Investitionen, die sich gelohnt haben: Meine Wardrobe Essentials

28.05.2021 Mode

Die Mode hat in meinem Leben einen ganz besonderen Stellenwert. Das war schon immer so, auch wenn ich erst viel später begriff, dass sie mir in schwierigeren Zeiten Ablenkungen und Träumereien bescherte. Es sind all die kleinen Realitätsfluchten, die vielen Parallelen zur Kunst, die ich so an ihr schätze, jedoch auch die unendlichen Möglichkeiten, die sie mit sich bringt. Allen voran: die Chance, sich ganz ohne Worte auszudrücken, verschiedene Zweige der eigenen Persönlichkeit widerzuspiegeln oder sich anhand von Kleidungsstücken in Selbstbewusstsein und Stärke zu hüllen. 

In den vergangenen Jahren hat sich nicht nur diese Erkenntnis in meinem Kopf gefestigt, auch ist meine Wertschätzung eine ganz andere. Ich begann, auf Fast Fashion gängiger Highstreet Stores zu verzichten und stattdessen wohlüberlegt auf besondere Einzelstücke zu sparen. Manche von ihnen verweilen bis heute auf meiner Wunschliste und werden dort wohl noch lange bleiben, andere fand ich auf Secondhand- und Vintage-Plattformen oder in Outlets, die liegen gebliebene Stücke vergangener Saisons verkaufen — statt kurzlebigen Trends zu verfallen, versuche ich, mich auf meinen eigenen Geschmack zu konzentrieren. Vor jedem Kauf überlege ich deshalb, ob ein Kleidungsstück tatsächlich zu meiner restlichen Garderobe passt, wie oft ich es tragen könnte und würde und ob es nicht vielleicht doch bloß ein kurzweiliges Vergnügen wäre. Weil ich mittlerweile ziemlich genau weiß, was ich mag (und was nicht), funktioniert es für mich auf diese Weise ziemlich gut und ich freue mich tatsächlich jedes Mal, wenn ich meine Kleidung trage oder sie bloß am Bügel betrachte. Während ich meinen gesamten Kleiderschrankinhalt sehr gerne mag, gibt es natürlich auch einige Stücke, zu denen ich besonders oft greife. Sie bilden meinen Grundstock, sind also sozusagen meine Wardrobe Essentials — elf dieser Investitionen, die sich für mich gelohnt haben, teile ich heute mit euch: 


Hose von Helmut Lang

1. Eine locker geschnittene Lederhose

Das schöne Stück von Helmut Lang fand ich einst bei The Outnet, was letztlich auch dazu führte, dass ich meine Suche nach einer weit geschnittenen Lederhose endlich beenden konnte. Wer sich, wie ich, nicht mit sonderlich viel Farbe kleidet, legt den Fokus irgendwann auf verschiedene Materialien und Silhouetten — Leder war schon immer eine Komponente, die ich gerne mochte und wohl eines der Elemente, das sich seit meiner Jugend durch meine Garderobe zieht. Bei Helmut Lang selbst sah man die Lederhose bereits in den 90er Jahren auf den Laufstegen, meist zum Pullover, T-Shirt oder Hemd in zurückhaltenden Farben und simplen Silhouetten. So oder so ähnlich trage ich mein Exemplar auch am liebsten, meist werfe ich mir einen Blazer oder einen Trenchcoat über oder paare die Hose mit einem semi-transparenten Kleid.

Top von Sandy Liang

2. Ein (Leder-) Top fürs Layering

Ein kleiner Spontankauf ist heute tatsächlich auch dabei, auch wenn er sich schon längst als eines meiner Lieblingsstücke bewährt hat: Das Ledertop, das am Rücken durch eine Gürtelschnalle geschlossen wird, fand ich in einem Online-Outlet, verliebte mich innerhalb weniger Sekunden und plante bereits gedanklich jegliche Outfits. Wer Layering ebenfalls so gerne mag wie ich, findet in solchen Kleidungsstücken wunderbare Abwechslung und jede Menge Kombinationsmöglichkeiten, um der eigenen Garderobe ein wenig Variation zu verleihen. Am häufigsten trage ich es über Hemden oder Longsleeves, auch wenn ich der Meinung bin, dass es eigentlich zu allem passt.

