Welt.de hat einen Artikel über meinen Instagram Account geschrieben

18.03.2015 Gesellschaft, box1

11008004_619002618201241_1143163672_nNatürlich gehe ich nicht wirklich davon aus, dass mein Account namens @nikejane der Welt Online Autorin Laura Ewert tatsächlich als Vorlage für ihren brillanten Kommentar „Instagram macht uns alle zu Psychopathen“ diente, möglich wäre es aber durchaus, vielleicht sogar wahrscheinlich, mindestens aber denkbar. Vollkommen sicher bin ich mir ehrlich gesagt noch immer nicht, denn wenn an so will, dann bin ich das ultimative Paradebeispiel eines bloggenden Users der „kaputtesten App der Welt“. Womöglich bin ich aber auch bloß ein Klon, denn das, was ich da tagtäglich betreibe, zieht sich durch die Instagram-Landschaft wie ein lang gezogenes Kaugummi. Was heute Morgen wiederum dazu führte, dass ich beim mobilen Lesen jeder einzelnen Laura-Zeile so schallend lachen musste, dass sich mein weißes iPhone beinahe in das ordentlich drapierte Egg Benedict Eigelb vor blauem Wandhintergrund verabschiedet hätte. Dabei hätte ich ebenso gut heulen können (oder sollen) während dieser Achterbahnfahrt der erfüllten Klischees. 

„(…)bis man sich über einen Kommentar einer weiteren Person in ein anderes fremdes Leben klickt. In eine andere fremde Wohnung, in einer anderen Stadt, wo ein hübscher Kelim unter einem Sofa von Bolia liegt, neben dem ein Couchtisch von Hay steht.“, heißt es zum Beispiel. Volltreffer.

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„Am Montag wird ein Bild aus dem Office gesendet, am Mittwoch das OOTD („Outfit of the Day“!) gezeigt, am Dienstag der grüne Smoothie, am Wochenende die Schnittblumen. Manchmal auch in anderer Reihenfolge, nur ein festes Datum gibt es in der Woche: den „Throwback Thursday“ (TBT) (…).“

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Gruselig. „Es sind die immer gleichen Marken, die von den meist weiblichen Instagram-Nutzern in die Kamera gehalten werden, weil es die immer gleichen PR-Agenturen sind, die ihnen diese Produkte in hübschen Päckchen mit handgeschriebenen Karten nach Hause schicken, die dann mit der Überschrift „happygirl“, „surprise“ oder „new in“ geposted werden können.“

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“ Blaue Wände, pastellfarbenes Geschirr, Sinnspruch-Prints an den Wänden. Kaffeetassen mit Buchstaben darauf, die entweder auf die Fensterbank neben eine Blumenvase gestellt werden oder neben die Tastatur, wenn Montag ist. Die Zeit von sauteuren Duftkerzen scheint vorüber. Dafür kommt man an einem Foto mit dem Buch von Lena Dunham nicht vorbei. Der von ihr formulierte Feminismus lässt sich ebenso hübsch tragen wie ein Trenchcoat von A.P.C.“

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Der Höhepunkt: „Man ertappt sich dabei, die neue Vase so auf den Tisch zu stellen, dass der Designer-Kerzenständer im richtigen Winkel steht, um auch noch den Print an der Wand richtig aufs Bild zu bekommen.“

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Dass der Artikel aber noch viel mehr sein will als ein geschriebenes Spiegelbild seiner Protagonisten, mehr noch als ein Aufruf zur Selbstreflexion, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Denn laut Verfasserin ist Instagram „(..)die schädlichste, die böseste und die kaputteste App, denn sie macht süchtig nach einer Lightversion des Stalkings. Und sie zerstört das Glück durch seine permanente Verbildlichung.“ Ein Satz, der sitzt. Aber darf die Quintessenz der Kritik hier wirklich schon enden? Keineswegs. Die Realität sieht nämlich noch ein bisschen schlimmer aus. 

Laura Ewert spricht außerdem von einem privatem Wettrüsten, vom gefährlichen Seiltanz mit der eigenen (inszenierten) Privatsphäre, von vorgeformten Lebenswirklichkeiten, die kein Scheitern mehr erlauben, von dem grausamen Umstand, dass ein einziges Bild darüber entscheiden kann, ob ein Moment gelungen oder missglückt ist, von einem Marketing Tool, das vor allem eins schürt: Neid.   Und mit jeder weiteren Zeile wird nur klarer, wie richtig sie damit liegt. Eigentlich. Plötzlich fühle ich mich zurück versetzt in eine Situation am Mittagstisch, als ich händefuchtelnd vor meinen Eltern saß, um ihnen zu erklären, dass Instagram nicht der Teufel sei. Dass nicht nur Absender, sondern auch Adressaten im Umgang mit Social Media Vorsicht walten lassen sollten, dass man in keiner Sekunde die Verantwortung über sein Handeln und Denken abgeben sollte, egal auf welcher Seite man nun steht. Platt gesagt: Dass jeder von uns selbst für sein Glück oder Unglück verantwortlich ist. Schließlich wäre ich ja selbst überaus aktiv auf diversen einschlägigen Kanälen und das mit großer Freude. Wäre dem nicht so, ich könnte doch mir nichts dir nichts „Adieu Instagram“ sagen.

Man müsste jetzt gewiss noch etwas tiefer bohren und könnte mir mit nicht wenigen Gegenargumente den Garaus machen, schließlich wäre da ja noch der nicht zu unterschätzende Druck und die Sucht, die manch einem User das Fernbleiben unmöglich machen. Ich bleibe aber trotzdem dabei, zu sagen: Weg mit dem Ballast. Geht, wenn es euch nicht gut tut. Ein paar meiner Freunde haben genau das getan und vermissen das ständige Checken ihrer inzwischen brach gelegter Feeds nicht die Bohne. Ganz im Gegenteil. 

„Manche Menschen leben sehr gut davon, dass sie versuchen, andere Menschen mit ihrem Leben neidisch zu machen,“ schreibt Laura weiter. Ist das so? Wollen wir mit unseren Posts denn wirklich sämtliche Follower zur Weißglut und Verzweiflung bringen, zeigen, was für furchtbar tolle Hechte wir sind? Der ein oder andere mit Sicherheit. In meinem eigenen Umfeld sehe ich allerdings nichts dergleichen. Was zum Beispiel ist aus dem schrecklich durchgenudelten Begriff „Inspiration“ geworden? Für mich ist mein Feed nämlich genau das. Und auch anders herum teile ich gerne die Baumarkt-Kisten in meinem Wohnzimmer, die das nicht vorhandene Sideboard wunderbar ersetzen. Die Folge: 17 Mails vollgestopft mit feschen Fotos von wunderbar geglückten Nachbau-Aktionen. 

