Schlagwort-Archiv: Gucci

Outfit // Gegen das Gehenlassen

29.03.2017 um 10.31 – Outfit Wir

raffia bag mangoIn Hollywoodstreifen ist es ja oft so: Da wachen die Damen des Hauses stets in zusammenpassender feinster Unterwäsche auf, das Frühstückseiweiß wird im seidenen Morgenrock verspeist und wenn man genau hinschaut, dann lugt außerdem noch irgendwo ein vornehmes Spitzenhemdchen aus dem Revers heraus. Das ist dann meist der Moment, in dem mir die ein oder andere Feierabend-Pommes vor lauter Lachen aus dem Nasenloch schießt. Abends, mit dem Laptop auf den Knien, sehe ich nämlich aus wie morgens, ich trage stets ein Feinripp-Unterhemd, das ich rechts und links an beiden Beinen des ausgewaschenen Schlüpfers, der bestimmt nicht zum BH passt, wie Flügelchen herausziehe, und einen Frottee-Bademantel, in dem ich schon diverse Vorlesungen verschlief.

Wenn ich es mir recht überlege, spiegelt dieser Anblick sogar am ehesten wider, wie ich mich Ende des Winters auch sonst so hinsichtlich meines modischen Feingefühls gesehen habe. Gar nicht speziell. Nur pragmatisch. Ich begrüße dieses vogelfreie Laissez-Faire sehr, bloß schlug es mir so langsam aufs Gemüt, hin und wieder dachte ich sogar darüber nach, mich einem Selbstversuch zu widmen: Ein Jahr, eine Jeans, zwei Pullis – oder so ähnlich. In letzter Sekunde packte mich der Frühlingseinbruch allerdings am Schlafittchen, sodass der Sinn mir mit einem Mal und ganz unverhofft wieder nach ein bisschen Firlefanz stand. Gegen das Gehenlassen sozusagen. Zumindest obendrüber: weiterlesen

Outfits // 3 x Zwischendurch

21.03.2017 um 12.43 – Outfit Wir

Nach monatelanger Mode-Langeweile bin ich gerade dabei, meinen eigenen Kleiderschrank neu zu entdecken, und auch aus- und aufzuräumen, aber trotzdem kommt mir immer wieder der Alltag dazwischen. Manchmal trage ich tagelang die gleiche Jeans und wechsle bloß Socken und was man noch so austauschen muss, weil Leben, aber dann, dann packt es mich. Oder auch nicht. Auch das ist in Ordnung, aber manchmal reicht schon ein kleiner roter Ohrclip, um gegen die Tristesse anzukommen und wieder Freude am Spiel mit modischem Firlefanz zu schnuppern. Es geht jedenfalls bergauf, die Leidenschaft brodelt hier und da schon wieder. Und bald seht ihr auch wieder regelmäßig mehr von uns, versprochen. Den Anfang machen immerhin drei Outfits von Zwischendurch, wie damals, im Sommer, als man gar nicht richtig über die vermaledeite Garderobe nachdachte und sich trotzdem stets pudelwohl fühlte. Einfach darum: weiterlesen

OUTFIT //
„Zieh dich doch mal wie ein Mädchen an“

06.02.2017 um 10.16 – Outfit Wir

hosenanzug

„Hallo, Herr van Dinther!“ lachte mein Lieblings-Späti-Verkäufer mir entgegen, als ich am Samstag Hosenanzug-tragend eine Packung Kaugummi bezahlten wollte. Es dauerte nicht lang, da fühlte ich mich auch schon wieder vier Jahre zurück versetzt, ich weiß nämlich noch ganz genau wie man damals mehrheitlich auf meinen ganzen Stolz, den braunen Zweiteiler von Wood Wood, reagierte. Mit Unverständnis nämlich. Ich glaube sogar, eine entfernte Kollegin wollte mir irgendwann einmal durch die Blume zu verstehen geben, dass in „solchen Fällen“ ein kleiner Stilbruch angebracht sei, hohe Hacken etwa oder roter Lippenstift, der Weiblichkeit zuliebe. Ich hingegen habe bis heute nicht verstanden, warum Kleidung überhaupt „vorteilhaft“, „sexy“ oder „feminin“ sein muss. Sie darf es sein, keine Frage, aber wichtiger ist doch, dass sie sich gut anfühlt und dem Gemüt entsprechend. Ich glaube zudem kaum, dass man mich aufgrund meiner Kleidung für einen Mann halten könnte und selbst wenn – wie furchtbar? Keineswegs. Damals kommentierte sogar jemand, ich hätte in diesem Aufzug etwas von einer „Lesbe“. Soso.

