Smells like Teamspirit – oder:
Wie riecht eigentlich die Redaktion?

26.10.2017 Beauty

Alle Sinne gespitzt, es gibt mal wieder Teampower. Dieses Mal direkt über die Schleimhäute durch die Nasenlöcher ins Gehirn. Heute dreht sich bei uns nämlich alles um das Thema Düfte und Gerüche. Was die Nase so alles mit uns anstellen kann, das macht ihr so schnell jedenfalls kein anderes Sinnesorgan nach. Über 4 Millionen Rezeptoren sorgen dafür, dass wir uns beispielsweise verlieben, erinnern oder aber schreiend weglaufen. 

“Beim Riechen wird ein chemisches Signal umgewandelt in ein elektrisches Signal. Die Riechzellen sind dabei die Dolmetscher, die beide Sprachen sprechen: Sie beherrschen die chemische Sprache der Duftmoleküle in der Atemluft und übersetzen die Geruchsinformation in die elektrische Sprache des Gehirns. Riechzellen sind also Nervenzellen, denn das Wesen von Nervenzellen ist, dass sie Informationen aus der Umgebung aufnehmen und in elektrische Signale umwandeln.“

So so. Aber genug der Theorie. Team Jane Wayne hat von mir ein paar Fragen auf die Nase gedrückt bekommen. Und das sind die interessanten Antworten derer, die ich zu fassen bekommen habe:

 
 

Nike Jane:

Was ist dein Lieblingsparfum? 

Armani „Sí“. Es tut mir schrecklich leid, dass ich keine Prestige-schwangerere Antwort auf diese Frage parat habe, irgendwas Abgefahrenes eben. Aber weil ich meinen Lieblings-Duft der Jugend irgendwann nach einer Trennung verlor, wenn auch freiwillig, weil alles neu sein musste, bin ich nie wieder richtig angekommen, also Duft-technisch. Die Flakons stapeln sich. Das Armani-Parfum aber war ein Geschenk, weshalb ich zunächst aus Höflichkeit und erst später aus Überzeugung daran kleben geblieben bin. Auf der Haut riecht es tatsächlich irgendwie nach mir. Wenn man das so sagen kann. 

Wonach riecht das denn und warum magst du
gerade das so gern? 

Ein bisschen nach alter Dame, aber nicht auf die schlechte, sondern eher auf die reife, emanzipierte Art und Weise. Es duftet warm und wohlig. Nach Johannisbeere und Mandarine, nach Freesie, Rose, Osmanthus und Holz. Ein bisschen süß und schwer ist es, aber auch stark. Sí eben. Nach Ja! Zu sämtlichen Abenteuern und langen Nächten.

Wonach riecht dein Lieblingsmensch?

Nach „The Woods“ von der Brooklyn Soap Company. Wenn das Näschen am Hals des Lieblingsmannes schnuppert während die Wange mit kuschelig-kratzigen Bartstoppeln kuschelt, weiß ich, dass diese Kuhle da mein Lieblingsort ist. Für mich riecht dann alles nach Familie und Freiheit, nach „groß und stark“, Wäldern und echter Liebe. Mein Lieblingsmensch ist noch zu klein für Parfum, deshalb riecht er vielleicht auch am allerbesten von allen. Er lacht sich jedes Mal kaputt, wenn „Mama Löwe“ ihn fangen will, um kurz schnuppern. Am Kopf, weil es da so herrlich nach frischer Seife duftet. 

An welchen Geruch erinnerst du
dich am liebsten?

In new York habe ich Ariel Pink live sehen dürfen. Und als er dort oben auf der Bühne vor einer Handvoll Menschen seine Lieder spielte, da röstete irgendjemand am anderen Ende der Industriehalle Nüsse und Mandeln. Ich war ohnehin schon beschwipst von den Klängen und ein bisschen in Trance, aber da dachte ich: So würde diese Musik riechen, hätte ich jetzt LSD genommen. Was ich noch nie getan habe. Aber rein hypothetisch eben. 

Bei welchem Geruch kriegst du die Krise?

Von Lilien wird mir, trotz aller Schönheit, kotzübel. Für mich riechen diese Blumen nach nichts als inkontinenten Pudeln. Ich kann auch nicht gut Kerzen auspusten, besser ist immer ein Finger mit Spucke, gegen den stinkenden Qualm.

Sarah Jane:

 

Was ist dein Lieblingsparfum? 

Cinéma von Yves Saint Laurent.

Wonach riecht das denn und warum magst
du gerade das so gern?