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Wenn ich meine blaue Wand poste, meine Céline Handtasche, meine neue Ace&Tate Sonnenbrille – dann mache ich das ganz bestimmt aufgrund des enormen Mitteilungsbedürfnisses, das mir nicht nur in die Wiege gelegt, sondern auch vom Zeitgeist beigebracht wurde, aber eben auch einfach deshalb, weil ich ein Mensch und damit automatisch dazu in der Lage bin, Glücksgefühle zu empfinden, mir ein Loch in den Bauch zu freuen und auch stolz zu sein. Ich will schreien: „Hier, Freunde, ist das nicht verrückt, ist das nicht schön, ist das nicht der totale Wahnsinn? Wenn es euch gefällt, super, vielleicht sucht ihr sowas ja auch gerade, wenn nicht, dann nicht und weiter gehts“. Im Zweifel hoffe ich also, dass man sich mit mir freut. Und nicht, dass man mich hasst oder verflucht, weil ich etwas besitze oder erlebe, das nicht zwangsläufig für den Rest der Welt, sondern für mich ganz allein von Bedeutung ist, sei sie noch so klein. 

Vielleicht müssen wir also gar nicht mit dem Teilen von Fotos aufhören, sondern endlich das mühselige Vergleichen unseres realen Seins mit virtuellen Accounts an den Nagel hängen. 

Denn „(…) andere vergessen dadurch manchmal, dass ihr Leben total gut ist, auch wenn bei ihnen Zuhause kein Ikea-Schafsfell auf einem Egon-Eiermann-Stuhl liegt.“ Wenn Instagram also wirklich der Teufel ist, dann einer, der erst durch unser verqueres Denken so richtig gefährlich wird.

57 Kommentare

  1. Cindy

    Als ich eben den Artikel auf welt.de gelesen habe, dachte ich mir tatsächlich, dass es sehr spannend wäre ein Statement von euch Janes zu einem solchen Artikel zu lesen. Auf eure Seite geklickt et voilà – da ist er schon. Ihr seid ratzfatz!

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  2. Vera

    Liebe Nike,

    Ihr führt einen wundervollen, geistreichen und anspruchsvollen Blog und habt es doch eigentlich gar nicht nötig, euch mit sogenannten Artikeln dieses Formats auseinander zu setzen. Schlimm genug, dass wohl die meisten diese Zeitung mit neutralen Zeitungen gleichsetzen würden. Nicht jede Veröffentlichung ist es meiner Meinung nach wert, sich damit zu befassen – Artikel aus der BILD würdet ihr sicherlich keine solche Beachtung schenken.

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    1. Sina

      nicht nötig hin oder her, interessant ist es doch allemal. Und so ganz unrecht hat die Autorin des Welt-Artikels doch nicht, oder? Danke deshalb für diese selbstreflektierte, unterhaltsame Stellungnahme zu einem nicht ganz falschen Artikel. Das zeugt von Humor und der Fähigkeit zur kritischen Betrachtung des eigenen Lebens- und Berufsalltags.

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    2. Amelie

      Ja ja, die böse Springer-Presse. Wake up, it’s 2015 und nicht 1968. Ein bisschen mehr Reflektion wäre schön. Ich würde ja gern mal wissen, wann die ganzen BILD/WELT/Springer-alles-das-Gleiche-Hater das letzte Mal in die Zeitung (ja, das ist sie tatsächlich!) reingeguckt haben.

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  3. Andrea

    Gut gebrüllt Löwe! ;)…nein im Ernst, ich mag deinen Blog und deine Bilder, da kommt nicht die Bohne von Neid in mir hoch, wenn ich bei dir lese und manche Aussagen von Laura, vonwegen „…vorgeformten Lebenswirklichkeiten, die kein Scheitern mehr erlauben…“ etc. sind schlichtweg überzogen, zu plakativ.

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  4. Jule

    Ich finde den Artikel von Laura Ewert sehr sehr gut. Sie trifft wirklich den Nagel auf den Kopf. Ich finde es auch sehr gut, dass Ihr Euch gleich damit auseinandersetzt, immerhin seid Ihr – wie Du ja schreibst – eindeutig Teil der angesprochenen Entwicklung und des Zeitgeistes. Ich frage mich bei Deinem Artikel nur: ist es nicht etwas zu „leicht“, die Verantwortung komplett dem Rezipienten zuzuschieben, vor allem wenn man weiss, dass die eigenen Leser oftmals auch noch jüngere und durchaus nacheifernde Menschen sind, die sich doch ein Idealbild mit Wunschvorstellungen rund um Eure Bilder aufbauen? Ich weiss ja selbst keine „Lösung“ oder wie man damit umgehen soll, aber ich denke schon man sollte den Artikel durchaus auch zum eigenen kritischen Hinterfragen nutzen als Blogger.

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    1. Veronika

      Das sehe ich genau so- der Artikel trifft absolut ins Schwarze! Und nicht jeder Leser/Bilderanschauer bei Instagram ist sich darüber klar, dass das Gezeigte nur einen Bruchteil des echten Lebens ausmacht und das es eine idealisierte und vollkommen ästhetisierte Welt zeigt! Und eben dann kommt statt Inspiratione eher Frustration auf, weil das eigene Leben/Wohnung/Essen/Hund nicht so hip/schön/gesund/fotogen ist.
      Und wenn es dann mehr Frust als Lust bringt sich solche Bilder anzuschauen, dann sollte man wirklich gehen, denn dann kann es eine verheerende Wirkung auf die eigene Wahrnehmung haben- alles wird aus dem perfektionierten Instagramblickwinkel betrachtet- und welcher normale Alltag kann da schon mithalten? Es ist so wichtig immer wieder darauf hinzuweisen das Instagram ≠ Real Life ist,insofern kann es gar nicht genug Artikel geben wie den von Laura Ewert!

