Facts about me: Eure 17 Fragen, meine 17 Antworten

14.06.2022 Wir

Auf Instagram habe ich euch vor ein paar Wochen mal wieder gebeten, mir erneut einen Schwung Fragen zu schicken, die euch interessieren und auf der Seele brennen. Manchmal habe ich nämlich nicht nur sehr wohl das Gefühl, euch schon fast alles von mir erzählt zu haben, ich finde meinen Alltag auch schlicht und ergreifend so stinknormal, dass mir dann und wann gar nicht in den Sinn kommt, welche Fragezeichen die kleinen, gezeigten Ausschnitte meines Lebens überhaupt aufwerfen. Umso schöner also, wenn wir mal wieder in einen kleinen Dialog treten – so wie zuletzt schon wieder im November 2021. Herrje, wo nur die Zeit bleibt.

Eure Fragen machen mir nämlich nicht nur irre Spaß, es fühlt sich auch ganz wunderbar nah an, darauf zu antworten. So here we go again: Eure gebündelten Fragen, meine Antworten!

Wie bekommst du Kind & Karriere unter einen Hut?

Meistens nicht so, wie ihr wahrscheinlich denkt und wie ich es mir am liebsten selbst vorstellen würde, da will ich ganz ehrlich sein. Theorie und Praxis arbeiten einfach nicht Hand in Hand. Aber: Wenn mal keine*r bei uns krank ist und Kind 1 in der Schule ist und Kind zwei in der KiTa steckt, dann kann es passieren, dass ich ganz schön irre produktiv bin und in die Tasten haue und peng. Oftmals ist selbst dann, wenn alles läuft, dennoch keine Energie mehr da. Und die Sache mit den leeren Akkus unterschätzen wir wohl am allermeisten. Aber die Kraft kommt so allmählich wieder, immerhin ist Otto ja auch schon 2,5 Jahre alt. Warum ich überhaupt aber alles irgendwie hinbekomme? Weil ich einen Partner habe, der sich die Kinderbetreuung, die Care Arbeit und das Leben einfach 50:50 mit mir teilt. Sonst würde es nicht gehen. Anders wollte ich es aber auch nie. So ehrlich muss ich sein. Kurzum: Nur im Team und nur dann, wenn mal wirklich alles läuft. Aber das ist selten geworden, das will ich nicht schön reden. 

 
 
 
 
 
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Was wäre dein größter Wunsch, wenn du 80 bist?

Gesund zu sein und mich noch immer lebendig zu fühlen. Die Welt und die Bedürfnisse der Gesellschaft noch immer zu sehen, zu verstehen und mit ihren Veränderungen mitzugehen. Ich wünsche mir aber auch sehr, für meine Liebsten da zu sein und lustige und schlaue Geschichte über das Leben zu erzählen, dabei vielleicht am meisten selbst zu lachen und kritisch zu bleiben. Ich wünsche mir, mit 80 Jahren noch ganz viel lernen zu können und lieben zu dürfen.

 
 
 
 
 
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Wie hälst du die Balance zwischen Kreativität und Unternehmerin sein?

In unserem Job ist Kreativität natürlich ganz eng mit wirtschaftlichem Handeln verflochten und es ist irre ratsam, immer und überall die Augen offen zu halten, zu sehen und zu verstehen und um die Dinge anders zu machen. Ich würde behaupten, manchmal mehr Unternehmerin zu sein, als kreativ arbeiten zu können: Denn Kreativität ist in meinem Kopf ganz eng mit Innovation verknüpft – und ich wage zu bezweifeln, die innovativste Person dieses Planeten zu sein. Ich glaube aber, mir würde all das nicht gelingen, wenn nicht ganz viel Ehrlichkeit und Liebe in meinem Handeln steckt: Egal ob im kreativen oder unternehmerischen. Ich mag sehr, was ich mache. Und wenn nicht, dann ändere ich es. 

Wo bekommst du deine Outfitinspiration her?

Wirklich vor allem durch Instagram und glücklicherweise wieder mehr durch das echte Leben, durch Menschen, die ich wahnsinnig schönschlau finde und die Art und Weise, wie sie an manche 08/15 Dinge mit ordentlich Charme herangehen. Ansonsten gilt für mich seit sehr langem: Geht nicht, gibt es nicht. Was immer ich mag, möchte ich umsetzen. Und wenn ich es an mir nicht mehr sehen kann, versuche ich es anders zu machen. Und diese Dynamik sorgt für Offenheit, schätze ich.

