Life Lately // Eure 14 Fragen, meine 14 Antworten

09.11.2021 Wir

Auf Instagram habe ich euch in der vergangenen Woche gebeten, mir mal wieder einen Schwung Fragen zu schicken, dich euch interessieren und auf der Seele brennen. Manchmal habe ich nämlich nicht nur sehr wohl das Gefühl, euch schon fast alles von mir erzählt zu haben, ich finde meinen Alltag auch schlicht und ergreifend so stinknormal, dass mir dann und wann gar nicht in den Sinn kommt, welche Fragezeichen die kleinen, gezeigten Ausschnitte meines Lebens überhaupt aufwerfen. Umso schöner also, wenn wir mal wieder in einen kleinen Dialog treten – so wie schon im April dieses Jahres.

Das macht mir nämlich nicht nur irre Spaß, es fühlt sich auch ganz wunderbar nah an. So here we go again: Eure Fragen, meine Antworten!

Wie bekommt man so eine Wohnung? Habt ihr gekauft oder gemietet?

Ich möchte ganz kurz ausholen: Als selbstständig Arbeitende und auch als älter werdende Person beschäftigt man sich irgendwann mit dem Thema „Altersvorsorge“. Entweder, man schiebt es also erfolgreich vor sich her oder die Idee brennt sich ein und eine Art Lösung muss ran. Da ich nach wie vor nicht die Frau bin, die ihr Erspartes Geld in Risiko-Papiere steckt, war irgendwann schnell klar, dass ich mich einer solideren Altersvorsorge widmen möchte: Der Eigentumswohnung. Manche von euch wissen außerdem, dass mein Papa vor wenigen Jahren im früheren Alter verstorben ist und mir einen Anteil seines Ersparten vermachte. Ein Privileg, für mich eben auch eine Bürde, die immer einen faden Beigeschmack hatte. Und trotzdem: Ich wollte meinen Erbanteil einfach nicht verplempern, sondern etwas machen, was er ganz bestimmt gut gefunden hätte, etwas, dass in seinem Sinne gewesen wäre. Also sah ich es immer als kleinen Anteil meiner Altersvorsorge an – und somit in Summe mit meinen Ersparnissen als Anzahlung für eine Eigentumswohnung. Vier Jahre lang hielt ich mal mehr, mal weniger aktiv die Augen offen, kontaktierte erfolglos Makler und wurde schließlich ganz urplötzlich auf Immobilienscout fündig. Solche verrückten Geschichten gibt es wirklich! Wir haben uns dann als „am wenigsten solventestes Paar“ (Aussage des Vorbesitzers) gegen 40 andere Bewerber*innen durchgesetzt. Und das, obwohl eine Bewerberin sogar eine sechsstellige Summe auf den Kaufpreis drauflegen wollte. Wir hatten so richtig viel Glück und ich muss mich noch immer kneifen, dass dieser Traum, mein Traum, in Erfüllung gegangen ist. Diese Wohnung ist für uns perfekt, obwohl sie wahrlich sicher nicht für jede*n perfekt wäre, und ein Wahnsinnsprivileg, das ich jeden Tag zu schätzen weiß. 

 
 
 
 
 
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Warum ich euch das erzähle, bevor ich konkreter auf die Frage eingehen will: weil ich nicht das Bild vermitteln will, dass man nur hart genug arbeiten muss, um Dinge zu erreichen, sondern ich eben sehr wohl längst weiß, dass eine individuelle Geschichte, ein kapitalistisches System und eine Bevorteilung dahinter steckt. Und genau dessen will ich mir bewusst sein. Wie man also so eine Wohnung bekommt? Auf jeden Fall natürlich mit dem nötigen Kleingeld, aber auch mit ganz viel Glück und mit zig verschiedenen anderen Faktoren, die hier einfach gepasst haben. Das Vorbesitzerpaar und wir, das fühlte sich an wie Liebe auf den ersten Blick, und vielleicht hat das am Ende eben auch dazu geführt, dass wir uns gegen so viele andere, tolle und durchaus „solventere“ Menschen durchsetzen konnten und die Möglichkeit zum Privatkauf bekommen hatten. Ich kann nur mutmaßen und es bis heute selbst noch immer nicht glauben. 