Man sagt es Düften oft nach, aber bei Cinéma ist es wirklich so: Es entfaltet sich bei jeder Trägerin und bei jedem Träger anders: Während es bei mir eine angenehme Süße verströmt, duftet es bei anderen manchmal durchaus herb. Ich liebe den Duft und Freunde aus der Heimat quittieren mir bei jedem Wiedersehen, dass ich noch immer rieche wie damals. Stimmt auch, ich trage Cinéma nämlich schon, seitdem ich 16 bin. Mein erster Freund Michi hat mir das Parfum in diesem altbackenen Flakon irgendwann zum Geburtstag geschenkt. Ich weiß noch, wie peinlich ihm seine Einfallslosigkeit damals war, während ich dieses Fläschchen drehte und wendete, mich damit einsprühte und vom ersten Moment an verliebt war. Daran ist nur schwer dran zu kommen. Gucci Bloom versucht es allerdings grad.

Wonach riecht dein Lieblingsmensch?

Nach CK One. Genauer gesagt, nach dem Deodorant. Mein Lieblingsmensch trägt nämlich kein Parfum. Himmel, wo denkt ihr hin. Aber dafür seit einer halben Ewigkeit das Deo zum Duft. So ist er: Konsequent inkonsequent. Ich liebes beides. 

 

An welchen Geruch erinnerst du
dich am liebsten?

An Must de Cartier, den Lieblingsduft meiner Mama. Ich habe früher immer ihre leeren Parfum-Flaschen gemopst und gebunkert, damit ich diesen lieblichen, wahnsinnig großartigen Geruch niemals vergesse. Sie trägt ihn manchmal immer noch, wie früher, ganz sparsam, und er löst noch heute und wie kaum ein anderer Duft das Gefühl von Geborgenheit aus. Ach Mami <3

Bei welchem Geruch kriegst du die Krise?

Schweiß und Mundgeruch. Ich hasse Schweiß und Mundgeruch. Widerlich. In der Bahn, in manchen Supermärkten. Im Sommer ÜBERALL. Ich habe ein ziemlich feines Näschen und rieche Schweiß wirklich aus 100 Metern Entfernung. Keine Sorge, ich meine nicht den Frischen. Ich meine den furchtbar reifen, über Tage gereiften. Urgh.

 

Elina:

Was ist dein Lieblingsparfum? 

Entscheidungsfreude ist nicht mein Ding, daher habe ich aktuell eine kleine Armee an Düften – Eau de Lierre von Diptyque, The Woods von Brooklyn Soap Company und Wild Bluebell von Jo Malone gehören dazu. Mein all time favourite ist allerdings Women Perfume von Marc Jacobs. Wir sind bereits seit vielen Jahren ein eingeschworenes Team.

 Wonach riecht das denn und warum magst
du gerade das so gern? 

Women Perfume von Marc Jacobs ist ein Oldie im Duftgeschäft und ganz oben auf dem Parfumtreppchen in einem Herzen. Klassisch und zurückgenommen, aber trotzdem aufgeweckt und sehr sinnlich, so würden Kenner dieses Wässerchen beschreiben. Ein wenig ungewöhnlich für den Designer, aber der cleane Flakon deutet die Zurückhaltung bereits an. Seit 7 Jahren greife ich zu diesem Duft, weil er einfach eine gute Mischung aus unterschiedlichen Richtungen ist – fruchtig und blumig frisch mit minimal pudrigen Nuancen und einer perfekten würzigen Portion. Er ist null aufdringlich und dominant, sondern eher subtil. Man kann damit in jedem Fall Herzen sammeln gehen. 

Wonach riecht dein Lieblingsmensch?

Nach Gucci Guilty. Es ist ein holzig frisches Parfum und ebenfalls nicht scharf, sondern eher leicht. Du siehst, ich mag eher die frischen Düfte, alles was zu extrem ist, macht Kopfschmerzen.

An welchen Geruch erinnerst du
dich am liebsten?

An das Meer, das hat irgendwas von unendlicher Freiheit. 

 Bei welchem Geruch kriegst du die Krise?

Ich esse ja für mein Leben gern, aber Essensgerüche in Haaren und Kleidung gehen gar nicht. Darauf reagiere ich wirklich allergisch. Und bei Jean Paul Gaultier Le Male, ich glaube das ist einer der wenigen Düften die ich nicht ertragen kann. 

 

Anastasia:

Was ist dein Lieblingsparfum? 

Odin New York „12 Lacha“ .

Wonach riecht das denn und warum
magst du gerade das so gern? 

Odin New York ist ein herbes Männerparfum. Ich weiß gar nicht so genau, warum, aber seit etwa einem Jahren habe ich allen weichen Frauendüften abgeschworen. Es fing alles damit an, dass ich das Parfum meines Freundes plötzlich mitbenutzt habe. Und dann habe ich mir J. F. Schwarzlose Berlin „Treffpunkt 8 Uhr“ gekauft, das richtig, richtig markant riecht. Voll das Männerparfum, aber sooo gut. Unfassbar! Darauf sprechen einen immer (!) Frauen und Männer an. Probiert’s mal aus – ich schwöre auf diese zwei Düfte!

Wonach riecht dein Lieblingsmensch?