 
 
 
 
 
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Wie trennst du Privates und Arbeit: Immerhin ist deine Arbeit ja auch sehr privat? Und musst du das überhaupt? 

Es gab lange Zeit die öffentliche und die private Sarah und die Öffentliche hat Dinge anders gemacht, als die, die ihr vielleicht kennt. Aber das ist lange vorbei. Ich bin sehr gewachsen und habe meinen Weg gefunden und habe irgendwann verstanden, dass es vollkommen fein ist, wenn andere irgendwas an mir nicht mögen oder vielleicht sogar ablehnen. Das ist ok, ich mag schließlich auch nicht jeden und jede. Ich war immer sehr persönlich mit allen Geschichten, aber selten privat. Das ist heute anders, obwohl es natürlich auch hier Grenzen gibt, die vor allem Dritte in meinem Leben betreffen. Meine Arbeit ist also heute viel privater, aber ich schicke sie regelmäßiger in den Feierabend und teile nur noch kleine Ausschnitte aus meinem Wochenende.

Welche Jungennamen fandest du noch gut?

Ich konnte mich bekanntlich nicht ganz bei der Namensfindung entscheiden, weil unser zweites Kind nämlich gleich drei Namen trägt: Eliott Otto Augustin. Augustin auch irgendwie nur, weil ich kurz vor der Geburt noch einen Film mit August Diel sah und irgendwie dachte, unser Kind müsste Augustin heißen, falls er mal Schauspieler werden würde. Eliott finde ich nach wie vor irgendwie am schönsten, allerdings wird der Name mit dieser Schreibvariante immer falsch ausgesprochen. Richtig wäre Eeelijott. Aber alle sagen: Ellllijott. Darum heißt er Otto, wie mein Opa mit zweitem Namen. Ich mag diese Verbindungen zu vorherigen Herzmenschen sehr. Und kein Name könnte zu diesem Clown besser passen! Also: Alles richtig gemacht.

Auf der Liste, die mir gerade so einfällt, weil ich sie nirgends mehr finden kann, stand aber außerdem: Alvin (wollte ich unbedingt, aber mein Freund nicht!), Alfred (same), August, Jim (same) Ede, Luuk, Leif, Bela, Joni und Bruno. Da waren aber noch mehr bei. Mir fallen sie bloß einfach nicht ein.

 
 
 
 
 
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Rückblende: wie waren die letzten Jahre? 

Anstrengend und unendlich schön zugleich – und zwar privat, als auch beruflich. Unser zweites Kind kam praktisch wenige Monate vor dem ersten Lockdown und während ich wieder so richtig anfangen wollte zu arbeiten, saßen wir auf einmal zu viert in einer Bude, in dieser ungewissen Zeit mit ganz neuen Aufgaben. Ich habe mir die Zeit dabei aber auch extra anstrengend gestaltet, wollte so viel und war zweitweise wirklich echt am Ende. Gleichzeitig war aber auch so vieles wahnsinnig schön: unser Büro am Anfang und die Zeit im Team. Die neue Situation als Viererbande, der Sommer und unsere Wohnungen mit gleich zwei befreundeten Pärchen im Haus. Es war also wild, aber ich bin ganz schön froh, dass es vorbei ist. Zumindest, was manche Dinge angeht. 

Wie schaffst du es, körperlich so fit auszusehen? Ernährst du dich speziell oder verzichtest du?

Lasst euch nicht von meinen Genen täuschen: Ich bin alles andere als fit. Ich bewege mich zu wenig, ich esse oft zu ungesund und manchmal ist da so viel Stress, dass zeitlich alles nach hinten rutscht. Ich bin also wirklich und wahrhaftig niemand, der an dieser Stelle Tipps geben darf. Das sage ich und schäme mich gleichzeitig ein bisschen. Denn natürlich weiß ich, dass es besser geht. Lasst euch also nicht von schlanken Körpern täuschen: Die sind nicht gleichzeitig fit wie Turnschuhe – oft ganz im Gegenteil. Ich wäre zwar gern sportlicher, aber ich bin faul und oft zu lustlos. Ganz schlimm. Eines möchte ich trotzdem nicht: Verzichten. Dafür esse und trinke ich zu gern – eben auch Dinge, die auf keiner Ernährungstabelle stehen. 

 
 
 
 
 
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Die größte Herausforderung als Mama?