Ich tobte. Aber einzig und allein, weil nicht fassen könnte, dass es offenbar noch immer Menschen gibt, in deren kleiner Welt es wichtig scheint, von welchem Ufer das Gegenüber stammt, die glauben, man könne aufgrund von Kleidung oder der Nasenspitze per se auf die jeweilige sexuelle Orientierung schließen. Ich schrieb damals: „Wer weiß das schon“. In der Uni war ich schließlich mal kurz in ein Mädchen verguckt gewesen, bis ich schließlich feststellten musste, bis über beide Ohren heterosexuell zu sein. Ich dachte im Angesicht dieser Erkenntnis jedenfalls nur „aha“ und nicht „jippie“. Und lachte mir fortan ins Fäustchen, wann immer mir jemand aufgrund meiner Kleidung, Gestik oder Mimik eine Liaison mit einer meiner besten Freundinnen, die -Wahnsinn- lesbisch ist, nachsagte.  weiterlesen

Wish List // First Glimpse of Spring

02.02.2017 um 10.30 – Shopping

wishlist

Der Januar ist modetechnisch gesehen, ein ganz laues Lüftchen: Zwischen Sale-Ware, die man meistens gar nicht braucht und neu eingetrudelten Kreationen, die man wetterbedingt noch gar nicht ausführen kann, macht sich Müdigkeit breit. Und so tendieren auch wir Anfang des Jahres vor allem meist zu immer gleichen Kombinationen, die in erster Linie vor Kälte schützen, statt wie ein Feuerwerk daher zu kommen. Während der Mantel bereits Augenroller hervorruft, das Schuhwerk dank Salz und Eis auch nicht mehr wie aus dem Ei gepellt dreinblickt und Mützen auch noch jede Bemühungen einer Frisur dem Erdboden gleich machen, bleibt nur eines zu hoffen: Komm schnell her, du zarter Frühling, denn wir wollen endlich wieder leicht bepackt vor die Tür treten, Knöchel zeigen und wirklich nur dann auf Layering setzen, wenn uns aus freien Stücken der Sinn danach steht.

Realistisch betrachtet, müssen wir uns wohl noch rund 3 Monate gedulden, bis es soweit ist. Nun, zumindest dann, wenn wir der kalten Deutschlandbrise nicht den Rücken kehren. Träumen darf man aber wohl trotzdem: Zum Beispiel von längst ausverkauften Sonne, Mond & Strerne-Taschen (Gott sei dank!), von Pfirsichen auf der Brust und geblümten Slippern in zartem Rosé. weiterlesen

FASHION WEEK BERLIN //
Outfit Tag 2. Vintage Rules 🍒

23.01.2017 um 9.23 – Outfit Wir

sarah

Man könnte uns Modemüdigkeit unterstellen – oder zumindest: Berliner Modemüdigkeit – doch dem ist keinesfalls so. Weil wir an dieser Stelle noch nicht alle Schauen rauf und runter besprochen haben, entstehe der Eindruck, flüsterte man mir. Vor allem dann, wenn man sich die Vorjahre im Vergleich dazu ansehe. Na, klar: Auf unserer allerersten Berliner Modewoche vergaßen wir fast zu atmen, weil wir nicht nur wirklich ausnahmslos ALLE Schauen besuchten und auch ALLE Runway-Bilder selbst schossen, wir schrieben auch zu ALLEN Präsentationen einen kleinen Bericht. Euch hat’s am Ende wahrscheinlich genauso wenig interessiert wie uns, bloß mussten wir uns schließlich erst einmal einfinden, in diesen ganzen Modewahnsinn. Und so wurden wir mit den Jahren selektiver und wollen heute auch nur die Designer besuchen, die uns am Herzen liegen und mit ihrer Schnittkunst wirklich überzeugen.

