Heute // Fashion Revolution Day
– „Who made your clothes?“

24.04.2014 um 14.13 – Allgemein Event Gesellschaft Mode

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Vor genau einem Jahr starben 1.138 Menschen bei einem Fabrikeinsturz in Dhaka, Bangladesch. 25000 Menschen wurden verletzt. Die Angestellten der achtstöckigen Textilfabrik arbeiteten dort unter anderem für Mango, Primark, Walmart und auch Inditex, den Mutterkonzern von Mode-Riesen wie Zara und Forever 21. Wie immer, wenn irgendwo eine Katastrophe geschieht und am heilen Weltbild des gut verdienenden Europäers gerüttelt wird, ging auch am 24. April 2013 ein Aufschrei durch die Medien, alle waren sie bestürzt und beschämt, Fast-Fashion-Konsumenten schworen, ihren Shopping-Pegel zu drosseln und Verfechter der 5-Euro-Shirts gerieten ins Wanken. Seltsam eigentlich, denn im Grunde sollte jeder denkende Mensch schon vorher auf den Trichter gekommen sein, dass sich vor allem Billigprodukte nur schwer mit fairen Arbeitsbedingungen vereinbaren lassen. Aber Verdrängung bleibt wohl eines der größten Talente des Menschen. 

Genau deshalb soll der internationale „Fashion Revolution Day“ ab sofort weiter wachrütteln und uns immer wieder daran erinnern, dass es NICHT egal ist, wer unsere Kleidung herstellt. In diesem Jahr lautet das Motto deshalb „Who made your clothes?“. 
Fashion Revolution Day
Mitmachen geht wie folgt: Einfach die Kleidung, die ihr gerade tragt, auf Links drehen, das Label fotografieren und via Instagram posten. Nicht vergessen: #InsideOut und @Fash_Rev.

Bisher haben bereits über 60.000 User mitgemacht. Jeder einzelne Teilnehmer trägt dazu bei, gegen die Gleichgültigkeit zu kämpfen, denn ein Zeichen zu setzen, gegen den kopflosen Konsum und dafür, dass sich etwas ändern muss, und sei es noch so klein, ist immer besser als Nichtstun. 

Fashion Revolution Day

Auch gut: Direkt bei den Herstellern nachfragen und Facebook oder Twitter schwemmen. Einfach ein Foto des Shirts, des Pullis oder eben auch der Hose über einen beliebigen Social Media Kanal an die jeweilige Marke schicken und das Ganze ebenfalls mit „Who Made Your Clothes?“, dem Hashtag #InsideOut und @Fash_Rev spicken.

who made your clothes
Mehr Informationen, Videos, Interviews und Beiträge zum Thema findet ihr auf Fashionrevolution.org oder auf der deutschen Facebookseite.

Besonders zu empfehlen ist übrigens der Artikel vom Dazed Magazine

Wer für die Rana Plaza-Opfer spenden möchte, kann das hier tun.

11 Kommentare

  1. Angelika

    Sorry, aber ich verstehe solche Artikel nicht, wenn ihr gleichzeitig Werbung für H&M macht. Und dann kommen immer diese Ausreden, dass die Kollektionen von solchen Marken ja so schön wären und man dann auch mal schwach wird.
    Ich finde es wichtig Stellung zu beziehen und dann auch den Standpunkt zu vertreten und nicht sofort wieder schwach werden, nur weils mal ein total schönes Teil bei solch Marken gibt.

    Antworten
    1. Nike Jane Artikelautor

      Liebe Angelika,
      natürlich kommt kein Mensch dazu, all unsere Artikel zu lesen, aber wenn du bei uns nach Artikeln zum Thema suchst, wirst du vielfach fündig. Liest du dann auch noch alles, verstehst du Artikel wie diese vielleicht etwas besser.
      Liebe Grüße
      Nike

      Antworten
      1. Angelika

        Liebe Nike,

        ich habe eure Artikel sehr wohl verstanden. Ich habe auch schon mehrere Artike zu diesem Thema von euch gelesen. Was ich nicht verstehe ist, wie ihr euch immer wieder mit diesem Thema auseinandersetzten könnt und gleichzeitig aber nicht konsequent und überlegt danach handelt.
        Jetzt mal ehrlich, kannst du H&M Werbung mit deinem Gewissen vereinbaren?
        Schubeck hat auch Werbung für McDonald’s gemacht und sagt aber dass gutes, gesundes Essen nicht teuer sein muss und leicht gemacht ist. Verstehst du was ich meine, irgendwann geht die Glaubwürdigkeit einfach flöten.

        Liebe Grüße!

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        1. Nike Jane Artikelautor

          Liebe Angelika,
          wir sind sehr froh über jede Form von konstruktiver Kritik,
          aber diesem Fall werden wohl kaum auf einen Nenner kommen,
          da du unsere Artikel entweder doch nicht verstehst oder eben ganz anders als wir.
          Ein Dilemma also.

