Interior Wish List //
Let it be Spring – (at least inside)

05.02.2018 Shopping, box3, Interior

Langsam aber sicher macht sich Frustration in meinen vier Wänden breit, vor allem in meinem Wohnzimmer, erinnert ihr euch doch sicher an meine Umdekorierungspläne, an mein Bestreben, jetzt wirklich alles neu machen zu wollen, um endlich richtige Gemütlichkeit zu schaffen. Um ehrlich zu sein, scheitere ich offensichtlich irgendwie an dem Plan – und Schuld daran ist der Online Handel. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass es an der Tatsache liegt, dass rein theoretisch alles möglich ist, letztendlich aber nichts wirklich umgesetzt wird. 

Es ist nicht mehr wie früher, als wir uns die Zeit nahmen, um loszuziehen, Objekte der Begierde gleich eintüteten, um sie daheim aufzustellen. Stattdessen stecke ich in einer Welt voller Möglichkeiten – auf den Kaufbutton wir am Ende aber trotzdem nicht gedrückt. So herzte ich erst vor kurzem zig gebrauchte Perserteppiche, um mich schlussendlich doch wieder für keinen zu entscheiden. Ich durchforstete das Internet nach Regalen, die genügend Tiefe hergeben wollten, um einen Plattenspieler hineinzusetzen und verschluckte mich fast bei den Preisen der teilweise ramponierten Mid-Century-Klassiker von String bis Kai Kristiansen, weswegen das Gerät mit der Nadel noch immer auf dem Boden steht und zustaubt. Ich bin frustriert und spüre gleichzeitig trotzdem keinesfalls den Funken, hieraus zu kommen – schließlich will ich ja eines definitiv nicht: Schon wieder irgendwelche Käufe tätigen, die ich spätestens in zwei Jahren wieder bereue. Himmel, was für eine Sackgasse. 

Vielleicht fehlt es an der nötigen Portion Inspiration oder an den immer gleichen Bildern, die durchs das WWW huschen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass meine Wohnung so viele Möglichkeiten ob der Größe gar nicht hergibt. Vielleicht brauche ich aber auch bloß unterstützende Hilfe, jemanden etwa, der mich versteht und der endlich mal Entscheidungen trifft. Sonst sehe ich mich im kommenden Winter mit der ähnlichen, Augenrollenden Bewegung auf meinem Samttraum sitzen, weil ich den Frühling und den Sommer einfach Reißaus nahm, um mich vor einer Entscheidung zu drücken. 

Ob meine aktuellen Frühjahrswünsche in mein aktuelles Wohnkonzept reinpassen? Ich weiß es nicht. Eines weiß ich aber ganz genau: Blumentopf, Bild und Kissen sind längst geordert. Ein Fortschritt. Ha!

 

Ein Beitrag geteilt von TIM LABENDA (@timlabenda) am

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  1. Mila

    Hey Sarah, ich kann’s dir nachfühlen. Wir haben gerade eine große Wohnung quasi komplett neu einrichten müssen – mit Küche, Bädern und allem Pipapo. Und dann noch von Altbau in den Neubau, wo die Wohnatmosphäre einfach ganz anders ist (wenn auch sehr luftig, da loftig-große Räume mit toller Deckenhöhe und den berüchtigten bodentiefen Fensterfronten). Mir geht’s so, dass ich mich an vielem, was ich eigentlich ganz toll fand, mittlerweile furchtbar satt gesehen habe (darunter leider auch die String-Klassiker, die es nebst Eames-Stühlen, Thonet-Schwingern, USM Haller Sideboards und Poulsen-Lampe echt in jeder Bude zu geben scheint, zumindest in meinem Kosmos) und ich so einfach keine Entscheidung fälle. Vor einem halben Jahr zum Bespiel war ich noch Feuer und Flamme für einen Ben Ourani, der sollte unbedingt bei uns einziehen, das stand fest – na zum Glück habe ich keinen gekauft. Irgendwie wirkt das alles so beliebig und unpersönlich und auf eine stylische Art katalogmäßig. Hübsch, ja, das schon. Auch gefällig, aber es sind keine richtigen Herzensstücke mehr. Jedenfalls nicht für mich. Aber einfach mal Leerstellen zu lassen, tut auch ganz gut, finde ich. Hat etwas Befreites.

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