Ich weiß, ehrlicherweise, nicht, wo ich fangen soll. Spontan würde ich sagen: Mit der Energie zu haushalten und nicht zu viel nach links und rechts zu schauen. You do you! Und wenn jemand ein Problem damit hat, dann kann er dir den Buckel runter rutschen. Es ist aber auch eine Riesenherausforderung, Zeit für sich selbst einzufordern, die Sache mit dem schlechten Gewissen zu streichen und die bestehende Beziehung, die sich zwangsläufig ändert, in die neue Situation zu transferieren. Außerdem ist es eine Riesennummer, immer wieder alte Gepflogenheiten zu hinterfragen, den Umgang mit den Kindern reflektiert zu betrachten und das „macht man so“ aus seinem Kopf zu streichen. Es gibt so viele Herausforderung, die wir täglich meistern, und wenn wir Kinder haben kommen noch ein paar Berge dazu. Das kann man unmöglich klein reden. Aber meistens ist es ein Prozess und man ist im flow. Versprochen!

Warum so cool?

Haha, bin ich? Ich finde mich manchmal ganz schön uncool. Aber danke!

Was machst du mit ersten Falten, Besenreisern und Pigmentflecken? Und hast du Tipps?

Manchmal finde ich sie richtig scheiße, diese Stirnfalten und Krähenfüße um meine Augenpartie herum. Ich finde sie scheiße, weil ich doch erst „34“ bin, allerdings muss ich mich bei meinem Lebensstil wie weiter oben besprochen, auch wirklich nicht wundern. Ich habe schon so oft über Botox und Co nachgedacht und trotzdem nie gemacht. Vielleicht auch einfach, weil ich grundsätzlich ein gemütlicher Mensch bin, der diese Infrastruktur gar nicht herstellt. Vielleicht aber auch, weil so viele Menschen zunehmend gleich aussehen, dicke Lippen tragen und hohen Wangen ausführen, glatt gebügelt sind und dadurch trotzdem nicht frischer aussehen.

 
 
 
 
 
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Die meiste Zeit sind mir die Zeichen der Zeit also irgendwie egal. Ich sehe sie, die Cellulite, die Pigmentflecken, die gerissene Haut an der Brust und den Oberschenkeln, die Besenreißer, die ich schon mit 13 Jahren hatte und damals deutlich schlimmer fand und so vieles mehr. Aber ich gebe ihnen keinen großen Raum. Warum auch? Hat ja schließlich irgendwie jede*r, außer in Magazin und auf großen Accounts auf Instagram. 

Ich mag meinen Körper seit meinen Schwangerschaften tatsächlich lieber, obwohl er sich natürlich sichtbar verändert hat. Wenig ist mehr straff und prall, oder nur an manchen Stellen, aber dafür ist er perfectly fine. Ich mag ihn heute mehr, vielleicht, weil ich mich heute mehr mag – und das ist doch ganz schön, oder? 

Wo suchst du nach schönen Urlaubsunterkünften für Familienurlaube?

Ich suche und suche und suche und finde: wenig. Sollte hier jemand von euch den perfekten und unschlagbaren Tipp für schönen und gleichzeitig bezahlbaren Urlaub mit Kids haben: So meldet euch! Bei TUI suche ich jedenfalls nicht und auch sonst kriegt mich niemand mehr in einen Club-Urlaub, aber das ist meiner ganz eigenen Erfahrung geschuldet. Ich würde zu gern in ein Hotel und mich bekochen lassen, statt in der Ferienwohnung wieder einen Dienst nach dem nächsten zu schieben, aber auch in diesem Jahr wartet ein Airbnb auf mich. Diesmal aber mit einem befreundeten Pärchen. Und das wird ganz sicher super schön!

Bist du manchmal der Bemühung um Ästhetik müde?

Das kann ich eigentlich ziemlich schnell beantworten: Nein! Ich mag es gern aufgeräumt, mag es schön, liebe es in skandinavischen Ländern und gebe mir sogar die größte Mühe, beim Auftischen ein lecker aussehendes Ensemble auf den Teller zu werfen. Also nein. Nein, wirklich nicht. 

 
 
 
 
 
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In welcher Stadt, außer Berlin, würdest du gern leben und warum?

