Brain Blah //
Wie es euch gefällt

14.10.2015 um 12.58 – Baby Jane Gesellschaft

L enfer cest les autresIch habe vor ein paar Monaten für ein Interview mir der Zeitschrift „Myself“ zusammen gesessen. Aus diesem einstündigen Gespräch entstand schließlich eine ganze Spalte Text, die nun liebevoll neben einer großen Aufnahme von Lio und mir prangt. Natürlich war abzusehen, dass meine dort abgedruckten und auf ein paar Sätze zusammen gestauchten Worte für erhitzte Gemüter sorgen würden, es geht dort nämlich um eine Art „gesunden Egoismus“. Darum, trotz Kind nicht allzu sehr von der eigenen Selbstbestimmtheit aufgeben zu wollen. Ich habe es mich beispielsweise gewagt, sechs Tage nach New York zu verschwinden, ganz allein. Ab und an mache ich es mir auch ein ganzes Wochenende lang in der Heimat gemütlich, zum Durchatmen und Verschnaufen. Dazugehörige Fragen klingen immer gleich: „Wie kannst du nur?“. Die Rabenmutter-Keule wird hierbei selbstredend nur ganz vorsichtig, aber dennoch offensichtlich genug geschwungen. Mich verwundert das auch 13 Monate nach der Geburt meines Sohnes noch, suhle ich mich doch allzu häufig in utopischen Phantasien einer halbwegs gleichberechtigten Gesellschaft.

Aber Pustekuchen. Väter fliegen weiterhin von einer Geschäftsreise zur nächsten, arbeiten Vollzeit und gelten dabei als fürsorgliche Ernährer. Mir ist klar, dass der Spieß auch umgedreht Sinn ergibt, Papas werden gern schief angeschaut, sobald sie vor den Kollegen mit einem Elternzeit-Wisch wedeln. Beides ist daneben. Beides deutet auf eine klaffende Wunde in unserer Sozialisierung hin. Beides muss endlich aufhören. Es sollte nämlich vor allem um das Wohlergehen unserer Kinder statt um die Erfüllung klassischer Rollenmodelle oder die Beweihräucherung des eigenen Gewissens gehen. 

Denn immer dann, wenn ich nicht da bin, baut Lio mit seinem Vater Tipi-Höhlen, übt mit Leo Lausemaus-Kassetten das Singen oder besucht seine Lieblingstanten. Es fehlt ihm an nichts, auch die Tatsache, dass Mama auf Reisen ist, juckt ihn wenig. Er ist daran gewöhnt, das ist das einzige Geheimnis. Dafür ist die Wiedersehensfreude umso größer, genau wie die gemeinsam verbrachte Zeit nach meiner Abwesenheit. So „halte ich das aus“. Und, weil ich weiß, dass ich meinem Energiebündel nach einer kleinen Pause wieder mit doppelter Energie gerecht werden kann. Nun höre ich nicht selten den weiteren Vorwurf, meine Arbeit hier oder sämtliche Fotos auf meinem Instagram-Kanal würden beinahe den Anschein erwecken, ich sei ein kinderloser Single. Das mag sein, so will ich es. Mein Privatleben hat trotz nach außen getragener Gedanken im Grunde nicht viel mit meinem Beruf zu tun. Und sollte dem ab und zu doch so sein, entscheide ich ganz allein, wie viel Intimes tatsächlich durchsickert. Das bedeutet aber nicht, dass ich nach diesem Artikel nicht beide Beine in die Hand nehme, um Lio pünktlich um 15 Uhr von seiner Tagesmutter abzuholen und Kekse zu backen. Gut, das mit Keksen war gelogen. Aber Quatschmachen, das kann ich hervorragend. Andere Mütter hingegen sind in anderen Dingen genial. Das ist schön, denn Menschen sind verschieden, haben andere Bedürfnisse und Sichtweisen – es ist an uns, genau diese Unterschiede nicht nur akzeptieren, sondern zu feiern. „Wie es euch gefällt“, nennt sich eines der bekanntesten Theaterstücke Shakespeares nämlich aus gutem Grund.

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Deshalb, und hier gehe ich auf einen Kommentar von Nora ein, bewundere ich jede einzelne Mutter für ihre Stärke. Die eine, weil sie es schafft, die Nerven zu behalten, monatelang, tagelang, weil sie nichts lieber tut, als bei ihrem Kind zu sein, egal ob selbiges noch überhaupt nichts tut, nur gluckst, am Laufenden Band „Gackgack“ sagt oder am liebsten nörgelt. Oder all jene, die stets da sind, sich um alles Wichtige kümmern und das auch noch gleichzeitig – obwohl sie sich vielleicht doch ganz heimlich mehr Zeit für sich allein wünschen. Andere hingegen bewundere ich für ihren Balance-Akt zwischen Kuscheln und Karriere und wiederum andere, weil sie arbeiten, statt Brei zu stampfen und den Haushalt ihren Männern überlassen. Jede Mutter, nein Frau, die genau das tut, was sie für richtig hält, ist eine Heldin. Weil nur sie ganz allein weiß, wie weit sie gehen kann, was richtig ist und was falsch.