Ich kann euch allerdings nur empfehlen, mal einen Termin bei eurer Bank zu machen und ein Beratungsgespräch anzustoßen, um auszuloten, was geht und was nicht. Manchmal, so wie bei uns, stellt man nämlich fest: „Huch, das geht ja doch!“. Kreditbereitschaft, Eigenkapital (und wenn auch nur ein wenig) und die Lust auf ein bisschen bürokratischen Wahnsinn können hier zu etwas führen, das sich lohnt. Wie bei uns: Wir zahlen heute weniger monatlich, als noch in Zeiten, in denen wir gemietet haben. Nun gut: Wir sind hochverschuldtet, das möchte ich natürlich nicht klein reden. Sich bei der Bank zu informieren, das lohnt sich trotzdem und kann Dinge in seinem eigenen Kopf in Bewegung setzen, die wir anfangs vielleicht nie und nimmer erdacht haben.

 
 
 
 
 
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Was beschäftigt dich gerade?

Uff, wo soll ich anfangen? Ich glaube, am meisten beschäftigt mich diese Pandemie in Bezug auf unsere Kinder, auf das Risiko, welchem sie als ungeschützte Menschen ausgesetzt sind. Und immer dann, wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin und wieder eine Maske unter einer blöden Nase klebt, dann werde ich so wütend und sauer und schäume und schnaube und kann es einfach nicht verstehen, wie man so unsolidarisch und doof sein kann. So respektlos Mitmenschen gegenüber und so ignorant noch dazu. Schon klar: Die Maske ist nicht DIE Lösung für alles, aber sie ist wohl der kleinste Mindestbeitrag, für den wir sorgen können, oder nicht? Und dann denke ich auch schon an unsere KiTa und an den nahenden Streik, weil der Arbeitgeber, die AWO, die Erzieher*innen untertariflich bezahlt. Und ich stürze mich rein, schreibe verantwortlichen Abgeordneten und der Geschäftsführung E-Mails und via Social Media und bin im Kontakt mit der KiTa-Leitung und erfahre, dass es doch wieder irgendwie an der Politik hängt, dass private Träger wie die AWO vom Staat bzw. vom Land Berlin weniger Bezuschussungen erhalten und bin einfach ein weiteres Mal fassungslos und könnte mich verzweifelt auf den Boden werfen. Weil ich so viel verstehe und so vieles einfach nicht. Und das macht mich wieder so wütend. 

 
 
 
 
 
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Außerdem denke ich viel über Vereinbarkeit von Job und Familie nach und habe großen Respekt vor den Tagen, die kommen. Vor dem Weihnachtsgeschäft und Betreuungsausfall, vor Quarantänen und Krankheiten. Und manchmal frage ich mich: Wie macht ihr das alle und warum bin ich eigentlich immer die Letzte, die ihr Kind aus der KiTa und aus dem Hort abholt. Ja, wie macht ihr das nur?

Wie siehst du die Zukunft von Blogs & Instagram? Und hast du Angst „raus zu wachsen“?

Wenn ich ehrlich bin, dann frage ich mich schon so lange, wann ich wohl daraus wachsen werden. Wann es peinlich wird, Outfitbilder von sich zu machen und ob der Tag kommen wird, an dem ich es merke. Ein paar Stunden FB/Instagram-Ausfall dürften eigentlich gezeigt haben, dass man sich nicht auf externe Plattformen verlassen sollte, um das eigene Standbein aufzubauen, allerdings glaube ich auch nicht, dass die Social Media Plattformen, die wir heute nutzen, so schnell gehen werden. Facebook, zum Beispiel, wird seit zig Jahren für tot erklärt, aber ein nicht unerheblicher Haufen von euch tollen Leser*innen kommt noch immer täglich von dieser Plattform. Da staunt ihr, was?