Bloß ist es so, dass die Berliner Modewoche auch nach 7 Jahren noch immer so plötzlich und so kurz nach Weihnachten kommt, dass wir planungstechnisch gern mal versagen, Elina und Scalamari Bali und LA dem Berliner Januar lieber vorziehen, Nike Jane ab Tag 2 auch noch mit einer Erkältung flach lag und, ach ja, da war ja was: Zwei Minis sowieso viel wichtiger sind, als jeder Modezirkus dieser Welt. Also entschuldigt in diesem Jahr die kleine Verzögerung. So viel sei versprochen: Wir sind noch lange nicht fertig mit Vladimir Karaleev, Perret Schaad und Co und haben selbstverständlich die ersten Trends für euch ausgemacht. Aber dazu später mehr.  weiterlesen

Bilder des Tages // Gucci Pre Fall: 7 Dinge, die wir uns abschauen sollten

13.12.2016 um 11.31 – Mode

gucci pre fall

„Dekoration“ lautet das große Wort des Herrn Alessandro Michele, der mit seinen Pre Fall Looks 2017 aufs Neue beweist, dass „Mehr offensichtlicht mehr“ bleibt: Layering deluxe trifft auf Leidenschaft pur, auf Exzentrik und Wahnwitzigkeit, auf unendlichen Spaß und Experimentierfreudigkeit sondergleichen. Das, was sich Gucci seit mehreren Saisons traut, schlittert entweder voll an eurem Geschmack vorbei oder trifft direkt ins Herz: Eine „Schwarz oder Weiß“- Entscheidung trotz all der Farbexplosionen, die hier in einem einzigen Outfit aufeinander treffen.

Wer sich mit den Saisons der der Kollektionen auskennt, der weiß, dass Pre Fall Kollektionen, also eben genau die Linie zwischen Sommer und Wintereinbruch, so unentschlossen und tragbar zugleich sind und wie kaum eine andere Auskopplung so lange verfügbar ist. Von Anfang August bis Ende Dezember tummeln sich die Kreationen in den Stores. Wir haben also im kommenden Jahr genügend Zeit, die kleinen besonderen Kirschen aus Micheles neuestem Meisterwerk herauszupicken, uns wieder an farbige Strumpfhosen heranzuwagen, glitzernde Turbane und mit Strass besetzte Sonnenbrillen aufzusetzen und im floralen Jogger mit Steg für die Füße vor die Türe zu gehen: Guccis kommende Märchenwelt ist ein Fest für’s Auge, zusammengesetzt aus der DNA Guccis, vermengt mit einer Portion 80er Jahre Schalk im Nacken und einem starken Statement: Dieses stofflich gewordene Wunderland war keine Eintagsfliege, kein Jux, dieses eklektische Fest für die Sinne ist ein Statement und bringt auch nach vier Saisons noch immer ganz eindeutig Pfiff in die Branche. Und genau das sollten wir uns merken: weiterlesen

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OUTFIT // L’AMOUR FOU

24.11.2016 um 11.02 – Outfit Wir

G.KeroDie belgische Künstlerin Marguerite Bartherotte hatte eigentlich überhaupt nicht vor, in der Modebranche zu landen, bis sie sich nach einem Studium der Kunst glücklicherweise doch noch dazu entschloss, ihre wilden Illustrationen vom Papier zu befreien und ein eigenes Label zu gründen: G. Kero. Faire Produktion inklusive. Seither können wir ihr ganz persönliches Kamasutra, etliche Papageien und sogar Pharrell-Aquarelle nicht nur anschauen, sondern auch anziehen. Herrlich ist das, wenn man mich fragt. Denn an ganz besonders spießigen Outfit-Tagen mausert sich die Nackedei-Bluse gerade zu einer Art stillem Kumpanen meines heimlichen Schalks im Nacken. Das Ausführen kann nämlich durchaus zu Verwirrungen in feinen Gesellschaften führen, und auch an Supermarktkassen, aber macht furchtbar viel Spaß. Es ist schon verwunderlich, dass ein paar schelmische Figuren es vermögen, den Leuten in einer übersexualisierten Welt wie der unseren tatsächlich noch rote Bäckchen zu bescheren. Aber auch große Freude.