Richtig ist zum Beispiel, sich selbst nicht zu vergessen. Bloß fällt das An-Sich-Denken sehr verschieden aus. Für mich sind es ganze kinderlose Tage, für die Meisten bloß Stunden. Ich brauche diese Zeit aber wie die Luft zum Atmen, aus unterschiedlichsten Gründen. Ein Falsch gibt es nicht, sagt man. Doch, finde ich. Falsch ist, Dinge nur deshalb zu tun, weil man das nunmal so macht. Weil es doch gar nicht anders geht. Weil es doch das Beste ist für das Kind. Dabei ist das Beste für unsere Kinder immer noch glückliche Eltern zu haben. Aber die sind nur dann glücklich, wenn sie ihr Leben nach echten eigenen Bedürfnissen ausrichten, statt nach fremden.

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50 Kommentare

  1. Nathalie

    Liebe Nike, vielen Dank für deinen tollen Artikel. Ich finde es total schön zu sehen, wie Du deine Balance gefunden hast und man liest in jeder Zeile wie gut es Dir und deiner kleinen Familie damit geht. Sehr nachahmenswert :-)

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  2. Tine

    Ich wundere mich tatsächlich, dass man sich schon fast „rechtfertigen“ muss für das alles. Zuerst habe ich deinen Artikel gelesen, danach den Kommentar von Nora und dann den kleinen Zeitungsartikel. Was schockiert einige daran?!? Mich tatsächlich gar nichts?! Ich kann es mir nicht erklären.
    Schade, dass das Mutter-Thema immer so ein schwieriges ist, dabei ist doch völlig klar, dass es jeder so macht, wie es für am besten empfunden wird — für das Kind und beide Elternteile. Eigentlich doch logisch (oder sollte es zumindest sein).
    In meinen Augen eine gute und gesunde Haltung, was das Thema anbelangt (also deine, Nike).
    Ich meine…..das Kind ist ja auch nicht ohne Grund 9 Monate in einem und danach raus 😉

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  3. Judith

    Liebe Nike,
    Ich habe euch eine Mail und Facebook Nachricht bezüglich unseres Projektes geschrieben! Wir würden euch gerne interviewen!

    Lieben Gruß
    Judith von Mädchenjahreskalender

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  4. Anja

    Liebe Nike,

    ich finde es großartig, dass du so genau weißt, was du willst und früh dafür sorgst. Ich bin aus einer unzufriedenen beruflichen Situation heraus und bestehendem längeren Kinder- Wunsch schwanger geworden. kurz danach kam auch unser zweites Wunschkind. wir sind umgezogen, ich habe meine beruflichen Kontakte verloren und sitze jetzt etwas im Mutti-Sumpf. Der ist nett, aber er zieht ganz schon an einem und es ist schwerer sich wieder Freiräume zu schaffen, als an ihnen festzuhalten, finde ich. Deshalb finde ich toll, wie und was du machst. Ich glaube auch, dass es jede für sich entscheiden muss, was sie glücklich macht, aber Kinder sind nicht ewig klein. Ich habe jetzt nach langer Zeit meine Diss beendet und hoffe dadurch, wieder mehr an meinem anderen Ich anknüpfen zu können und wieder mehr an mich zu denken.

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  5. Anna

    Die Leute sollten sich doch einfach mehr um ihr eigenes Leben kümmern, als andere immer zu verurteilen! Ätzend! Liebe Nike, mach wie Du meinst und wie es sich für Dich gut anfühlt <3

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  6. Lisa

    Liebe Nike,

    ich find, du bist echt ein cooler Hund. Ich bin selber zwar noch nicht Mutter und es wird wohl auch noch etwas dauern, fühle mich aber trotzdem in gewisser Weise betroffen. Ich mag es generell nicht besonders gerne leiden, wenn Menschen glauben, ihre Sicht der Dinge wäre die einzige Richtige und sie sich so sicher sind, dass sie nicht einmal wissen, wie man Zweifel buchstabiert. Ich habe auch den Eindruck, dass diese Diktatur des „du musst aber, weil so man macht man das eben“ u.a. bei dem Thema Mutterschaft besonders stark zu tragen kommt. Die Geburt eines Kindes scheint für viele eine Einladung zu sein den Frauen/Männern die eigene Doktrin aufzuzwängen. Als müsste man, nun wenn man sein Leben mit einem Kind teilt, auch die Ansichten der selbsternannten Sittenwächter teilen. Das ist so traurig und ich wünsche mir sehr, dass all das eines Tages kein Thema mehr und die Tatsache , dass jemand, der auch Mutter ist, Zeit für sich in Anspruch nimmt und das auch ganz offen äußert, kein Problem mehr ist. Indem du diese Dinge verbalisierst/vorlebst trägst du deinen Teil dazu bei. Das finde ich richtig genial, bewunderstwert und tröstlich. Einfach, dass Menschen wie dich gibt. Alles Liebe!

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  7. VM

    Liebe Nike, du brauchst dich nicht rechtfertigen! Wir Eltern (also Mamas UND Papas) machen das, was wir für richtig halten und was zu der eigenen kleinen Familie passt. Und das kann eben ganz unterschiedlich aussehen :-)

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  8. Ragni

    Ich mag Dein Brain-Blah so gern und nicke nur immer zu jedem Wort, das Du schreibst. Ich hoffe, dass ich auch mal so eine entspannte, coole Mutti werd wie Du. Wirklich wahr!