 
 
 
 
 
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Ich bin jedenfalls felsenfest von einer erfolgreichen Zukunft für Social Media überzeugt. Menschen sind, und nach den zig Lockdowns noch mehr, mit Geist und Muße im Internet angekommen und haben vieles, was vorher physisch stattfand, gänzlich in dieses Internet verlegt. Und daher könnten Blogs und auch Online Magazine noch mal einen Aufwind erleben, bloß schreibt kaum noch jemand digitale Tagebücher. So würde ich mir voll und ganz wünschen, dass wieder mehr persönliche Blogs online gehen und dass wir ein Stück an die Anfänge dieser Ära anknüpfen würden, an lange Texte und tolle Ideen – auch von Menschen über 35 Jahren. Bloß fehlt den Meisten schlicht und ergreifend die Zeit, um unbezahlten Hobbies wie diesen nachzugehen. Denn die werden bei all der virtuellen Zeitvertrödelei, verständlicherweise, lieber offline gelebt. 

Aber auch ich habe oft Gedanken, „rauszuwachsen“, frage mich, welche Medien ich noch alle bedienen „muss“ und soll und auch, ob ich das alles will. Will ich tiktok machen? Gegenwärtig nicht. Muss ich tiktok bedienen? Jap, wahrscheinlich schon. Vielleicht fühle ich es morgen, auch wenn es heute noch nicht den Anschein macht. Vielleicht werde ich noch Reel-Spezialistin oder eröffne 20 Jahre zu spät meinen YouTube-Kanal. Wir werden es sehen! Offen bleiben hilft auf jeden Fall enorm. 

Welche Schuhe kombiniert man zu flared Jeans?

Eine wirklich unbefriedigende Antwort folgt: Alle. Magst du es klobiger, dann wähle brockige Schuhe (Chunky Boots) mit Plateau, dicke Gummistiefel oder Dr. Martens. Magst du es zarter, könnten schlankere Stiefeletten was für dich sein. Willst du einen 70s-Einschlag, der vor allem bequem ist? Versuchs mal mit Chucks oder Nike Cortez oder adidas Superstars. Im Sommer: Sandalen, Schlappen oder einfach barfuß. 

Es ist also immer eher die Frage, in welche Richtung „DU“ willst. Es gibt keine Regeln, niemals und nirgendwo in der Mode. Wer was anderes sagt, der lügt oder sollte dringlichst seinen Horizont erweitern. Ich, zum Beispiel, mag es heute so und morgen so und würde einen Teufel tun, mich festzulegen!

Kommt bald eine Einrichtungstour? Und woher ist eigentlich dein Couchtisch?

JA! Zwar ist die Wohnung noch immer nicht fertig, aber ein erster Teil kommt ganz bald. Dafür war die bezaubernde Jules von Herz & Blut und ihre Schwester Maria bei mir, um nicht nur meine Wohnung festzuhalten, sondern mir auch ein paar Fragen zu stellen. 

 
 
 
 
 
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Mein Glastisch ist übrigens Second Hand und ich habe leider gar keine Hersteller-Angaben. Ich habe ihn über Instagram bei einer Bekannten gekauft und bin immer noch irre glücklich über den Fund!

Auf welches Design-Interior-Stück sparst du?

Ich wollte erst schreiben, dass ich wirklich und wahrhaftig wunschlos glücklich bin. Und das bin ich auch, wirklich wahr. Aber wenn ich es mir recht überlege, dann denke ich gerade schon ziemlich intensiv über Klassiker nach: Über ein orangefarbenes/weißes USM Haller für den Flur, zum Beispiel, um das Schuhchaos und die Jackenflut von vier Menschen zu bändigen. Oder über ein Montana-Regal für das Wohnzimmer, um etwas Ruhe in den Laden zu bringen. Ach, das wäre schon schön. Von einem Fritz Hansen Drehstuhl für den Schreibtisch träum‘ ich außerdem,von maßgeschneiderten Badschränken noch dazu. Bei genauerem Überlegen fällt mir also eine Menge ein, aber nichts ist es wert, sich weiter zu verschulden. 

