Fashion Week Berlin //
Mit William Fan nach China Town

20.01.2017 Mode

william fan

William Fan hatte es schwer mit mir und angesichts seiner aktuell präsentierten Herbst/Winter 2017 Kollektion, kann ich mir nur gegen die eigene Stirn tippen, denn ich weiß nicht mal mehr, warum. Irgendetwas in mir drin schüttelte mit dem Kopf. Vielleicht war mir anfangs alles zu düster, vielleicht war ich eh schon so übersättigt und schaute völlig ignorant erst gar nicht hin. Vielleicht wollte ich auf den längst abgefahrenen Zug aber auch gar nicht mehr aufspringen, weil ich piesepampelig und völlig allein zurückgelassen wurde, während ganz Berlin eine #FANgirl Bewegung lostrat. Jedenfalls klatschte ich mir nach der verpassten Show im vergangenen Sommer feste ins Gesicht, widmete mich diesem Herrn, der auf einmal da war und allen voran von Vogue Deutschland Chefredekteurin Christiane Arp so sehr in den Himmel gelobt wurde, sah genauer hin und verstand.

William, deine Kollektionen sind nicht bloß überdurchschnittlich schön, sie sind charmant, geschickt, smart, anders, angezogen, raffiniert, tragbar zugleich, das bezaubernde Gegenteil von langweilig – und das Allerbeste: Sie sind für starke Frauen gemacht – und für Männer zugleich. Unisex lautet an vielen Stellen das Zauberwort und ich hätte mir nach Marina Hörmanseders Präsentation keinen schöneren Kontrast vorstellen können, der mich endlich wieder abholt und ein Frauenbild bewirbt, für das ich stehen möchte. Danke, danke, danke. Aber seht selbst:

Angelehnt an und inspiriert durch die vielseitig lebendige Welt von Chinatown, erfolgt Fans Kollektion im starken Kontrast zu ‚The Day After‘ für die Sommersaison 2017. Die Silhouetten werden weiter und größer, das ganze Setting wirkt dramatisch und leuchtend – ein aufwändiges Ineinandergreifen verschiedener Texturen und überraschender Applikationen.

Und ihr wisst: Wer mit weiten Silhouetten lockt, der hat mein Herz eh schon im Herz erobert – wer dann auch noch mit knalligen Rot aufwartet, der wird gleich geheiratet. Einst hatte ich irgendein Problem mit Fans typischen, ultralangen Ärmeln, aber auch das ist vorbei: Ein Extra-Plus gibt’s nämlich für die geschützten Hände im Winter. Was in diesem Winter außerdem hinzukommt: Hosen, die rund 2m lang sind: Untragbar, schon klar, aber die können ratzifatzi auch einfach hochgeschnallt oder einfach ganz gekürzt werden.

Nach Kollektion der „Welcome Home“ und „The Day After“, widmet sich Fan nun „Afternoon Stories“: Die Silhouetten werden weiter und größer, das ganze Setting wirkt dramatisch und leuchtend – ein aufwändiges Ineinandergreifen verschiedener Texturen und überraschender Applikationen.

Was wir uns außerdem unbedingt merken sollten:

  • diesen präzise geschnittenen Samt-Zweiteiler
  • Nikki!!!
  • William Fans Schuh- und Taschenkollektion
  • Die Glitzerhose, die bei jedem Schritt mit allem und jedem um die Ecke funkelt
  • Gecrashter Samt
  • Westen aus Teddy
  • Die Farbe Braun im Outfit zu beige und schwarz

Auf der Wunschliste ganz weit oben:

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Und das Allerpfiffigste:
Im Hintergrund, bzw hinter den roten Plastikvorhängen, versteckte sich Chinatown: Extra für die Show ließ William Fan drei, vier Stände aufbauen, wo während der Präsentation das Treiben visualisiert werden sollte: Der Bankangestellte besucht einen Dumpling-Imbiss, die Geschäftsfrau holt ihre Hemden aus der Reinigung und geht zur Maniküre in ein Nagelstudio, ein weiterer erledigt seinen Wocheneinkauf im Supermarkt. Chanel-Supermarkt-Feeling in Berlin, sozusagen. Und das Beste: Wir Besucher durften nach der Show gleich selbst direkt in Chinatown vorbei schauen.

Asian Village set-up at the @studiowilliamfan Fall Winter 2017 2018 défilé. #DerBerlinerModeSalon @sebastianpro_official

Ein von DER BERLINER SALON (@derberlinersalon) gepostetes Foto am

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4 Kommentare

  1. franni

    Hej, schöner Bericht. Allerdings fällt mir dieses Jahr auf, dass hier verhältnismäßig wenig von der MBFWB berichtet wurde. Formate wie „Dear Diary // Berlin Fashion Week Tag 1“ wurde zB im Wochenverlauf nicht fortgeführt, obwohl es doch sicher viel Spannendes zu berichten gegeben hätte und diese Protokollform wirklich super ist. Die Bedeutung der Woche für euch als Berliner Bloggerinnen hat sich subjektiv nicht ganz in der Berichterstattung widergespiegelt und ich habe mich gefragt, ob ihr dieses Jahr anders berichten wolltet oder ob ich hier vielleicht auch eine falsche Wahrnehmung habe…

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    1. Sarah Jane Artikelautor

      Liebe franni,
      ganz lieben Dank für dein Feedback. Es hat verschiedenste Gründe, warum wir bisher noch nicht so viele Beiträge wie in den Jahren zuvor online stellen konnten. Nike nach dem ersten Tag beispielsweise krank geworden und verbrachte die übrigen Tage im Bett, Sarah und Elina sind leider im Urlaub und zwei kleine Kinder verlangen mittlerweile auch nach Aufmerksamkeit. Es liegen noch ganz viele Themen auf dem Schreibtisch, aus Zeitgründen habe ich allerdings noch nicht geschafft, sie zu tippen.
      Hinzu kommt, dass wir mittlerweile natürlich auch selektiver geworden sind und nur noch Schauen besuchen, die auch unserem Geschmack entsprechen. Ich denke, das verstehst du. Eine Fortführung des Diaries gab es an Tag 2, nämlich das Photo Diary aus dem Berliner Mode Salon. Ein dritter Teil wird aber wohl nicht kommen, weil: Nein, viel Spannendes neben den Schauen leider nicht passiert ist. Tut mir sehr leid, ich hätte mir das auch anders gewünscht, aber im Januar und im eisekalten Berliner Winter passiert zur Fashion Week leider nicht so viel wie sonst. Aber, wie gesagt, fertig bin ich mit meiner Berichterstattung noch nicht.

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende <3

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      1. franni

        Danke für dein Feedback, liebe Sarah! Kann ich in allen Punkten absolut nachvollziehen – lieben Dank und macht weiter so <3

        Antworten
  2. Simone

    Hey Janes, lasst euch nicht unter Druck setzen !! Ihr macht das immer so klasse & dass eure Familie euch auch mal zwischendurch braucht 😉 dafür hat jeder Verständnis!! Liebe aus Aachen.

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