    Liebst,
    Ragni x

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  9. ColouClub

    Liebe Nike, ich bin selber Mutter von zwei Drachen. Bevor ich Kinder hatte, war ich Wirtschaftsprüferin. Ich musste diesen Job wegen einer schweren und komplizierten Schwangerschaft aufgeben. Obwohl das nicht mein Traumjob war, war ich am Anfang mit der Situation nicht sehr glücklich. Jetzt bin ich sehr froh, dass das Schicksal es so entschieden hat, weil ich mehr Zeit für mich und die Kinder hatte und so seit ein paar Monaten meinen Blog gestartet habe und es macht mir wirklich Spass und bringt mir Erfüllung.
    Ich bin der Meinung, dass Kinder sehr viel Aufmerksamkeit und Liebe brauchen, aber vor allem ausgeglichene und glückliche Eltern. Jeder soll es auf seine eigene Art und Weise machen, das Wichtigste ist ein harmonisches Zusammenleben, denn eine intakte Familie ist das schwierigste Projekt im Leben.
    Eines muss ich noch sagen, mit einem Kind lässt sich einiges arrangieren, mit zwei wird es aber intensiever :)
    Liebe Grüße

    Borislava von http://www.colourclub.at

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  10. laura

    ihr lieben! mit solchen statements und artikeln nehmt ihr mir langsam aber sicher die angst vor dem kinder kriegen. vielen dank hierfür <3

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  11. Lena

    Super Brain-blah! Ich bin selber eiene Mama von zwei Jungs die sich ihre Auszeiten nimmt, nächstes Jahr fahre ich beruflich, wenn alles klappt, für einen Monat nach los Angeles und die Kinder bleiben bei Papa und Oma. Sie sind nicht begeistert von der Vorstellung ihre Mama so lange nicht zu sehen. Ich Selbsttötung bin gespannt, ob ich das gut aushalte. Länger als 10 Tage am Stück habe ich sie noch nicht verlassen. Für uns gilt: wenn es nicht zu oft ist, und danach kuscheltechnisch alles wieder aufgeholt werden kann, ist das okay! Ich glaube solche Erfahrungen machen einen letztlich als Familie nur stärker und so soll, ganz wie du sagst, jede Familie selber ihrem Weg finden! Böse Kommentare habe ich allerdings auch noch nie bekommen, aber ich stehe ja auch nicht in der Öffentlichkeit….

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  12. Jana

    Liebe Nike,
    ich finde, das klingt immer alles ganz toll für uns außenstehende Blog-Leser, wie du das so alles hinkriegst und machst. Ich glaube auch, dass an der glückliche-Eltern-glückliche-Kinder-Sache einfach was dran sein MUSS. Aber selber mit Kind UND Karriere in Planung, habe ich etwas Sorge, dass sich das organisatorisch am Ende nicht immer so einfach durchführen lassen wird. Könnt ihr vielleicht mit eurer dreifachen Erafhrungs-Power bei TinyJane mal was dazu schreiben, wie ihr das so macht? Nanny, Kita, oder Tagesmutter? Ab welchem Alter hat’s wie viele Stunden geklappt? Wie viel Arbeit schafft man wirklich? Klar, das ist alles bei jedem unterschiedlich und man kann das nie so voraussehen, aber ich lechze gerade nach ein paar real-life-Beispielen als positive Vorbilder und Mutmacher (gibt’s nämlich in meinem Arbeitsumfeld leider gar nicht)!
    Und: macht weiter so! :-)

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  13. Lina

    Das was du schreibst ist richtig und wichtig. Ich finde nur, dass du dich nicht so oft rechtfertigen musst. Wenn Kind und Kegel auf jedem Bild wären, gäbe es eine andere Form von Kritik, da es nie allen gefällt. Aus feministischer Perspektive, dritter Person, ist dieser DIskurs wichtig.

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  14. Rayne

    Mhmm! Verstehe diesen/ deinen Ansatz!
    Bin auch dafür! Jeder wie er meint !
    Jedoch finde ich,gehört ein Kind vor allem in den ersten drei wichtigen Jahren nunmal hauptsächlich zur Mama!
    Es gibt nunmal Vollblutmamas(was nicht direkt ‚Hubschrauber -Mama ‚ bedeutet) ,und welche ,die eben keine sind oder sein wollen!
    Pausen ja! Definiv! Abends mal was essen gehen /Kino /Party und co!
    Trotzdem verstehe ich diese ständigen Rechtfertigungen deinerseits nicht! Vielleicht weil doch ein bisschen das Gewissen mitspielt? Es wird ja immer mal wieder von dir aufgegriffen und anscheinend ist es dir wichtig deine Mutterrolle ins richtige Bild zu rücken!
    Für mich bist du mit deinem Weg keine schlechte Mutter! Keinesfalls, aber um ehrlich zu sein dachte ich auch öfter das du tatsächlich wie ein kinderloser Single wirkst!
    Ich würde es tatsächlich vorziehen mit meinem Kind zu backen (und ich hasse backen ) statt Fotos von mir selbst ins richtige Licht zu setzen ,geschweige denn mal eben sechs Tage ohne Kind und Kegel weg zu fliegen!
    Dafür habe ich kein Kind bekommen! Und Papa JA ! Aber Papa ist eben nicht Mama!
    Und doch! -Man wird mit Kind kein anderer Mensch! Aber bestenfalls verändern sich Prioritäten ! Der Blick richtet sich für mich auf das ,was wirklich wichtig ist im Leben! Mein Kind steht an erster Stelle! IMMER !

    Liebe Grüße!

