Ausstellung: Madame Grès – eine der größten Couturières der Modegeschichte

22.03.2011 Kunst, Event, Allgemein, Mode

Madame Grès gilt noch heute, 18 Jahre nach ihrem Tod, als eine der begabtesten und stilprägendsten Couturières der Modegeschichte. Das Musée Bourdelle würdigt ihr Lebenswerk demnächst mit einer Retrospektive. Auch wenn wir zwischen dem vom 25. März und 24. Juli nicht in Paris sein könnnen, so werfen wir doch trotzdem einen kleinen Blick auf ihr küntlerisches Schaffen.

Eigentlich hieß die junge Dame von damals nämlich Germaine Krebs und hatte sich zur Bildhauerin ausbilden lassen. Da dieser Beruf in den 30er Jahren allerdings der Männerwelt vorbehalten war und als Beschäftigung für ein junges Mädchen als äußerst unflätig galt, sattelte sie kurzer Hand um – zum Glück, denn fortan schneiderte sie für große Pariser Modehäuser.

1934, damals war sie 31 Jahre alt, eröffnete sie schließlich ihr erstes eigenes Geschäft: Das Atelier Alix Barton. Der große Durchbruch gelang der Meisterin der fließenden Gewänder aber erst mit ihrem späteren Salon, den sie Grès nannte. Bis in die späten 80er blieb sie ihrem Stil treu: Kein zweiter beherrschte die Technik des Drapierens so wie sie – und noch heute ist es ungewöhnlich, Roben direkt am Körper der Trägerin zu schneidern. Madame Grès aber bezog die Statur ihrer Kundinnen in den Schnitt ihrer Entwürfe mit ein, war der Ästehtik römischer Gewänder verfallen. Greta Garbo, Jackie Kennedy oder Marlene Dietrich – alle waren sie verrückt nach der Haute Couture der Madame, nach ihren Seidenjersey-Kleidern.

Bis heute gilt die 1993 verstorbene Modeschöpferin als eine der wenigen Verfechterinnen der Haute Couture, der wahren Schneiderkunst. Denn erst spät, als ihr Unternehmen schon dem Untergang geweiht war, ließ sie sich auf die von ihr oftmals als Prostitution beschimpfte Prêt-à-porter, die Mode für jedermann, ein. Retten konnte sie ihr Unternehmen „Madame Grès“ nicht – aber sich unvergesslich machen, das hat sie geschafft. Noch heute inspiriert sie die großen Designer, die sich immer wieder eine sprichtwörtliche Scheibe von ihr abschneiden.

Das Musée Bourdelle wird 80 ihrer Kreationen zeigen – wir werfen einen kleinen Blick auf sie:

via vogue.

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