Dazu trage ich einen 2nd-Hand Fund aus Amsterdam und zwar einen unverhofft wertvollen. Ich wunderte mich im Laden sogar noch über den verhältnismäßig frechen 90-Euro-Preis, entschied mich wegen der perfekten Farben aber trotzdem zum Kauf und wurde ein paar Meter weiter beinahe etwas Bleich und Baff vor Freude. Als ich den Blazer nämlich irgendwann aus der Einkaufstüte zog und überwarf, schielte ich plötzlich auf ein gut verstecktes Christian Dior Logo, was mich besonders aufgrund des aktuellen Debüts von Maria Grazia Chiuri als Chefdesignerin zum Jauchzen brachte. Ich sags mal so: Damit ist mein mein Vintage-Glück für die kommenden zehn Jahre wohl aufgebraucht: weiterlesen

OUTFIT //
Kaffeeklatsch heißt das Zauberwort.

10.11.2016 um 17.14 – Outfit Wir

nike van dinther

Gestern Abend habe ich mit einer meiner beiden überaus charakterstarken Omas telefoniert und forsch wie ebenjene, die bereits nach dem zweiten Klingeln unerwartet laut in den Apparat brüllte, nunmal ist, entlud sie binnen weniger als fünf Minuten sämtlichen Hass auf die politische Gesamtsituation der Welt in einem hundsgemeinen Monolog, der sich gewaschen hatte. Ich glaube, sie benutzte sogar das Wort „scheiße“, ganz sicher bin mir da aber nicht, auf mein Nachfragen hin, ob ich das jetzt wirklich richtig verstanden hätte, murmelte sie nur irgendetwas von wegen „Ja haben die Leute denn das Diskutieren verlernt.“ Ich sagte Oma, dass das gut sein könne, ich würde nämlich immer wieder die traurige Erfahrung machen, dass Streitgespräche mit Betoung auf „Gespräche“ meist schon im Keim erstickt würden, weil eben niemand niemandem auf den Schlips treten will oder weil der, dem auf den Schlips getreten wurde gleich die beleidigte Leberwurst spiele.

Was man dagegen tun könne, fragte ich irgendwann und Oma sagte nur: Kind, ein ausgedehnter Kaffeeklatsch hat noch niemandem geschadet. Das mag banal klingeln, aber womöglich ist was dran. Man sollte sich Sonntags statt zum Tatort in großer Runde zum Umtrunk koffeeinhalter Heißgetränke treffen und plappern was das Zeug hält und zwar ohne Angst vor Unanehmlichkeiten. Vielleicht müssen auf regelmäßiger Basis ganz gediegen die Fetzen fliegen dürfen, damit wir konstant von anderen lernen können. Und den eigenen Horizont erweitern. Und am besten fangen wir sofort damit an, gleich heute. Das passende Outfit zum Tee hätte ich schonmal, fehlt nur noch ein frisches Hirn nach der gestrigen Zermürbtheit: weiterlesen