          Liebe Grüße.

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          1. Angelika

            Liebe Nike,

            ich finde meine Kritik durchaus berächtigt.
            Allerdings ist die einzige Antwort die ich darauf bekomme, dass ich anscheinend eure Artikel nicht verstehe. Daraus kann ich nur den Schluss ziehen, dass du selber keine Antwort darauf hast.
            Wie versteht ihr eure Artikel denn wenn ich fragen darf?

            Liebe Grüße.

  2. Nike Jane Artikelautor

    Liebe Angelika,
    oh je, ich will dir genau so wenig auf der Nase herum trampeln wie du mir und selbstverständlich verstehe ich deine Einwände, deshalb verwies ich ja erst auf weitere Artikel, denn das Problem hier ist gerade, dass ich, um angemessen auf deine Frage zu antworten, quasi einen Text in der länge eines ausgewachsenen Artikels verfassen müsste. Und weil ich das schon getan hab, dachte ich, ein Verweis auf ältere Artikel, wäre da die einfachste Lösung.

    Zusammenfassend lässt sich wohl aber sagen, dass hier auf Ewig zwei Lager aufeinander prallen werden. Da sind auf der einen Seite all jene, die in ihrem Handeln stets konsequent sind, in allen Bereichen, und eben jene, die für sich entschieden haben, dass das nahezu unmöglich ist, aber dass jeder zumindest denken und reflektieren sollte, und im gleichen Zuge eben auch reflektiert handeln. Wie das richtige Handeln aber aussieht, das muss jeder für sich entscheiden. Hauptsache jeder von uns tut, was er kann und will.

    Für uns liegt der goldene Mittelweg, und das nicht nur aufgrund unseres Berufes, sondern gewiss auch wegen unserer Schwächen, darin, auf sämtliche INDITEX-Produkte zu verzichten, weil der Mega-Konzern rund um Zara & Co in unseren Augen noch nicht einmal dazu lernen will, im Gegensatz wie H&M. Die bauen ziemlich viel Scheiße. Aber sie verneinen’s auch nicht und fangen immerhin langsam an, an den Missständen zu arbeiten.

    Ich hoffe, das hat jetzt ein bisschen mehr geholfen. <3
    Liebe Grüße
    Nike

    Antworten
    1. Angelika

      Liebe Nike,

      vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
      Ich weiß, ihr wollt nur darauf aufmerksam machen und das ist ja auch gut, dass so etwas passiert. Die meisten Modeblogs versuchen das noch nicht einmal und machen sich keinerlei Gedanken zu dem Thema.
      Wirklich immer konsequent zu sein ist auch schwierig und muss auch nicht immer sein. Ich würde dafür auch niemanden anprangern wollen. Viele Menschen haben leider auch einfach nicht das Geld dazu, mehr für Ihre Klamotten auszugeben und sind daher gezwungen in solchen Ketten einzukaufen. Es wäre verkürzte Kapitalismuskritik die Menschen dafür zu kritisieren, da man dazu erstmal das System ändern müsste. Angepasste Löhne und und und…
      H&M macht mit Sicherheit mehr für Ihren guten Ruf als INDITEX, aber ich denke die meisten Preisschilder sagen alles. Und leider geht es hierbei wirklich mehr um den guten Ruf als um die Menschen.
      Ich durfte schonmal einen Blick in so eine Fabrik werfen und kann nur sagen, von uns würde mit Sicherheit niemand dort arbeiten wollen!
      Ich hoffe sehr ihr bewegt ein paar Leser dazu zumindest weniger in solchen Ketten zu kaufen!

      Liebe Grüße und einen schönen Abend,
      Angelika

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      1. Kristiane

        Ehrlich gesagt bleibt bei mir ein gewisses Unverständnis zurück. Zumindest dann, wenn Ihr – wie hier geschehen http://www.thisisjanewayne.com/news/2014/02/10/behind-the-scenes-seek-no-further-fruit-of-the-loom/ – einräumt, dass Ihr in der Zusammenarbeit mit FOTL Euch vorab noch nicht mal über die Produktionsweise Eures Werbepartners informiert habt.

        Ist es so anmaßend, aufgrund von Posts wie diesem, ein kritischeres Hinterfragen bei der Auswahl der Werbepartner zu erwarten?

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  3. Pingback: Heute // Fashion Revolution Day – “Who made your clothes?” | Solola Style | Fashion from a different angle

  4. Nina

    Endlich mal ein großes Modeblog, das am heutigen Tag Rana Plaza und Fashion Revolution Day erwähnt. Danke! Mir ist es egal, dass das Thema faire Mode hier nicht konsequent verfolgt wird, hauptsache es wird nicht ignoriert.

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