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  5. Zhenya

    ich musste bei deinem Artikel auch lachen, vor allem wegen dem „unterstreichen“ durch die eigenen Bilder.
    Wirklich toll geschrieben, Nike! Ich finde mich in dem Artikel von Frau Ewert nicht wirklich wieder, aber unter deinen Kommentar würde ich sofort meine Unterschrift setzen. Auch wenn, wie du schon sagtest, durchaus was an der Kritik dran ist. Aber wer mit so viel Humor, Hirn & Herz direkt gekonnt einen Kommentar bereitstellt, ist einfach nur klasse <3

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  6. Claudia

    Liebe Nike, Du hast mit Abstand die schönste Antwort auf den Text gegeben. Ich habe mich im ersten Teil kugelig gelacht. Wobei man der Redakteurin zugestehen muss, dass sie wirklich exakt beobachtet hat. Aber mir gehen halt auch die Alternativen aus. Wie soll es anders laufen? Wie anders publizieren in dieser schnelllebigen Welt? Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei(-Phone)?

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  7. Jacqueline

    Sehr gelungener Beitrag zu diesem Artikel auf Welt.de 🙂 ich finde es ist eine schöne antwort auf die Frage nach einem kritischen Hinterfragen seines instagramalltags!

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  8. Maren

    Hihi, da konnte ich mit lachen. Ich mag deinen Instagramfeed fast genauso gerne wie diesen Blog und, das wurde weiter oben hier schon erwähnt, freue mich eher angesichts der schönen Dinge.

    Ich gehöre zu denjenigen, deren Wohnung aus einer Zusammenwürfelung von nur einer Prise Schickimickiflohmarkt, dafür aber umso mehr neuem Ikea und gebrauchtem Ikea besteht und, dank zweimal Home Office & Lagerraum, immer irgendwie möhlig ist. Also zu denen, in deren Instagramfeed eher Bilder von anderen Orten als der eigenen Wohnung aufkreuzen. Zu denen, die keine fancy Food Photography hinkriegen, weil die Küche a) auf der Nordseite und b) dreckig ist, zu denen, die kein OOTD posten, weil mal wieder Jogginghosentag ist, und zu denen, deren Make Up nie sitzt. Und? Mein Leben ist trotzdem schön. Und an deiner Wandfarbe kann ich mich trotzdem erfreuen.

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  9. Rebecca

    Super Antwort Nike, ihr habt einen Super Blog, ich lese euch sehr gerne und ich unterstelle euch null böse Absichten. Sondern eben genau das Freuen über Dinge, die euch gefallen, was du beschreibst.

    Das Ding ist nur… Würdest du dir die Ace&Tate-Sonnenbrille auch kaufen, wenn du sie nicht geschenkt bekommen hättest? Würdest du ein Foto mit Converse machen, wenn du sie nicht ein paar Tage vorher für die Fashion Week zugeschickt bekommen hättest (wie man anhand deines Instagram-Accounts sehen konnte)? Und wie steht ihr eigentlich dazu, dass ihr euren Blog mal angefangen habt, um einfach euren Style in die Welt hinauszutragen (hatte ich zumindest den Eindruck) und jetzt werdet ihr von gewissen Marken für Werbung eingespannt? Ich weiß, ich weiß, ihr unterstützt nur Marken, die euch auch gefallen. Und das glaube ich euch auch. Aber warum gefallen eigentlich allen einschlägigen Mode-Blogs dieselben Marken? Warum werden die Schnittmengen zwischen euch, Journelles, Les Mads immer größer? Habt ihr einfach alle zufällig den gleichen Geschmack? Oder haben die Firmen gute Marketing-Abteilungen? Klar, wir sind alle Kinder unsere Generation. Ab einem gewissen Punkt ist eine Gleichschaltung des Geschmacks total normal und will ich auch nicht kritisieren.
    Es bleibt bei mir viel mehr nur manchmal ein Unbehagen. Vor allem wenn man einige eurer „Lieblingsstücke“ dann kurz darauf bei Tictail wieder im Verkauf sieht. Aber auch das ist euer gutes Recht, ich wünsche euch auch, dass ihr mit der ganzen Arbeit, die ihr hier reinsteckt ordentlich Geld verdient und euch ein schönes Leben machen könnt. So viel Freude wie ihr uns allen macht, habt ihr das verdient. Du siehst, ich bin selbst hin und hergerissen. Aber es einfach nur den Instagram-Followern und Lesern zu überlassen, finde ich schwierig. Nicht jeder weiß nämlich medial so gut bescheid, dass er auseinanderhalten kann, was Werbung ist und was nicht.

    Trotzdem mal die Frage: Kann man bei Outfit-Posts und Instagram nicht einfach noch deutlicher machen, was umsonst ins Haus geflattert ist und was nicht? Ich weiß, ihr seid da schon dabei, aber warum nciht viel größer und offensichtlicher? Dann könnte man nämlich beruhigt wieder euer Instagram-Feed und euren Blog genießen ohne ständig zu denken: Ist das jetzt einfach extrem geschickt platzierte Werbung?

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    1. Anne

      Hm, das sehe ich ähnlich. Aus Unternehmensperspektive ist Instagram derzeit natürlich herrlich, weil meines Wissens keine Kennzeichnungspflicht besteht und so Produkt-Platzierungen nicht so einfach zu entschlüsseln sind. Diese fehlende Transparenz empfinde ich eigentlich als das allergrößte Problem.

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  10. Annekathrin

    Dieser kulturpessimistische Blick auf Instagram ist mehr als nur eindimensional. Ich nenne das Teilhabe-Mentalität und nicht Neid. So ein Quatsch..

