Mach‘ doch nicht so ne Welle! Ich habe mir ein Wimpern-Lifting gegönnt.

06.03.2018 Beauty, box2

The Browery hat mich in die Falle gelockt, ich bin quasi geradewegs hineingestürzt. Der Name ist tatsächlich Programm, denn: Hier dreht sich alles rund um die Augenpartie und seitdem Augenbrauen ohnehin im Fokus meiner eigener Beauty Routine stehen, gehe ich genau dort ganz gern zum Brauen formen hin. Dank Fadentechnik werden sie seither – zapzerap – regelmäßig in die perfekte Form gebracht. Bei meinem letzten Besuch saß allerdings eine ziemlich regungslose Frau mit bedenklich aussehender weißer Paste auf den Lidern direkt neben mir. Mein Superwoman-Instinkt setzte ein: Muss ich sie retten?

Nee, keine Sogre. Sie bekäme bloß ein Wimpern-Lifting, erklärte man mir. Aha. Moment. Ein was bittesehr?!

Zuerst war ich über die Maße skeptisch. Was soll das überhaupt sein, wie soll das funktionieren und warum braucht man das? Der Trend geht schließlich immer mehr in Richtung Natürlichkeit (jedenfalls fühle und hoffe ich das!) und ich warte doch außerdem schon lange auf den Tag, an dem ich keine XL angeklebten Wimpern aka Lash-Extensions mehr sehen muss. Also solche, die wirklich enorm sind. 

Kurz mit den Janes über meine Entdeckung gequatscht, stand fest: Ich muss meine Vorurteile beiseite legen. Aufhören, zu schimpfen, bevor ich aus Erfahrung sprechen kann! Wie wäre es also mit einem Selbsttest? Na gut. Meine erste Motivation: Allen Frauen mit besagten (manchmal durchaus unbequemen und schweren Fake Lashes) eine Alternative aufzeigen, die wirklich was taugt. Und Nike Jane Hoffnung geben: Die meckert manchmal nämlich auch über ihre schwunglosen Härchen, die niemals Mascara sehen. Obs geklappt hat? Mal sehen.

Gesagt getan – und so sitze ich auch schon selbst auf dem Stuhl, bereit für eine Wimpern-Dauerwelle.

Zuerst bekomme ich kleine Silikon Pads auf die Lider gesetzt. Die gibt es in drei Varianten, je nach Bedarf: S – das stärkste Lifting für kurze Wimpern. M – ein mittleres Lifting für normale Wimpern und für alle, die von Natur aus besonders viel Glück hatten und nur ein leichtes Lifting wollen, gibt es ein L.

Dann werden die Wimpern am Ansatz nach oben gekämmt und fixiert – das ist gar nicht so einfach, denn die Wimpern werden in dieser Form bleiben, da darf demnach kein Härchen falsch liegen oder sich verirren! Präzise wird die Lifting Lotion aufgetragen, sie ist für den dauerhaften Effekt verantwortlich. In der ersten Runde wird der Timer auf zwölf Minuten gestellt. Es fühlt sich ein bisschen so wie der Moment des Aufwachens nach einer durchzechten Nacht mit viel Make-up an. Ihr wisst schon: Man ist ohne sich abzuschminken ins Bett gefallen und versucht nach ein bisschen Schlaf, die mit Mascara verklebten Lider aufzuschlagen. Bäh.

Ich linse durch eine minikleine Augenspalte hindurch und komme mir ausgeliefert vor. Der Timer klingelt, ich freue schon auf ein nahendes Ende – aber nein, jetzt folgt Runde zwei. Glücklicherweise dauert die nur sechs Minuten. Danach werden die Wimpern gefärbt. Bei meinen ohnehin schon fast schwarzen Wimpern sei das eigentlich gar nicht unbedingt nötig, denke ich, aber helleren Härchen wird hier tatsächlich nochmal volle Aufmerksamkeit geschenkt. Bringt also doch was. Vorsichtig werden schließlich Lotion Silikon Pads entfernt – ein sehr befreiendes Gefühl, wenn ihr mich fragt. Um die Wimpern nach den Strapazen zu pflegen, kommt anschließend ein Serum auf die geschundenen Härchen, das für circa 24h Stunden nicht abgewaschen werden soll. Vorsichtig schlage ich die Augen auf. In diesem Moment schnappt die Falle zu:

Sold! Ich bin begeistert.

Und seither #TeamWimpernLifting. Wer hätte das gedacht? Ich nicht. 

Das Ergebnis sieht aber, meines Erachtens nach, absolut natürlich aus, die Wimpern haben einen schönen Schwung, scheinen länger und zaubern außerdem das gesamte Auge ein wenig wacher! Mein neuer Augenaufschlag hält jetzt für die nächsten 6-8 Wochen. Und bisher freue ich mich jeden Morgen, immer wieder, über den Schwung, der noch nicht weniger werden will. Ich wirke nach dem Aufwachen fast geschminkt – obwohl ich es ja gar nicht bin. Das spielt mir in die Karten, aber wie. Weniger Aufwand nämlich, das mag ich. Zuvor habe ich nämlich schon hin und wieder Mascara verwendet – seit dem Wimpern-Lifting jedoch kein einziges Mal mehr. Wozu auch?

