Out In The Green: Digitales Detox + ein vegetarisches Traditionsrezept aus der Schweiz

19.01.2018 Rezept, Cooking

Am ersten Januarwochenende packten mein Herzmensch und ich unsere Rucksäcke, füllten sie mit leckeren, saisonalen Lebensmitteln, warmen Kleidern und Kameraequipment und stiegen durch Regen und Schnee einen rutschigen Hügel hoch. Eins, zwei Mal hatte ich echt Angst, dass ich wieder runterkugle, denn ich war vorne und hinten vollbepackt, musste mein Gewicht immer wieder ausgleichen und schaute vermutlich wie ein Wackeldackel auf dem Armaturenbrett eines alten VWs aus, der gerade eine besonders holprige Straße entlang fährt.

Ist aber glücklicherweise am Ende dann doch nichts passiert, während wir, oben angekommen, den gepfadeten Waldweg entdeckten – den wir tjaja, auch hätten nehmen können. Hätte, hätte, Fahradkette.

 

Müde und glücklich kamen wir dann im Holzhaus an, das einer Tante von Freunden gehört. Vier Tage lang verbrachten wir auf dem Hügel. Das Mobiltelefon ließen wir ausgeschaltet zuhause und auf die Uhr schauten wir in den wenigsten Fällen. Schlafen, Reden und Kochen bestimmten unseren Tagesrhythmus – langweilig wurde es uns dabei nie, im Gegenteil.

Bevor ich euch an dieser Stelle allerdings noch neidischer als eh schon mache, komme ich endlich zum Punkt: Denn aus den mitgebrachten Lebensmitteln bereiteten wir Freestyle Gerichte zu und waren am Ende selbst überrascht, wie lecker gewisse Kreationen geworden sind.

Das liebste Rezept – das liegt vor allem an der Zubereitungsweise – habe ich euch niedergeschrieben. Wir verbrachten Stunden an der Sonne, die so gnädig war und die Temperatur auf frühlingshafte 17 Grad hochhievte und kochten eine vegetarische Version der Schweizer Spezialität „Capuns“.  Das Ganze kochten wir auf dem offenen Feuer. Das machte vor allem meinem Freund viel Spass, der mit totaler Hingabe für die nötige Hitze sorgte. Die Kohlwickel werden im Graubünden, einer Region in der Schweiz, meist mit Spätzliteig und Fleischwürfel gefüllt und dann in einer sahnigen Sauce gekocht. Ausserdem benutzten wir anstatt sonst die typischen Mangoldblätter Wirsingblätter und passten die Füllung leicht an; anstatt Fleisch schnitten wir Rote Beete klein und dünsteten das Gemüse mit Knoblauch und Zwiebeln in Öl an. Ich muss an dieser Stelle nicht extra erwähnen, dass die Füllung so super lecker wurde? Das Rezept ist einfach und kann wunderbar an Abenden mit Freunden in den Bergen zubereitet werden!

Vegetarische Capuns

Reicht für 4 – 6 Personen

Zutaten:

  • 2 Wirzköpfe
  • 2 Rote Beete
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauch
  • Olivenöl
  • 1 TL Salz

Für den Spätzliteig:

  • 400 g Weißmehl
  • 3 Eier
  • 2 dl Wasser
  • Salz

Für die Sauce:

  • 4 dl Liter Milch
  • 100 g Käse
  • 4 dl Bouillon
  • Salz, Pfeffer

1. Das Mehl in eine Schüssel geben. Eier, Wasser, Milch und Salz hinzufügen. Alles rasch zu einem glatten Teig verarbeiten und abschrecken.

2. Rote Beete putzen in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln schälen und ebenfalls in Würfel schneiden. Knoblauchzehe pressen. Alle Zutaten mit reichlich Öl und Salz in einer Pfanne weich dünsten. Mit der Teigmasse vermischen.

3. Wirsingblätter waschen und kurz in heißem Wasser blanchieren.

4. Von der Teigmasse einen kleinen Löffel in jedes Blatt geben und einwickeln. Bestenfalls mit einer Naturschnur zu einem Päckchen zusammenbinden.

5.  Milch und Bouillon zusammen aufkochen, die Capuns beifügen und etwa 10 Minuten leise sieden. Capuns sorgfältig herausnehmen, auf einer Platte anrichten, mit etwas Kochflüssigkeit übergiessen und mit Käse bestreuen.

Kleiner Tipp: Wer es vegan mag, kann den Spätzleteig mit 500 g gestampften Kartoffeln und die Milch in der Sauce mit Hafersahne ersetzen. Den Käse dann einfach weglassen, ne.

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3 Kommentare

  1. Anna

    Hallo ihr, bitte nicht falsch verstehen falls ich mich irre aber der Artikel stammt doch aus Alexandra’s Feder, oder?

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