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  11. Bina

    Ich mag es sehr, dass du den Gedanken weiter gesponnen hast und nicht Instagram zum Teufel erklärt hast, sondern das, was wir damit machen und wie wir unsere Gedanken leiten. Trotzdem muss und sollte nicht alles geteilt werden, ein paar Dinge gehören nur uns. Dank dir für deinen Artikel.
    Liebst, Bina

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  12. Anvic

    Ich glaube, die Krux liegt bei diesem ganzen Social Media Kram nicht bei der Sache an sich, sondern wie man damit umgeht. Als Blogger schwer zu handeln, man agiert ja ganz platt (wenn man Geld mit seinem Fashion & Lifestyleblog verdienen will) als Werbeplattform. Das hat diese Frau Ewert vllt. außer Acht gelassen. Ein Blog ist nicht mehr als das wenn er mit Affilate und Bannern und Hashtags und Gewinnspielen Unternehmen einen Raum zu austoben gibt – neben den klassischen 18/1, CLPs, TV Spots & den ganzen anderen klassischen Werbemaßnahmen. Diese Blogs/Instagrammaccounts/FBSeiten von Blogs sind kleine, gut getarnte Werbemittel. Klar, die einen nennen es Inspiration. Die anderen Werbung. Der normale User lässt sich beeinflussen (wie von klassischer Werbung auch) und nimmt das Ganze als unheimlich natürlich, privat und individuell auf, aber er ist in der Falle des Marketings gelandet. Er postet den gleiche Teppich, die natürlich inszenierte Wohnzimmer Atmo, das Outfit, zur Hälfte nachgestylt vom Must-Read-Blog. Alles voll ok, solange man nicht Zwänge an sich selbst entdeckt und versucht es mit „Hey ich mag halt skandinavisches Design und will das meinen Leuten zeigen“ zu erklären. Selbstreflektion wie „Scheisse, warum poste ich das jetzt wirklich? Und warum mag ich überhaupt Bolia und freue ich mich jetzt nur noch mehr über die Blumen wenn das Bild 20000 Likes bekommt oder bin ich insgeheim enttäuscht wenn meine digitale Fancrowd keine Awwwws und Tollo! posten – „wie nur 50 likes statt normale 80??? Wie plöd, vllt. war der Bildaufbau nicht gut oder mein Kommentar dazu nicht fresh genug.“ Alle die jetzt denken: Ach, ich kann gut ohne Instagam und FB auskommen & nachts im Bett drüber nachdenken und Angst bekommen, social nicht mehr up to date zu sein, die haben die Antwort, warum sie dieses ganze Post-Theater veranstalten. Oder sie haben einen Blog und wollen schlichtweg Geld verdienen. Und Angst war noch nie ein guter Ratgeber. So schätz ich das ein. Amen.

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  13. Anna

    hey liebe janes,

    „der vergleich ist der anfang der unzufriedenheit“ – ein satz über den ich viel nachgedacht habe und der auch hier und vor allem in unserer digitalen welt an sich sehr gültig ist. ohne differenzierten blick, der einem klar macht, dass auch ein „privater“ instagram account nicht so privat ist wie ein besuch bei einer freundin zuhause, sieht man sich schnell gefangen in der gedankenspirale des vergleiches. keine frage. allerdings macht ihr ja zum beispiel auch immer wieder darauf aufmerksam, dass eure posts über den blog und auch bei instagram nur 5% eures lebens wiederspiegeln.
    ANDERERSEITS: für mich persönlich ist vor allem eure seite und auch eure instagram posts eine quelle der inspiration(oder eher motivation) geworden. nicht für materielles, sondern für einen lebensstil. seinen traum leben, auf freunde setzen, ein kind haben usw. ist keine leichtigkeit aber es funktioniert – wenn man nur daran glaubt. und auch wenn diese inspiration natürlich manchmal unglücklich macht, weil man sich auch gerne so schön selbstverwirklichen möchte wie ihr es tut, überwiegt bei mir doch der positive beispieleffekt. heißt an dem was ich möchte festzuhalten, denn ich sehe, dass es da frauen gibt, die ihre träume umsetzten, die etwas anpacken und sich nicht von noch vorhandenen gesellschaftlichen vorstellungen gängeln lassen. denn ich finde, dass die meiste motivation doch aus dem fünkchen unzufriedenheit entspringt, der irgendwie alles unangenehm macht und man danach einen wunsch nach veränderung oder progress entwickelt. und deswegen bin ich für ein instagramformat und für die persönliche note. danke an euch und liebe grüße!

    anna

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  14. Lena

    haha, ich habe den Artikel auch heute morgen gelesen und sofort an dich gedacht.:-)
    Habe mich total gewundert, wieso du als Beispiel genommen wurdest. Ich sehe zwar auch das viele ihr Leben ziemlich inszeniert zu leben scheinen, aber davon seid ihr weit entfernt !

    Antworten
  15. Lena

    Der Kommentar von Rebecca trifft den Nagel auf den Kopf- ihr Janes seid bekannt für offene Worte und wir, eure Leserinnen sind grösstenteils gottseidank auch keine kleinen Youtube-Tutorial-Fan-Blödchen, daher wäre eine Stellungnahme hier tatsächlich mal schön. Ja, ihr müsst Geld verdienen, aber in den letzten Jahren ist immer offensichtlicher geworden, dass ihr schwer versucht, das Offensichtliche als euren eigenen Geschmack zu tarnen. Ehrlich gesagt, wäre ich aufgrunddessen als Leserin selbst längst nicht mehr hier, aber eure positive Ausstrahlung und eure Schreibweise lassen einiges verzeihen.
    Was diesen Artikel angeht- schön, dass du als Beteiligte Stellung dazu genommen hast! Alles andere hätte zu mehr Unglaubwürdigkeit geführt. Allerdings sehe ich es nicht als direkte Antwort auf den Welt Artikel. Ähnlich wie die Comments unterm Artikel selbst: Die Instagram-Süchtigen reagieren auf die Kritik halt mit einem beleidigten, weil voll auf dem richtigen Fuß erwischten: „Dann klick halt nicht hin!“

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Liebe Lena, kannst du hier ein bisschen konkreter werden: “ Ja, ihr müsst Geld verdienen, aber in den letzten Jahren ist immer offensichtlicher geworden, dass ihr schwer versucht, das Offensichtliche als euren eigenen Geschmack zu tarnen.“ Hast du da ein Beispiel? Ich weiß nämlich ganz ehrlich und aufrichtig nicht, was du meinst :/ Ganz liebe Grüße und vielen Dank für deine Zeit und liebe Kritik!