DIY // Kirsch-Pumps à la Gucci

10.11.2016 um 11.55 – box3 DIY Schuhe

gucci cherry pumps

Heute morgen erreichte mich ein Mailing aus dem Hause Gucci, zwei Fußpaare baumelten da plötzlich auf meinem Bildschirm hin und her und es dauerte nicht lange, bis ich den Kopf reflexartig schräg legte, um mit den Augen klimpern und währenddessen in Jauchzgeräuschen aufgehen zu können. Schuld an meinem kleinen morgendlichen Anfall der Verzückung waren zwei sattrote Kirschen, die auf den schwarzen und swimmingpooltürkisen Schuhspitzen thronten. Wenn die beiden Attribute „ein bisschen kitschig“ und „irgendwie süß“ aufeinander treffen, bin ich wirklich sowas von leicht um den Finger zu wickeln, es ist kaum auszuhalten. Jedenfalls fand ich mich zwei Klicks weiter selbstredend im Online Shop wieder, machte dann aber schnell wieder kehrt, weil: Das kann man doch auch selbermachen. Es muss ja nicht unbedingt ein neues Paar Schuhe sein, das mit mit künstlichem Deko-Obst beglückt, aber welche bessere Methode gäbe es schon, einem alten stiefmütterlich behandelten Exemplar auf diese Weise ein neues Leben zu schenken. Vielleicht ja sogar für unter den Weihnachtsbaum. Weihnachtskirschen. Herrlich! weiterlesen

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Outfit //
Second Hand Goals

07.11.2016 um 12.27 – Outfit Wir

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Meine Lieblingsmenschen um mich herum haben es im Moment wirklich nicht ganz leicht mit mir, ich leide nämlich an akuter Entscheidungsunfreudigkeit, die sämtliche Menschen in meiner Umgebung an den Rand des Wahnsinns treiben dürfte. So auch vergangene Woche: Mein Geburtstag rückte unaufhaltsam näher, fiel auf einen Sonntag, und ich konnte mich partout nicht entscheiden, worauf ich wann wie und überhaupt am allermeisten Lust habe. Also saß ich die ganze Chose aus, zuckte auf Nachfragen nur mit den Schultern und fand mich bedröppelt einen Abend vor dem Tag am Küchentisch wieder. Soll ich jetzt noch was organisieren oder war es eigentlich zu spät? Die Entscheidung wurde mir am Tag drauf kurzerhand einfach abgenommen: Pünktlich um 10 leuchteten die Wunderkerzen vor meiner Tür und trieben mir kleine Tränchen in die Augen. Ich Glückskind habe einfach die goldigsten Freunde der Welt, die mir meine Entscheidungsunfreudigkeit in diesem Jahr offensichtlich so gar nicht krumm nahmen und einfach da waren, weil sie wohl wussten, was mich am Ende des Tages am allerglücklichsten machen würde: Gemütlichliche Zig-samkeit mit Pizza und Cola ohne viel Tohuwabohu.

Mein letzte Jahr in den 20ern ist somit angebrochen und ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass ich es auf meinen nächsten, runden (himmelherrgott!) Geburtstag wirklich so ordentlich krachen lasse. Entscheidung schon jetzt getroffen. Versprochen! Es geht also bergauf. weiterlesen

Outfit // Orange 🍊

25.10.2016 um 8.01 – Outfit Wir

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Im letzten Jahr war ich mir sicher, die Skinny Jeans würde schon ganz bald aussterben. Oder sagen wir es so: zumindest würden es ein paar andere Hosenmodelle schaffen können, sie von der 10jährigen Pole Position zu stoßen. Ich meine: Irgendwann löste die knatschenge Röhre doch auch die Boot Cut Schnitte ab, warum sollte es dem Stretch-Liebling nicht auch langsam so ergehen? Pustekuchen, bis heute tut sich nichts. Erst im vergangenen Jahr startete die Schlaghose den Angriff – und verschwand auch nach einer Saison wieder in der Versenkung. Ich tippe auf „Ausführungsschwierigkeiten“, denn die Flared Pants sind längst nicht so unkompliziert, wie ihr hautenger Konkurrent: Meist fehlt das richtige Schuhwerk und auch der Hosensaum macht gern Faxen, zerfleddert oder landet wieder in irgendeiner Pfütze. Anders kann ich mir den Grund ihres Verschwindens jedenfalls kaum erklären.

Starten wir heute also einen neuen Versuch der (zumindest teilweisen) Skinny-Jeans-Verdrängung: Mit Hochwasserschlag! Und der kommt direkt von dem nachhaltigen Denimlabel Kings of Indigo. Ihr kleines Geschenk schlich sich vergangene Woche ohne viele Bemühung direkt in mein Herz. Anprobiert – und zack: Seit vier Tagen laufe ich permanent im Modell „Jane“ herum und nur die Schlafanzugshose macht ihr derzeit Konkurrenz. weiterlesen

OUTFIT // Himbeerrosa.