Ich hab sie ja jetzt, die perfekte Welle – wenn auch mithilfe von ein bisschen Fudelei. Die aber nehme ich jetzt einfach mal in Kauf. Für ein gutes Gefühl und weniger Tamtam am Morgen. 

19 Kommentare

  1. Marina

    Super sympathisch geschrieben!
    I like #TeamWimpernLifting – Danke für die wimperntechnische Aufklärung, ich werde auf jeden Fall sehr gerne in diese Falle treten!

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  2. Judith

    The Browery ist super! Habe mich allerdings bisher noch nicht an die Wimpernwelle gewagt. Jetzt habe ich ein neues Projekt 🙂 Vielen Dank für den coolen Artikel!

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  3. Daisy

    Weniger Aufwand & MakeUp ohne künstliche Features in knapp 20min?
    I LOVE IT! Fadentechnik für Augenbrauen is eh das Beste, bringen wir also mal Schwung und Farbe in die nächste Session. Danke für die Mut-Probe, liebe Jane 🙂

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    1. Anne-Kathrin

      Ich hoffe, liebe Sara, dass du klug genug bist, den gigantischen Unterschied zwischen diesen beiden Praktiken zu erkennen. Nein, ich bin mir eigentlich ganz sicher!

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      1. Nike Jane

        Liebe Sara, ich verstehe deine Intention im ersten Moment, betrachtet man das Ganze aber rational und realistisch, ist es, als würdest du eine Dauerwelle mit einer Botoxspritze gleichsetzen. Ich muss Anne-Kathrin deswegen beipflichten und anmerken, dass Welten zwischen diesen beiden Methoden des „Aufmöbelns“ liegen. Es ist außerdem ganz wichtig, dass jede Autorin hier eine eigene Meinung vertreten darf – Ourania hat zum Beispiel nicht über die Lippen geschrieben, das war ich! Dennoch bin ich trotz meiner kritischen Sicht auf aufgespritzte Lippen nicht im Ansatz besorgt über den Trend zum Wimpern-Lifting. Weil: Äpfel und Birnen und so. Ganz liebe Grüße trotzdem, ich finde die Diskussion hier nämlich tatsächlich spannend. Merci!

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        1. Rike

          Eine Frage nebenbei, womöglich habe ich einen entsprechenden Artikel/Hinweis verpasst, wer bist Du denn eigentlich liebe Ourania?

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        2. Sara

          Liebe Nike,

          wo genau ist denn da der große Unterschied (Äpfel und Birnen sind immerhin beides Obstsorten). Wenn es um die Spritze geht – der Haken da oben auf dem Bild sieht nicht besser aus und den würde ich ungern auch nur in die Nähe meiner Augen lassen.
          Und ja: Jede Schreiberin darf natürlich hier ihre eigene Meinung vertreten. Aber wenn das hier meine Seite wäre und ich wie ein Rohrspatz über solche Eingriffe meckern würde und meinen Leserinnen mitgeben möchte, dass es eben wumms ist was man noch alles machen lassen tun könnte…. dann würde ich NICHT einen solchen Artikel vertreten wollen.

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      2. Lilli

        Hm, ich persönlich finde, je mehr man darüber nachdenkt, desto geringer ist der Unterschied zwischen diesen beiden Praktiken. Im ersten Moment dachte ich mir bei Saras Kommentar auch „Neee, das ist doch was total andees“. Aber warum denn? Ein Wimpernlifting hält 6-8 Wochen, die Lippe hält 6 Monate. Beides dient der vermeintlichen „Verschönerung“. Sowohl volle Lippen, als auch geschwungene, lange Wimpern sind doch ein Schönheitsideal, das uns von ein jeder Modemagazin Titelseite entgegen springt. Jeder muss und darf zum Glück selbst entscheiden, wie weit der Schönheitswahn gehen darf. Aber wo der riesengroße Unterschied nun liegen mag, erschließt sich mir überhaupt nicht. Beides -Wimpernlifting und Lippen aufhübschen – soll uns weismachen, dass wir noch schöner sein können, wenn wir doch nur hier noch ein bisschen mehr und da noch ein bisschen weniger und dort noch…. haben.

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        1. Jael

          Ich muss Lilli zustimmen. Bei mir folgt nach einer rationalen und realistischen Betrachtung des Ganzen nämlich auch eher der Schluss, dass der Unterschied gar nicht mal so riesengroß ausfällt.
          Irgendwo ist es klar was anderes, weil ja, Äpfel und Birnen und weil man aufgespritzte Lippen wahrscheinlich um einiges mehr ad absurdum treiben kann als Wimpern. Aber irgendwo geht doch beides in dieselbe Richtung und dient am Ende demselben Zweck, oder nicht?