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    1. Jana

      Natürlich bekommt keiner Kinder UM ohne sie in den Urlaub zu fahren. Aber das heißt im Umkehrschluss ja nicht, dass man Kinder kriegt UM jede freie Minute mit ihnen zu verbringen. Ich finde es okay, Kinder zu kriegen und TROTZDEM mal ohne sie wegzufahren. Das heißt auch nicht, dass die Kinder dadurch weniger zur Mama gehören. Dafür, dass Kinder in den ersten drei Jahren „zur Mama gehören“, muss mir auch erstmal jemand wissenschaftliche Studien zeigen, bevor ich das glaube. Also in den ersten Monaten – weil sie immerhin bei der Mama im Bauch waren und dadurch vielleicht mehr Verbundenheit (als zum Beispiel zu Papa, Oma, Opa) besteht und weil die Mama ggf. stillt – ja okay, darauf lasse ich mich ein. Aber 3 Jahre? Das leuchtet mir nicht ein.

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    2. Nike Jane Artikelautor

      Oh man. Und genau wegen sowas ist es wichtig, immer und immer wieder drüber zu reden. Über das Mamasein im Jahr 2015, über Feminismus und eine Revolution, die Papas dringend nötig haben. Und zur weiteren kritik: Es gehört zu meinem Job, Bilder von mir zu machen. Trotzdem mache ich 300x mehr Fotos von meinem Kind, das übrigens immer an erster Stelle steht, weil es die Liebe meines Lebens ist. Würde ich denken, dass Lio mein gelegentlicher Drang nach Freiheit nicht gut tut, könnte ich darauf verzichten. Muss ich aber gar nicht. Das ist doch schön.

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    3. Hannah

      @Rayne: Abgesehen von dem Drumherum-Gesäusel klingt wirklich alles in deinem Kommentar nach impliziter Anklage gegenüber Nike. Allen Punkten, die oben im Artikel angesprochen wurden, hast du durch deinen Kommentar die Berechtigung gegeben, dass sie dort stehen.

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    4. Anne

      Der Satz „Papa ist eben nicht Mama“ ist wirklich daneben. Und zwar sowohl dem Vater als auch der Mutter gegenüber. Abgesehen davon, dass man sich als Mutter durchaus rechtfertigen muss und zwar nicht wegen des eigenen schlechten Gewissens, sondern wegen der Erwartungen und Ansichten der anderen. Sondern auch, weil Vätern damit Kompetenz abgesprochen wird, Liebe, Kompetenz, Fürsorge… Väter in Deutschland haben so wenig Rechte und Ansprüche, gesetzlich und gesellschaftlich. Das ist sehr schade und traurig und unfair, den Vätern gegenüber. Und ich kann es nicht mehr hören, wenn Mütter das über ihre eigenen Männern und Kinder sagen: Die Mama ist eben die Mama.. Finde ich unverschämt.

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  15. maja

    OT: Wieviele Menschen, die dieses Zitat vor sich hertragen, haben Sartre gelesen und verstanden? Oder ist das nur Deko?

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  16. nina

    Liebe Nike, ich finde der entscheidende Satz ist, dass keiner einem Mann/Vater Abwesenheit von zu Hause vorwirft. Es wird immer mit zweierlei Maß gemessen und das finde ich ätzend. Von daher hast du zu 100% Recht und ich finde deine Offenheit in dieser Hinsicht bewundernswert. Diese Intoleranz in Kinderfragen ist wirklich schrecklich, weil niemand es „richtig“ machen kann. Meine Mutter wurde früher blöd angeredet, weil sie bei uns bleiben wollte, meine Freundin heute, weil sie ihr Kind mit 1 noch nicht in die Kita-Ausbau hat und umgekehrt ist dann wieder jeder ne Rabrnmutter, der nicht von der Bildfläche verschwindet. Ich finde, du machst hier alles richtig und bist ein Vorbild für andere. Und das bescheuerte (gegenseitige )Mütterbashing muss aufhören!

    Antworten
  17. Lea

    Liebe Nike,
    Ganz viele Liebe und Respekt für deinen Artikel.
    Ich kann, als Frau und Mama, vollkommen nachvollziehen wie es dir geht. Das liegt zum Großteil daran, dass ich eine ähnliche Einstellung und ähnliche Bedürfnisse habe. Ich liebe meinen Sohn über alles, aber ich bin einfach keine 24/7 Mama. Ich brauche meine Auszeiten um Kraft zu tanken, die mir oft im Alltagstrott verloren geht. Solange es Kilian und meinem Freund dabei gut geht, sehe ich auch keinerlei Problem darin, sondern sehe es eher als förderlich an, denn keiner will ein Nervenbündel an seiner Seite. Bezüglich deines öffentlichen Auftretens – who cares what others think? Es ist doch vollkommen Schnurz wieviele Lio Bilder oder Pärchen Bilder oder Selfies du postest. Ich jedenfalls vergesse nie, das hinter deinen Bildern eine gestandene Frau, Mutter, Partnerin steht.

    Antworten
  18. Simoni ♡

    Liebe Nike,
    ich schaue dir / euch schon eine ganze Weile zu. Ich bin absolut begeistert ! Bitte nie verbiegen lassen. Das ist nicht richtig.
    Ich ziehe meinen Hut vor dir.