Ich habe mir diese Frage schon so oft gestellt und könnte mir wohl wirklich sehr gut vorstellen, in Kopenhagen oder Amsterdam zu leben. Dort ist es, in den meisten Teilen, so schön und so gemütlich. Gleichzeitig vertraut und irgendwie heimelig. Mein Freund und ich haben uns schon so oft gefragt, wo wir noch irgendwann leben können und ich glaube, es wird wahrscheinlich irgendwann auf einen abgeschiedenen Ort hinauslaufen, ein Bauernhaus, das wir umbauen. Ihr kennt solche romantischen Vorstellungen sicher! Fest steht aber, das wir jetzt erst einmal hier bleiben, schließlich geht unsere Tochter gerade erst zur Schule und will ganz und gar nicht entwurzelt werden. So lange hier aber immer noch so viele tolle Freund*innen wohnen, bleibe ich erst einmal ganz ohne Zweifel in Berlin.

Was bist du eigentlich für ein Sternzeichen und wie lautet dein Aszendent?

Sternzeichen Skorpion, Aszendent Jungfrau. Was sagt das jetzt über mich aus, hmm? Ich bin gespannt!

Was vermisst du an deiner Arbeit am Blog von der Zeit als ihr angefangen habt?

Wir neigen ja oft dazu, vergangenes zu romantisieren, aber ich bin sehr glücklich, dass damals damals ist und heute heute. Ihr müsst euch vorstellen, dass wir in unseren Anfängen wirklich sieben Tage die Woche bis zu acht Artikel am Tag geschrieben haben. Dass ein Tag gute 15 Stunden hatte und jedes Event mitgenommen wurde, um anschließend wieder darüber zu berichten. Neben Jane Wayne schrieben und fotografierten wir außerdem die Trendvorschau für die Einkäufer*innen der Bread & Butter (der einstigen Modemesse), Nike arbeitete für MTV und NewsforOriginalGirls und ich übernahm die Pressearbeit des Modezweigs der Universität der Künste. Außerdem schrieben wir beide für MCM. Es war viel. Soso viel und mein heutiges, älteres Ich wüsste gar nicht, wie es das überhaupt schaffen sollte. Ich weiß bis heute nicht, wie wir da zwei Kids in unsere 20er gequetscht haben, aber irgendwie funktionierte es. Eine verrückte Zeit, die ich nicht missen möchte, aber auch nicht aktiv vermisse. Schön war’s, aber heute ist es auch schön!

 
 
 
 
 
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Gefühlt beschweren sich gerade alle Mütter auf Instagram, dass sie mal ein Wochenende allein mit ihren Kindern verbringen „müssen“ und schier durchdrehen. Und irgendwas macht das mit mir. Du machst das nicht. Wieso nicht?

Hmm, erst einmal könnte ich dich natürlich fragen, warum das was mit dir macht und was der Grund dafür ist. Aber ich glaube, manchmal hilft durchatmen auch. Ich weiß sofort, was du meinst, aber: Hier geht es eben auch ein gutes Stück um Sichtbarkeit und darum, mehr Authentizität in die App zu bekommen. Die Zeiten, in denen alles nur rosarot war, wollen so wahrscheinlich durchbrochen werden. Und es wird ja auch zurecht gefeiert. Aber es ist wie immer: Wenn wir zu viel davon sehen, sind wir irgendwann genervt. Vielleicht fängst du mal an, deinen Abos auf Instagram durchzugehen und ganz radikal zu beantworten, welcher Account dir guttut und dich weiterbringt und welcher Account dir ein schlechtes Gefühl bereitet. Und dann kannst du immer noch schauen, ob du vielleicht eine ausgewogene Mischung hinbekommst. Du darfst nicht vergessen, dass Instagram ein Medium ist, das uns immer nur klitzekleine Ausschnitte aus unserem Leben zeigt und der verborgene Rest wird von uns dazu gedichtet und interpretiert. Aber wir vertun uns allzu oft dabei. Vielleicht macht es die Mischung aus einem Feel-Good-Abo und radikaler Ehrlichkeit, die dir gut tut und für ein besseres Gesamtbild sorgt?

Wieso ich das nicht mache? Oh, ich habe schon oft gemeckert und gejammert und mir Luft gemacht, aber deutlich weniger auf Instagram, weil ich mich in den kurzen Snippets viel weniger gut ausdrücken kann, als in längeren Texten. Aber ich habe schon so oft gejammert und geflucht, vor allem hier auf JaneWayne. Ich habe es aber auch gerade recht entspannt und kann mit diesen zwei Herzen ganz gut auch allein unterwegs sein. Aber frag mich das einfach auch noch mal in zwei Monaten. Da kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen!

 
 
 
 
 
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