3. Ein klassisches, weißes Hemd

Im vergangenen Jahr hätte ich jeden Tag ein weißes Hemd tragen können — und vermutlich habe ich das sogar getan. Meist variiere ich zwischen zwei unterschiedlichen Modellen, die ich an warmen Tagen oftmals auch als Jackenersatz nutze. Mein Favorit ist jedoch dieses Exemplar von Acne Studios, das einen taillierten Schnitt samt kontrastierenden Ballonärmeln besitzt. Der Baumwollstoff ist fest und etwas dicker, wodurch das Hemd ausreichend blickdicht ist. Besonders gerne trage ich es unter meiner Weste oder meinem Ledertop, damit die Ärmeln etwas stärker im Fokus stehen und nicht unter langen Jackenärmeln verschwinden.

Hose von MCQ

4. Eine schwarze Hose mit weitem Bein

Es gibt Stücke, die hätte ich gerne fünf Mal in verschiedenen Farben in meinem Kleiderschrank hängen. Diese Stoffhose zählt in jedem Fall dazu, denn sie hat nicht nur die perfekte Länge, sondern auch einen großartigen Schnitt. Durch den dünneren Stoff fällt sie außerdem sehr fließend nach unten, statt in großen Falten abzustehen. Obendrein ist sie wahnsinnig bequem, selbst dann, wenn ich sie den gesamten Tag lang trage. An manchen Tagen suche ich, getrieben von Hoffnung und Naivität, nach ein und demselben Modell, um eine Reserve für die Ewigkeit zu besitzen — bisher war die Suche allerdings leider noch nicht erfolgreich.

5. Eine Anzugweste 

Dass Anzugwesten überhaupt je auf meine Wunschliste finden würden, habe ich vermutlich einem Outfit-Post von Kailee McKenzie zu verdanken: Vor gut zwei Jahren trug sie ein schwarzes Exemplar über einem weißen Hemd und eröffnete so auch meiner Garderobe — zumindest rein theoretisch — völlig neue Kombinationsmöglichkeiten. Bis ich die richtige Weste für mich fand, verging noch eine ganze Weile, das schöne Stück samt Racer-Back-Detail und mittlerer Länge fand ich schließlich secondhand. Mittlerweile trage ich die Weste zu so ziemlich allem, das mein Kleiderschrank hergibt, am liebsten aber tatsächlich einfach über ein weißes Hemd, ganz so, wie es auf meinem früheren Inspirationsbild zu sehen war.

Weste von Ann Demeulemeester

Trenchcoat von Junya Watanabe

6. Ein klassischer, langer Trenchcoat

Obwohl ich mich gerne oft und lange mit meiner Kleidung auseinandersetze, widme ich mich dem Prozess des Anziehens selbst am liebsten so wenig wie möglich. Ein langer Trenchcoat hat den Vorteil, dass man in wenigen Schritten ziemlich angezogen aussieht, auch wenn man unter dem Mantel vielleicht bloß ein weißes Shirt trägt. Träumte ich früher noch von einem Burberry-Trench, fiel meine endgültige Wahl schließlich doch auf ein weit geschnittenes Modell von Junya Watanabe — mit viel Glück finden sich auf den Secondhand- und Vintage-Plattformen dieser Welt eben doch so einige wahre Schätze (teils ungetragen oder aber sehr neuwertig). Meine Highlights sind neben der lockeren Silhouette der besonders lange Schnitt sowie die Schnallen-Details an den ausgestellten Ärmeln. Weil das Design sonst jedoch eher simpel gehalten ist (und ich mich an Trenchcoats noch nie sattsehen konnte), weiß ich bereits jetzt, dass ich den Mantel auf ewig hüten werde.

Schuhe von Eytys

7. Ein besonderes Paar Schuhe für alle Gelegenheiten

In der Vergangenheit schmachtete ich bunte Schuhe an oder liebäugelte mit transparenten Designs und fand letztlich doch stets zu schwarzen Modellen zurück. Meine ungeschlagene Nummer eins stammt aus dem Hause Eytys und verkörpert den Begriff „Quadratlatschen“ dank der eckigen Zehenpartie erstaunlich gut. Trotzdem — oder gerade deshalb — kann ich mich nicht an ihnen sattsehen und freue mich jedes Mal, wenn ich sie vom Regal hole. Ich finde ja, dass so ein Schuhpaar das gesamte Outfit verändern kann, weshalb ich meine Lack-Loafer auch liebend gerne zum klassischen Maxikleid trage.