Nach Atkinsons „24 Old Bond Street“. Mmmhhh… Oh, und noch etwas: Ist zwar kein Parfum, sondern eigentlich ein Eau d’Intérieur, aber mein ultimativer Geheimtipp: A.P.C. „Feuille de Figuier“ leicht und verteilt auf die Klamotten im Kleiderschrank sprühen. Der frische Feigenduft ist umwerfend!

An welchen Geruch erinnerst du
dich am liebsten?

An den Geruch, wenn Mama ihre legendäre Bolognese kocht – gibt’s aber noch nicht als Parfum. Davon abgesehen: An das frühere Miss Dior „Cherie“. Dior hat vor einigen Jahren die Duftnote etwas abgeändert und man kann die alte Version leider nirgends mehr kaufen. Das war der einzig weiche Duft, den ich wirklich geliebt habe. Der Unterschied zur neuen Dior-Duftnote fällt zwar nur minimal auf, aber ich vermisse den ursprünglichen Duft schon sehr. 

Bei welchem Geruch kriegst du die Krise?

Bei übertrieben blumigen und süßen Düften. Da platzt mir die Schädeldecke!

 

Fabienne:

Was ist dein Lieblingsparfum? 

Eigentlich ist das Molecule 01 von Escentric Molecules. Eigentlich, weil es ein Segen und ein Fluch zugleich ist und ich es erst in Händen hielt, als bereits ganz Berlin-Mitte damit verseucht war. Ich war buchstäblich auf dem Duft hängen geblieben und meine Nasenlöcher weiteten sich immer wenn jemand mit eine dieser doch recht schweren Duftwolken an mir vorbeilief. Das Schlimme: Die Trägerin oder der Träger selbst nicht das Unisex Parfum an sich nicht. Zu allem Übel habe ich dann auch noch mein eigentliches Exemplar im Hotel stehen gelassen. Es sollte nicht sein. Heute benutze ich hauptsächlich natürliche Öle wie das Lavendelöl von Weleda. Das riecht nur sehr leicht und wirkt nach dem Auftragen beruhigend.

 Wonach riecht dein Lieblingsmensch?

Nach fast gar nichts. Ganz natürlich und pur.

An welchen Geruch erinnerst du
dich am liebsten?

Meine Mutter hat früher eine Vanille Bodymilk von Betty Barclay benutzt, die für mich immer nach Zuhause roch. Rieche ich ihn heute, muss ich sofort an sie denken und freue mich tierisch, auch wenn künstliche Vanille eigentlich kein Favorit ist.

Bei welchem Geruch kriegst du die Krise?

Das wären viele. Ganz oben stehen aber Blumen-Sprühdeo und Haarspray. Da schaudert’s mich richtig und der Geruch scheint für Ewigkeiten in einem Raum zu stehen. Und klassische, männliche Düfte wie sehr schweres Aftershave zum Beispiel. Gruselig.

 

Scalamari:

Was ist dein Lieblingsparfum? 

Zurzeit bin ich auf den Gefälligsten aller Diptyque Düfte zurückgekommen – der Feigenduft Phylosikos ist mein täglicher Begleiter. Aber auch nur, weil meine beste Freundin den geliebten Duft „Do Son“ von selbiger Marke bis auf den letzten Sprüher aufgebraucht hat und nichts als einen Klebezettel im Bad hinterließ: „Schulde dir ein Parfum“. Jaja, schon klar. 

 Wonach riecht das denn und warum
magst du gerade das so gern? 

Nach frisch geduscht, in einen Bademantel eingewickelt und mit einem Espresso Macchiato auf dem Balkon in der Sonne sitzen. 

 Wonach riecht dein Lieblingsmensch?

Oud Wood von Tom Ford.

An welchen Geruch erinnerst du
dich am liebsten?

Omas Kartoffelsuppe. Dieser Eintopf hat schon Kriege schlichten können und ist Heilmittel für alles. Wenn ich die heute esse, erinnere ich mich automatisch an die Wochen von damals in den Sommerferien, im Haus der Großeltern, als meine Cousine und ich in unseren Nachthemden des Nachts die Kellertreppe runterschlichen und heimlich den Topf auslöffelten. Heimat. Wärme. Wurst und Karotten. 

 Bei welchem Geruch kriegst du die Krise?

Der Mief, der einem in der Ringbahn im Hochsommer umgibt. Die Essenz aus gereiftem Schweiß, Döner, ausgekippten Bier, fettigen Haaren, pappigen Zungen und kreischigen Übertünchdüften. Es ist nicht zum aushalten. Freifafahrt – Schnupperrunde des Grauens. 

2 Kommentare

  1. Kali P.

    Wenn es um Düfte geht, ist das fast immer wie ein verbotener Blick durchs Schlüsselloch. Wer trägt welches und warum? Ein Geheimnis. Und da ich eine Nase bin, kann ich über den Duft schon mal auf die Persönlichkeit schließen.
    Ich liebe Düfte und dufte Liebe

    Antworten

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