    Antworten
  19. Esra

    Wow, wie toll!!
    Du hast recht!
    Ich hätte mir sooo gewünscht, meine Mutter würde etwas mehr auf sich selbst schauen! Denn sie hat ihr Leben (laut ihrer eigenen Aussage) „Mir geopfert“ und erwartet dafür auch ständig, dass ich ihr was zurückgebe!
    Aber so läüft das nicht… Ich hätte es viel leichter im Leben, wenn ich sie ab und zu glücklich und zufrieden erlebt hätte…
    lg
    Esra

    Antworten
  20. Esra

    Wow, wie toll!!
    Du hast recht!
    Ich hätte mir sooo gewünscht, meine Mutter würde etwas mehr auf sich selbst schauen! Denn sie hat ihr Leben (laut ihrer eigenen Aussage) „Mir geopfert“ und erwartet dafür auch ständig, dass ich ihr was zurückgebe!
    Aber so läüft das nicht… Ich hätte es viel leichter im Leben, wenn ich sie ab und zu glücklich und zufrieden erlebt hätte…
    lg

    Esra

    Antworten
  21. Susi

    Hallo =)
    Ich habe zwar kein Kind, aber ich kann aus meiner eigenen Sicht sprechen, denn ich habe eine Mutter.
    Ich genieße es, dass auch meine Mutter ein eigenes Leben hat, mit sozialen Kontakten, Job und so weiter. Auf diese Weise fühle ich mich nicht, als würde ich sie im Stich lassen, wenn ich zu Hause ausziehe, verreise oder einfach ebenfalls mein eigenes Leben lebe. Meiner Erfahrung nach ist es sehr wohl möglich, dass Mutter und Kind ein enges, freundschaftliches und offenes Verhältnis zueinander haben und trotzdem ihre eigenen Entscheidungen treffen und ihren eigenen Lebensweg gehen.
    Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass auch Eltern noch eigenständige Menschen bleiben und diesen Grundsatz werde ich – sollte ich selbst einmal Kinder haben – auch selbst leben.
    Liebe Grüße
    Susi

    Antworten
  22. Franziska

    Hallo Nike,

    wiederum ein super klasse Artikel, in dem ich mich sehr finden kann. Anscheinend sind einige Menschen immer noch im Glauben, dass der Papa eine weniger bedeutende Rolle in der Betreuung und Erziehung von Kindern spielt. Schade eigenlich, denn wenn beide Eltern sich abwechseln/die ‚Aufpasstage‘ aufteilen und dem anderen Freiräume geben, ist das nicht für einen selber fein um mal aufzutanken, sondern auch für die Beziehung miteinander. Ich nehme mir selber häufiger mal ein paar Tage Zeit um in den Urlaub/Festival/zu Freunden zu fahren. Länger als 5 Nächte waren es aber bisher noch nicht. Aber wenn die Kinder etwas älter sind, dann gibts ja auch FaceTime, Skype usw. Klar vermisst mensch den eigenen Sohn ziemlich heftig, aber es tut auch soooo gut mal einfach ein paar Tage nicht nur an die nächste Windel, Mahlzeit, Schlafenszeit usw zu denken. Was wohl echt dazu gehört ist, dass mensch loslassen muss; sich loslösen von den Massstäben andere, aber auch von seinen eigenen Ideen über Erziehung. Klar, dass das Kind bei Oma oder Papa vielleicht nicht ganz so erzogen wird, wie meine Idealvorstellung ist. Aber auch hier gilt wieder, der Papa spielt eine ebenso wichtige Rolle wie die Mama und kann ebensogut erziehen. Mein Massstab ist ja nicht automatisch, der der hantiert wird, sondern auch hier haben beide Partner eben viel ‚Recht‘ auf das Gestalten der Erziehung.
    Mein Sohn war übrigens schon mit 10 Wochen in der Krippe, hier in den Niederlanden ist es das Normalste der Welt und niemand redet darüber, dass Frauen Rabenmütter sind, wenn sie kurz nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Sie müssen sogar… Allerdings wünschen sich viele Frauen und Männern hier wiederum, länger beim Kind zuhause bleiben zu können. Wichtig bleibt und das betonst du in so vielen Artikeln so klasse, dass jede und jeder für sich selber entscheiden sollte wie sie ihr Leben einrichten möchte. Insofern dies möglich ist natürlich 😉

    Antworten
  23. Sophia

    ein schöner und wichtiger artikel, liebe nike!
    und ja, ich hab auch das gefühl, dass es gerade jetzt wichtig ist zu sagen: mama und papa sind für das kind da und beide elternteile haben auch noch ein leben. auch in 2015 schein das noch nicht normal zu sein und geschlechterrollen (die per se nicht alle schlecht sein müssen) werden doch immer wieder sehr starr von der gesellschaft betrachtet.
    frauen wie du machen mut. das sollte mal gesagt sein. sicherlich machst du nicht alles richtig, aber das ist auch gar nicht der anspruch bzw. für mich nicht interessant. ich freue mich auf viele weitere gedanken zu den themen frau sein, mama sein und glücklich sein.

    ps: ein sehr schönes foto!

    Antworten
  24. Anja

    Alle, die etwas so privates, offenbar aber problemlos funktionierendes kritisieren tragen vielleicht doch einen Funken Neid in sich. Vielleicht sind sie alleinerziehend und finanziell nicht so gut betucht wie Nike und ihre Familie und haben daher gar nicht erst die Optionen, sich Freiräume zu schaffen – also wird gleich erst mal dagegen geschossen. Das Glück, sich seine Arbeit selbst relativ frei einteilen zu können und sich beruflich mit schönen Konsumgütern zu beschäftigen gönnt einem auch nicht jeder, folglich wird immer etwas gesucht, das man kritisieren kann.
    Lasst es einfach nicht zu, genießt was ihr habt, macht es nicht künstlich schlecht und findet eure eigenen Wege!