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  16. Laura

    Liebe Nike,

    ich tanze auch täglich mit der kognitiven Dissonanz, wenn ich wieder zwischen Pinterest & Instagram taumel. Ich liebe diese Seiten und sie geben mir so viel, doch wie immer macht die Menge das Gift. Für uns und vor allem die Generationen wird es immer wichtiger Medienkompetenz und -kritik auszuüben.
    Klar sind manche Instagramaccounts nur der Gipfel einer RealityTV-Serie, da sie noch echter und ungefilterter sein können, doch da stalke ich lieber rum, als mir einen TV zu kaufen. Man muss auch immer bedenken, dass die meisten Menschen wissen, was sie da von sich preisgeben und das genau kontrollieren. Von traurigen oder hässlichen Momenten wird eher selten berichtet und das muss einem als Empfänger auch bewusst sein. Und natürlich schleichen sich bestimmte Muster wie Selfies, Shoefies etc. ein, aber das bringt doch jeder Medienkanal mit sich und dann macht dich Satire auch erst Spaß.
    Ich finde man sollte eine gesunde Hassliebe mit den Kanälen führen. Wenn man merkt, man ist nur neidisch, denkt man hat nie genug Klamotten im Schrank oder stets eine zu uncoole Einrichtung (übrigens der Grund, warum ich beinahe aufhörte zu bloggen, weil ich genau dieses Gefühl nicht in jungen Mädels auslösen will), dann muss man mal weg und sich dem auch ein bisschen entziehen. Wenn man beim Erleben von Momenten im Kopf schon das nächste Posting plant und die Welt in Instagram-Motiven sieht, dann kann da was nicht richtig sein. Dann muss man auch mal Abstand nehmen.
    Was Pinterest betrifft, hatte ich hier auch mal ein paar Worte dazu verloren: http://www.zauberhafte-elv.de/wie-viele-visual-statements-braucht-der-mensch/
    Kritisch finde ich es allein bei jungen Menschen und Instagram hat ja in Dänemark bereits fast FB bei den U20 Menschen abgelöst. Oder die extreme Weiterführung von Bewegtbild-Instagram in Form von YouNow.
    Digital und real verschwimmt und auch vor meinem Bekanntenkreis hat der Selbstoptimierungswahn keinen Stopp gemacht. Deswegen muss man wachsamer sein als zuvor, erkennen, dass man mit Instagram in einer kleinen Blase unterwegs ist und unbedingt Medienkompetenz an seine Kids weitergeben.

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  17. Laura

    PS: Was mir der Artkel auch wieder gezeigt hat: Ich finde es gruselig wie schnell sich durch diese Plattformen globale Trends durchsetzen und dann doch leider international schnell alle Wohnungen/Styles gleich aussehen

    Antworten
  18. Lu

    Ach ihr Janes,
    ich mag euch so gern. Aber ihr selbst seid doch die Inspiration, nicht etwa die teuren Möbel/Kleider/Accessoires.
    Und deshalb tut das, was Rebecca und Lena in ihren Kommentaren angesprochen haben auch so weh. So geht es mir schon lange und ich bin immer öfter verwirrt. Das Bild, das ich mir im Laufe der letzten Jahren von euch in meinem Kopf zusammengebastelt habe, die Momente der Bewunderung, werden immer öfter auf die Probe gestellt. Ich sehne mich nach konsequenterer Transparenz. Dazu würden sich nämlich die Janes, die sich in meinem Kopf entwickelt haben, tagtäglich entscheiden. Und weil eben eure Persönlichkeiten die Inspiration sind, würdet ihr so keine Leser verlieren, sondern viele glücklichere gewinnen.

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Liebe Lu,
      danke auch für deine Worte. Wir arbeiten sehr transparent, aber dazu nochmal mehr in einem gesonderten Artikel. Ich glaube nämlich, viele von euch denken, wir bekämen viel mehr Geschenke als es in Wahrheit der Fall ist. Allerdings wissen bereits viele Brands, dass wir nur tragen, was wir wirklich bombe finden, daher werden wir überhaupt nicht überhäuft. Tatsächliche Geschenke werden ganz offen in unseren Happy Hearts vorgestellt, oder in Outfitposts mit „thanks to“ versehen <3 Den Rest unserer Kleider müssen wir uns tatsächlich selbst zulegen (:
      Die liebsten Grüße!

      Antworten
  19. Lena

    Irgendwie finde ich diese Diskussion über Werbung hin oder her immer merkwürdig. Es gibt schon seit Jahrzehnten sogenannte Schleichwerbung und natürlich ist es für jüngere User schwer, da distanziert mit um zu gehen. Aber das gab es doch schon immer in verschiedener Form, ebenso wie Magazine, die ganze Generationen beeinflusst haben. Damit umzugehen, muss jeder junge Mensch heute lernen. Und als nun so mittelalter Mensch (34) kann ich gut selbst entscheiden, ob mir ein Outfit gefällt oder nicht. Ob es nun gesponsort ist oder nicht, ist das so wichtig?
    Stilistische Gleichschaltung durch Werbegeschenke finde ich natürlich auch nervig, aber zum Beispiel Ihr Janes habt doch einen sehr individuellen Stil und wenn dann mal ein paar Converse getragen werden, so what??? Und, darüber bin ich sehr froh, nervige Gewinnspiele und Verlosungen gibt es hier doch zum Glück sehr selten, dafür spannende Texte und Stellungnamen. Also nicht auf die Unkenrufe hören, Ihr seid supergut!

    Antworten
    1. Marie C.

      Ja, für mich ist es wichtig. Es ist sogar maßgeblich, ob ein Produkt gesponsert / kosten- und „bedingungslos“ überlassen wurde oder ob man es aus eigener Tasche bezahlt hat.

      Wer für das Vorstellen von Prdukten oder Dienstleistungen bezahlt wird oder wem sie kostenlos überlassen / zugesandt werden, kann nicht objektiv sein. Das geht dann nicht mehr. Dabei spielt es keine Rolle, wie sehr er dabei behauptet, ehrlich und unabhängig zu sein.

      Ich kaufe diese Dinge aus Prinzip nicht.