Und dann ist es aber vor allem die Arbeit eines Schreiners/einer Schreinerin, die ich eigentlich ganz dringend bräuchte, um einen besagten Einbauchschrank im Bad zu bauen, aus einem alten Türdurchgang einen Jackenschrank zu zaubern oder unser Heizungslüftungsding in der Küche zu lösen. Vielleicht ist letzteres also am allerwichtigsten. Vielleicht müssen aber auch erst einmal überall Fußleisten in die Wohnung und Türen und Fenster lackiert werden. Ach, es gibt so viele Baustellen hier. 

Familienküche: Was gibt es bei euch abends unter der Woche zu essen?

Meistens decken wir den Tisch für eine klassische Brotzeit, wenn ich meine Tochter aber so richtig glücklich machen will, dann gibt es Brokkolicremesuppe mit Croutons und Kartoffelstückchen oder eine Kartoffelsuppe. Als Vegetarierin habe ich übrigens meine große Vorliebe für rote Linsen entdeckt und mache so ziemlich jedes zweite Gericht mit dieser Art von Hackverschleißersatz. Ich bin kein großer Tofu-, Soja oder Seitan-Mensch, zumindest nicht, wenn ich selber daheim koche, aber durch Linsen hole ich mir die Portion „Ersatz“ ganz gut. Mein Einstiegsrezept kam damals übrigens von den tollen Menschen von Krautkopf: Vegetarische Bolo mit Cannelloni (geht auch mit dünnen Crepes) wird hier noch immer regelmäßig gekocht. Oder eben dieses.

 
 
 
 
 
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Wird es mal wieder eine Podcastfolge geben?

Ich glaube, es gibt keine Frage, die häufiger gestellt wird und wir haben das natürlich nach wie vor auf dem Schirm – und doch kommt uns immer etwas dazwischen. Vielleicht, weil wir uns heute mehr auf eine Podcastfolge vorbereiten möchten, als noch ganz zu Anfang und uns deswegen die Zeit immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht? Vielleicht, weil uns irgendetwas hemmt, weil heute gefühlt jede*r einen Podcast aufnimmt? Ich weiß es selbst nicht so genau. Aber ich bin mir sicher, dass er irgendwann wiederkommt!

 
 
 
 
 
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Hast du Tipps für den Alltag mit Kids?

Eine gute Balance aus eigenen Bedürfnissen und denen der Kinder finden, würde ich behaupten. Zumindest klappt es mit dem Anspruch bei uns ganz gut. Bei uns ist kein Nachmittag wie der andere, weil wir ihn gar nicht so sehr planen, sondern passieren lassen: Draußen oder drinnen. Meine Tochter verbringt ihre Nachmittage schon immer zu gern mit sich selbst, mittlerweile aber auch mit regelmäßigen Nachmittagsdates und Programm: Zirkus und Schwimmen stehen aktuell auf ihrem Plan, Blockflöte lernen soll das nächste Ding werden. Währenddessen ist mein kleiner Sohn nach der KiTa gerade tatsächlich einfach richtig platt wie eine Flunder, braucht viele Kuscheleinheiten und Gemächlichkeit. Mir ist eine gute Balance immer sehr wichtig: In die Natur gehen oder Spiele zu Hause spielen. Dinge planen und andere wieder passieren lassen. Unsere Alltage sind alle so stressig, anstrengend und teils eben auch belastend: Da sollten wir Druck nicht auch noch in die Zeit mit unseren Kindern stecken. 

 
 
 
 
 
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Um ganz praktisch zu antworten: Gemeinsam kochen, basteln, Spielplätze einnehmen, Freund*innendates ausmachen, Pizza essen, gemeinsam kochen, Kuchen holen oder backen, Tage verlümmeln und wieder andere mit Natur und Fahrradfahren füllen. Aber am wichtigsten: Ganz so, wie ihr und eure Kinder es fühlen!

Wie bekommst du deine Arbeit und die Familie unter einen Hut?