04.10.2016 um 11.19 – box2 Outfit Wir

Processed with VSCO with m4 presetIch muss ja ehrlich sagen, dass ich mich nicht selten vertue. Diese rosafarbene Tasche zum Beispiel, über die lässt sich streiten und obwohl ich einen ganzen Monat lang über deren Anschaffung sinnierte, stand ihre Zukunft jüngst auf der Kippe. Als sie bei mir eintrudelte, im Spätsommer, war ich mir ganz sicher, eine neue Liebe gefunden zu haben, aber schnell fragte ich mich, ob ich mir vor lauter Euphorie nicht selbst etwas vorgeschwindelt hatte, denn seien wir mal ehrlich, das Schweinchen lässt sich nicht einfach so mir nichts dir nichts auf neutrale Alltagstauglichkeit herunter brechen. Muss ja auch gar nicht sein, schon klar, aber meine derzeitige Lieblingsjacke etwa ist ein Leopardentraum, den ich stets mit derbem Schuhwerk zu entschärfen versuche, nicht für andere, sondern für mich selbst. Beides zusammen genommen, das Schweinchen und die Raubkatze – Hallelujah. Ihr wisst schon.

Mir blieben am Ende also nur zwei Möglichkeiten: Kapitulation oder Umdenken. Ich wählte zweiteren Weg und stieg vom gefleckten Puschel-Kumpel auf Samt, Wolle und Beerentöne um. Hat seltsamerweise so gut funktioniert, dass ich eine schwarze Tasche mittlerweile kaum klassischer finden könnte. Aber wie gesagt: Ich vertue mich gern. Womöglich auch diesmal, dann ist es mir eben bloß noch nicht aufgefallen: weiterlesen

Mailand Fashion Week // 6 Tendenzen, die wir uns von Gucci für den Sommer abschauen sollten

22.09.2016 um 12.19 – Mode

gucci

Kaum eine andere Show wurde so mit Spannung herbei gesehnt wie Alessandro Micheles Präsentation für Gucci. Michele hat es in den vergangenen Saisons nicht bloß geschafft, das Traditionslabel aus Italien komplett zu entstauben, Michele hat die ganze Modebranche auch innerhalb kürzester Zeit komplett auf den Kopf gestellt: Der Spaß ist zurück, die Opulenz ist wieder gern gesehen und „geht nicht gibt’s nicht“ wird gepredigt, was das Zeug hält. Zig Nachahmer sind seither auf den Gucci-Zug aufgesprungen, haben sich von Renaissance-verliebten Kreationen inspirieren lassen, Schleifen und Rüschen an allen erdenklichen Stellen angebracht, Plissee wieder aus der Versenkung gekramt oder sind mit auf den Slipper- und Loafer-Zug aufgesprungen. Michele hat sie alle gekriegt und Bewies gestern, dass eine Kursänderung noch lange nicht in Sicht ist.

Ein bisschen düsterer wirkt sie, die Frühjahr/Sommer Kollektion für 2017, noch verschrobener als sonst und wer sich nicht auf irgendwelche Akzente aka Anhaltspunkte fixiert, der sitzt an dieser Stelle wohl bloß nur noch kopfschüttelnd vor dem PC. Ist das schon Kunst oder werden wir hier eigentlich nach Strich und Faden veräppelt? Vielleicht ist es eine Mischung aus Beidem und dieser Herr Michele testet in Mailand derweil unsere Grenzen aus. Gönnen wir ihm diesen Spaß und suchen uns doch einfach unsere kleinen, feinen Highlights aus der kommenden Kollektion heraus. 6 Tendenzen, die wir gewiss nachmachen werden: weiterlesen

Outfit // Von Pink und Rot und Farb-Eitelkeiten.