    Antworten
  25. Anna Philippa

    Klar: Solange die Rollenaufteilung in den allermeisten Fällen noch so aussieht, wie vor 50 Jahren, ist es wichtig, dass man Familien, bei denen es anders läuft auch wahrnimmt.
    Nur ist das ja wirklich nicht das erste Mal, dass du offensiv euer Familienleben verteidigst. Du bist Mutter, arbeitest Vollzeit & triffst dich auch mal ohne Kind mit Freunden. So what?

    Zumal Aussagen wie: „Ich hänge viel zu sehr an meinem Leben, um es aufzugeben.“ auch nichts anderes sind als „dafür habe ich keine Kinder bekommen“.
    Beides ist vom jeweiligen Standpunkt aus gesehen wahr. Die eine bekommt Kinder, weil sie sich schöne Familienausflüge, -urlaube & ganz, ganz viel gemeinsame Zeit mit dem Kind vorstellt. Die andere stellt sich ihr Leben mit Kind eben nicht so vor & will stattdessen weiterhin ihre Freiräume.
    Beides durchaus legitim. Dummerweise sind beide Aussagen negativ konnotiert. & häufig fühlen sich dann andere angegriffen.
    Insofern: Schade, dass in einem Artikel, der für Toleranz unter Müttern wirbt, auch wieder so eine Aussage drin steckt.

    Antworten
  26. Nina

    Sehr cool, dass es bei euch so klappt. Auch ich habe einen tollen, engagierten und interessierten Papa zu meinem Kleinkind-Sohn. Nichtdestotrotz würden hier alle Alarmglocken klingeln, wenn meinerseits die Ansage käme, ich müsste jetzt mal für ein paar Tage raus, sei es auch nur wegen der Arbeit. Das ist schon frustrierend, aber wenn ich mich bei bekannten Mamas umhöre, ist die Lage noch viel schlimmer. Die Papas rühren im Alltag keinen Finger und ich befürchte das ist die Norm. Es macht mich traurig und ich frage mich wie die Mütter damit umgehen. Meist höre ich ein „Es muss ja.“, es wird ausgehalten und ab und an über Trennung nachgedacht. Sehr fortschrittlich zeigt sich 2015 hier also leider nicht und ich seh da trotz so schöner Artikel wie deiner so bald keine Änderung in Sicht.

    Antworten
  27. Franziska

    Ich finde auch die Prioritäten sollten so sein: 1. man selbst 2. die Beziehung 3. das Baby. nicht weil nicht alles gleich wichtig wäre, sondern weil die intakten Beziehungen in dieser Reihenfolge aufeinander aufbauen.

    Antworten
  28. Hannah

    Die ganze Diskussion finde ich sehr schwierig, weil es sich um einen immensen Drahtseilakt handelt.
    Nikes vielfache Artikel zu dem Thema haben ihre Berechtigung, sind aber tatsächlich zu negativ konnotiert und ein wenig zu einseitig.
    Das Problem ist – weswegen sich aber auch in unserer Gesellschaft so gar nichts ändern wird – dass das Thema große Emotionen hervorruft, die dazu führen, dass Mütter sich gegenseitig mit Schlamm bewerfen und doch nur eine Bestätigung für ihr eigenes Verhalten bekommen möchten, egal ob überbehütend, freiheitsliebend, supervorsichtig, tatsächlich auch heimlich Kinder bereuend, nicht mehr in den Job hineinfindend etc. Die Argumente werden in der Regel aus dem Bauch herausgeschossen, was ja auch kein Wunder ist, denn ehrlich gesagt, ist man als Mutter trotz angeblicher staatlicher Hilfen ganz schön auf sich alleingestellt und auch wenn es momentan z.B. in Berlin nicht so den Eindruck macht, ist man in der Minderzahl. Auf der anderen Seite steht ein großer Haufen Rentner, die die Politik bestimmen und die mit Leben mit Kindern und Vereinbarkeitsdebatten nichts am Hut haben.
    Mittlerweile dürfte Bowlbys Bindungstheorie bei jungen gut ausgebildeten Müttern der Mittelschicht (und das sind die Leser dieses Blogs und die, die am meisten mit sich zu kämpfen haben) angekommen sein. Diese besagt, dass die ersten zwei Jahre (!!!!) am wichtigsten und prägendsten für das gesamte weitere Leben sind. Das Baby/Kleinkind braucht eine Primärbezugsperson, Geschlecht ist erstmal egal, dennoch ist es meistens die Mutter. Das hat u.a. mit den ganzen biologischen Faktoren (in utero, Stillen, Gebären etc.) zu tun, die aber keine Voraussetzung sind. Alle weiteren Beziehungen bauen auf dieser ersten und wichtigsten Beziehung auf. Und deshalb ist sie so wahnsinnig wichtig und lässt sich auch nicht abstreiten. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Mutter in der Psychoanalyse beispielsweise so ein wichtiges Thema ist.
    Kinder lernen mit der Situation zu leben, dass ihre Primärbezugsperson auch mal weg ist, aber sie mögen es nicht. Sie gewöhnen sich daran, aber es bedeutet Stress für sie. Und Kinder wollen in diesem Alter einfach an erster Stelle stehen, weil sie es noch immer nicht so ganz verstehen, dass sie eine eigene Person und nicht mehr im (realen – wenn der Vater an erster Stelle steht: im symbolischen) Bauch sind. Darüber muss man sich einfach bewusst sein, wenn man von „ich stehe an erster Stelle“ und „ich brauche das“ etc. schreibt oder so handelt. So ticken Kinder nun mal. Um mehr geht`s auch nicht. Man muss es nur einfach wissen.
    Natürlich kann diese Rolle auch der Vater einnehmen und/oder man kann es möglichst gleichberechtigt hinkriegen, aber da machen einem gewöhnlich die gesellschaftlichen Lebensumstände einen Strich durch die Rechnung. Wenn man nicht gerade privilegiert in seiner gut laufenden Freiberuflertätigkeit aufgehoben ist, in der man sich die Zeit selbst einteilen kann (deswegen beginnen wahrscheinlich viele Mütter damit, einen kleinen Laden aufzumachen oder ein Blog zu schreiben), dann ist es nach wie vor so, dass Männer mehr verdienen, nur kurz Elternzeit nehmen (können), mehr oder weniger zuständig sind für das Familieneinkommen und vieles mehr und daraus ergibt sich beinahe logischerweise das klassische Familienbild. Das ist Politik in diesem Land. Und so lange sich da nichts ändert, ist es eben nicht gleichberechtigt.
    Deshalb hört doch endlich auf, Euch gegenseitig zu beschimpfen oder Euch selbst zu verteidigen, sondern geht auf die Barrikaden, kämpft für gleiche Löhne und Chancen, für mehr Personal in Kitas, für gute Hebammenbetreuung, für andere Arbeitskonzepte, für eine neue andere Politik….
    Tatsache ist: Kinder können nur glücklich sein, wenn sie glückliche Eltern haben und die müssen dazu unbedingt authentisch bleiben!! Deswegen klappt bei Dir, Nike, auch das Basilikumschnüffeln nicht. Aber ich bin mir sicher, Du zeigst Lio andere Dinge, die ein Pendant dazu darstellen ganz natürlich einfach aus dem Bauch heraus und Dir fällt es vermutlich noch nicht einmal auf :)

