Gelesen: Das Fräulein Magazin

Ein Magazin-Name, der doch ein bisschen polarisiert. Eine so wunderbar liebevolle Gestaltung. Modethemen und Beautytipps. 160 Seiten für einen Startpreis von zwei Euro. Ein ehemaliges Idol, dass irgendwie gefallen ist und eine wunderhübsche Ambra Medda:

Das Fräulein Magazin liegt jetzt seit fast zwei Wochen in gut sortierten Zeitschriften-Shops und Buchhandlungen für uns aus. Und genauso lange wartet es auch schon neben meinem Bett darauf, endlich zu Ende gelesen zu werden. Der erste Blick ins Heft gefiel mir von Anfang an unsagbar gut: Auffallend positiv ist die Gestaltung des Mags, die unheimlich kreativ und detailverliebt umgesetzt wurde und die gleich beim Aufschlagen und mit der ersten Seite, dem Inhaltsverzeichnis, ein jedes Mädchenherz höher schlagen lässt: Zarte Blümchen hier, Illustrationen, die wie Pinselstriche mit Aquarell gemalt wurden, die so sanft und hübsch umgesetzt wurden dort.

Und weil wir euch das Magazin im Vorfeld so angepriesen haben, ist es ja nur richtig, dass wir uns abschließend noch mal dazu äußern. Nun habe ich es gestern also endlich geschafft, dem Aufwand der Gestaltung gerecht zu werden und das Mag komplett zu lesen. Ich weiß leider noch immer nicht, ob es mich das Fräulein in den Bann gezogen hat oder nicht. Schlecht finde ich das Magazin auf gar keinen Fall, aber kann es zur Lieblingslektüre avancieren?

TOP!


Die Darstellung!!

Das Team stellt sich vor: Jeder Autor und jeder Mitwirkender wird von A bis Z vorgestellt. Dabei geben private Fotos Einblick in den Aufgabenbereich der Macher und werden in einem kurzen Satz kurz portraitiert.

Tolle Frauen: Janelle Monae und Cover-Modell Ambra Medda! Sowohl die Sängerin als auch das natürliche Model werden unheimlich authentisch und liebenswert dargestellt. Vor allem Ambra Medda, die dem Mag noch ein paar Schnappschüsse mitschickte punktet sowas von und macht mich als Leserin schon fast ein klein bisschen neidisch, weil sie so perfekt und hübsch ist – gleichzeitig aber auch zauberhaft natürlich und mitreißend!

Richtige Männer! Tony Ward zeigt seinen tollen Körper und das unsagbar attraktive Model Patrick Petitjean, der uns die lässigsten und coolsten Männerklamotten präsentiert – mit dem Zitat oben drüber: Ein Mann kann anziehen, was er will – er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau – Wohl wahr Coco, wohl wahr!

Die Geschichte des Hermès Carré wird vorgestellt. Kann ich mit zwar nicht leisten, macht aber gar nichts, weil die Story dahinter super geschrieben ist!

Mode, die mal wieder richtig schön präsentiert wird. Zur Inspiration, wohl gemerkt!

Die Geschichte einer mutigen, israelischen Frau, die tragisches erlebt hat und doch nicht aufgibt!

Brautmode mal anders. Nicht meins, aber trotzdem gelungen!

Das Rezept – Oh Gott, ja! Ich möchte es unbedingt nachbacken und meinen Lieben einen warmen Apfelkuchen präsentieren! Ein Oma-Rezept. Und das hat Tradition!

Die Feststellung, dass Kate Moss wirklich ein Anti-Fräulein ist. Nicht, weil sie scheiße ist oder wir sie gerade doof finden, nein: weil sie einfach früher so viel toller war, so viel mehr Kate Moss und so viel mehr begehrenswerter war als heute. Als farblos wird sie beschrieben und liest man den Artikel, sagt man irgendwie: stimmt, Fräulein Magazin. Dennoch: Schade eigentlich.

Wunderhübsche Pieces werden vorgestellt. Hier komme ich allerings auch gleichzeitig zum NOT.

NOT:

Inspiration schön und gut, aber reichen mir tolle Abbildungen von Taschen, Uhren oder anderen hübschen Stücken, wenn ich nicht weiß, wo ich sie her bekomme oder wie teuer sie sind? Ich habe mich total in die kleine wunderhübsche Tasche in gestepptem Rot verliebt – aber ehrlich gesagt, ist sie von Botega Venetta – leisten kann ich mir sie also in keinem Fall.

Das Schnittmuster ist eine wunderbare Idee, für mich aber leider nichts, weil ich dabei nichts verstehe. Darüber muss ich wohl hinwegsehen!

Das Horoskop. Es ist zwar nicht so platt wie alle anderen, aber irgendwie unnötig.

Fazit

Vielleicht brauche ich eine zweite Ausgabe der Fräulein. Der Name gefällt, die thematische Bandbreite auch, die TOP-Liste überwiegt und vielleicht kann ich mich ja auch noch mit den überteuerten Accessoires anfreunden und sie wirklich nur als Inspiration ansehen!

Fräulein Nummer Zwei, ich wart auf dich!

Für all diejenigen von euch, die das Magazin noch nicht haben, weil sie es in ihrer Region nicht bekommen können: Das Fräulein soll es ganz bald bei Amazon geben – Schaut mal rein, es lohnt sich in jedem Fall.

2 Kommentare

  1. Bianka

    Da bin ich völlig deiner Meinung! Die Artikel sind gut geschrieben und haben einen tollen Dreh. Aber an manchen Ecken und Enden muss das ‚Fräulein‘ noch feilen. Gut, es soll eine Mischung aus Frauenmagazin und Fanzine sein. Aber zu oft habe ich mir gedacht: hä?! Beispiel: Das Schnittmuster. Muss man das kapieren? Beim nächsten Mal möchte ich doch ein kleines bißchen mehr an die Hand genommen werden als Leser.
    Offensichtlich richtet man sich auch an ein spezielles (gut betuchtes), nicht altes, aber auch nicht junges Publikum. Da irritiert der Name ‚Fräulein‘ ein bißchen.
    Trotzdem auf jeden Fall seine 2 € wert! Die Artikel sind wirklich klasse. Als ich den Blumen-Text gesehen habe, dachte ich erst ‚Seriously?‘. Aber am Ende war das einer meiner Lieblingstexte.

    Antworten
  2. Svenja

    Die Kritik finde ich super! Ich bin am Erscheinungstermin sofort zum Kiosk gerannt, um es zu kaufen und habe es auch noch nicht ganz fertig gelesen.
    In den meisten Punkten stimme ich dir voll zu und zum Schnittmuster sage ich nur: Ich verstehe es auch nicht, obwohl ich durch meine Ausbildung wesentlich anspruchsvollere Schnitte anfertigen kann.
    Außerdem kann mit der Anleitung auch niemand etwas anfangen, außer er ist vom Fach. 🙂

    Antworten

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