Das frage ich mich auch manchmal und oft bin ich am Ende eines Tages wirklich kein bisschen befriedigt, wenn ich auf meine letzten Stunden schaue. Kurzum: manchmal gar nicht. Wenn aber doch dann grundsätzlich nur, weil mein Partner und ich die Kinderbetreuung 50/50 aufteilen – anders würde ich das weder wollen, noch schaffen. Meine Arbeit und seine Arbeit sind gleich wichtig und es ist uns auch beiden ein großes Anliegen, zu gleichen Teilen Zeit mit den Kindern zu verbringen. Hin und wieder springt der oder die eine ein, wenn der oder die andere gerade mehr Zeit im Job braucht, aber das wird eigentlich auch ziemlich gut ausgeglichen. Aber natürlich sind unsere Kinder auch in Betreuung: Die Große geht seit diesem Sommer in die Schule und anschließend in den Hort und der Kleine spielt mit seinen Buddies in der Krippe. Aber nicht vergessen: Ich bekomme all das nur mehr oder weniger unter einen Hut, weil ich nicht allein bin. Und selbst das reicht manchmal nicht. 

 
 
 
 
 
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Thema Ehe: Bist du verheiratet? Wenn nein, warum nicht?

Ich bin tatsächlich nicht verheiratet, aber in diesem November unglaubliche elf Jahre mit meinem Freund zusammen. Manchmal glaube ich, wir haben den Zeitpunkt verpasst, zu heiraten. Dieses Kribbeln im Bauch, Ja zu sagen, versteht ihr, was ich meine? Dann wieder denke ich daran, es vielleicht Ende 40 zu tun, damit die Kinder unsere Hochzeit auch voll und ganz miterleben, sollten wir dann noch ein Paar sein. Wieder ein anderes Mal glaube ich, dass ich vielleicht einfach zu rational bin und eine Hochzeit mir viel zu ernst ist. Außerdem habe ich gerade gar nicht das Bedürfnis, etwas an unserer Beziehung zu ändern, weil die, auch durch äußere Einflüsse, ja eh schon permanenten Veränderungen ausgesetzt ist. Ich brauche keine Ehe, um zu fühlen und zu wissen, dass wir ein grandios gutes Team sind, ich diesen Menschen sehr liebe und auch nach all den Jahren noch ganz schön verliebt in ihn bin. Vielleicht kommt der Tag aber irgendwann, wer weiß das schon. Eines aber weiß ich: Wenn ich es fühle, dann mach ich ihm einfach einen Antrag. Und behalte meinen Nachnamen!

 
 
 
 
 
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Hast du Feierabend?

Früher sehr selten, heute immer öfter. Vor allem das Wochenende ist mir sehr heilig, auch wenn ich den Kopf an Samstagen und Sonntagen nicht ganz von der Arbeit abschalten kann und hin und wieder einfach „nebenbei“ Dinge erledige. Ich finde es mittlerweile aber auch wenig erstrebenswert, keinen Feierabend zu haben und würde mir wünschen, dass unsere Gesellschaft das zunehmend auch so sieht und sich nicht mehr so viel über die Arbeit, sondern vor allem über sich selbst definiert. In Kopenhagen machen die meisten Menschen beispielsweise gegen 17 Uhr Feierabend, wie mir zu Ohren kam. Das wünsche ich mir sehr für mich, denn es eröffnet so viel mehr Möglichkeiten als bei uns. 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Sarah Gottschalk | Jane Wayne (@sarah_jane)

Ist digitale Mode für dich von Bedeutung?

Zur Einordnung: Die Rede ist von Mode, die es wirklich nur digital gibt. Kleidung, die nur von unseren digitalen Versionen getragen werden kann, die nur digital präsentiert und nicht im klassischen Sinn „produziert“ wird. 

Für mich spielt digitale Mode aktuell noch keine Rolle, das mag aber auch mit meinem eingefahrenen Nutzungsverhalten im WWW einhergehen. Ich erlebe das Internet nicht mit einer Art Avatar, spiele keine Online Spiele, halte mich nicht in virtuellen Welten auf. Aber ich finde die Idee sehr spannend und kann mir eine Zukunft von digitaler Mode sehr gut vorstellen. Die immer wieder gewünschte Unterscheidung von uns als virtuelles und physisches Ich spielt hier sicher eine große Rolle und könnte durchbrochen werden – ich jedenfalls ziehe hier gar keine allzu strikte Grenze mehr. Ich bin ich: digital und analog. Warum sollte ich Mode nicht also auch anders begegnen dürfen? Ich schaue mir die meisten Kleidungsstücke schließlich auch nur noch digital an, ohne sie jemals im „echten Leben“ zu tragen, gar zu besitzen. Kurzum: Gegenwärtig nicht, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Bedeutung wächst.