    Antworten
    1. Sanne

      Oh, vielen Dank für Deinen Kommentar. Als zweifache Mutter (und Psychologin) sprichst Du mir aus dem Herzen.

      Antworten
    2. Anna Philippa

      Genau das was ich meine! Bin ich froh, dass ich nicht die Einzige bin, der solche Gedanken im Kopf rumschwirren!

      Antworten
    3. Verena

      Dazu ergänzend: neuere Forschung modifiziert die Bindungstheorie dahingehend, dass es nicht unbedingt 1 Bezugsperson sein muss, sondern auch schon sehr kleine Kinder durchaus mehrere Bezugspersonen haben können (also Mama, Papa, Oma, Opa, Tagesmutter, etc.), ohne dass dadurch eine unsichere Bindung oder gar Bindungsprobleme entstehen.
      Und ausschlaggebend ist auch nicht die Quantität, sondern die Qualität der Bezugsperson-Kind-Bindung. Also nicht, wie häufig ist die Bezugsperson da, sondern wie viel Stabilität und Sicherheit wird dem Kind vermittelt.

      Und zu dem sich-nicht-gegenseitig-schlecht-machen: das finde ich einen ganz ganz wichtigen Punkt. Da sollte man sich sicher oft selber auf die Zunge beißen oder zweimal überlegen, was man sagt. Und dann lieber gemeinsam die Umstände kritisieren anstatt einander!

      Antworten
      1. Hannah

        Ja, stimmt: Bezugspersonen kann es viele geben. Und es geht in jedem Fall um Qualität statt Quantität bei der Entstehung einer sicheren Bindung. Aber eine Oma oder Babysitterin, die einmal in der Woche kommt, kann noch so zugewandt sein, dennoch wird sie nicht den gleichen Stellenwert haben wie eben die Primärbezugsperson(ein). Dazu braucht es doch ein sehr enges Zusammenleben und das ist heutzutage eher unüblich (es ist ja nicht mal üblich, dass man sich wirklich komplett gleichberechtigt um seine Familie kümmern kann). Im Übrigen wäre das natürlich schön, dann könnte man psychische Probleme ganz einfach bei der Wurzel packen und verhindern. Nur leider ist es dann im Extremfall eben doch so, dass Kinder trotz schlechter Beziehungsqualität, Deprivation, Misshandlung auf gar keinen Fall wollen, dass sie von ihrer Mütter getrennt werden und bei der lieben Tante wohnen… zumindest nicht in einem gewissen Alter.
        Aber es ist für ein Kind in jedem Fall gut, viele verschiedene Menschen um sich herum zu haben und viele verschiedene Beziehungsformen kennenzulernen.

        Antworten
  29. Karin

    Ach man, irgendwie ist ja schon alles gesagt. Trotzdem: Ich sitze hier gerade mit meinem fast Viermonatigen, der sich beharrlich weigert, was anderes zu trinken als die Brust, ausschließlich bei Mama sein will und sonst exzessiv brüllt, und bin deprimiert. Keine Ahnung – vielleicht ist es einfach nur der Neid, und doch hab ich das Gefühl, dass in solchen Beiträgen der unausgesprochene mitleidige Gedanke mitschwingt: „Die Arme, die das nicht so hinkriegt wie ich – was macht die nur falsch?“ Es ist einfach ein schreckliches Thema, wo überall immer irgendwas mitschwingt… Wie dem auch sei, freu Dich und sei dankbar, dass es bei Euch so gut klappt. Bewundere Dich, wirklich wahr.