24.08.2016 um 19.37 – box2 Outfit Wir

nike van dinther thisisjanewayne pink gucci wallet on chainSpätestens als Miley Cyrus irgendwann in einem Interview behauptete, Pink sei ja überhaupt gar keine Farbe, sondern viel eher eine Frage der Attitüde, schwor ich mir, weiterhin und bis in alle Ewigkeit quasi attitüdenlos durchs Leben zu kommen. Wie so viele Versprechen an mich selbst, wurde selbstredend auch ebendieses gebrochen, was zu großen Teilen mit Trotz zutun hatte, aber auch mit der Erkenntnis: Farben kennen kein Pardon. Ganz im Gegenteil sogar, manchmal schleichen sie sich aus dem Blauen heraus einfach in unser Leben, so wie dieses satte Rosa dort oben zum Beispiel. Ich hätte es ja auch nicht für möglich gehalten, echt nicht. Aber zurück zum Trotz, denn ich die Einteilung in schlaue und beschränkte Nuancen wirklich leid und darüber hinaus wurde ich erst neulich richtig fuchsteufelswild, als jemand in meinem entfernten Bekanntenkreis über eine andere Bekanntin herzog: Die Sonne hätte ja wohl ohnehin das Hirn dieser jungen Dame zerbrutzelt, das sähe man ja schon an all dem Pink in ihrer Kleidung, so eine verdammte Tussi. Was für ein beschissenes Klischee, dachte ich noch, als die Hälfte der Versammlung eifrig nickte, vor allem die anwesenden Frauen, die sich plötzlich so wahnsinnig richtig vorkamen in ihrem gedeckten Einheitsblau. Dabei waren sie nichts weiter als fies. Und viel oberflächlicher als jede Rosa-Trägerin, die ich kenne. Was ich mit alldem eigentlich sagen will, ist:

Meine neues „Wallet on chains“ von Gucci ist überhaupt nicht die tussigste Obertussen-Tasche aller Zeiten, der Begriff „Tussi“ allein ist ja schon großer Quatsch, oder zumindest gehört die damit einhergehende Negativ-Assoziation verbannt. Wie auch immer, diese Tasche ist bloß sowas wie die warm-rosa Kirsche auf der Torte des Alltagsgraus, zum Anbeißen schön und endlich meins. Zwei Mal im Jahr darf nämlich ein lang angeschmachtetes Schätzchen in meinen Kleiderschrank wandern, wenngleich dafür viele, viele alte Stücke von dannen ziehen müssen (Tictail wird gerade wieder vollgepackt). Nach diesem Prinzip fällt der Abschied immerhin gar nicht mehr so schwer: weiterlesen

All Eyes on //
Rosa Handtaschen – yesnomaybe?

15.08.2016 um 8.00 – Accessoire box3 Trend

trend pink bag rosa handtasche 2016Erst neulich hatte ich über allerlei Hormone geschrieben und womöglich bin ich gerade Opfer ebendieser. Das allgemeine Internet-Brainwashing jedenfalls kann nicht Schuld an meiner jüngsten Passion für rosafarbene Handtaschen sein, es hat mich nämlich gefühlte Jahre gekostet, überhaupt ein paar Fotos zum Beäugen und Abwägen meiner fixen Idee ausfindig zu machen. Am Ende habe ich kaum passendes Material gefunden, weshalb ich zur Deutlichmachung meiner Vision eine kleine Collage aus Jeans, T-Shirt und roten Mules baute, rot und rosa, gemeinsam getragen, das ist nämlich auch so ein modisches Ding ganz nach meinem Geschmack. Trotzdem macht mich meine Schwäche für Milkshake-Töne dieser Tage doch sehr stutzig. Und nein, ich bin nicht schwanger. Höchstens ein bisschen Banane. Immerhin steht nur ein einziges Taschenmodell auf meiner vorläufigen Wunschliste, nämlich das Wallet on Chains von Gucci, das zwar waghalsig teuer, aber immer noch viel preisgünstiger als der Rest von Designerfest ist und wenn schon, denn schon, außerdem steht ja noch eine Investition aus. Tictail wird gerade gefüllt – aber da sag ich dann nochmal gesondert Bescheid ♥

Jetzt brauche ich zunächst eure Meinung – ja, nein, vielleicht? Nagel im Kopf? Hervorragend? Lass krachen? weiterlesen