 
 
 
 
 
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Was ist aus eurer App geworden?

Unsere App, oh ja, oh man. Ein kolossales Mammutprojekt, an dem immer noch gearbeitet wird, aktuell aber nicht aktiv mit uns. Das bedeutet nicht, dass wir raus sind, allerdings ist unser Aufgabenbereich aktuell wieder eingefroren, weil noch immer an der komplexen Architektur der App gefeilt wird. Wir haben damals nie so richtig mit der Sprache rausgerückt, weil wir es spannend machen wollten, aber diese App sollte unser Shopping-Verhalten vereinfachen, uns den perfekten Überblick über sämtliche Labels geben, damit wir Neuankünfte unserer Lieblingsbrands nie wieder verpassen. Was damals ein absolutes Novum war (und heute in der Form übrigens immer noch) musste in vielen, sehr langwierigen Prozessen sämtlichen Partner*innen erklärt und vorgestellt werden. Wir waren zwei Jahren, neben Jane Wayne, gefühlt non-stop mit dem Aufbau entwickelt, dann pausierten wir kurz, legten wieder volle Pulle los. Irgendwann ging allen von uns, außer dem Entwickler, die Puste aus und wir mussten erneut pausieren. Aber tatsächlich wird wieder daran gearbeitet und gefeilt. Ob und wann es irgendwann so weit sein wird, lasse ich euch natürlich als erstes wissen. Eine intensiv-schöne Zeit war das, in der wir viel gelernt haben. Vor allem, dass wir kein klassisches Start-up mit Business Angels und Co sein wollen.

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Sarah Gottschalk | Jane Wayne (@sarah_jane)

Collagen-Hintergrund: Jee Won Park

4 Kommentare

  1. Nele

    Hallo liebe Sarah, während ich die Fragen durchgelesen habe, habe ich innerlich schon gehofft das noch die Frage nach eurem Podcast aufkommen wird. Auch ich bin eine, die ihn sehr vermisst. Und dazu wollte ich sagen: ihr müsst die nächste Folge gar nicht groß vorbereiten, ich glaube mich (und viele andere) würde es einfach riesig freuen euch beim spontanen Plaudern zuzuhören. Genau das Gefühl habt ihr bei eurem Podcast früher immer transportiert, dass ihr euch nicht jedes Wort zurecht legt und trotzdem so schön aus dem Leben erzählen könnt, dass es mir oft den grauen Alltagstrott sehr versüßt hat. Das soll nur eine kleine Anregung sein. Viele liebe Grüße, Nele

    Antworten
  2. franni

    Liebe Sarah, danke für deine Offenheit! Ich habe eine große Bitte: werdet gemeinsam mit uns alt 🙂 die Frage, ob outfit Bilder „irgendwann peinlich werden“, erinnert mich so unangenehm daran, dass Frauen über 40 langsam aus den Medien verschwinden oder an die Frage ob der „Minirock in dem Alter wirklich noch geht“. Ich möchte dir nicht unterstellen, dass du das gemeint hast, es rief bei mir nur die Assoziation hervor und ich würde mich echt sehr freuen, wenn ihr bis ins hohe Alter dabei bleibt, das wäre richtig toll und wichtig (natürlich nur, wenn ihr euch dabei wohl fühlt) <3

    Antworten
    1. Sarah Jane Artikelautor

      Liebe Franni, peinlich war vielleicht das falsche Wort. Für sich selbst irgendwann auch einfach mal genug. Aber du hast vollkommen Recht und ich mag deinen Einwand sehr. Dieses Berufsbild/die Medien sind definitiv geprägt von jungen Menschen. Es fehlen Ältere und Alte, absolut. Na, vielleicht überlege ich es mir noch mal und „altere“ gemeinsam mit euch, hihi. Die Vorstellung ist auf jeden Fall ganz schön <3

      Antworten

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