteht ihr?

Nun, vielleicht liegt es an meinem Alter, ganz sicher aber an all den wunderbaren und auch negativen Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren gemeistert habe, dass ich heute tatsächlich vielmehr bei mir bin, statt permanent darauf zu hören, was andere von mir erwarten oder wie ich ihnen gerecht werde. Es geht um mich und ich entscheide. Nicht nur über mein Leben, sondern eben auch über meinen Kopf, mein Aussehen und mein damit oft verbundenes Wohlbefinden. 

– In freundlicher Zusammenarbeit mit John Frieda –

4 Kommentare

  1. Lena

    Wie witzig ist denn bitte diese Zeitreise? 😀 ich erinnere mich ganz genau an so manch einen Haarschnitt von dir, liebe Sarah. Es macht wirklich einfach Spaß euch zu folgen und eure Reise ein Stückchen mitzuerleben <3 danke dafür!

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  2. Lara

    Ein super schöner Beitrag! Auch ich habe so einiges durchgemacht mit meinen Haaren und möchte keine (Haar-)Phase mehr missen. 🙂 Danke für die kleine haarige Zeitreise

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  3. Lina

    Liebe Sarah,

    wenn ich doch selbst nur so mutig wäre wie du! Besonders habe ich den Pixie an dir geliebt!

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  4. Julia

    Hey Sarah,

    ich bin schon lange Fan eures Blogs, kann aber manche Kooperationen einfach nicht verstehen. Wenn man die Inhaltsstoffe dieser Produkte von John Frieda bei Codecheck überprüft, ist fast die Hälfte bedenklich bis sehr bedenklich. Man schmiert sich damit doch totales Gift auf den Kopf, egal wie schön die Haare nachher aussehen mögen.

    Liebe Grüße,
    Julia

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