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  20. Kate

    Ich habe diese Diskussion schon so oft geführt… Fotografiert man durch instagram Momente kaputt, ist dadurch das Leben nur noch auf Fotos ausgerichtet, nimmt es dem nicht etwas? Sind wir nicht wie homo faber, der die Welt nur noch durch den Sensor sieht?
    Ich sage nö. Ich erlebe sehr wohl, manchmal sogar noch intensiver, weil ich Strukturen im Vorbeigehen sehe und auf Details achte. Man kann die Kamera auch als drittes Auge nutzen.
    Es gibt Menschen, die sich gern über Bilder ausdrücken. Wenn jemand die Welt in Worte fasst, stört sich keiner daran. Sind Fotos nicht eine ähnlich persönliche Sicht der Welt? Es ist doch wahnsinnig spannend wer was ablichtet. Die verschiedenen Fotostile. Die Art Ausschnitte zu wählen. Ich finde das nicht „kaputt“. Ich finde das superspannend und schön Einblicke in die Leben anderer Menschen zu erhalten, wie sie die Welt täglich sehen, mich inspirieren zu lassen.
    Weiter so, Janes! <3

    Antworten
    1. Lin

      Das hast du wirklich wunderbar auf den Punkt gebracht. „Die Kamera als drittes Auge“ – gefällt! 🙂

      Antworten
  21. Martina

    Liebste Nike, liebste Sarah, liebe Janes!
    Ich freue mich IMMER, von euch herzallerliebsten Mädchen was zu sehen/lesen! Neid habe ich in meinem Fall euch gegenüber noch nie nie nie verspürt, und ich bin zur Zeit weiß Gott nicht in der Lage mir annähernd so schöne Dinge zu leisten wie ihr und der Rest der liebsten Blogger-Mädels-Bande… (dass jeden Einzelne von euch hart dafür arbeiten muss, ist wohl hoffentlich langsam jedem klar- denn jedes andere Denken wäre in meinen Augen dieser listige Neid den wir hier nicht gebrauchen können!)

    Ach Nike, ich hab diesen Artikel von der Welt.de gelesen und lustigerweise auch sofort an dich und deinen Instagram Account gedacht, aber bitte nicht im negativen Sinne, sondern ich hab daran denken müssen wie viel Freude es mir bereitet genau euren Blog mit auch diesem Inhalt zu lesen und auch euren Instagram Accounts zu folgen! Gleichzeitig hab ich dann kurz erschrocken durchgeatmet und eher mich selbst an der Nase genommen“puh, bin ich nun auch so eine klitzekleine light-stalkerin wie im artikel beschrieben wird“…

    Und ich glaube genau dieses Denken macht diesen Artikel so lesenswert, ich glaube jeder der diese Medien nutzt findet sich an der einen oder anderen Ecke selbst wieder! Einfach mal kurz über sich selbst nachdenken, wie man selber mit diesem Medium umgeht! Natürlich ist es dann einfach wieder schnell mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen, was aber denke ich nicht der Sinn der Sache wäre…

    Ja und was mir dann wiederum große Freude bereitet hat, dass genau DU zu diesem Artikel Stellung beziehst- das macht euch zu dem was ihr seid, reflektierende Menschen, die vor solchen Dingen nicht den Kopf einziehen oder Angst haben einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, ihr habt Mut, und das bewundere ich an euch! Ich hab wirklich schmunzeln müssen als ich gerade deinen Artikel gelesen habe!

    Ich kann dir nur sagen ich finde es toll: deine blaue Wand, und die Trio-Bag, das Fell von Ikea über dem Stuhl, den Hay Tisch, daneben das Bolia Sofa und dass du vielleicht auch noch bald den hübschen Kelim darunter ausbreiten darfst, und vieles vieles ander mehr….- denn es macht DIR Freude, das merkt man wirklich, und somit ist meiner Meinung nach auch alles gut so!
    ob ihr irgendwas davon geschenkt bekommt oder nicht interessiert mich ehrlich gesagt weniger, weil ich nicht das Gefühl habe, dass ihr es bewerben würdet wenn es euch nicht wirklich überzeugt, wieder so ein Thema das mich häufig zur Weißglut bringt wenn ich Beschwerden darüber lese, es ginge hier nicht transparent genug zu. Für mich macht das in eurem Falle einfach keinen Unterschied, genauso wenig auf anderen seriösen Blogs wie Journelles etc…. Aber ja, jedem Leser sind andere Dinge wichtig, das ist schon klar! Dafür, dass wir hier alle miteinander gratis euren Blog konsumieren dürfen regen sich natürlich niemand auf… 😉

    Macht bitteschön einfach so weiter und ich wünsch euch das aller allerbeste und freue mich schon auf viele weitere Instagram Bilder und Artikel von euch Lieben!
    liebe Grüße, Martina aus Wien

    Antworten
  22. Stefanie

    Euer Blog ist für mich inspirierend, danke dafür.
    Und von wegen „Sinnspruch Bilder“ an der Wand…’laura‘
    meint wohl dein elefantastisches Poster mit dem Titel des
    wöglich besten Tocotronic Liedes aller Zeiten. <3
    Ein zauberhaftes Stück, ich liebe es und
    möchte es mir auch unbedingt machen lassen.
    einen lieben Gruß,
    macht weiter so.
    stefanie

    Antworten
  23. Lela

    ”Es sind die immer gleichen Marken, die von den meist weiblichen Instagram-Nutzern in die Kamera gehalten werden, weil es die immer gleichen PR-Agenturen sind, die ihnen diese Produkte in hübschen Päckchen mit handgeschriebenen Karten nach Hause schicken, die dann mit der Überschrift “happygirl”, “surprise” oder “new in” geposted werden können.
    Mein Lieblingsbeispiel: Daniel Wellington Uhren.
    Tausendfach an Blogger verschickt und auf instagram gezeigt.
    Ihr wart auch dabei, wenn ich mich richtig erinnere.

    Antworten
      1. Lela

        🙂 Fand ich ursprünglich auch, aber irgendwann hat es nur noch genervt. Man kann es mit dem Marketing auch übertreiben. Für mich auf keinen Fall eine Uhr dieser Marke. Auch wenn das jetzt leicht bescheuert rüberkommt 🙂