    Und unabhängig davon würden mich die Hard Facts auf TinyJane auch brennend interessieren: Tagesmutter ab wann, wieviel? Wann und wie hast Du gearbeitet, bevor er dorthin ging? Und wie zum Teufel hast Du es geschafft, so easy abzustillen? Bittebitte mach die armen Mitleidsmuttis glücklich und schreib mal was dazu!

    Allerliebst, K.

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    1. Anna Philippa

      Eine Frage: Klappt es bei euch mit dem Abstillen nicht, weil er die Flasche komplett verweigert oder verweigert er „nur“ die künstliche Milch?

      Mein Kleiner hat. problemlos die Flasche genommen, solange Muttermilch drin war, aber als ich – weil ich abstillen wollte – künstliche Milch rein getan habe, ging wirklich gar nichts. Egal ob mein Mann oder ich dem Sohnemann die Flasche gegeben habe. Der Kleine hatte dann selbst nach 7 Stunden nichts getrunken & die Stunden mehr oder minder durch gebrüllt…. Und das nicht nur am 1. Tag.^^
      Letztlich war für uns die Lösung, dass ich abgepumpt habe und sich am Anfang in der Flasche zu 70% Muttermilch befand und zu 30 % Säuglingsmilch. Schritt für Schritt haben wir den Anteil der Säuglingsmilch erhöht, bis nach ca. 2 – 3 Wochen in der Flasche nur noch Säuglingsmilch war.

      Wenn er die Flasche verweigert, kann ich leider auch nicht weiterhelfen. Außer eben das typische: Verschiedene Aufsätze ausprobieren, die sind ja alle unterschiedlich geformt.

      Ansonsten wünsche ich dir alles Gute & ganz starke Nerven… Kinder sind einfach unterschiedlich. Kenne Fälle, bei denen das 1. Kind vollkommen problemlos abgestillt wurde, von Anfang an im eigenen Bett 12 Stunden durch schlief & das 2. Kind war ein 100% Schreikind, bei dem wirklich gar nichts geklappt hat. Ich denke also, dass es nur sehr bedingt an den „Elternqualitäten“ liegt und die allerallermeisten Frauen (die es nun mal im Regelfall sind) einen ganz tollen Job machen! Nicht entmutigen lassen & einfach schauen, was für EUCH funktioniert – vollkommen unabhängig von dem was irgendwelche Verwandten, Freunde, Bekannten, Unbekannten machen 😉

      LG,
      Anna Philippa

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  30. Merle

    Ein Buch, was ich zum Thema Mutter-sein wärmstens empfehlen kann (auch wenn es sich erst mal vllt. nicht passend anhört) ist „Die Uhr, die nicht tickt: Kinderlos glücklich“ von Sarah Diehl. Sie zeigt wunderbar, wie unser Mutter-Mythos historisch enstanden ist und macht deutlich, dass genau diese überhöhten Ansprüche ein Grund für Frauen sein kann, keine Kinder zu bekommen. Ansonsten geht es in erster Linie um die Dekonstruktion der Vorstellung, eine Frau sei quasi aufgrund ihrer Natur dazu da, Mutter zu sein und könne anders – also kinderlos – gar nicht glücklich sein. Über zwei Ecken ist aber natürlich auch das im obigen Zusammenhang interessant.

    Ansonsten: Unbedingt weiter so. Für mich bist du ein mega (Mutter-)Vorbild!

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  31. Annie

    Du bist ne wahnsinnig tolle Frau! Lass dir von anderen nichts anderes einreden.
    Deine Art, Kind und Karriere miteinander zu vereinen, macht mir Mut. Danke!

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  32. Denise-diegutendinge

    Recht hast du – leben und leben lassen. Bloß nicht mal im Ansatz rechtfertigen was man wie wann macht. So lange es allen gut geht – Kinder, Mama und Papa oder andere Mama und anderer Papa… oder … na du weißt schon… dann ist alles in Ordnung. Aber ich habe schon von unserer ersten Tochter an das Gefühl gehabt, in unserer Gesellschaft läuft vieles im Bereich Kinder und Kindererziehung in die komplett falsche Richtung.. ich frage mich aber auch genauso lange, wie man das ändern kann… ach ja und noch was: für alle, die alles wissen: immer vor der eigenen Tür kehren! Hab es schön
    Denise

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  33. Moana

    Liebe Nike,

    ein toller Artikel, wie immer! Mein Sohn ist inzwischen 16 Monate alt und ich finde mich absolut wieder in deinen Zeilen: Auch ich brauche und nehme mir ab und zu Auszeiten für ein paar Nächte. Ich dachte, ähnlich wie du, dass das nichts macht, weil mein Kind ja daran gewöhnt ist. Nun kam ich gestern von einer solchen Auszeit zurück, holte den Jungen in freudigster Erwartung bei meiner Schwiegermutter ab, und was soll ich sagen: Er war beleidigt. Und zwar zutiefst. Wollte nicht auf meinen Arm, hat mich kaum angeschaut, Schwiegermama durfte nicht mal den Raum verlassen! Er war richtig sauer. Zuhause waren wir zwar wieder Freunde, aber dennoch: Diese Geschichte hat mein Mutterherz bluten lassen und mich sehr nachdenklich gemacht. Ich denke, der Trick beim Kinderhaben ist, sich selbst UND die sich ständig ändernden Bedürfnisse des Kindes nicht aus den Augen zu verlieren.

    Alles Liebe, M

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