Burberry-Mania – der Trenchcoat ist (schon wieder) zurück!

20.02.2018 Mode, Trend

An meinem Geburtstag, dem 31. März, hat Christopher Bailey ganz hoch offiziell seinen letzten Arbeitstag. Nach 17 Jahren als Kreativdirektor von Burberry verlässt er nun die Marke, deren tiefsitzende Imageprobleme (zu verstaubt, zu sehr Outdoor, ultra spießig, ein bisschen Hooligan und zudem massenhaft gefälscht) er als digitaler Pionier binnen weniger Jahre nahezu gänzlich ausradieren konnte. Sein langjähriges Arbeits-Zuhause wird Bailey jedenfalls mit der Gewissheit verlassen, ein britisches Luxuslabel herangezogen zu haben, das sich in Sachen Integrität und Hype längst mit Balenciaga und Vetements misst. „Man soll gehen wenn es am schönsten ist“ – kaum eine Floskel scheint hier treffender. Denn vermutlich befindet sich Burberry ausgerechnet jetzt auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit, nein eher: Coolness.

Kurz vor Baileys Abtreten scheint die Burberry-Manie erneut entflammt (oder lodernder denn je?): Die Modewochen stehen augenscheinlich ganz im Zeichen des Trenchcoats – in all seiner (neuen) Vielfalt. Da wird der cremefarbene Klassiker ebenso ausgeführt wie transparente Abkömmlinge aus Vinyl und laminierter Baumwolle oder Lack-Variationen in grellem Pink oder typischem Karo – Als Ode an einen der größten Designer unserer Zeit? Vielleicht. Als Investition oder Endzeit-Panik, weil es ohne Mister B in Zukunft eigentlich nur bergab gehen kann? Gut möglich. Vielleicht aber auch, weil sogar das Ablingen dieser besonderen Ära als Medienspektakel inszeniert wird, wenn auch (noch) subtil. Da werden etwa auffällig viele Mäntel an Meinungsmacher*innen verteilt oder die schönsten Mode-Menschen sämtlicher Städte zu sogenannten Styling-Lounges eingeladen. Bezahlt wird dort allerdings selbst und zwar gern. Es wird nämlich seit geraumer Zeit quasi ganz automatisch geweckt, was heute Gold wert ist: Begehrlichkeit. 

Allerdings nicht nur wegen irgendeiner platten (Logo-)Prestige, die im Zweifel nur von kurzer Dauer wäre. Sondern weil Burberry in der Lage ist, Gefühle zu zeigen. Den Zeitgeist einzufangen. Zu bonden mir seiner Kundschaft. Und mehr als das: Spätestens mit seiner jüngst gezeigten (und letzten) Show „Time“ beweist Bailey, dass Mode eine Haltung ausdrücken kann, ja vielleicht sogar muss. Dass Labels Stellung viel häufiger beziehen sollten, wie selbstverständlich, auf irgendeine Art und Weise.

Besagte Wahnsinns-Show widmete der Noch-Chefdesigner eindeutig und plakativ der gesamten LGBT-Community und tränkte eine gesamte Kollektion in die Farben des Regenbogens. Rainbow-Check wohin das Auge blickt. Als Puffer-Weste, Graffiti, Fake Fur oder Harringtonjacke. Cara Delevingne beendete als letztes Model die Show. Dann gab es von Bailey noch einen Kuss für den Ehemann. Eine kurze Verbeugung, untermalt von Standing Ovations folgt und Schluss.

Genau das sind die Momente, in denen mir Mode Gänsehaut verpasst. Und in denen ich ernsthaft darüber nachdenke, mitzulaufen. Hinzulaufen! Zum nächsten Burberry Store.

Warum ist Christopher Bailey ein digitaler Pionier? 

– er erfand das Prinzip „See Now Buy Now“, was so viel bedeutet wie: Das Warten auf das tatsächliche Erscheinen der jeweils gezeigten Produkte während einer Show hat ein Ende. Wo ebenjene Schauen normalerweise eine „Vorschau“ auf das künftig in die Läden Eintrudelnde sind, setzt „See Now Buy Now“ auf Schnelligkeit. Viele der auf dem Laufsteg gezeigten Stücke können gleich im Anschluss online geshoppt werden. 
– er nutzt die Sozialen Medien als erster Designer wie kaum ein anderer und zeigt 2009 den ersten Livestream einer Show – heute Usus in der Branche
– 2016 nutzte er Snapchat dafür, seine Kollektion schon vor der eigentlichen Schau der Öffentlichkeit zu präsentieren 
– er war einer der Ersten, die verstanden, wie wichtig Streetstyles sind – und setzte eine gesamte mit dem Streetstyle-Fotografen Scott Schumann um.

 

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Bella Hadid via @Burberry

Via @Antidote

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