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  24. Samia

    Also ich bin entlarvt: ich stehe zu meinem Voyeurismus (ich hab schon als Kind Weihnachten gerne in fremde Wohnzimmer geguckt und versucht, Blicke auf die Geschehnisse dort zu erhaschen) und denke dass das ein ganz natürlicher menschlicher Wesenszug ist. Dazu gehört auch möglichst viel private Details zu entdecken, die die Fantasie bezüglich des Gegenübers anregen. Psychologisch gesehen macht das jede(r): sich ein Gegenüber suchen und anfangen Dinge und Ansichten darauf zu projizieren und zu übertragen. Nach Ansatzpunkten sucht man eben, indem man nach kleinsten privaten Details Ausschau hält.
    Ach ja, ich bin auch neidisch. Schließlich arbeite ich auch wie eine Wahnsinnige, verdiene aber nicht so viel, dass ich mir eine der tollen, vorgestellten Marken leisten könnte, zudem hab ich auch keinen Job, der sich scheinbar locker mal eben mit Kind wuppen lässt, scheine weniger Zeit für nette Cafés und Shoppingtouren zu haben und manchmal mag ich noch nicht mal mir selbst im Spiegel zulächeln, geschweige denn irgendwas von meinem Leben fotografieren, weil ich auf keinen Fall möchte, dass irgendwer daran teilhat… Und dann bin ich auch neidisch, dass bei anderen harte Arbeit so anders aussehen kann. Auch das ist ein natürlicher Vorgang aber nicht nur Problem des Rezipienten, denn was genau soll denn der Blog zeigen?! Sonst wäre er ja vermutlich überflüssig, wenn nicht Leute so sein wollten wie Ihr und Ihr ihnen nicht zeigen wolltet „Hey, ich bin toll und habe einen guten Geschmack“ oder ich bin die Inspiration“ ansonsten ist das Wort „Inspiration“ da viel zu oberflächlich… Das ist aber auch alles gar nicht schlimm. Neugierde am Leben anderer und Neid sind Gefühle, die zum Leben dazugehören und manchmal auch ganz angenehm prickeln. Es ist eben nicht alles kuschelig….

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  25. Rahel

    Ich finde den Artikel recht einseitig. Instagram hat doch so viel mehr zu bieten als die ganzen trend- und konsumorientierten fashion-lifestyle-schnittblumen-interior-Accounts…die finde ich mittlerweile echt langweilig, auch wenn sie natürlich hübsch anzuschauen sind. Es kommt halt wie bei allen social media Plattformen darauf an, wem man folgt. Da gibts so viel Schönes und Schräges, kleine Labels aus allen Bereichen, die einen Blick hinter die Kulissen erlauben, Künstler, ein Bauer in abgelegenen Schottland, Tierfotografen, die einen mit um die Welt nehmen und Leute, die eine ganz eigene, manchmal sogar irgendwie hässliche Bildästhetik entwickeln. Momente und neue Blickwinkel, nicht Produkte, finde ich interessanter. Weil es spannend ist, zu sehen, was andere für würdig genug halten, es zu teilen und wie anders andere ihr Leben leben. Da gehören eure Feeds für mich auch dazu, für andere sind sie vielleicht eher ein Vorbild (oder Wunschbild) fürs eigene Leben mit schönen Produktanregungen. So unterschiedlich sind die Perspektiven, und das ist auch gut so. Wenn jemand gerne primär die Werbung im Bloggermantel aus Feeds wie euren ziehen möchte, soll er das auch dürfen, finde ich.

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  26. Lena

    Dank an euch, dass ihr euch auch in die Diskussionen einmischt und nicht einfach etwas in den Raum werft und dann so stehen lasst. Man kann sich dem heutigen Instagram und generell Social Media Wahn kaum noch entziehen, ignorieren ist fast unmöglich und der geschönte Einheitsbrei macht viele müde und genervt. Was die meisten glaube ich noch mehr nervt, ist dass dieses ganze Social Media Dings fast schon in eine Wissenschaft erhoben wird und irgendwelche sogenannten Experten meinen, uns ‚Konsumenten‘ etwas vorsetzen zu können, ohne dass wir es merken. Extrem geworden ist es bei euch mit dem Beauty Resort- da werden so viele Produkte vorgestellt, die angeblich auch alle getestet und für gut befunden wurden- wir Leserinnen wissen doch genau, dass man Haut und Haar nichts gutes tut, wenn man alle 4 Tage etwas neues auf Gesicht und Körper schmiert und es ohnehin mindestens 6 Wochen braucht, bis von brauchbaren Ergebnissen geredet werden kann. Aber auch die Kooperationen mit Malaikarais, Liebeskind, Audi, Nike, Mini, Dove, G-Star, H&M undundund, über die Marken stolpern wir immer und immer wieder, obwohl sie nicht wirklich spektakuläre Klamotten haben… und natürlich gibt es für die Erwähnung nicht nur Gratisware, sondern vor allem Geld. Was einerseits in Ordnung ist, denn wenn die Firmen bereitwillig zahlen, warum sollte man es ausschlagen? Andererseits geht es nur noch um Konsum, und irgendwie war das nicht immer so… Gerade noch liest man, dass man eher mehr Geld für weniger besondere Teile ausgeben soll und dann wird wieder eine Werbung nach der anderen rausgehauen. Hier kritisiert man Zara und Primark, unwürdige Arbeitsbedingungen, dort promotet man H&M und Diesel, wo doch alles aus quasi einer Fabrik kommt.
    Das klingt alles villeicht auch härter als gemeint, aber ich denke, das muss mal gesagt werden. Wir sind alle besser informiert, als es manchmal scheint. ABER was auch gesagt werden muss und euch positiv aus der Masse der Blogger herausstehen lässt: Ihr wirkt nicht überheblich. Ich habe den Eindruck, ihr wisst dass es Tausende da draussen gibt, die euren Job ebenfalls gut machen, aber ihr wart einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habt durch eure positive und manchmal auch smypathisch unperfekte Art viele viele Herzen gewonnen.

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  27. Jessie

    Am Ende ist es doch die Quadratur des Kreises. Als Blogs im Internet auftauchten, waren es öffentliche Tagebücher, kein Mensch wäre wohl damals darauf gekommen, damit ernsthaft Geld, geschweige denn seinen ganzen Lebensunterhalt zu verdienen. Heute sind Blogs, wenn sie denn erfolgreich sind, eben Marken, die positioniert werden und für die entsprechend Werbung geschaltet wird, eben auch bei Instagram. Werbung weckt Begehrlichkeiten, das ist doch der Sinn dahinter. Und manches kann ich mir eben leisten und anderes nicht. Viele machen sich das nicht klar. Wenn ich schon lese: Das Bild, das ich von euch in meinem Kopf habe, passt nicht zu….finde ich das schon arg. Was wir hier lesen und „kennenlernen“ ist die Marke, nicht der Mensch (wobei die Übergänge natürlich fließend sind, darum sind Blogger ja so interessant für Firmen: Identifikation ist das Stichwort). Das ist auch nicht schlimm, niemand (jedenfalls meines Wissens) behauptet doch auf einem Modeblog, unabhängigen Journalismus zu betreiben. Darum muss sich auch niemand rechtfertigen für Geschenke aller Art, das immer wieder abzuverlangen finde ich ein starkes Stück. Macht euch doch einfach mal klar, was das ihr ist: ein (kostenfreies!) mal mehr mal weniger abhängiges journalistisches Angebot, das man wahrnehmen darf, wenn man denn Spaß daran hat, aber nicht muss. Die Definition von Blog hat sich einfach geändert. Das trifft vor allem die Leserschaft aus der ersten Stunde, die sich ja scheinbar immer am Lautesten beklagt. Ich zum Beispiel gehöre nicht dazu und darum stört mich dieses Werbeding überhaupt nicht.