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  4. Nicole

    Ich habe auch ein Wimpernlifting machen lassen und ja, der Effekt ist toll, aber nach einer gewissen Zeit sind meine Wimpern leider ausgefallen. Einige meiner Wimpern waren extrem geknickt. Nein, ich war nicht bei einem Billiganbieter, falls das jemanden denken sollte. 🙂

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  5. flowerchild

    Interessanter Artikel, da man ja irgendwie schon ab und zu neugierig ist über „Luxusbeautybehandlungen“ (nenn ich jetzt einfach mal so). Als Student fehlt einem ja sowieso das Geld für so kleine extra Behandlungen. Ich glaube allerdings auch, dass das eher eine einmalige Sache bleiben sollte da es auf lange Sicht bestimmt die Wimpern schädigt. Wimpernzange und ein bisschen Wimperngel oder Arganöl bringen es glaube ich fast genauso gut und schont die Wimpern und den Geldbeutel noch dazu 🙂

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  6. Beata

    Ich persönlich finde, es ist ein Riesenunterschied ob ich mir meine Lippen aufspritzen!!! lasse oder mir eine Wimpernwelle verpassen lasse. Dann dürfte Nike sich auch nicht die Haare färben, Maniküre/Pediküre, Augenbrauenstyling und sonstige Aufhübschaktionen gönnen, nur weil sie gegen Schlauchbootlippen geschimpft hat (zu Recht)! Was für ein Schwachsinn. Diese Diskussion finde ich absurd.

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    1. Jael

      Ich finde, dass es hier nicht darum geht, die Moralkeule zu schwingen und festzulegen, wer was darf und wer nicht, gemessen an den Aussagen zu Thema A und B, sondern darum, darüber zu diskutieren, inwiefern A und B einander (nicht) tangieren.

      Meiner Meinung nach hängt nämlich Haarefärben, Mani-/Pediküre, … primär mit dem subjektiven Schönheitsempfinden zusammen. Klar, in mancherlei Hinsicht orientiert man sich dahingehend mit Sicherheit auch an nem Trend, aber man tut das, so denke ich, in erster Linie nur für sich.
      Und yes, Wimpern wellen tut man (hoffentlich) auch für sich, doch lässt sich dahinter für mein Gefühl viel mehr die Dimension eines omnipräsenten Schönheitsideals und Optimierungsstrebens finden, als das hinter gefärbtem Haar oder lackierten Nägeln der Fall ist.
      Deshalb eventuell nur bedingt Schwachsinn.

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      1. Ourania

        Ich denke im Endeffekt sollte jeder für sich entscheiden wo er die Linie zieht, vielleicht ist das bei dem einen schon, wenn es ums Schminken oder Beine rasieren geht (bei beidem kommt man einem bestimmten Schönheitsideal näher), beim anderen erst wenn es ein chirurgischer Eingriff ist..die Frage ist mehr für mich, warum es so verwerflich sein soll?! Wenn jeder sein eigenes Schönheitsideal haben darf, sollte man den Leuten auch mit Toleranz entgegen treten und zwar in beide Richtungen?

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        1. Jael

          Absolut. Meine Äußerungen sollten auch keineswegs irgendwie wertend sein!
          Ich wollte nur die dazwischenliegenden Welten, von denen Nike sprach, hinterfragen, weil sich mir der riesenhafte Unterschied tatsächlich auch noch immer nicht so ganz erschließt.

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        2. Alice

          Ich gebe dir mega Recht, das mit dem eigenen Linien ziehen und so. Ich denke das, was viele hier kritisieren ist, dass all diese Dinge (ja auch Schminken, Beine rasieren) einem Schönheitsideal nahe kommen, das der Frau* insofern aufgezwungen ist, alsdass verschiedenste Medien, Werbungen, ja oft auch die Gesellschaft ihr* das Gefühl geben das tun zu müssen um „schön“ zu sein. Und das ist kein Vorwurf an dich, die das Lifting gemacht hat, kein Vorwurf an Frauen*, die sich die Lippen aufspritzen, kein Vorwurf an Frauen*, die sich Brustkorbgrösse A bis F machen lassen und kein Vorwurf an Frauen* die sich die Augenbrauen nachziehn, weils als „schön“ bewertet wird. Sondern es ist ein darauf aufmerksam machen, dass das nicht immer wirklich selbstständige Entscheidungen sind, insofern, da wir in einer Gesellschaft leben, die uns sagt das wir das „tun müssen“ um „schön“ zu sein. Es ist einfach das kritische Hinterfragen dieser Situation in der wir Frauen* uns befinden und viele auch ausbrechen wollen. Damit frau das irgendwann alles tun kann, ohne den Zwang einer Gesellschaft, nur für sich, weil sie an manchen Tagen mehr, an andern Tagen weniger, spürt was sie selbst an sich zum aufessen schön findet. (Und an diesem Punkt lasse ich die „“ beim „schön“ weg). Liebst, Alice

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