Maxikleid von Totême

8. Ein simples Maxikleid

Jedes Mal, wenn ich ein Kleid trage, frage ich mich, warum ich überhaupt noch Hosen besitze. Immerhin sind Kleider oftmals nicht nur wesentlich bequemer, auch sind sie wahnsinnig unkompliziert und gehen sogar bereits als eigenständiges Outfit durch. Meine Favoriten sind lang, simpel und gerade geschnitten, eine leichte A-Linie mag ich außerdem auch sehr gerne. Ganz oben auf meiner Liste steht jedoch ein weißes Leinen-Modell von Totême, das ich bereits in diesem Instagram Post in vier verschiedenen Varianten gestylt habe. Wirklich lange Kleider, die nicht aus einem Jersey-Stoff gefertigt sind, sind zuweilen schwieriger zu finden, als man glaubt, meine Kleider hüte ich deshalb wie kleine Schätze.

9. Ein Schmuckstück, das ich nicht mehr ablegen möchte

Auch wenn ich schönen Schmuck zu schätzen weiß, habe ich selbst noch nie wirklich viele Stücke besessen. Ab und zu trug ich filigrane, goldfarbene Ketten samt Anhänger, selten sogar mal Clip-Ohrringe. So wirklich nach mir fühlte sich die Auswahl selten an, bis ich dann eben auf dieses wunderschöne Schmuckstück von Chopova Lowena stieß. Weil die Upcycling-Ketten aus Deadstock- und Vintage-Materialien gefertigt werden, gibt es meist nur wenige Exemplare oder auch mal ausgewählte Einzelstücke. Die Grundbasis der Metallkette ist jedoch immer gleich, die Anhänger selbst variieren, können jedoch auch ganz nach Belieben abgenommen oder ausgetauscht werden. Wenn ich meine Kette nicht gerade um den Hals trage, nutze ich sie als Armband, weshalb es so gut wie keinen Tag gibt, an dem ich nicht zu ihr greife.

Kette von Chopova Lowena

Blazer von Maison Margiela

10. Ein weit geschnittener, schwarzer Blazer 

Mein weit geschnittener, schwarzer Blazer war ein wahrer Glücksfund (eine lange Suche, Geduld und ein Gutscheincode halfen) und ich trage ihn wirklich jede Woche, was nicht zuletzt an seiner Vielfältigkeit liegt. Meist kombiniere ich ihn zur schwarzen Hose oder zum Maxikleid, doch auch zum Rock und zur Jeans mag ich ihn sehr gerne. Neben der weiten Silhouette zählen die betont breiten Schultern zu meinen liebsten Features, denn sie lösen bei jedem Tragen ein gutes Gefühl samt mehr Selbstbewusstsein in mir aus. Für weitere Inspirationen und Kombinationsmöglichkeiten empfehle ich übrigens die Margiela-Kollektionen der 90er und 00er Jahre, Helmut Lang SS18, jegliche Tibi-Kollektionen sowie (natürlich) Phoebe Philos Céline.

Tasche von Medea

11. Eine kleine Tasche, in die das Nötigste passt

Es gab eine Zeit, in der beäugte ich Taschen in Mini-Größe kritisch aus der Ferne, bis ich irgendwann selbst eines austesten durfte und verstand: Die machen ja tatsächlich Sinn — zumindest, wenn sie nicht gerade in Teebeutelgröße daherkommen. Mein absolutes Lieblingsstück ist nicht nur mein Favorit in der Kategorie „Mini“, auch ist es die Tasche, zu der ich am häufigsten greife. Gerade so finden Handy, Schlüssel, Taschentuch und Portemonnaie Platz, was mich letztlich ebenfalls davon abhält, zu viel Unsinn mit mir herumzutragen. Damit die Farbe und auch das Material möglichst geschont werden, halte ich mich an die von mir selbst auferlegte „niemals-auf-den-Boden-stellen“-Regel und fahre damit bisher sehr gut.

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