    Zum Thema Instagram: ja, es nervt mitunter. Mittlerweile scheinen die Menschen auf der ganzen Welt gleich auszusehen (um das zu überprüfen, muss ich allerdings selbst raus aus dem Haus, juchu! Das kann uns Social Media nicht abnehmen :-)) Ich kann immer nur den Kopf schütteln, wenn ich Mädels sehe, die jeden Tag ein Bild von sich in (zerrissener) Jeans und Oversized-Pulli posten und 5000 Leute schreien hurra, amazing und perfect. Das Abo wird gleich wieder gekündigt. Insofern sind die Janes für mich durchaus eine Wohltat, denn die haben wenigstens ihren eigenen Stil, der zwar nicht meiner ist, aber das muss ja auch nicht sein, Als Gegensatz zu der ganzen modischen Gleichschalterei finde ich das immer wieder erfrischend.

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  28. Rolf

    Die wirklich schöne Erkenntnis hier ist für mich: Keine Hater-Kommentare. Sondern schlaue, reflektierte Kommentare. Ihr habt wirklich tolle LeserInnen. Im Internet nicht selbstverständlich.
    Der Artikel ist leider wirklich einseitig, denn er verurteilt eine App pauschal. Für mich ist es unglaublich zu sehen, wie viele Fototalente Instagram zu Tage fördert.
    Und an ein Modeblog journalistische Maßstäbe anzulegen ist absurd. Denn es ist kein Journalismus. Muss es auch nicht sein.
    Sehr gute Stellungnahme und sicher ein Grund mehr, warum ihr so beliebt seid.
    Weiter so und ganz liebe Grüße aus der wohl tolerantesten Stadt Deutschlands. Lassen wir die Kirche im Dorf. Und den Dom in Kölle.

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  29. Nhi

    Hui Nike!
    Das ist ein grandioser Artikel. Durch die vielen Zitate und Bezüge will und muss ich den welt.de Text nicht mal lesen. Nicht weil ich die Augen vor dem, was die Autorin anprangert verschließen will, sondern weil sich die realistische Herangehens- und Betrachtungsweise an Instagram wohl auch ohne erhobenen Zeigefinger breit macht.
    Okay, vielleicht lese ich den Artikel doch, aber erstmal bin ich froh, über dein Posting, deine Worte und die positive Einstellung.

    Danke!

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  30. Jen

    Ich muss noch einen wichtigen weiteren Punkt in die Runde werfen, der nicht nur für Instagram gilt, da aber besonders schnell greift. Ihr habt glaube ich alle keine Ahnung, ihr Blogger, was für eine enorme Wirkung ihr auf junge Mädchen habt. Und ich meine Mädchen zwischen 11, 12 und 15, 16, 17. Als Patentante, Cousine, Freundin schon oft miterlebt graut es mir schon jetzt davor, wenn meine Töchter so weit sind.
    Diese Mädchen verzweifeln an den vielen Must-Haves, new Looks, Trends, It-Bags, und dann auch noch in ALLEN Bereichen, Mode, Kosmetik, Wohnen… Die Trends wechseln derartig schnell, so viel kann man gar nicht zusammensparen und vererbt bekommen. Natürlich muss man nicht alles mitmachen, und natürlich gilt es als Familie, ihnen genau das zu vermitteln, aber hell, it is hard. In der Schule ist immer wer dabei, der Kohle-mäßig mithalten kann… und sooft, wie es ein Investment-Stück neu gibt, oder jetzt wie bei Journelles diese Wochentage-Looks, jeder mit einer neuen Designer-Tasche gespickt, an Mittzwanzigern. Was das für einen Einfluss hat, auch auf das, was es zu erreichen gilt.
    Natürlich liegt die Verantwortung nicht komplett bei Leuten wie euch, aber es wäre sehr einfach, sie gänzlich abzutun.

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  31. Emilie

    Hehe, cooler Artikel 🙂 und super, dass du dich so intensiv mit dem Thema auseinandersetzt! Ich glaube, auch für einige andere Instagram-User ist dieses Bild, das in dem besagten Artikel gezeichnet wurde, tatsächlich eine gruselige Realität. Ich denke aber, dass sich Blogger davon nicht angegriffen fühlen sollten. Es zeigt doch eher, dass das System an einer anderen Stelle nicht funktioniert.. Mich als Instagram-User und Blog-Leser stört es nämlich schon, wenn es bestimmte Phasen gibt, in denen die Mädels und auch Jungs, denen ich folge (weil ich gerne von ihnen inspiriert werde), das gleiche in die Kamera halten, ob es ein Möbelstück ist , ein Beautyprodukt oder ein neues Fashionteil. Das ist dann weder für die PR-Agentur, noch für das jeweilige Unternehmen interessant, wenn ich durch meinen Feed scrolle und denke „ah, die wurden alle wieder reich / gleich beschickt..“ Der Effekt lautet dann nicht mehr: tolle Aktion, sondern eher „wie gewonnen, so zerronnen“.. und das ist doch eigentlich schade daran, oder?

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  32. Anna

    Natürlich gibt es diese Art von Instagram-Feed. Aber wenn es keiner sehen wollen würde, dann hätten diese Leute nicht so viele Follower…
    Früher war ich tumblr-süchtig. Ich liebe es eine Seite mit schönen Bildern runterzuscrollen. Heute ist es Instagram. Ich liebe es in einer fremden Stadt die App als Reiseführer zu benutzen. So erlebt man viel mehr, sieht viel mehr.
    Das einzige was mich langsam zu stören beginnt ist, dass es nur noch den einen Typ Frau gibt. (Super Taille, Bauchmuskeln, glatte Haut, super Hintern, mega schlank – wer sieht denn so aus???)

    Liebe Grüße, Anna

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  33. Pingback: 12mal12 März - heldenwetter

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